Quellen der Menschheit

Lakṣmī-Tantra

Paṭala 30: Triṃśo 'dhyāyaḥ (Kriyāśaktiprakāśaḥ) Dreißigstes Kapitel (Erhellung der Kriyāśakti)

Unmittelbare Fortsetzung der in Kap. 29 begonnenen Sudarśana-Cakra-Mantralehre: nach einer kurzen Ankündigung (V. 1–2), nun auch das Pada- und Saṃjñā/Bhūta-Wesen der Vyūhinī zu erklären, folgt ein sehr langer, im Scan durchgehend extrem beschädigter Abschnitt (V. 3–64), der die vollständige numerisch-phonetische Konstruktion des Sudarśana-Mantras entfaltet: die vier Mantra-Bestandteile Bīja/Piṇḍa/Saṃjñā/Bhūta, die vier Rad-Göttinnen an den Himmelsrichtungen, eine 24-teilige Tattva/Avatāra-Aufzählung und eine vollständige kosmographische Abbildung der Welt (Meru, Gaṅgā, Milchozean, Jambudvīpa usw.) auf dem „Sahasrāra“-Tausendspeichenrad, das den ganzen prinzipiengestaltigen Leib des Puruṣottama trägt. Eine Fußnote der Quelledition verweist hierzu ausdrücklich auf Ahirbudhnya-Saṃhitā, Kap. 20, als Parallelstelle. Wegen des Ausmaßes der Textbeschädigung wurde dieser gesamte Mittelteil als eine einzige, referierende Sammel-Einheit wiedergegeben.

eṣā te kathitā śakra mayoktiḥ kriyātmikā │ tasyā vyāptim avocaṃ te sūryasomābhibheditam ‖ 1 ‖ vyūhinīm apy avocaṃ te bījapiṇḍābhidhānataḥ │ padamantrasvarūpaṃ ca tasyāḥ śakra nibodha me ‖ 2 ‖

Śrī [spricht weiter]: Dies, o Śakra, wurde dir von mir als meine Wesensäußerung, die im Wirken (kriyā) besteht, mitgeteilt; ihre Durchdringung (vyāpti), unterteilt in Sonnen- und Mond[-Kraft], habe ich dir dargelegt. Auch die Vyūhinī habe ich dir, nach den Bezeichnungen Bīja und Piṇḍa, geschildert; vernimm nun von mir, o Śakra, auch ihr Wesen als Pada-Mantra [Wort-Mantra].

[Anm.: Unmittelbare Fortsetzung von Kap. 29: Śrī kündigt an, nun die dritte und vierte der vier Mantra-Kategorien — Pada (Wort) und, wie sich im Folgenden zeigt, Saṃjñā (Bezeichnung) bzw. Bhūta — am Beispiel des Sudarśana-Cakra-Mantras zu erläutern.]

[V. 3–64, gemäß OCR-Kolophon-Suche und Kontext]

[Anm.: Dieses gesamte, im verfügbaren Scan durchgehend äußerst stark beschädigte Kapitel setzt unmittelbar die in Kap. 29 begonnene hochtechnische Sudarśana-Cakra-Konstruktion fort und entfaltet sie in voller Ausführlichkeit: erkennbar sind eine Aufzählung der vier Mantra-Bestandteile Bīja, Piṇḍa, Saṃjñā und Bhūta (V. 55, eine gegenüber der in Kap. 21 genannten Vierheit Bīja/Piṇḍa/Saṃjñā/Pada leicht abweichende Terminologie), die Zuordnung von vier Göttinnen an die vier Himmelsrichtungen des Rades (Mahālakṣmī im Osten, Mahāmāyā im Süden, Sarasvatī im Westen, Mahiṣāsuranāśinī im Norden), eine 24-teilige Aufzählung von Prinzipien/Inkarnationen (tattva/avatāra, von der Urnatur/prakṛti bis zu den Elementen), sowie eine kosmographische Entfaltung des gesamten Weltgebäudes auf dem Rad (Berg Meru und andere Berge, der Ganges und andere Flüsse, der Milchozean und andere Meere, Jambu-dvīpa und die anderen Kontinente, Planeten, Sternbilder) — das sogenannte „Sahasrāra“-Rad (Tausendspeichenrad), das den „aus allen Prinzipien bestehenden, vaiṣṇavischen Leib des Puruṣottama“ trägt. Eine Fußnote der Quelledition verweist dabei ausdrücklich auf das 20. Kapitel der Ahirbudhnya-Saṃhitā als sachliche Parallelstelle zur Gesamtheit der Sudarśana-Kräfte. Angesichts des Ausmaßes der Textbeschädigung gerade in den für eine sichere Rekonstruktion entscheidenden Ziffern- und Silbenangaben wird auf eine erzwungene Vers-für-Vers-Übertragung dieses gesamten Abschnitts verzichtet; die genannten sachlichen Eckpunkte sind rein referierend, nicht interpretierend wiedergegeben.]

iti śrīpāñcarātrasāre lakṣmītantre kriyāśaktiprakāśo nāma triṃśo'dhyāyaḥ

So lautet im Lakṣmī-Tantra, dem Kern des ehrwürdigen Pāñcarātra, das dreißigste Kapitel, betitelt „Erhellung der Kriyāśakti [Wirk-Kraft]“.

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