Langes Agni-Lied (Viśvāmitra-Kreis) über Agnis Geburt aus den Wassern und den Schwestern (Fingern/Wassern), seine Verborgenheit, sein Wachstum durch Schmalz und Honig und die Bitte um Gunst, Reichtum und Nachkommen. Viele Bildstellen (sieben Jugendliche/Stimmen, die Schwestern, die beiden Mütter) sind mehrdeutig; 3.1.9-11 sind besonders dunkel.
Du führst mich, den Kräftigen, [zum] Soma, Agni [?]; zum Zugtier hast du mich gemacht, um in der Versammlung zu verehren. Auf die Götter hin leuchtend schirre ich den Stein an, zur Mühe [?]; Agni, genieße deinen Leib.
Wir haben die Weihehandlung nach vorn gerichtet gemacht; unser Lied soll wachsen. Mit Brennhölzern verehren sie Agni mit Verneigung. Die Seher haben vom Himmel her die Versammlungen (Weisungen) verkündet [?], und für den Klugen, den Kräftigen, erstrebten sie einen Weg.
Labung hat er gestiftet, der Kluge, mit geläutertem Können, von Geburt ein guter Verwandter von Himmel und Erde. Da fanden ihn die Götter, den Sehenswerten, mitten in den Wassern, im Werk der Schwestern. [Anm.: Schwestern = Wasser oder Finger – plausibel, nicht sicher.]
Sie ließen ihn wachsen, den Glückreichen, die sieben Jugendlichen, den weißen, eben Geborenen, den rötlichen, durch Größe. Wie ein neugeborenes Kind [umgaben / erstiegen] ihn die Rosse [?]; die Götter wollten Agni bei der Geburt schön machen. [Anm.: aśvā abhy āruḥ unsicher.]
Mit hellen Gliedern den Luftraum ausspannend, den Willen durch die Seher, durch die Seihen läuternd, legt er Glanz als Kleid an, und rings misst er das Leben der Wasser aus, große, unverminderte Schönheiten [?].
Er ging zu ihnen hin: den stummen, unbezwungenen jungen Frauen des Himmels, die sich nicht bekleiden, doch nicht nackt sind [Anm.: Rätselformel, Deutung spekulativ]. Alte junge Frauen, von gleicher Herkunft, haben hier einen einzigen Keim getragen, die sieben Stimmen.
Ausgebreitet sind seine vielförmigen Zusammenfügungen im Schoß des Schmalzes, im Strömen der Honige. Hier haben sich Kühe hingestellt, strotzend; die beiden großen Mütter des Wundertätigen sind zusammengekommen.
Sich tragend, du Sohn der Kraft, hat er aufgeleuchtet, helle Gestalten mit Eifer tragend; Tropfen des Honigs und des Schmalzes träufeln, dort, wo der Stier durch Dichterkraft erstarkt ist.
Selbst das Euter des Vaters fand er durch (seine) Geburt; er ließ seine Ströme auseinanderfließen, die Milchkühe. Der im Verborgenen mit freundlichen Gefährten, mit den jungen Frauen des Himmels wandelte, war (nun) nicht mehr im Verborgenen.
Des Vaters und des Erzeugers Keim wurde getragen [?]; der eine trank die vielen strotzenden (Ströme). Für den Stier, den Leuchtenden, (sind) die beiden Nebenfrauen, die Verwandten – schütze [?] diese beiden menschlichen (Bereiche) für ihn. [Anm.: Deutung von ni pāhi (schützen / trinken) und der beiden Mitfrauen offen.]
In der weiten, unbedrängten (Region) wuchs der Große; die Wasser, die ruhmreichen vielen, [nährten] Agni zusammen [?]. Im Schoß der Wahrheit lag er, der Hausfreund; Agni der verwandten Schwestern beim Werk [?].
akro na babhriḥ samithe mahīnāṃ didṛkṣeyaḥ sūnave bhāṛjīkaḥ / udusriyā janitā yo jajānāpāṃ garbho nṛtamo yahvo agniḥ
Wie ein Tatenloser [?], ein Brauner in der Versammlung der Großen, sehenswert für den Sohn, lichtstrahlend – der als Erzeuger die rötlichen (Kühe) hervorbrachte: der Keim der Wasser, der männlichste, junge Agni.
Den sehenswerten Keim der Wasser und der Pflanzen haben die Hölzer geboren, glückreich, vielgestaltig; auch die Götter kamen mit Sinn zu ihm, dem Preiswürdigsten, Geborenen, Kräftigen, und verehren ihn.
bṛhanta id bhānavo bhāṛjīkamagniṃ sacanta vidyuto na śukrāḥ / guheva vṛddhaṃ sadasi sve antarapāra ūrve amṛtanduhānāḥ
Große Strahlen begleiten den glanzvoll leuchtenden Agni, hell wie Blitze. Wie in einem Versteck gewachsen, im eigenen Sitz, im uferlosen Weiten, melkend das Unsterbliche.
īḷe ca tvā yajamāno havirbhirīḷe sakhitvaṃ sumatiṃ nikāmaḥ / devairavo mimīhi saṃ jaritre rakṣā ca no damyebhiranīkaiḥ
Ich rufe dich an, der Verehrer mit Darbringungen; ich bitte um Freundschaft, um Wohlwollen, danach verlangend. Schaffe uns Hilfe mit den Göttern, dem Sänger, und schütze uns mit den hauseigenen Scharen [?].
Deine Anwohner, gut Geleiteter Agni, die alle Güter innehaben, mit kräftigem Samen und Ruhm sich stärkend – mögen wir die Kampflüsternen, die Gottlosen, überwinden.
ā devānāmabhavaḥ keturagne mandro viśvāni kāvyāni vidvān / prati martānavāsayo damūnā anu devān rathiro yāsisādhan
Du wurdest zum Banner der Götter, Agni, der Erfreuende, der alle Dichterkünste kennt. Du ließest die Sterblichen wohnen, (du) Hausfreund [?]; du fährst den Göttern nach als Wagenlenker, (deine Sache) vollbringend.
Im Haus setzte sich der Unsterbliche der Sterblichen als König nieder, die Versammlungen vollbringend. Schmalzgesichtig hat Agni weit geleuchtet, der alle Dichterkünste kennt.
Komm zu uns mit freundlichen Freundschaftsgaben, der Große mit großen Hilfen, heraneilend. Verschaffe uns viel Reichtum, der hinüberträgt, wohl lautend, dazu Anteil und Ruhm.
etā te agne janimā sanāni pra pūrvyāya nūtanāni vocam / mahānti vṛṣṇe savanā kṛtemā janmañ-janman nihito jātavedāḥ
Diese deine ewigen Geburten, Agni, habe ich für den Uralten als neue verkündet. Große Somakeltern sind für den Stier gemacht worden; in jeder Geburt ist Jātavedas niedergelegt.
In jeder Geburt niedergelegt wird Jātavedas von den Viśvāmitras entzündet, unermüdlich. In seinem Wohlwollen, des Verehrungswürdigen, mögen wir sein, auch in (seinem) heilvollen Wohlgesinntsein.
imaṃ yajñaṃ sahasāvan tvaṃ no devatrā dhehi sukrato rarāṇaḥ / pra yaṃsi hotarbṛhatīriṣo no 'gne mahi dravinamā yajasva
Diese Weihehandlung, du Kraftstrotzender, setze du uns unter den Göttern fest, du Wohlwirkender, gern gebend. Reiche uns, Rufer, große Labungen; Agni, verehre (herbei) großen Reichtum.
Iḷā [Labung], Agni, vielwirkend, Gewinn von Rindern, unaufhörlich, schaffe dem Rufenden. Ein Sohn soll uns sein, ein Nachkomme, der Nachwuchs zeugt; Agni, diese deine Gunst soll uns zuteilwerden.