Kapitel 11: ṛgvede 3.11 · agnirhotā purohito 'dhvarasya vicarṣaṇiḥ
Agni als Rufer, Bote und Fahrer der Götter
Ein kurzes Agni-Lied im Gāyatrī-Maß: Agni als Rufer, Bote und Vorangänger (V. 1–5), als Überwinder (V. 6) und Gewährer von Gütern (V. 7–9). Unsicher sind sam ṛṇvati (V. 2), taraṇi (V. 3) und ā īrire (V. 9).
sa havyavāḷ amartya uśig dūtas canohitaḥ / agnirdhiyā sam ṛṇvati
Er, der Fahrer der Darbringung, der Unsterbliche, der Begehrende, der Bote, mit Gefallen eingesetzt: Agni gelangt mit Andacht zum Ziel [?]. [Anm.: sam ṛṇvati 'kommt zusammen/erreicht' [?]]
agnirdhiyā sa cetati keturyajñasya pūrvyaḥ / arthaṃ hyasya taraṇi
Agni nimmt mit Andacht wahr [?], das Zeichen der Weihehandlung, der uralte; denn sein Ziel ist das Durchdringen [?]. [Anm.: cetati 'nimmt wahr/erscheint'; taraṇi 'durchdringend/rasch' [?]]
Zu den Labsalen gelangt der huldigende Sterbliche durch den Fahrenden, zum Wohnsitz des rein Flammenden. [Anm.: vāhasā 'durch den Fahrer/Fahrenden' [?]; prayas 'Labung, Speise']
pari viśvāni sudhitāgneraśyāma manmabhiḥ / viprāso jātavedasaḥ
Alle guten Fügungen Agnis wollen wir, die Weisen, mit Gedankensprüchen ganz erlangen, des Jātavedas. [Anm.: sudhitā 'wohlgesetzt/gut angeordnet' [?]; pari aś 'ganz erlangen' [?]]
Agni, alle begehrenswerten Güter wollen wir in den Kraftproben gewinnen; in dir haben sich die Götter in Bewegung gesetzt [?]. [Anm.: ā īrire 'haben sich erhoben/in Bewegung gesetzt' [?]]
Wort für Wort
agne
Agni (Vok.)
viśvāni
alle (Akk. Pl. n.)
vāryā
begehrenswerte Güter (Akk. Pl.)
vājeṣu
in den Kraftproben (Lok. Pl.)
saniṣāmahe
wollen gewinnen (1. Pl. Desid. Med.)
tve iti
in dir (Lok.)
devāsaḥ
die Götter (Nom. Pl.)
ā
herbei (Präverb)
īrire
haben sich in Bewegung gesetzt (3. Pl. Perf. Med.) [?]