Kapitel 51: ṛgvede 3.51 · carṣaṇīdhṛtaṃ maghavānamukthyamindraṃ giro bṛhatīrabhyanūṣata
Lieder für Indra, Einladung zum Soma mit den Marut
Lobpreis Indras als Helfer, Beutegewinner und Burgenbrecher, dann Einladung zum Soma mit den Marut und Freunden; die Verse 10-12 sind ein kurzer Somatrunk-Anhang. Unsicher sind besonders niṣṣidhaḥ (Vers 5) und der Bezug von āpiḥ eṣaḥ (Vers 9).
Den, der die Völker trägt, den Freigebigen, Lobwürdigen, Indra, haben die hohen Lieder angejubelt; / den Erstarkenden, Vielgerufenen, mit guten Lobreden, den Unsterblichen, den man Tag für Tag preist.
Wort für Wort
carṣaṇi-dhṛtam
die Völker/Menschen tragend (Akk. Sg.)
magha-vānam
den Freigebigen (Akk. Sg.)
ukthyam
den Lobwürdigen (Akk. Sg.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
giraḥ
Lieder (Nom. Pl.)
bṛhatīḥ
hohe (Nom. Pl.)
abhi
hin, an (Präverb)
anūṣata
jubelten zu (3. Pl. Aor. Med.)
vavṛdhanam
den Erstarkenden (Akk. Sg.; Quelle: vavṛdhanam, wohl -ānam)
Den Hundertkräftigen, den Flutenreichen, den Mächtigen, den Mann: meine Lieder gehen von allen Seiten zu Indra hin; / den Beutegewinner, Burgenbrecher, Eilenden, Wasserüberwinder, den bei den Sitzen/Ordnungen Anwesenden, den Beistehenden, den Lichtfinder [?].
Am Fundort des Gutes preist der Sänger bewundernd; die makellosen Lobrufe, Indra, ehrt er [?]. / Im Sitz des Vivasvant hat er sich ja erfreut; [so] besinge den Allbezwinger, den Feindtöter! [Anm.: Subjekt- und Objektbezüge in Pāda 1-2 nicht sicher.]
nṛṇāmu tvā nṛtamaṃ gīrbhirukthairabhi pra vīramarcatā sabādhaḥ / saṃ sahase purumāyo jihīte namo asya pradiva eka īśe
Dich, den Männlichsten der Männer, [ehrt] mit Liedern, mit Sprüchen; besingt den Helden nachdrücklich, ihr Bedrängten [?]. / Zur Kraft rüstet sich der Listenreiche; die Verneigung [gilt] diesem; er allein herrscht seit alters.
Wort für Wort
nṛṇām
der Männer (Gen. Pl.)
oṃ iti
ja (Partikel)
tvā
dich (Akk. Sg.)
nṛ-tamam
den männlichsten (Akk. Sg.)
gīḥ-bhiḥ
mit Liedern (Instr. Pl.)
ukthaiḥ
mit Sprüchen (Instr. Pl.)
abhi
hin (Präverb)
pra
hervor (Präverb)
vīram
den Helden (Akk. Sg.)
arcata
besingt (2. Pl. Imp.)
sa-bādhaḥ
mit Bedrängnis/nachdrücklich (Nom. Pl.) [?]
sam
zusammen (Präverb)
sahase
zur Kraft (Dat. Sg.)
puru-māyaḥ
listenreich, vielgestaltig (Nom. Sg.)
jihīte
schwingt sich auf, rüstet sich (3. Sg. Präs. Med.)
Seine vielen Schranken [?] unter den Sterblichen; viele Güter trägt die Erde. / Für Indra bewahren die Himmel, die Pflanzen und die Wasser, die Regsamen und die Wälder den Reichtum. [Anm.: niṣṣidhaḥ (‚Abwehr, Bann, Schranken‘) und der Bezug von jīrayaḥ sind unsicher.]
Dir [gehören] die Sprüche, die Lieder, Indra; dir haben sie sie zugleich hingestellt, Falbenherr; sei gnädig. / Sei ein Verbündeter für neue Hilfe, Freund, Guter; den Sängern verleih Lebenskraft.
Indra, Marut-Begleiter, trink hier den Soma, wie du bei Śāryāta vom Gepressten getrunken hast; / durch deine Führung, in deinem Schutz, Held, suchen dich die Seher zu gewinnen, gute Verehrer.
sa vāvaśāna iha pāhi somaṃ marudbhirindra sakhibhiḥ sutaṃ naḥ / jātaṃ yat tvā pari devā abhūṣan mahe bharāya puruhūta viśve
Du, verlangend, trink hier den Soma, den von uns gepressten, Indra, mit den Marut, den Freunden; / [denn] als du geboren warst, umgaben dich alle Götter ringsum für die große Aufgabe [bhara: auch ‚Kampf‘], Vielgerufener.
Beim Wasser-Eilen haben die Marut, gabenreich, diesen Verbündeten [Indra] erfreut, dem Indra folgend [?]. / Mit ihnen zusammen soll der Vṛtra-Zerbeißer den gepressten Soma trinken, im eigenen Sitz des Darbringers. [Anm.: āpiḥ eṣaḥ könnte auch auf die Marut bezogen sein.]