Kapitel 12: ṛgvede 3.12 · indrāgnī ā gataṃ sutaṃ gīrbhirnabho vareṇyam
Anruf an Indra und Agni zum Somatrunk
Lied an das Götterpaar Indra und Agni: Einladung zum gepressten Soma, Lob ihrer gemeinsamen Taten (Burgen, Vṛtra) und ihrer Kraft. Unsicher sind kavi-chadā (V. 3), tośā (V. 4), dāsapatnī (V. 6) und aptūrya (V. 8).
indrāgnī ā gataṃ sutaṃ gīrbhirnabho vareṇyam / asya pātaṃ dhiyeṣitā
Indra und Agni, kommt herbei zum ausgepressten, mit Liedern [gerufenen], wünschenswerten Saft [?]. / Trinkt davon, von der Andacht angetrieben. [Anm.: nabhaḥ wörtlich 'Nebel, Feuchtes'; hier als Bezeichnung des Somasaftes gedeutet.]
Indra und Agni, gemeinsam mit dem Sänger geht die aufmerksam machende Verehrungs-Weihehandlung [zu euch hin]. / Trinkt hierbei diesen ausgepressten [Soma].
indramagniṃ kavichadā yajñasya jūtyā vṛṇe / tā somasyeha tṛmpatām
Indra und Agni, die von Sehern [Liedern?] Umhüllten [?], wähle ich mit dem Antrieb der Verehrungs-Weihehandlung. / Diese beiden sollen sich hier am Soma sättigen.
Wort für Wort
indram
Indra (Akk. Sg.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
kavi-chadā
von Sehern umhüllt bzw. Seher-bedeckend [?] (Akk. Du.)
Indra und Agni, neunzig Burgen, die dem Dāsa gehörten [wörtlich: die den Dāsa zum Herrn hatten], habt ihr erschüttert, / zugleich in einer Tat. [Anm.: dāsa-patnīḥ als Bahuvrīhi 'deren Herr der Dāsa ist'; die Deutung 'Dāsa-Gattinnen' ist möglich.]
Wort für Wort
indrāgnī iti
Indra und Agni (Du. Vok.)
navatim
neunzig (Akk.)
puraḥ
Burgen (Akk. Pl.)
dāsa-patnīḥ
dem Dāsa gehörig, Dāsa-Herr habend [?] (Akk. Pl. Fem.)