Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 3

Kapitel 1: ṛgvede 3.1 · somasya mā tavasaṃ vakṣyagne vahniṃ cakartha vidathe yajadhyai Agni: Geburt, Verborgenheit und Verehrung

Langes Agni-Lied (Viśvāmitra-Kreis) über Agnis Geburt aus den Wassern und den Schwestern (Fingern/Wassern), seine Verborgenheit, sein Wachstum durch Schmalz und Honig und die Bitte um Gunst, Reichtum und Nachkommen. Viele Bildstellen (sieben Jugendliche/Stimmen, die Schwestern, die beiden Mütter) sind mehrdeutig; 3.1.9-11 sind besonders dunkel.

somasya mā tavasaṃ vakṣyagne vahniṃ cakartha vidathe yajadhyai / devānachā dīdyad yuñje adriṃ śamāye agne tanvaṃjuṣasva

Du führst mich, den Kräftigen, [zum] Soma, Agni [?]; zum Zugtier hast du mich gemacht, um in der Versammlung zu verehren. Auf die Götter hin leuchtend schirre ich den Stein an, zur Mühe [?]; Agni, genieße deinen Leib.

Wort für Wort
somasya
des Soma (Gen. Sg.)
mā
mich (Akk.)
tavasam
den Kräftigen (Akk. Sg.)
vakṣi
du fährst / führst (2. Sg.) [?]
agne
Agni (Vok.)
vahnim
Zugtier / Fahrer (Akk. Sg.)
cakartha
hast gemacht (2. Sg. Perf.)
vidathe
in der Versammlung (Lok. Sg.)
yajadhyai
um zu verehren (Inf.)
devān
die Götter (Akk. Pl.)
accha
hin
dīdyat
leuchtend (Nom. Sg.)
yuñje
ich schirre an (1. Sg. Med.)
adrim
Stein / Presstein (Akk. Sg.)
śam-āye
zur Mühe / zum Werk (Dat. Sg.) [?]
agne
Agni (Vok.)
tanvam
Leib (Akk. Sg.)
juṣasva
genieße (2. Sg. Impv. Med.)

prāñcaṃ yajñaṃ cakṛma vardhatāṃ gīḥ samidbhiragniṃ namasā duvasyan / divaḥ śaśāsurvidathā kavīnāṃ gṛtsāya cit tavase gātumīṣuḥ

Wir haben die Weihehandlung nach vorn gerichtet gemacht; unser Lied soll wachsen. Mit Brennhölzern verehren sie Agni mit Verneigung. Die Seher haben vom Himmel her die Versammlungen (Weisungen) verkündet [?], und für den Klugen, den Kräftigen, erstrebten sie einen Weg.

Wort für Wort
prāñcam
nach vorn gerichtet (Akk. Sg.)
yajñam
Weihehandlung (Akk. Sg.)
cakṛma
wir haben gemacht (1. Pl. Perf.)
vardhatām
soll wachsen (3. Sg. Impv.)
gīḥ
Lied (Nom. Sg.)
samit-bhiḥ
mit Brennhölzern (Instr. Pl.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
namasā
mit Verneigung (Instr. Sg.)
duvasyan
verehren (3. Pl. Inj.)
divaḥ
vom Himmel (Abl. Sg.)
śaśāsuḥ
belehrten / verkündeten (3. Pl. Perf.)
vidathā
Versammlungen / Weisungen (Akk. Pl.)
kavīnām
der Seher (Gen. Pl.)
gṛsāya
für den Klugen (Dat. Sg.) [?]
cit
auch
tavase
für den Kräftigen (Dat. Sg.)
gātum
Weg (Akk. Sg.)
īṣuḥ
erstrebten (3. Pl. Perf.)

mayo dadhe medhiraḥ pūtadakṣo divaḥ subandhurjanuṣā pṛthivyāḥ / avindannu darśatamapsvantardevāso agnimapasi svasṝṇām

Labung hat er gestiftet, der Kluge, mit geläutertem Können, von Geburt ein guter Verwandter von Himmel und Erde. Da fanden ihn die Götter, den Sehenswerten, mitten in den Wassern, im Werk der Schwestern. [Anm.: Schwestern = Wasser oder Finger – plausibel, nicht sicher.]

Wort für Wort
mayaḥ
Erquickung (Akk. Sg.)
dadhe
hat gesetzt / gestiftet (3. Sg. Perf. Med.)
medhiraḥ
klug (Nom. Sg.)
pūta-dakṣaḥ
mit geläutertem Können (Nom. Sg.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
su-bandhuḥ
guter Verwandter (Nom. Sg.)
januṣā
von Geburt (Instr. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
avindan
fanden (3. Pl. Impf.)
oṃ iti
ja
darśatam
sehenswert (Akk. Sg.)
ap-su
in den Wassern (Lok. Pl.)
antaḥ
mitten
devāsaḥ
die Götter (Nom. Pl.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
apasi
im Werk (Lok. Sg.)
svasṝṇām
der Schwestern (Gen. Pl.)

avardhayan subhagaṃ sapta yahvīḥ śvetaṃ jajñānamaruṣammahitvā / śiśuṃ na jātamabhyāruraśvā devāso agniṃjaniman vapuṣyan

Sie ließen ihn wachsen, den Glückreichen, die sieben Jugendlichen, den weißen, eben Geborenen, den rötlichen, durch Größe. Wie ein neugeborenes Kind [umgaben / erstiegen] ihn die Rosse [?]; die Götter wollten Agni bei der Geburt schön machen. [Anm.: aśvā abhy āruḥ unsicher.]

Wort für Wort
avardhayan
ließen wachsen (3. Pl. Impf.)
su-bhagam
glückreich (Akk. Sg.)
sapta
sieben (Nom. Pl.)
yahvīḥ
Jugendliche (Nom. Pl.)
śvetam
weiß (Akk. Sg.)
jajñānam
geboren werdend (Akk. Sg.)
aruṣam
rötlich (Akk. Sg.)
mahi-tvā
durch Größe (Instr. Sg.)
śiśum
Kind (Akk. Sg.)
na
wie
jātam
geboren (Akk. Sg.)
abhi
hin / zu
āruḥ
stiegen / erreichten (3. Pl. Aor.) [?]
aśvāḥ
Rosse (Nom. Pl.) [?]
devāsaḥ
die Götter (Nom. Pl.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
janiman
bei der Geburt (Lok. Sg.)
vapuṣyan
wollten schön machen (3. Pl.)

śukrebhiraṅgai raja ātatanvān kratuṃ punānaḥ kavibhiḥ pavitraiḥ / śocirvasānaḥ paryāyurapāṃ śriyo mimīte bṛhatīranūnāḥ

Mit hellen Gliedern den Luftraum ausspannend, den Willen durch die Seher, durch die Seihen läuternd, legt er Glanz als Kleid an, und rings misst er das Leben der Wasser aus, große, unverminderte Schönheiten [?].

Wort für Wort
śukrebhiḥ
mit hellen (Instr. Pl.)
aṅgaiḥ
Gliedern (Instr. Pl.)
rajaḥ
Luftraum (Akk. Sg.)
ātatanvān
ausspannend (Nom. Sg.)
kratum
Willen / Können (Akk. Sg.)
punānaḥ
läuternd (Nom. Sg.)
kavi-bhiḥ
durch die Seher (Instr. Pl.)
pavitraiḥ
durch Seihen (Instr. Pl.)
śociḥ
Glanz (Akk. Sg.)
vasānaḥ
anlegend / sich kleidend (Nom. Sg.)
pari
rings
āyuḥ
Leben / Lebenskraft (Akk. Sg.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
śriyaḥ
Schönheiten (Akk. Pl.)
mimīte
misst aus (3. Sg. Med.)
bṛhatīḥ
große (Akk. Pl.)
anūnāḥ
unverminderte (Akk. Pl.)

vavrājā sīmanadatīradabdhā divo yahvīravasānā anagnāḥ / sanā atra yuvatayaḥ sayonīrekaṃ garbhaṃ dadhire sapta vāṇīḥ

Er ging zu ihnen hin: den stummen, unbezwungenen jungen Frauen des Himmels, die sich nicht bekleiden, doch nicht nackt sind [Anm.: Rätselformel, Deutung spekulativ]. Alte junge Frauen, von gleicher Herkunft, haben hier einen einzigen Keim getragen, die sieben Stimmen.

Wort für Wort
vavrāja
ging / eilte (3. Sg. Perf.)
sīm
sie (Akk. Pl.)
anadatīḥ
nicht brüllend / stumm (Akk. Pl.)
adabdhāḥ
unbezwungen (Akk. Pl.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
yahvīḥ
jung (Akk. Pl.)
avasānāḥ
sich nicht kleidend (Akk. Pl.)
anagnāḥ
nicht nackt (Akk. Pl.)
sanāḥ
alte / ewige (Nom. Pl.)
atra
hier
yuvatayaḥ
junge Frauen (Nom. Pl.)
sa-yonīḥ
von gleichem Schoß (Nom. Pl.)
ekam
einen (Akk. Sg.)
garbham
Keim / Leibesfrucht (Akk. Sg.)
dadhire
trugen / setzten (3. Pl. Perf. Med.)
sapta
sieben (Nom. Pl.)
vāṇīḥ
Stimmen (Nom. Pl.)

stīrṇā asya saṃhato viśvarūpā ghṛtasya yonau sravathe madhūnām / asthuratra dhenavaḥ pinvamānā mahī dasmasya mātarā samīcī

Ausgebreitet sind seine vielförmigen Zusammenfügungen im Schoß des Schmalzes, im Strömen der Honige. Hier haben sich Kühe hingestellt, strotzend; die beiden großen Mütter des Wundertätigen sind zusammengekommen.

Wort für Wort
stīrṇāḥ
ausgebreitet (Nom. Pl.)
asya
seine (Gen. Sg.)
sam-hataḥ
Zusammenfügungen (Nom. Pl.)
viśva-rūpā
vielgestaltig (Nom. Pl.)
ghṛtasya
des Schmalzes (Gen. Sg.)
yonau
im Schoß (Lok. Sg.)
sravathe
im Strömen (Lok. Sg.)
madhūnām
der Honige (Gen. Pl.)
asthuḥ
haben sich hingestellt (3. Pl. Aor.)
atra
hier
dhenavaḥ
Kühe (Nom. Pl.)
pinvamānāḥ
strotzend (Nom. Pl.)
mahī iti
die große (Nom. Du.)
dasmasya
des Wundertätigen (Gen. Sg.)
mātarā
Mütter (Nom. Du.)
samīcī itisam-īcī
zusammengekommen (Nom. Du.)

babhrāṇaḥ sūno sahaso vyadyaud dādhānaḥ śukrā rabhasā vapūṃṣi / ścotanti dhārā madhuno ghṛtasya vṛṣā yatra vāvṛdhe kāvyena

Sich tragend, du Sohn der Kraft, hat er aufgeleuchtet, helle Gestalten mit Eifer tragend; Tropfen des Honigs und des Schmalzes träufeln, dort, wo der Stier durch Dichterkraft erstarkt ist.

Wort für Wort
babhrāṇaḥ
sich tragend / getragen (Nom. Sg.)
sūno iti
Sohn (Vok. Sg.)
sahasaḥ
der Kraft (Gen. Sg.)
vi
auseinander / weit
adyaut
leuchtete (3. Sg. Aor.)
dadhānaḥ
tragend (Nom. Sg.)
śukrā
hell (Akk. Pl.)
rabhasā
mit Eifer (Instr. Sg.)
vapūṃṣi
Gestalten (Akk. Pl.)
ścotanti
träufeln (3. Pl.)
dhārāḥ
Tropfen (Nom. Pl.)
madhunaḥ
des Honigs (Gen. Sg.)
ghṛtasya
des Schmalzes (Gen. Sg.)
vṛṣā
Stier (Nom. Sg.)
yatra
wo
vavṛdhe
erstarkte (3. Sg. Perf.)
kāvyena
durch Dichterkraft (Instr. Sg.)

pituścidūdharjanuṣā viveda vyasya dhārā asṛjad vi dhenāḥ / guhā carantaṃ sakhibhiḥ śivebhirdivo yahvībhirnaguhā babhūva

Selbst das Euter des Vaters fand er durch (seine) Geburt; er ließ seine Ströme auseinanderfließen, die Milchkühe. Der im Verborgenen mit freundlichen Gefährten, mit den jungen Frauen des Himmels wandelte, war (nun) nicht mehr im Verborgenen.

Wort für Wort
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
cit
sogar
ūdhaḥ
Euter (Akk. Sg.)
januṣā
durch Geburt (Instr. Sg.)
viveda
fand (3. Sg. Perf.)
vi
auseinander
asya
sein (Gen. Sg.)
dhārāḥ
Ströme (Akk. Pl.)
asṛjat
ließ fließen (3. Sg. Aor.)
vi
auseinander
dhenāḥ
Milchkühe (Akk. Pl.)
guhā
im Verborgenen (Lok. Sg.)
carantam
wandelnd (Akk. Sg.)
sakhi-bhiḥ
mit Gefährten (Instr. Pl.)
śivebhiḥ
freundlichen (Instr. Pl.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
yahvībhiḥ
mit den jungen Frauen (Instr. Pl.)
na
nicht
guhā
im Verborgenen (Lok. Sg.)
babhūva
war (3. Sg. Perf.)

pituśca garbhaṃ janituśca babhre pūrvīreko adhayat pīpyānāḥ / vṛṣṇe sapatnī śucaye sabandhū ubhe asmai manuṣyeni pāhi

Des Vaters und des Erzeugers Keim wurde getragen [?]; der eine trank die vielen strotzenden (Ströme). Für den Stier, den Leuchtenden, (sind) die beiden Nebenfrauen, die Verwandten – schütze [?] diese beiden menschlichen (Bereiche) für ihn. [Anm.: Deutung von ni pāhi (schützen / trinken) und der beiden Mitfrauen offen.]

Wort für Wort
pituḥ
des Vaters (Gen. Sg.)
ca
und
garbham
Keim (Akk. Sg.)
janituḥ
des Erzeugers (Gen. Sg.)
ca
und
babhre
wurde getragen / trug (3. Sg. Perf. Med.)
pūrvīḥ
viele (Akk. Pl.)
ekaḥ
der eine (Nom. Sg.)
adhayat
trank (3. Sg. Aor.)
pīpyānāḥ
strotzend (Akk. Pl.)
vṛṣṇe
für den Stier (Dat. Sg.)
sapatnī itisapatnī
die beiden Mitfrauen (Nom. Du.)
śucaye
für den Leuchtenden (Dat. Sg.)
sabandhū itisa-bandhū
die beiden Verwandten (Nom. Du.)
ubhe iti
beide (Nom./Akk. Du.)
asmai
für ihn (Dat.)
manuṣye iti
menschliche (Nom./Akk. Du.)
ni
hin / nieder
pāhi
schütze / trink (2. Sg. Impv.) [?]

urau mahānanibādhe vavardhāpo agniṃ yaśasaḥ saṃ hi pūrvīḥ / ṛtasya yonāvaśayad damūnā jāmīnāmagnirapasisvasṝṇām

In der weiten, unbedrängten (Region) wuchs der Große; die Wasser, die ruhmreichen vielen, [nährten] Agni zusammen [?]. Im Schoß der Wahrheit lag er, der Hausfreund; Agni der verwandten Schwestern beim Werk [?].

Wort für Wort
urau
im weiten (Lok. Sg.)
mahān
groß (Nom. Sg.)
ani-bādhe
im unbedrängten (Lok. Sg.)
vavardha
wuchs (3. Sg. Perf.)
āpaḥ
die Wasser (Nom. Pl.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
yaśasaḥ
ruhmreich / Ruhm (Nom./Akk. Pl.) [?]
sam
zusammen
hi
ja
pūrvīḥ
viele (Nom. Pl.)
ṛtasya
der Wahrheit (Gen. Sg.)
yonau
im Schoß (Lok. Sg.)
aśayat
lag (3. Sg. Impf.)
damūnāḥ
Hausfreund (Nom. Sg.)
jāmīnām
der Verwandten (Gen. Pl.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
apasi
im Werk (Lok. Sg.)
svasṛṝṇām
der Schwestern (Gen. Pl.)

akro na babhriḥ samithe mahīnāṃ didṛkṣeyaḥ sūnave bhāṛjīkaḥ / udusriyā janitā yo jajānāpāṃ garbho nṛtamo yahvo agniḥ

Wie ein Tatenloser [?], ein Brauner in der Versammlung der Großen, sehenswert für den Sohn, lichtstrahlend – der als Erzeuger die rötlichen (Kühe) hervorbrachte: der Keim der Wasser, der männlichste, junge Agni.

Wort für Wort
akraḥ
untätig / kraftvoll (Nom. Sg.) [?]
na
wie
babhriḥ
braun (Nom. Sg.)
sam-ithe
in der Versammlung (Lok. Sg.)
mahīnām
der Großen (Gen. Pl.)
didṛkṣeyaḥ
sehenswert (Nom. Sg.)
sūnave
für den Sohn (Dat. Sg.)
bhāḥ-ṛjīkaḥ
lichtstrahlend (Nom. Sg.)
ut
hervor
usriyāḥ
rötliche Kühe (Akk. Pl.)
janitā
Erzeuger (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
jajāna
erzeugte (3. Sg. Perf.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
garbhaḥ
Keim (Nom. Sg.)
nṛ-tamaḥ
am männlichsten (Nom. Sg.)
yahvaḥ
jung (Nom. Sg.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)

apāṃ garbhaṃ darśatamoṣadhīnāṃ vanā jajāna subhagā virūpam / devāsaścin manasā saṃ hi jagmuḥ paniṣṭhaṃ jātaṃ tavasaṃ duvasyan

Den sehenswerten Keim der Wasser und der Pflanzen haben die Hölzer geboren, glückreich, vielgestaltig; auch die Götter kamen mit Sinn zu ihm, dem Preiswürdigsten, Geborenen, Kräftigen, und verehren ihn.

Wort für Wort
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
garbham
Keim (Akk. Sg.)
darśatam
sehenswert (Akk. Sg.)
oṣadhīnām
der Pflanzen (Gen. Pl.)
vanā
Hölzer / Wälder (Nom. Pl.)
jajāna
gebar / gebaren (3. Sg./Pl. Perf.)
su-bhagā
glückreich (Nom. Pl.)
vi-rūpam
vielgestaltig (Akk. Sg.)
devāsaḥ
die Götter (Nom. Pl.)
cit
auch
manasā
mit Sinn (Instr. Sg.)
sam
zusammen
hi
ja
jagmuḥ
kamen (3. Pl. Perf.)
paniṣṭham
preiswürdigsten (Akk. Sg.)
jātam
geboren (Akk. Sg.)
tavasam
kräftig (Akk. Sg.)
duvasyan
verehrten (3. Pl. Inj.)

bṛhanta id bhānavo bhāṛjīkamagniṃ sacanta vidyuto na śukrāḥ / guheva vṛddhaṃ sadasi sve antarapāra ūrve amṛtanduhānāḥ

Große Strahlen begleiten den glanzvoll leuchtenden Agni, hell wie Blitze. Wie in einem Versteck gewachsen, im eigenen Sitz, im uferlosen Weiten, melkend das Unsterbliche.

Wort für Wort
bṛhantaḥ
große (Nom. Pl.)
it
ja
bhānavaḥ
Strahlen (Nom. Pl.)
bhāḥ-ṛjīkam
glanzvoll leuchtend (Akk. Sg.)
agnim
Agni (Akk. Sg.)
sacanta
begleiten (3. Pl. Med.)
vi-dyutaḥ
Blitze (Nom. Pl.)
na
wie
śukrāḥ
hell (Nom. Pl.)
guhāiva
wie im Versteck
vṛddham
gewachsen (Akk. Sg.)
sadasi
im Sitz (Lok. Sg.)
sve
eigenen (Lok. Sg.)
antaḥ
drinnen
apāre
im uferlosen (Lok. Sg.)
ūrve
im Weiten (Lok. Sg.)
amṛtam
Unsterbliches (Akk. Sg.)
duhānāḥ
melkend (Nom. Pl.)

īḷe ca tvā yajamāno havirbhirīḷe sakhitvaṃ sumatiṃ nikāmaḥ / devairavo mimīhi saṃ jaritre rakṣā ca no damyebhiranīkaiḥ

Ich rufe dich an, der Verehrer mit Darbringungen; ich bitte um Freundschaft, um Wohlwollen, danach verlangend. Schaffe uns Hilfe mit den Göttern, dem Sänger, und schütze uns mit den hauseigenen Scharen [?].

Wort für Wort
īḷe
ich rufe an (1. Sg. Med.)
ca
und
tvā
dich (Akk.)
yajamānaḥ
Verehrer / Opferherr (Nom. Sg.)
haviḥ-bhiḥ
mit Darbringungen (Instr. Pl.)
īḷe
ich bitte (1. Sg. Med.)
sakhi-tvam
Freundschaft (Akk. Sg.)
su-matim
Wohlwollen (Akk. Sg.)
ni-kāmaḥ
verlangend (Nom. Sg.)
devaiḥ
mit den Göttern (Instr. Pl.)
avaḥ
Hilfe (Akk. Sg.)
mimīhi
verschaffe (2. Sg. Impv.)
sam
zusammen
jaritre
dem Sänger (Dat. Sg.)
rakṣa
schütze (2. Sg. Impv.)
ca
und
naḥ
uns (Akk.)
damye--bhiḥ
mit den hauseigenen (Instr. Pl.)
anīkaiḥ
Scharen / Antlitzen (Instr. Pl.) [?]

upakṣetārastava supraṇīte 'gne viśvāni dhanyā dadhānāḥ / suretasā śravasā tuñjamānā abhi ṣyāma pṛtanāyūnradevān

Deine Anwohner, gut Geleiteter Agni, die alle Güter innehaben, mit kräftigem Samen und Ruhm sich stärkend – mögen wir die Kampflüsternen, die Gottlosen, überwinden.

Wort für Wort
upa-kṣetāraḥ
Anwohner (Nom. Pl.)
tava
dein (Gen.)
su-pranīte
gut Geleiteter (Vok. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
dhanyā
Güter (Akk. Pl.)
dadhānāḥ
innehabend (Nom. Pl.)
su-retasā
mit gutem Samen (Instr. Sg.)
śravasā
mit Ruhm (Instr. Sg.)
tuñjamānāḥ
sich stärkend / drängend (Nom. Pl.)
abhi
über (sie)
syāma
mögen wir sein (1. Pl. Opt.)
pṛtanāyūn
Kampflustige (Akk. Pl.)
adevān
Gottlose (Akk. Pl.)

ā devānāmabhavaḥ keturagne mandro viśvāni kāvyāni vidvān / prati martānavāsayo damūnā anu devān rathiro yāsisādhan

Du wurdest zum Banner der Götter, Agni, der Erfreuende, der alle Dichterkünste kennt. Du ließest die Sterblichen wohnen, (du) Hausfreund [?]; du fährst den Göttern nach als Wagenlenker, (deine Sache) vollbringend.

Wort für Wort
ā
hin / zu
devānām
der Götter (Gen. Pl.)
abhavaḥ
wurdest (2. Sg. Impf.)
ketuḥ
Banner (Nom. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
mandraḥ
erfreuend (Nom. Sg.)
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
kāvyāni
Dichterkünste (Akk. Pl.)
vidvān
wissend (Nom. Sg.)
prati
gegen / zu
martān
Sterbliche (Akk. Pl.)
avāsayaḥ
ließest wohnen (2. Sg. Impf. Kaus.) [?]
damūnāḥ
Hausfreund (Nom. Sg.)
anu
nach
devān
Götter (Akk. Pl.)
rathiraḥ
Wagenlenker (Nom. Sg.)
yāsi
du fährst (2. Sg.)
sādhan
vollbringend (Nom. Sg.)

ni duroṇe amṛto martyānāṃ rājā sasāda vidathāni sādhan / ghṛtapratīka urviyā vyadyaudagnirviśvāni kāvyāni vidvān

Im Haus setzte sich der Unsterbliche der Sterblichen als König nieder, die Versammlungen vollbringend. Schmalzgesichtig hat Agni weit geleuchtet, der alle Dichterkünste kennt.

Wort für Wort
ni
nieder
duroṇe
im Haus (Lok. Sg.)
amṛtaḥ
unsterblich (Nom. Sg.)
martyānām
der Sterblichen (Gen. Pl.)
rājā
König (Nom. Sg.)
sasāda
setzte sich (3. Sg. Perf.)
vidathāni
Versammlungen (Akk. Pl.)
sādhan
vollbringend (Nom. Sg.)
ghṛta-pratīkaḥ
mit Schmalz als Antlitz (Nom. Sg.)
urviyā
weit (Adv.)
vi
auseinander
adyaut
leuchtete (3. Sg. Aor.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
viśvāni
alle (Akk. Pl.)
kāvyāni
Dichterkünste (Akk. Pl.)
vidvān
wissend (Nom. Sg.)

ā no gahi sakhyebhiḥ śivebhirmahān mahībhirūtibhiḥ saraṇyan / asme rayiṃ bahulaṃ santarutraṃ suvācaṃ bhāgaṃ yaśasaṃ kṛdhī naḥ

Komm zu uns mit freundlichen Freundschaftsgaben, der Große mit großen Hilfen, heraneilend. Verschaffe uns viel Reichtum, der hinüberträgt, wohl lautend, dazu Anteil und Ruhm.

Wort für Wort
ā
her
naḥ
zu uns (Akk.)
gahi
komm (2. Sg. Impv.)
sakhyebhiḥ
mit Freundschaftsgaben (Instr. Pl.)
śivebhiḥ
freundlichen (Instr. Pl.)
mahān
groß (Nom. Sg.)
mahībhiḥ
mit großen (Instr. Pl.)
ūti-bhiḥ
Hilfen (Instr. Pl.)
saraṇyan
eilend (Nom. Sg.)
asme iti
für uns (Dat. Pl.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
bahulam
reichlich (Akk. Sg.)
sam-tarutram
gut hinüberbringend (Akk. Sg.)
su-vācam
wohl lautend / gut sprechend (Akk. Sg.)
bhāgam
Anteil (Akk. Sg.)
yaśasam
ruhmvoll (Akk. Sg.)
kṛdhi
mach (2. Sg. Impv.)
naḥ
uns (Dat.)

etā te agne janimā sanāni pra pūrvyāya nūtanāni vocam / mahānti vṛṣṇe savanā kṛtemā janmañ-janman nihito jātavedāḥ

Diese deine ewigen Geburten, Agni, habe ich für den Uralten als neue verkündet. Große Somakeltern sind für den Stier gemacht worden; in jeder Geburt ist Jātavedas niedergelegt.

Wort für Wort
etā
diese (Akk. Pl.)
te
deine (Gen.)
agne
Agni (Vok.)
janima
Geburten (Akk. Pl.)
sanāni
ewige (Akk. Pl.)
pra
hin / vor
pūrvyāya
für den Uralten (Dat. Sg.)
nūtanāni
neue (Akk. Pl.)
vocam
verkündete (1. Sg. Aor.)
mahānti
große (Nom. Pl.)
vṛṣṇe
für den Stier (Dat. Sg.)
savanā
Somakeltern (Nom. Pl.)
kṛtā
gemacht (Nom. Pl.)
imā
diese (Nom. Pl.)
janman-janman
in jeder Geburt
ni-hitaḥ
niedergelegt (Nom. Sg.)
jāta-vedāḥ
Jātavedas (Nom. Sg.)

janmañ-janman nihito jātavedā viśvāmitrebhiridhyate ajasraḥ / tasya vayaṃ sumatau yajñiyasyāpi bhadre saumanase syāma

In jeder Geburt niedergelegt wird Jātavedas von den Viśvāmitras entzündet, unermüdlich. In seinem Wohlwollen, des Verehrungswürdigen, mögen wir sein, auch in (seinem) heilvollen Wohlgesinntsein.

Wort für Wort
janman-janman
in jeder Geburt
ni-hitaḥ
niedergelegt (Nom. Sg.)
jāta-vedāḥ
Jātavedas (Nom. Sg.)
viśvāmitrebhiḥ
von den Viśvāmitras (Instr. Pl.)
idhyate
wird entzündet (3. Sg. Pass.)
ajasraḥ
unermüdlich (Nom. Sg.)
tasya
dessen (Gen. Sg.)
vayam
wir (Nom.)
su-matau
im Wohlwollen (Lok. Sg.)
yajñiyasya
des Verehrungswürdigen (Gen. Sg.)
api
auch
bhadre
im heilvollen (Lok. Sg.)
saumanase
im Wohlgesinntsein (Lok. Sg.)
syāma
mögen wir sein (1. Pl. Opt.)

imaṃ yajñaṃ sahasāvan tvaṃ no devatrā dhehi sukrato rarāṇaḥ / pra yaṃsi hotarbṛhatīriṣo no 'gne mahi dravinamā yajasva

Diese Weihehandlung, du Kraftstrotzender, setze du uns unter den Göttern fest, du Wohlwirkender, gern gebend. Reiche uns, Rufer, große Labungen; Agni, verehre (herbei) großen Reichtum.

Wort für Wort
imam
diese (Akk. Sg.)
yajñam
Weihehandlung (Akk. Sg.)
sahasāvan
kraftstrotzend (Vok. Sg.)
tvam
du (Nom.)
naḥ
uns (Dat.)
deva-trā
unter den Göttern
dhehi
setze (2. Sg. Impv.)
su-krato itisu-krato
Wohlwirkender (Vok. Sg.)
rarāṇaḥ
gern gebend (Nom. Sg.)
pra
hin
yaṃsi
reichst (2. Sg.)
hotaḥ
Rufer (Vok.)
bṛhatīḥ
große (Akk. Pl.)
iṣaḥ
Labungen (Akk. Pl.)
naḥ
uns (Dat.)
agne
Agni (Vok.)
mahi
großen (Akk. Sg.)
draviṇam
Reichtum (Akk. Sg.)
ā
herbei
yajasva
verehre (2. Sg. Impv. Med.)

iḷāmagne purudaṃsaṃ saniṃ goḥ śaśvattamaṃ havamānāyasādha / syān naḥ sūnustanayo vijāvāgne sā te sumatirbhutvasme

Iḷā [Labung], Agni, vielwirkend, Gewinn von Rindern, unaufhörlich, schaffe dem Rufenden. Ein Sohn soll uns sein, ein Nachkomme, der Nachwuchs zeugt; Agni, diese deine Gunst soll uns zuteilwerden.

Wort für Wort
iḷām
Iḷā / Labung (Akk. Sg.) [?]
agne
Agni (Vok.)
puru-daṃsam
vielwirkend (Akk. Sg.)
sanim
Gewinn (Akk. Sg.)
goḥ
des Rindes (Gen. Sg.)
śaśvat-tamam
am unaufhörlichsten (Akk. Sg.)
havamānāya
dem Rufenden (Dat. Sg.)
sādha
schaffe / vollbringe (2. Sg. Impv.)
syāt
soll sein (3. Sg. Opt.)
naḥ
uns (Dat.)
sūnuḥ
Sohn (Nom. Sg.)
tanayaḥ
Nachkomme (Nom. Sg.)
vijāvā
nachwuchszeugend (Nom. Sg.)
agne
Agni (Vok.)
sā
diese (Nom. Sg. f.)
te
deine (Gen.)
su-matiḥ
Gunst (Nom. Sg.)
bhūtu
soll werden (3. Sg. Impv.)
asme iti
uns (Dat.)

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