Kapitel 34: ṛgvede 3.34 · indraḥ pūrbhidātirad dāsamarkairvidadvasurdayamāno viśatrūn
Lob auf Indras Siege und Gewinne
Preislied auf Indra als Burgenbrecher, Vṛtra- und Dasyu-Bezwinger und Gewinner von Licht, Tagen, Pflanzen, Kühen und Sonne. Quellenhinweis: Die Saṃhitā-Zeilen der Quelle sind ab Vers 7 um einen Vers verschoben; übersetzt wurde nach dem Padapāṭha der jeweiligen Versnummer. Vers 12 der Quelle ist leer (kein Padapāṭha), das Lied hat sonst 11 Verse; der Kehrvers steht in Vers 11.
Indra, der Burgenbrecher, überwand den Dāsa mit Sangesworten, Güter findend, die Feinde auseinandertreibend [?]; / vom Brahman angetrieben, mit dem Leib erstarkend, der Vielgebende, füllte er beide Welten.
makhasya te taviṣasya pra jūtimiyarmi vācamamṛtāya bhūṣan / indra kṣitīnāmasi mānuṣīṇāṃ viśāṃ daivīnāmuta pūrvayāvā
Deines ungestümen [?], starken [Wesens] Drang bringe ich in Bewegung, die Rede, für den Unsterblichen schmückend. / Indra, du bist [Anführer] der menschlichen Siedlungen und der göttlichen Stämme, und der Vorangehende.
Indra hemmte Vṛtra [?], die Kriegerschar führend; er vernichtete die Zauberkundigen, die Gestalten lenkend [?]. / Er schlug den Schulterlosen, nach Belieben brennend in den Wäldern; er machte die Milchkühe der Nächte offenbar. [Anm.: Bildrede; genaue Bezüge unsicher.]
Indra, der Lichtgewinner, Tage erzeugend, siegte mit den Eiferern über die Heere, der Überwältiger. / Er ließ dem Manu das Zeichen der Tage aufleuchten; er fand das Licht für große Freude [Kampf?].
Indra, der Antreiber, trat in die Zermalmungen ein [?], mannhaft viele männliche Kräfte in sich tragend. / Er ließ dem Sänger diese Gedanken bewusst werden; er brachte diese helle Farbe [Gestalt] von diesen voran [?].
Wort für Wort
indraḥ
Indra
tujaḥ
Antreiber, Stoßender (Nom. Sg.) [?]
barhaṇāḥ
Zermalmungen, Vernichtungen (Akk. Pl.) [?]
ā
her, hinein
viveśa
er trat ein (3. Sg. Perf.)
nṛ-vat
mannhaft, wie ein Mann (Adv.)
dadhānaḥ
tragend, setzend (Nom. Sg. Pt. Med.)
naryā
männliche Kräfte, Männertaten (Akk. Pl. n.)
purūṇi
viele (Akk. Pl.)
acetayat
er ließ erkennen (3. Sg. Kaus. Impf.)
dhiyaḥ
Gedanken, Schauungen (Akk. Pl.)
imāḥ
diese (Akk. Pl.)
jaritre
dem Sänger (Dat. Sg.)
pra
voran, hervor
imam
diese (Akk. Sg.)
varṇam
Farbe, Erscheinung (Akk. Sg.)
atirat
er ließ hindurchgelangen, förderte (3. Sg. Aor.) [?]
mahaḥ mahāni panayanti asya indrasya karma sukṛtā purūṇi vṛjanena vṛjinān sam pipeṣa māyābhiḥ dasyūṃn abhibhūtiojāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text in der Quelle nicht vorhanden; aus dem Padapāṭha ohne Sandhi wiedergegeben]
Die Großtaten des Großen rühmen sie an ihm: Indras Werke sind gut gemacht, viele. / Mit Wucht [?] hat er die Krummen zermalmt, mit Zauberkräften die Dasyus, der mit überwältigender Kraft.
maho mahāni panayantyasyendrasya karma sukṛtā purūṇi / vṛjanena vṛjinān saṃ pipeṣa māyābhirdasyūnrabhibhūtyojāḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: yudhā indraḥ mahnā varivaḥ cakāra devebhyaḥ sat-patiḥ carṣaṇi-prāḥ vivasvataḥ sadane asya tāni viprāḥ ukthebhiḥ kavayaḥ gṛṇanti]
Im Kampf schuf Indra durch seine Größe den Göttern Raum, der Herr der Guten, die Menschen erfüllend. / Im Sitz des Vivasvat besingen diese seine Taten die Begeisterten mit Lobsprüchen, die Seher.
yudhendro mahnā varivaścakāra devebhyaḥ satpatiścarṣaṇiprāḥ / vivasvataḥ sadane asya tāni viprā ukthebhiḥ kavayogṛṇanti [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: satrāsaham vareṇyam sahaḥ-dām sasavāṃsam svaḥ apaḥ ca devīḥ sasāna yaḥ pṛthivīm dyām uta imām indram madanti anu dhī-raṇāsaḥ]
Den Allbezwinger, Erstrebenswerten, Kraftgebenden, der das Licht und die göttlichen Wasser gewonnen hat, / der die Erde, den Himmel und diese hier gewann: auf Indra hin jubeln die an Gedanken Erfreuten.
satrāsāhaṃ vareṇyaṃ sahodāṃ sasavāṃsaṃ svarapaśca devīḥ / sasāna yaḥ pṛthivīṃ dyāmutemāmindraṃ madantyanu dhīraṇāsaḥ [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: sasāna atyān uta sūryam sasāna indraḥ sasāna puru-bhojasam gām hiraṇyayam uta bhogam sasāna hatvī dasyūn pra ayam varṇam āvat]
Er gewann die Rennrosse und die Sonne; Indra gewann die viel nährende Kuh; / das Goldene und den Genuss gewann er; nachdem er die Dasyus erschlagen hatte, förderte er den arischen Varṇa [?]. [Anm.: varṇa 'Farbe/Gemeinschaft'; PP 'ayam' vermutlich für āryam.]
Wort für Wort
sasāna
er gewann (3. Sg. Perf.)
atyān
Rennrosse (Akk. Pl.)
uta
und
sūryam
Sonne (Akk. Sg.)
sasāna
er gewann (3. Sg. Perf.)
indraḥ
Indra
sasāna
er gewann (3. Sg. Perf.)
puru-bhojasam
viel nährend (Akk. Sg.)
gām
Kuh (Akk. Sg.)
hiraṇyayam
golden, das Goldene (Akk. Sg.)
uta
und
bhogam
Genuss, Nutzung (Akk. Sg.)
sasāna
er gewann (3. Sg. Perf.)
hatvī
erschlagen habend (Abs.)
dasyūn
Dasyus (Akk. Pl.)
pra
voran, hin
ayam
[PP-Verderbnis, gemeint wohl āryam] arisch (Akk. Sg.) [?]
sasānātyānuta sūryaṃ sasānendraḥ sasāna purubhojasaṃ gām / hiraṇyayamuta bhogaṃ sasāna hatvī dasyūn prāryaṃvarṇamāvat [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: indraḥ oṣadhīḥ asanot ahāni vanaspatīn asanot antarikṣam bibheda valam nunude vi-vācaḥ atha abhavat damitā abhi-kratūnām]
Indra gewann die Pflanzen, die Tage, die Bäume gewann er, den Zwischenraum. / Er spaltete Vala, er stieß die Widerredenden weg; da wurde er der Bändiger der an Absicht Überlegenen [?].
indra oṣadhīrasanodahāni vanaspatīnrasanodantarikṣam / bibheda valaṃ nunude vivāco 'thābhavad damitadbhikratūnām [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: śunam huvema maghavānam indram asmin bhare nṛ-tamam vāja-sātau śṛṇvantam ugram ūtaye samat-su ghnantam vṛtrāṇi sam-jitam dhanānām]
Zum Heil mögen wir den gabenreichen Indra rufen, in diesem Getümmel den Männlichsten beim Gewinn des Kampfpreises, / den Hörenden, Gewaltigen, zur Hilfe, in den Zusammenstößen den Erschlagenden der Widerstände (Vṛtras), den Mitsieger über die Gewinne. [Anm.: Kehrvers; śunam adverbial 'zum Wohl', vṛtrāṇi Plural 'Widerstände/Feinde'.]
Zum Heil mögen wir den gabenreichen Indra rufen, in diesem Getümmel den Männlichsten beim Gewinn des Kampfpreises, / den Hörenden, Gewaltigen, zur Hilfe, in den Zusammenstößen den Erschlagenden der Widerstände (Vṛtras), den Mitsieger über die Gewinne. [Anm.: Kehrvers; śunam adverbial 'zum Wohl', vṛtrāṇi Plural 'Widerstände/Feinde'.]