Kapitel 29: ṛgvede 3.29 · astīdamadhimanthanamasti prajananaṃ kṛtam
Das Quirlen des Feuers und Agnis Geburt
Lied vom Entfachen Agnis durch Reiben der Reibhölzer (araṇi) mit Bildern von Zeugung und Geburt; V. 11 und 14 enthalten mythologische Namen und Rätselbilder (Tanūnapāt, Narāśaṃsa, Mātariśvan, Asura), V. 6 und 13 sind im Einzelnen unsicher.
Da ist dieses Quirlholz, da ist das Zeugungsorgan hergestellt. Bring diese Herrin der Sippen herbei; Agni wollen wir quirlen wie früher. [Anm.: viśpatnī, Bezeichnung des unteren Reibholzes; plausibel.]
In den beiden Reibhölzern ist Jātaveda niedergelegt, wie ein wohlgeborgener Keim in Schwangeren. Tag für Tag ist Agni von den wachsamen, gabenreichen Menschen zu preisen.
In die Ausgestreckte [Anm.: uttānā, das flach liegende untere Reibholz] leg (ihn) hinab, du Kundiger; sofort, angeregt, gebar sie den Stier. Rotschopfig, glänzend ist sein Ungestüm; als Sohn der Iḷā wurde er geboren, in der Bahn/Ordnung [?] (vayuna).
Quirlt, Männer, den Seher, den ohne Zwiespalt [?], den Weiteinsichtigen, Unsterblichen, Schönantlitzigen; das Banner der Verehrungshandlung, den Ersten, voran – Agni erzeugt, Männer, den Wohlwollenden.
yadī manthanti bāhubhirvi rocate 'śvo na vājyaruṣo vaneṣvā / citro na yāmannaśvinoranivṛtaḥ pari vṛṇaktyaśmanastṛṇā dahan
Wenn sie ihn mit den Armen quirlen, leuchtet er auseinander, wie ein Ross, der Kraftvolle, rötlich, in den Hölzern. Wie ein Wunderbares auf der Fahrt der Aśvins, unaufhaltsam, geht er um die Steine herum, Gras verbrennend [?]. [Anm.: zweite Hälfte schwer zu deuten; ‚wie citra auf der Fahrt der Aśvins‘ unsicher.]
Geboren leuchtet Agni, erkennend, kraftvoll, der Weise, von Sehern gepriesen, freigebig – ihn, den preisenswerten, allwissenden, gabenfahrenden, haben die Götter bei den Weihefeiern eingesetzt.
sīda hotaḥ sva u loke cikitvān sādayā yajñaṃ sukṛtasya yonau / devāvīrdevān haviṣā yajāsyagne bṛhad yajamāne vayo dhāḥ
Setze dich, Rufer, an deinen eigenen Ort, du Kundiger; lass die Verehrungshandlung sich niedersetzen im Schoß des Gutgetanen. Den Göttern zugetan, sollst du die Götter mit der Gabe verehren; Agni, verleihe dem Verehrenden hohe Lebenskraft.
Macht den Rauch, den Stier, Freunde; unverzagt geht auf die Kraftbeute zu. Dies ist Agni, der Schlachten bezwingende, mit guten Helden, durch den die Götter die Dasyus bezwungen haben.
Tanūnapāt wird er genannt als Keim, der herrisch-mächtige; Narāśaṃsa wird er, wenn er geboren wird. Wenn Mātariśvan in der Mutter [ihn] ausmaß, entstand der Anstoß des Windes im Strömen. [Anm.: Namen Agnis bzw. seiner Erscheinungsformen; die Bedeutung von sarīman ‚Strömen/Bewegung‘ und der Bezug des Windes unsicher.]
Durch gutes Quirlen ausgequirlt, durch gutes Niederlegen niedergelegt, der Seher: Agni, mache die Götter zu guter Weihefeier [?], verehre die Götter für den Götter-Suchenden.
Erzeugt haben den Unsterblichen die Sterblichen, den nicht Strauchelnden, den Hinübersetzenden, den mit festen Kiefern [?]. Die zehn Schwestern, unvermählt [?], zusammenwirkend, fassen den männlichen, den Geborenen, an. [Anm.: die zehn Schwestern sind die Finger, plausibel.]
pra saptahotā sanakādarocata māturupasthe yadaśocadūdhani / na ni miṣati suraṇo dive-dive yadasurasya jaṭharādajāyata
Der Sieben-Rufer leuchtete von altersher hervor, als er im Schoß der Mutter aufflammte, am Euter. Er schließt Tag für Tag nicht die Augen, der Erfreuliche, seit er aus dem Leib des Asura geboren wurde. [Anm.: asura ‚Herr, Lebensmächtiger‘; wer gemeint ist (Himmelsvater?), unsicher.]
Feindebekämpfende, wie die Vorstöße [?] der Maruts, die Erstgeborenen des brahman [Anm.: brahman ‚formende Rede, Lobspruch‘], wissen alles. Glanzvollen Lobspruch haben die Kuśikas erregt; einer nach dem anderen haben sie im Haus Agni entzündet.
Wenn wir dich heute bei dieser vorangehenden Verehrungshandlung hier erwählt haben, Rufer, du Kundiger: fest verehrtest du [?], fest hast du dich auch bemüht [?]. Wissend, kundig, komm zum Soma.