Quellen der Menschheit

Lakṣmī-Tantra

Paṭala 47: Saptacatvāriṃśo'dhyāyaḥ (Kīrtimantrasiddhiprakāśaḥ) Siebenundvierzigstes Kapitel (Die Offenlegung der Vollendung des Kīrti-Mantra)

Kurzes, stark technisches Kapitel (35 Verse), Gegenstück zu Kap. 46 für die zweite Gestalt, Kīrti: Yantra-Konstruktion, eine Theophanie-Szene und ein Katalog von Ruhmes-, Redekraft-, Speise- und Regenmagie-Siddhis.

[V. 1–13, gemäß OCR-Kolophon-Suche und Kontext; Text streckenweise stark verderbt]

[Anm.: Wie in Kap. 46 wird zunächst ein Yantra konstruiert – ein weiß-gelbes Rund mit einem Lotos darin –, in dessen Mitte Kīrti, auf Viṣṇus Schoß sitzend, sowie ihre vier Gefährtinnen (Himajā u. a., goldfarben, Buch und Wedel haltend) und ihre vier safranfarbenen, weißgekleideten Diener (mit Mond-, Kadamba-Baum-, Spiegel- und Pfauenfeder-Attributen) plaziert werden. Es folgt eine Verehrung mit Argha-Wasser und Blumen, Rezitation, ein Feueropfer mit Sesam und Ghee sowie eine abschließende Bildnis-Verehrung mit Blumen, Salbe und Gewändern, vollzogen in Einsamkeit, schweigend, von Wurzeln und Früchten lebend.]

patitāyāṃ tu pūrṇāyām āyāti parameśvarī │ sādhu sādhv iti vai [devī][?] sthitvā sādhakasya tu ‖14‖ ehy ehi paramaṃ dhāma tyaja edaṃ martyakaṃ puram │ upabhuṅkṣvāmarān bhogān martyamadhyagato'pi ca ‖15‖ madīyena ca karma mantreṇa kuru sādhaka │ evam uktvā tu sā devī gaganaṃ ca vrajet tataḥ ‖16‖

Wenn die [Opfergabe] vollständig dargebracht ist, erscheint die höchste Herrin. „Wohlgetan, wohlgetan!“ [spricht sie], vor dem Übenden stehend. „Komm, komm zur höchsten Wohnstatt, verlasse diese sterbliche Stadt; genieße himmlische Genüsse, auch während du inmitten der Sterblichen weilst. Vollbringe mit meinem Mantra alle Taten, o Übender.“ So gesprochen, begibt sich die Göttin darauf zum Himmel.

[Anm.: Eine Parallel-Theophanie zu Kap. 46 (dort erscheint Lakṣmī als „Mutter“ und gewährt Wünsche; hier lädt Kīrti mit der einladenden Zusage himmlischer Genüsse bei gleichzeitigem Verbleib im irdischen Leben) – ein wiederkehrendes Motiv der Mantra-Siddhi-Kapitel des Lakṣmī-Tantra.]

[V. 17–35, gemäß OCR-Kolophon-Suche und Kontext; Text streckenweise stark verderbt]

[Anm.: Es folgt ein Katalog der durch das Kīrti-Mantra bewirkten Ruhmes- und Wunderzeichen: Wer mit gefalteten Händen inmitten einer Versammlung streitbarer Menschen auch nur wenige Worte spricht, überwältigt und übertrifft alle Anwesenden; ein mit dem Mantra besprochener Topf gekochter Speise wird in Hungersnot unerschöpflich, so viele Menschen ihn auch begehren, und verschafft Ruhm bis zum Weltenende; durch Niederlegen von tausendfach mit Mantra geweihtem Wasser im See eines Schlangenfürsten (Nāgendra) wird Regen herbeigeführt, sofern der Regengott selbst versagt – ein mit Mantra besprochener Klumpen Lehm, im Feuer erhitzt und in den Himmel geworfen, wird zur Regenwolke, die so lange anhält, bis genug Wasser für die eigene Erde vorhanden ist; ebenso vermehrt sich mit dem Mantra geweihtes Gold. Der Abschnitt schließt mit der zusammenfassenden Feststellung, dass, wer diese Kīrti-Mantra-Vorschrift befolgt, makellosen Ruhm erlangt, der noch der eigenen Nachkommenschaft Wohlstand verschafft.]

iti śrīpāñcarātrasāre lakṣmītantre kīrtimantrasiddhiprakāśo nāma saptacatvāriṃśo'dhyāyaḥ

So endet im Kern des heiligen Pāñcarātra, im Lakṣmī-Tantra, das siebenundvierzigste Kapitel, betitelt „Die Offenlegung der Vollendung des Kīrti-Mantra“.

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