Kapitel 38: ṛgvede 3.38 · abhi taṣṭeva dīdhayā manīṣāmatyo na vājī sudhuro jihānaḥ
Rätselhaftes Dichterlied über Himmel, Erde und den vielgestaltigen Stier
Dunkles Lied: der Sprecher sucht die Dichter auf, die den Himmel gezimmert haben; es folgen Rätselbilder um einen Stier/Asura, eine Kuh, zwei Könige (wohl Himmel und Erde bzw. Mitra-Varuṇa), Savitṛ und Gandharvas. Vieles bleibt bewusst mehrdeutig (kosmisch plausibel, rituell/innerlich spekulativ).
Wie ein Zimmermann will ich auf das Gedicht hin sinnen [?]; wie ein Renner mit gutem Joch vorwärts strebend, die lieben höheren [Dinge] berührend, verlange ich die Dichter zu erschauen, ich, der Einsichtige.
inota pṛcha janimā kavīnāṃ manodhṛtaḥ sukṛtastakṣata dyām / imā u te praṇyo vardhamānā manovātā adha nu dharmaṇigman
Frage hierüber nach der Herkunft der Dichter, die den Geist tragen und gut wirken; sie haben den Himmel gezimmert. Diese deine Wachsenden, geistesschnell, sind nun ins Gesetz gegangen. [Anm.: praṇyaḥ unsicher.]
Hier haben sie Verborgenes niedergelegt [?] und die beiden Welten für die Herrschaft zusammengefügt; mit Maßen haben sie sie gemessen, die beiden Weiten gehalten; dazwischen setzten sie die beiden großen, zusammentreffenden zum Halt. [?]
ātiṣṭhantaṃ pari viśve abhūṣañchriyo vasānaścarati svarociḥ / mahat tad vṛṣṇo asurasya nāmā viśvarūpo amṛtāni tasthau
Den Aufsteigenden schmückten alle ringsum; Glanz anlegend wandelt er selbstleuchtend. Groß ist dieser Name des stärkenden Herrn (Asura); vielgestaltig hat er sich bei den Unsterblichkeiten aufgestellt. [Anm.: Rätsel; kosmisch (Sonne/Savitṛ) plausibel.]
Der frühere, größere Stier hat [sie] hervorgebracht [?]; diese seine Labungen [?] sind viele frühere. Ihr beiden Enkel des Himmels, ihr Könige, habt mit den Gedanken der Weihehandlung die Herrschaft seit alters gegründet.
Drei [Dinge], ihr beiden Könige, viele bei der Weihehandlung [?]: alle Sitze schmückt ihr ringsum. Ich sah dort im Geiste, [dorthin] gegangen, im Gebot die Gandharvas, die windhaarigen.
Eben dieses [Wesen] dieses Stiers, der Milchkuh, haben sie mit Namen zugemessen: das Zugehörige (Gemeinsame) des Rindes [?]; jeweils andere asurische Kraft anlegend, haben die Wundermächtigen in ihm die Gestalt festgesetzt. [Anm.: Rätsel; Stier/Kuh vermutlich kosmisch (Sonne/Himmel und Erde bzw. Rede), plausibel; sonst spekulativ.]
Dies ist von diesem Savitṛ: keiner [nehme] mir die goldene Gestalt, die er sich angelegt hat [?]. Die beiden Welten, gut gepriesen, alles antreibend [?], hat er, wie eine Frau [ihre Kinder], die Geschlechter/Geburten umhüllt [?]. [Anm.: Vers stark unsicher.]
yuvaṃ pratnasya sādhatho maho yad daivī svastiḥ pari ṇaḥ syātam / gopājihvasya tasthuṣo virūpā viśve paśyanti māyinaḥ kṛtāni
Ihr beiden vollbringt das Große des Alten, damit ihr beiden göttliches Wohlsein rings um uns seid. Von dem Stehenden, dessen Zunge ein Hirt ist [?], sehen alle Wundermächtigen die vielgestaltigen Werke. [Anm.: Rätsel; Bezug unklar.]
śunaṃ huvema ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: śunam huvema maghavānam indram asmin bhare nṛ-tamam vāja-sātau śṛṇvantam ugram ūtaye samat-su ghnantam vṛtrāṇi sam-jitam dhanānām]
Zum Glück wollen wir den Maghavan Indra rufen, in diesem Kampf den mannhaftesten, im Beutegewinn, den Hörenden, Gewaltigen, zur Hilfe, der in den Schlachten die Vṛtras erschlägt, den Sieger über Reichtümer.