Kapitel 15: ṛgvede 3.15 · vi pājasā pṛthunā śośucāno bādhasva dviṣo rakṣaso amīvāḥ
Agni als Beschützer und Führer zu Reichtum
Bitte an Agni um Schutz vor Feinden, um Wachsamkeit bei Morgenrot und Sonnenaufgang, um Reichtum und Nachkommen. V. 7 (Refrain iḷām agne) ist in der Quelle nur im Padapāṭha vorhanden. Unsicher: janmeva (V. 2), sumeke (V. 5).
Mit breitem Glanz hell leuchtend stoße auseinander die Feinde, die Rakṣas, die Bedrängnisse (amīvā). / Möge ich im Schutz des gut schützenden, hohen, leicht anzurufenden Agni, in seiner Führung sein.
tvaṃ no asyā uṣaso vyuṣṭau tvaṃ sūra udite bodhi gopāḥ / janmeva nityaṃ tanayaṃ juṣasva stomaṃ me agne tanvā sujāta
Du sei uns beim Aufleuchten dieser Morgenröte, du beim Aufgang der Sonne aufmerksam als Hüter. / Wie ein Erzeuger [?] nimm stets den Nachkommen freundlich an; mein Lied, Agni, [nimm] persönlich an, Wohlgeborener.
Wort für Wort
tvam
du (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
asyāḥ
dieser (Gen. Sg.)
uṣasaḥ
der Morgenröte (Gen. Sg.)
vi-uṣṭau
beim Aufleuchten (Lok. Sg.)
tvam
du (Nom. Sg.)
sūre
bei der Sonne (Lok. Sg.)
ut-ite
beim Aufgang, aufgegangen (Lok. Sg.)
bodhi
sei aufmerksam, achte (2. Sg. Imp.)
gopāḥ
Hüter (Nom. Sg.)
janma-iva
wie eine Geburt bzw. wie ein Erzeuger [?] (Nom. Sg. + wie)
tvaṃ nṛcakṣā vṛṣabhānu pūrvīḥ kṛṣṇāsvagne aruṣo vibhāhi / vaso neṣi ca parṣi cātyaṃhaḥ kṛdhī no rāya uśijo yaviṣṭha
Du, Männer-Schauer, Stier, entlang der vielen [?] dunklen [Nächte ?], Agni, leuchte rot auseinander. / Guter [Gütiger], du führst und bringst hinüber über die Bedrängnis; mache uns zu Wünschenden nach Reichtum, Jüngster. [Anm.: pūrvīḥ kṛṣṇāsu 'entlang der vielen, in den dunklen' – Ergänzung 'Nächte' nicht im Text.]
Unbezwingbar, Agni, leuchte als Stier; die Burgen, alle Glücksgüter, hast du zusammen erobert; / du bist Führer der Weihehandlung, des ersten Hüters [?], Jātavedas, des Hohen, Gutgeleiteter. [Anm.: Satzbau von yajñasya … pāyoḥ … bṛhataḥ unsicher.]
Unzerrissenen Schutz, viele [Schirme], [gibst du], Sänger [?]; zu den Göttern hin leuchtend, gut Einsichtiger; / wie ein Wagen gewinnend bringst du den Siegespreis herbei, Agni; du [machst] uns Himmel und Erde gut gefügt [?]. [Anm.: jaritaḥ als Anrede unklar (Agni als 'Sänger' oder Selbstanrede des Dichters); sumeke 'gut gegründet, gut gefügt' unsicher.]
pra pīpaya vṛṣabha jinva vājānagne tvaṃ rodasī naḥ sudoghe / devebhirdeva surucā rucāno mā no martasya durmatiḥ pari ṣṭhāt
Laß schwellen, Stier, belebe die Siegespreise; Agni, du [mache] uns Himmel und Erde gut melkend. / Mit den Göttern, Gott, mit schönem Glanz leuchtend: nicht soll uns die Missgunst des Sterblichen umstellen.
iḷāmagne ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: iḷām agne puru-daṃsam sanim goḥ śaśvat-tamam havamānāya sādha syāt naḥ sūnuḥ tanayaḥ vijāvā agne sā te su-matiḥ bhūtu asme iti]
Ilā [Labung], Agni, die vielwirkende, den Gewinn von Rindern, den beständigsten, verschaffe dem Rufenden; / es soll uns ein Sohn, ein Nachkomme, ein Zeugungskräftiger sein. Agni, diese deine Gunst soll bei uns sein. [Anm.: Refrain-Strophe; die Saṃhitā-Fassung fehlt in der Quelle, Übersetzung nach dem Padapāṭha.]