Quellen der Menschheit

Lakṣmī-Tantra

Paṭala 57: Saptapañcāśo'dhyāyaḥ (Rahasyaśāstrārthasāraḥ) — Schlusskapitel des Lakṣmī-Tantra Siebenundfünfzigstes und letztes Kapitel (Die Essenz des Sinns der Geheimlehre) — Abschluss des Tantrārthasaṃgraha und des gesamten Lakṣmī-Tantra

Letztes Kapitel des Werkes (nach Kap. 55 folgt kein Kap. 56 in der Quelle). Enthält den doktrinellen Höhepunkt der gesamten Sprach-/Tārikā-Theologie (die vierstufige Wort-Lehre śāntā/parā–paśyantī–madhyamā–vaikharī als Wesen der Tārikā-Gottheit), den Abschluss des äußeren Erzählrahmens (Verschwinden der Göttin, Übertragungskette Indra→Brahmā→Prajāpatis→Nārada→Weisenkette→Atri) sowie die Enthüllung der innersten Rahmenerzählung: der Weise Atri berichtet das gesamte Werk seiner Gattin Anasūyā, mit Geheimhaltungsvorschriften, Empfänger-Qualifikationen und einer abschließenden Anrufungsformel. Schließt mit dem ausdrücklichen Kolophon „lakṣmītantraṃ samāptam“ — die Übersetzung des gesamten Werkes ist damit vollendet.

ko devaḥ sthitikartā ca bhāvagā[?] │ trimūrtir ūrdhvādhikā śaktir ity ayaṃ paramo japaḥ ‖1‖

„Welcher Gott ist der Erhalter, und [wer] durchdringt[?] das Sein? — Die dreigestaltige, alles Übersteigende ist die Śakti“ — dies [zu erkennen] ist die höchste Rezitation (japa).

[Anm.: Vers 1 ist im Quellendigitalisat schwer verderbt überliefert; die Übersetzung ist entsprechend unsicher. Es beginnt hier — nach der Rückkehr des Erzählrahmens zu Śrīs Rede an Indra (Purandara) — das abschließende, siebenundfünfzigste und letzte Kapitel des Werkes.]

śabdārthapravibhāgena dvidhā lakṣmīḥ pravartate │ śāntā parā tathā madhyā vaikharī ceti saṃjñayā ‖2‖ śabdonmeṣaś caturdhāyam arthonmeṣas tathā vidhaḥ[?] │ [Pāda unsicher] svaravarṇādi varjitā ‖3‖ śābdī yā saṃsthitiḥ prācyā sā śāntā śāntasādhanā │ arthabodhakarūpaṃ yac chabdaśakter asaṃskṛtam ‖4‖ kevalo yaḥ samunmeṣaḥ paśyantī sā prakīrtitā │ arthabodhakarūpaṃ yat tac chabdaḥ parikīrtitaḥ ‖5‖ na hi lupyanti saṃskārā yadā madhyā atha sā tadā │ evaṃ saṃskārasampannā vikalpajñaśāliṇī[?] ‖6‖ vividhaṃ ramate teṣu yato na prākṛtīṣv atha │ rūpaṃ śabdaḥ kṛtvā sthāneṣv aṣṭasu sā tadā ‖7‖ vaikharī nāma sā vācyā vividhaṃ vakti varṇinī │ śāntā nāma punar yā sā sarvatra samatāṃ gatā ‖8‖ koṭikoṭisahasrāṃśās tasyā vāg atha madhyamā │ koṭikoṭisahasrāṃśās tasyā vāg atha vaikharī ‖9‖ varṇāḥ padāni vākyāni tridhā vaikharyagā gatiḥ[?] │ saṃkocaṃ kramaśo yāti seyaṃ varṇādivartmanā ‖10‖ iyaṃ caturvidhā śaktiḥ pratilomānulomajā │ caturdhā sodayaṃ yāti śāntādyaiḥ paribhiḥ[?] kramāt ‖11‖ caturdhāstamayaṃ yāti vaikharīmadhyamādibhiḥ │ vyaktā vyaktetaravyaktā sā vijñeyā tridhā punaḥ ‖12‖ vyaktā prāṇiśarīrasthā yodayas tam upaiti ca │ vīṇāveṇumṛdaṅgādair vyaktā tv abhivyajyate hi yā ‖13‖ vivakṣākaraṇair yogaiḥ prāṇibhiḥ sātha tatsamā │ mardāghaṭṭanāt sindhusarid giridarīmukhaiḥ ‖14‖ vyajyate śabdaśaktir yā sā tv avyaktā samīritā │ udaye'stamaye cāsāṃ pūrvokto vyutkramotkramau ‖15‖ vācyaṃ caturvidhaṃ jñeyaṃ śāntādipravibhāgavat │ evaṃ vyavasthitā śaktis tāriketi nirūpaṇam ‖16‖

Durch die Aufteilung in Wort und Bedeutung tritt Lakṣmī zwiefach in Erscheinung: als „Śāntā“ (die Stille, Höchste) sowie mit den Namen „Madhyā“ (die Mittlere) und „Vaikharī“ (die vollständig Artikulierte). Das Sich-Entfalten des Wortes ist vierfach, ebenso das Sich-Entfalten der Bedeutung[?] — frei von [grammatischer] Anstrengung, Verfeinerung und den Elementen wie Vokal und Konsonant. Jener sprachliche Zustand, der der ursprüngliche (prācyā) ist, das ist „Śāntā“, in Stille vollbracht; jene Form, die Bedeutung erweckt, in ihrem von Sprachkraft noch unverfeinerten Zustand, [ist ebenfalls Śāntā]. Das bloße, reine Sich-Entfalten wird „Paśyantī“ (die Schauende) genannt; jene Form, die Bedeutung erweckt, wird auf dieser Stufe „Wort“ genannt. Wenn die [grammatischen] Verfeinerungen nicht mehr verlorengehen, dann ist sie „Madhyā“ (die Mittlere); so, mit Verfeinerungen versehen, besitzt sie das Wissen um begriffliche Unterscheidungen[?] und ergötzt sich mannigfaltig an ihnen, da dies nicht mehr im ungebildeten Urzustand liegt — nachdem sie ihre Gestalt als Wort an den acht Artikulationsstellen [im Mund] hergestellt hat, [wird sie zur hörbaren Sprachform]. Das, was, mit Lauten geschmückt, mannigfaltig spricht, heißt „Vaikharī“ (die vollständig Artikulierte); das aber, was wiederum „Śāntā“ heißt, hat überall Gleichheit erlangt. Abertausende und Abermillionen sind die Anteile ihrer Rede, die „Madhyamā“ ist; ebenso abertausende und Abermillionen die Anteile ihrer Rede, die „Vaikharī“ ist. Laute, Wörter und Sätze — dreifach ist die zur Vaikharī gehörende Bewegung; sie schreitet stufenweise zur Zusammenziehung fort, auf dem Weg über Laut und dergleichen. Diese vierfache Kraft entsteht sowohl in umgekehrter wie in gleichläufiger Richtung; in vierfacher Weise geht sie, beginnend mit Śāntā, der Reihe nach zu ihrem Aufgang; in vierfacher Weise geht sie, beginnend mit Vaikharī und Madhyamā, [in umgekehrter Folge,] zu ihrem Untergang. Sie, die Rede, ist wiederum als dreifach zu erkennen: manifest, unmanifest, und aus beidem gemischt. Die manifeste Rede ist jene, die in den Körpern der Lebewesen wohnt und dort zur Entstehung gelangt; jene, die durch Instrumente wie Vīṇā, Flöte und Mṛdaṅga-Trommel offenbar wird, heißt ebenfalls „manifest“ — entstehend durch das Zusammenwirken der Sprechorgane der Lebewesen mit dem Sprechimpuls, ihr, der instrumentalen Musik, gleichend. Jene Wortkraft aber, die sich durch Reibung und Anschlagen zeigt, wie beim Meer, bei Flüssen und in Bergeshöhlen, wird als „unmanifest“ bezeichnet. Bei ihrem Aufgang und Untergang gelten die zuvor genannten Abfolgen von Rückgang und Aufstieg. Das Ausgedrückte (vācya) ist ebenso als vierfach zu erkennen, entsprechend der Einteilung, die mit Śāntā beginnt. So ist diese Kraft [in vier Stufen] festgesetzt — dies ist die Darlegung dessen, was „Tārikā“ [die Rettende, das Wesen der Tārikā-Gottheit] genannt wird.

[Anm.: Doktrineller Höhepunkt des ganzen Werkes: die vierstufige Wort-Theologie (śāntā/parā, paśyantī, madhyamā, vaikharī — vgl. bereits Kap. 51.19gap) wird hier ausdrücklich als das eigentliche Wesen der zentralen Tārikā-Gottheit/des Tārikā-Mantra des gesamten Werks identifiziert (V.16) — ein deutlicher Rückbezug auf die Sprach-/Mantra-Kosmologie der Anfangskapitel sowie auf die vertiefte Tārikā-Lehre der Kap. 42–46.]

japo'sau madhyamo nāma parito varṇavarṇanam │ varṇarūpā ca śaktir yā ca saṃyogasaṃbhavā ‖17‖ śaktibaddhānuviddhā yā vivakṣāsaṃbhavā ca yā │ etac chaktiścaturbhedas tadvinirṇayapuraḥsaram ‖18‖ arthādhyāsas tu śabde yaś caramo'sau prakīrtitaḥ │ vācyaṃ buddhvā pṛthag buddhvā tāṃ tridhākārasaṃsthitām ‖19‖ tatsaṃbodho hi yo mantraiḥ sa japas tu parāvaraḥ │ lakṣmītantre samuddiṣṭā svabhrīṣomamayī hi yā[?] ‖20‖ tattadrūpam atikramya vācyavācakasaṃśritam │ lakṣmīmayaṃ niśāṃ tīrtvā tārikārūparūpiṇīm ‖21‖ nistaraṅgamahānandasevinīm asamodadhau[?] │ viśodhya sakalān mantrāṃs tadbhāvanyāsasaṃyutaḥ ‖22‖ tān apāsya tatas tasyāṃ tattad apyāyanojjvalān │ tatsāmānyaviśeṣābhyāṃ bhāvayen mantradevatām ‖23‖ tathā yukto japen mantrān niṣṭho'yaṃ pūjito japaḥ │ tattacchāstroktasaṃsthānasaṃskārakramaśāliṇīḥ[?] ‖24‖ tair eva bhāvaiḥ sametāś ca bhāvayan mantradevatāḥ │ japet sarvārthadāṃ tāṃ yaj japo'yaṃ paramaḥ smṛtaḥ ‖25‖

Jene Rezitation, die „mittlere“ (madhyama) genannt wird, besteht in der vollständigen Aussprache der Laute in ihrer Reihenfolge; und jene Kraft, die Lautgestalt hat und aus [phonetischer] Verbindung entsteht, ebenso jene, die an die Śakti gebunden und von ihr durchdrungen ist, und jene, die aus dem Sprechimpuls entsteht — dies sind die vier Unterscheidungen jener Kraft, denen ihre genaue Bestimmung vorausgeht. Die Überlagerung der Bedeutung auf das Wort aber, welche die letzte, höchste ist, wird [wie folgt] verkündet: nachdem man das Ausgedrückte erkannt, dann es gesondert erkannt hat in seiner dreifachen Gestalt — jenes Erwachen zu ihr mittels der Mantras, das ist die Rezitation, sowohl die höhere wie die niedere; jene, die im Lakṣmī-Tantra als aus Sonne und Mond[?] bestehend gelehrt wird. Nachdem man jene jeweilige Gestalt überschritten hat, die an Ausgedrücktem und Ausdrückendem haftet, und die aus Lakṣmī bestehende Nacht [der Unwissenheit?] durchquert hat, [gelangt man zu] ihr, die die Gestalt der Tārikā selbst ist, die im wellenlosen Ozean höchster Wonne weilt. Nachdem man alle Mantras gereinigt hat, verbunden mit der ihnen entsprechenden Kontemplation und dem Nyāsa-Ritus, und sie sodann in ihr aufgehen lässt, dort strahlend von jeweils eigener Erfüllung, betrachte man die Mantra-Gottheit sowohl in ihrer allgemeinen wie in ihrer besonderen Gestalt. So verbunden rezitiere man die Mantras; dies ist die vollendete, verehrte Rezitation, ausgestattet mit der in den jeweiligen Lehrschriften gelehrten Abfolge von Form und Verfeinerung. Indem man die Mantra-Gottheiten, versehen mit eben diesen Eigenschaften, kontempliert, rezitiere man sie, die alle Wünsche gewährt — diese Rezitation gilt als die höchste.

[Anm.: Abschluss der theoretischen Mantra-/Japa-Lehre des Werkes, unmittelbar bevor der äußere Erzählrahmen wieder aufgenommen wird (57.26).]

idaṃ rahasyaṃ paramaṃ nāpātre deyam ity uta │ uktvā vidyud ivākāśād antardhānam upeyuṣī ‖26‖ vittaṃ prāpya paraṃ śakro mumude vigatajvaraḥ │ [atriḥ—] ity uktvā bhagavān mahyaṃ nārado virarāma ha ‖27‖ pūjitā puruhūtena subhagā śrīr varānane │ indro'pi vismitaḥ labdhvā brahmaṇaḥ sadanaṃ yayau ‖28‖ pṛṣṭaś ca brahmaṇā tasmai provāca vidhivat tadā │ brahmā prajāpatibhyaś ca pṛṣṭaḥ provāca tattvavit ‖29‖ munayo nāradenātha śrāvitā mahyācale │ aṅgirāḥ śrāvayāmāsa pāvakaṃ tantram uttamam ‖30‖

„Dieses höchste Geheimnis darf keinem Unwürdigen gegeben werden“ — so sprechend, entschwand sie, der Luft anvertraut, wie ein Blitz. Nachdem Śakra diesen höchsten Schatz erlangt hatte, freute er sich, alles Fieber der Unruhe von sich abgetan. [Atri spricht:] So gesprochen habend, verstummte der erhabene Nārada vor mir. Verehrt von Puruhūta [Indra] war die holdselige Śrī, o Schönantlitzige; und auch Indra, staunend, nachdem er dies erlangt hatte, begab sich zur Wohnstatt Brahmās. Von Brahmā befragt, verkündete er es ihm sodann in gebührender Weise; Brahmā, der Wahrheitskundige, befragt, verkündete es den Prajāpatis. Die Weisen wurden darauf von Nārada auf dem großen Berge unterrichtet; Aṅgiras ließ Pāvaka [Agni] dieses höchste, läuternde Tantra hören.

[Anm.: Hier schließt sich der äußere Erzählrahmen des Werkes: Nachdem die Göttin ihre Lehre an Indra abgeschlossen hat, verschwindet sie, und eine Übertragungskette beginnt (Indra→Brahmā→Prajāpatis→Nārada→weitere Weise), die im Folgenden namentlich fortgesetzt wird (57.31gap). Der Sprecher der gesamten Rahmenerzählung dieses Kapitels erweist sich hier ausdrücklich als der Weise Atri, der berichtet, was ihm Nārada erzählt hat — eine Anrede-Vokativform in V.28 („o Schönantlitzige“) deutet bereits voraus auf die weibliche Adressatin der folgenden Verse (57.38: Anasūyā, Atris Gattin).]

[V. 31–37, namentliche Übertragungskette der Weisen; OCR-Lesung der Eigennamen streckenweise unsicher]

[Anm.: Es folgt eine Guru-Nachfolgekette (paramparā) mit zahlreichen Weisennamen (u. a. Kālāgni, Pācaka, Gautama, Bharadvāja, Garga, Asita, Devaka, Jaigīṣavya und weitere, teils durch OCR-Verderbnis unsicher lesbar), über die das Tantra von Weisem zu Weisem weitergegeben wird, bis es schließlich (V. 37) „treuen Ehefrauen ebenso wie Göttern, Weisen und Yogis“ zur vollständigen Rezitation anempfohlen und ausdrücklich mit dem Namen „Lakṣmī-Tantra“ benannt wird. Der Weise Atri berichtet dies alles seiner Frau Anasūyā, wie der folgende Abschnitt (57.38) zeigt.]

sakāśād brahmaṇaḥ śrutvā mayā te kathitaṃ budhe │ iṣṭāsi me priyā ceti na kiṃcid avaśeṣitam ‖38‖ bhūyas tvaṃ śṛṇu saṃkṣepam anasūye 'nasūyayā[?] │ śrutvā ca sudṛḍhaṃ[?] lakṣmīṃ rakṣa cāpy apramādinī ‖39‖ lakṣmīnārāyaṇākārā bhavinī te manaḥsthitiḥ │ apāyān saṃparityajya pātakān bhavasāgare ‖40‖

Nachdem ich es von Brahmā vernommen habe, habe ich es dir mitgeteilt, o Weise; du bist mir lieb und teuer — nichts ist unausgesprochen geblieben. Höre nun weiter die Zusammenfassung, o Anasūyā, ohne Missgunst[?]; und nachdem du es fest vernommen hast, bewahre Lakṣmī in dir, unbeirrt. Deine Geisteshaltung soll die Gestalt von Lakṣmī-Nārāyaṇa annehmen, indem du die Verfehlungen und Sünden im Ozean des Daseins gänzlich aufgibst.

[Anm.: Hier offenbart sich die innerste Rahmenerzählung des gesamten Werkes: der Weise Atri berichtet diese ganze Lehre — die er selbst von Nārada (der sie wiederum von Brahmā hatte) empfing — seiner Gattin Anasūyā, der in der Tradition für ihre Tugendhaftigkeit berühmten Frau (Mutter u. a. des Dattātreya und Durvāsas). Das Lakṣmī-Tantra endet damit als persönliche, an eine Frau gerichtete Widmung — ein passender Abschluss angesichts der wiederkehrenden Betonung der Frauen-Verehrung im Werk (vgl. Kap. 43, 45).]

[V. 41–52, Geheimhaltungsvorschriften und Eigenschaften des würdigen Empfängers]

[Anm.: Es folgt zunächst eine Fortführung der Bhakti-Zusage — Hari werde den schützen, der sich selbst und alles Eigene zu Füßen des Herrn der Śrī niederlegt —, dann die klassische Geheimhaltungs-Klausel: die Lehre darf keinem Nicht-Vaiṣṇava, keinem Gottesleugner (nāstika), keinem, der Eltern, Guru, Ehepartner oder heilige Schriften verachtet, mitgeteilt werden. Als würdiger Empfänger gilt, wer die vedischen Gelübde vollzogen hat, Eltern und Guru liebt, die Schriften nicht schmäht, gläubig (āstika) ist, Lakṣmī und ihren Gemahl liebt, sowie Opfer- und Handlungswissen, Sāṃkhya, Yoga, Grammatik, Logik und die eigentliche Bedeutung der Schriften kennt.]

[V. 53–55, abschließende Oṃ-Namaḥ-Anrufungsformel an Viṣṇu, fragmentarisch überliefert]

[Anm.: Das Werk schließt mit einer kurzen Reihe von Anrufungsformeln nach dem Muster „Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva, dessen Geliebte jene Śrī ist“, „Oṃ, Verehrung der Gemahlin Viṣṇus, der Nārāyaṇa lieb ist“, „Verehrung dem makellos Beständigen, der Ursache der ganzen Welt“, „Verehrung dem Wissen, dem Wellenlosen, dessen Wesen Lakṣmī-Nārāyaṇa ist“ — eine hymnische Schlussformel, die den Text im gewohnten Verehrungston ausklingen lässt.]

iti śrīpāñcarātrasāre lakṣmītantroddhāre (tantrārthasaṃgrahe) rahasyaśāstrārthasāre nāma saptapañcāśo'dhyāyaḥ ‖ lakṣmītantraṃ samāptam ‖

So endet im Kern des heiligen Pāñcarātra, im Lakṣmītantroddhāra (Tantrārthasaṃgraha), das Kapitel mit Namen „Die Essenz des Sinns der Geheimlehre“ (Rahasyaśāstrārthasāra), das siebenundfünfzigste Kapitel. — Hiermit ist das Lakṣmī-Tantra vollendet.

[Anm.: Dies ist der ausdrückliche Schlusskolophon des gesamten Werkes (im Original: „lakṣmītantraṃ samāptam“ — „das Lakṣmī-Tantra ist vollendet“). Die Übersetzung dieses zentralen Pāñcarātra-Textes (57 Kapitel, davon Kap. 51–55 und 57 als eigenständig betitelte „Tantrārthasaṃgraha“-Beilage einer einzelnen Handschriftenvariante, ohne Kap. 56 laut Quelle) ist damit abgeschlossen. Unmittelbar im Anschluss folgt im Quellendigitalisat noch ein tabellarischer Anhang mit Decknamen der Bīja-Silben (s. 57.appendixNote), kein weiterer fortlaufender Lehrtext.]

[Anhang: „varṇānāṃ saṅketanāmāni“ — tabellarische Liste von Decknamen/Synonymen zu den Bīja-Silben des Werks]

[Anm.: Im Anschluss an den Schlusskolophon folgt im Quellendigitalisat noch ein mehrseitiger tabellarischer Anhang mit Codenamen der einzelnen Silben (etwa: „udgītha, chandaḥ-ādi, tāra, dhruva, praṇava, brahma ...“ für eine Silbe; „aprameyaḥ, oṃkārādiḥ, prathamaḥ, viṣṇuḥ, vyāpakaḥ“ für eine andere, usw.) — offenkundig ein Nachschlage-Werkzeug zur Entschlüsselung der im Haupttext mehrfach verwendeten codierten Bīja-/Mantra-Bezeichnungen (vgl. die bewusst nicht aufgelöste Deckname-Praxis in Kap. 45 und 52). Diese reine Namenstabelle wird hier aus Raum- und Praktikabilitätsgründen sowie wegen ihrer schweren OCR-Verderbnis nicht vollständig transkribiert, sondern nur in ihrer Existenz und Funktion dokumentiert; sie enthält keinen fortlaufenden lehrhaften Text.]

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