Kapitel 7: ṛgvede 3.7 · pra ya āruḥ śitipṛṣṭhasya dhāserā mātarā viviśuḥ sapta? vāṇīḥ
Agni in rätselhaften Bildern von Kühen, Rossen und Vogelstandort
Ein dunkles Agni-Lied mit Kuh-, Stuten- und Vogelbildern sowie Zahlenrätseln (fünf Adhvaryus, sieben Weise); die Ebenen (rituell, kosmisch) sind nicht sicher zu trennen. V. 8 wiederholt 3.4.7, V. 11 ist der Refrainvers; der Padapāṭha von V. 9 ist in der Quelle verderbt.
pra ya āruḥ śitipṛṣṭhasya dhāserā mātarā viviśuḥ sapta? vāṇīḥ / parikṣitā pitarā saṃ carete pra sarsrāte dīrghamāyuḥ prayakṣe
Die hervor zum Sitz [?] des Weißrückigen [?] gelangt sind, die sieben Stimmen sind in die beiden Mütter eingegangen; die beiden Eltern, ringsum wohnend, gehen zusammen umher, sie beide strömen hervor: langes Leben [ist] für die Verehrung [?]. [Anm.: Rätselvers; mögliche Ebenen: kosmisch (Himmel/Erde als Eltern, plausibel), rituell (Rufe/Stimmen, spekulativ); Bezug der Relativsätze unsicher]
Die himmelwohnenden Milchkühe des Stiers, [seine] Rosse [?], hat er, die göttlichen, Honigreiches Tragenden, bestiegen; um dich, der im Sitz des ṛta Ruhe schafft, geht eine, die Kuh, die Bahn umher. [Anm.: Kuh/Stuten-Bilder; mögliche Ebenen: Wasser/Lichtstrahlen (kosmisch, plausibel), Rede (spekulativ)]
Er bestieg sie, die gut zu Zügelnden, die da sind, der Herr, wissend, der Reichtumsfinder der Reichtümer; hervor hat der Blaurückige [sie] vom Sitz des Buschwerks [?], der Vielgesichtige, sie kleiden/wohnen lassen [?]. [Anm.: atasasya dhāseḥ 'des Gestrüpps/Buschwerks Sitz' unsicher; avāsayat 'ließ wohnen' oder 'kleidete']
Das große Werk des Tvaṣṭar, Kraft spendend, den Unalternden, der sich stützt/gestützt wird [?]: die Tragenden tragen [ihn]; mit den Gliedern aufblitzend ist er an der gemeinsamen Stätte in die beiden Welten wie in eine eingegangen. [Anm.: tvāṣṭra 'zu Tvaṣṭar gehörig'; stabhūyamāna unsicher; mögliche Ebene: Agni/Sonne (kosmisch, plausibel)]
Sie kennen das Wohl des rötlichen Stiers und jauchzen auf Geheiß des Braunen, die himmelleuchtenden, schön leuchtenden, strahlenden, deren Rede die Iḷā ist, die zu rühmende, große. [Anm.: bradhna 'braun/rötlich' oder 'Großer'; Subjekt der Verben (Lichter/Strahlen?) nicht genannt [?]]
uto pitṛbhyāṃ pravidānu ghoṣaṃ maho mahadbhyāmanayanta śūṣam / ukṣā ha yatra pari dhānamaktoranu svaṃ dhāma jariturvavakṣa
Und für die beiden Eltern, dem Ruf nachkundig, führten sie dem Großen, für die beiden Großen, die Kraft heran; wo der Stier bei der Umhüllung der Nacht [?] zu seiner eigenen Stätte des Sängers hin getragen worden ist/erstarkt ist [?]. [Anm.: Rätselvers; aktoḥ 'der Nacht/des Dunkels' [?], dhāna 'Behältnis/Umhüllung' [?]; vavakṣa 'wurde getragen/erstarkte' [?]]
Mit fünf Adhvaryus hüten die sieben Weisen den lieben, niedergelegten Standort des Vogels; nach vorn gerichtet berauschen sich die Stiere, die unalternden; die Götter sind den Geboten der Götter gefolgt. [Anm.: 'fünf Adhvaryus' und 'sieben Weise' sind numerische Rätselbilder (rituell/kosmisch [?])]
daivyā hotārā prathamā ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: daivyā hotārā prathamā ni ṛñje sapta pṛkṣāsaḥ svadhayā madanti ṛtam śaṃsantaḥ ṛtam it te āhuḥ anu vratam vrata-pā dīdhyānāḥ]
Die beiden göttlichen Rufer, die ersten, werden hier gerichtet/geschmückt [?]; die sieben Nährenden berauschen sich durch die Eigenkraft. Das ṛta aussprechend sagten sie nur ṛta; dem Gebot gemäß, Gebotshüter, sinnend. [Anm.: Wiederholung von 3.4.7]
Stiergleich stark werden für den großen Renner die vielen, für den Stier, den bunt schimmernden, die Strahlen, gut lenkbar. O Gott, Rufer, erfreuender, wissender, fahre die großen Götter, die beiden Welten hierher [?]. [Anm.: Der Padapāṭha ist in der Quelle verderbt (Tokens 6 bis 19 zu einem Token verschmolzen); die Glosse zum sechsten Token fasst den Rest des Verses zusammen]
(verschmolzenes Token) für den Bunten/Schimmernden; Strahlen (Nom. Pl.); gut lenkbar; Gott; Rufer; erfreuendster; wissend; große; Götter; beide Welten; hierher; du fährst (2. Sg.) [?]
Die Nahrung-Verehrenden [?], die Gut-Bringenden, gut Redenden, gut Kenntlichen: die Morgenröten haben reich aufgeleuchtet; und sogar, Agni, durch deine Größe der Erde: die begangene Verfehlung, erweise (sie) dem Großen [?] (Sühne/Gnade?). [Anm.: Zweiter Halbvers unsicher; daśasya 'erweise/huldige' [?]; Verfehlung (enas) gegenüber den Göttern als möglicher Bezug (plausibel)]
Wort für Wort
pṛkṣa-prayajaḥ
Nahrung verehrend/Nahrungsopfernde [?] (Nom. Pl.)
draviṇaḥ
Gut bringend (Nom. Pl.)
su-vācaḥ
gut redend (Nom. Pl.)
su-ketavaḥ
gut kenntlich (Nom. Pl.)
uṣasaḥ
der Morgenröte (Gen. Sg.)/die Morgenröten (Nom. Pl.) [?]
iḷāmagne ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: iḷām agne puru-daṃsam sanim goḥ śaśvat-tamam havamānāya sādha syāt naḥ sūnuḥ tanayaḥ vijāvā agne sā te su-matiḥ bhūtu asme iti]
Verschaffe, Agni, dem Rufenden die Labung Iḷā, die vielwirkende, den Gewinn an Rindern, den dauerhaftesten, lass es gelingen. Uns soll ein Sohn, ein Nachkomme, kinderreich (Nachwuchs zeugend) sein. O Agni, dieses dein Wohlwollen soll bei uns sein. [Anm.: Refrainvers, in der Quelle im Saṃhitā-Text nur mit Anfang; iḷā = Labung/Nahrungsgabe (auch Göttin Iḷā), goḥ sani = 'Gewinn an Rind/Milch' wörtlich; [?] bei sādha 'lass gelingen/bring zustande']