Kapitel 33: ṛgvede 3.33 · pra parvatānāmuśatī upasthādaśve iva viṣite hāsamāne
Viśvāmitra und die beiden Flüsse Vipāś und Śutudrī
Gesprächslied: Viśvāmitra bittet die Flüsse Vipāś und Śutudrī, ihre Flut für den Übergang von Wagen und Bharatas zu senken (Strophen 1-13, mit Wechsel der Sprecher: Dichter 3, 5, 9, 11-13; Flüsse 2, 4, 8, 10; Erzähler 1, 6-7). Deutung einzelner Stellen (8, 13) unsicher.
Hervor aus dem Schoß der Berge, begierig, wie zwei losgelassene Stuten, sich beeilend, / wie zwei glänzende Kühe, die beiden Mütter, [einander] leckend, eilen Vipāś und Śutudrī mit ihrer Milch [Wasserfülle].
Von Indra getrieben, freien Lauf erbittend, geht ihr beide wie zwei Wagenlenkerinnen zum Meer hin. / Euch beiden, ihr Glänzenden, [die ihr] mit Wogen zusammenläuft [?] und anschwellt: die eine geht in die andere ein.
Zum Strom, der mütterlichsten, bin ich gegangen; zur Vipāś, der weiten, glückhaften, sind wir gekommen, / die beiden [Flüsse] wie zwei Mütter das Kalb einander leckend, dem gleichen Schoß entlang zusammenlaufend.
ena vayaṃ payasā pinvamānā anu yoniṃ devakṛtaṃ carantīḥ / na vartave prasavaḥ sargataktaḥ kiṃyurvipro nadyo johavīti
Mit dieser Fülle schwellend laufen wir dem von den Göttern gemachten Schoß [Flussbett] entlang. / Nicht ist [unser] losgelassener Vorwärtsdrang zum Umkehren; was will der Begeisterte, [dass] er die Flüsse wiederholt anruft?
ramadhvaṃ me vacase somyāya ṛtāvarīrupa muhūrtamevaiḥ / pra sindhumachā bṛhatī manīṣāvasyurahve kuśikasya sūnuḥ
Haltet inne für meine somagemäße Rede, ihr Ṛta-Gemäßen, einen Augenblick bei euren Gängen. / Zum Strom hin [ging] der große Gedanke; Hilfe suchend rief ich an, der Sohn des Kuśika.
Indra, der Keulenarm, hat uns [den Weg] gegraben [?]; er schlug Vṛtra weg, die Schranke der Flüsse. / Der Gott Savitṛ mit schöner Hand führte [uns]; in seinem Antrieb mögen wir die weiten [Wege/Gewässer] gehen [?].
Rühmenswert ist immer wieder jene Heldentat, Indras Werk, dass er die Schlange zerschnitt. / Mit der Keule schlug er die Umlagernden auseinander; die Wasser gingen, den [freien] Lauf begehrend.
etad vaco jaritarmāpi mṛṣṭhā ā yat te ghoṣānuttarā yugāni / uktheṣu kāro prati no juṣasva mā no ni kaḥ puruṣatrā namaste
Diese Rede, Sänger, vergiss nicht [?], wenn spätere Zeitalter deine Rufe [erreichen] [?]. / Bei den Lobsprüchen, Sänger, nimm uns freundlich an; mache uns nicht unter den Menschen [klein]. Verneigung [sei] dir. [Anm.: ā yat te ghoṣān uttarā yugāni unsicher.]
o ṣu svasāraḥ kārave śṛṇota yayau vo dūrādanasā rathena / ni ṣū namadhvaṃ bhavatā supārā adhoakṣāḥ sindhavaḥsrotyābhiḥ
Oh, hört gut auf den Sänger, Schwestern: aus der Ferne ist er mit Karren, mit Wagen zu euch gekommen. / Neigt euch nieder, werdet gut überschreitbar; [bleibt] unter der Achse, ihr Ströme, mit euren Läufen.
ā te kāro śṛṇavāmā vacāṃsi yayātha dūrādanasā rathena / ni te naṃsai pīpyāneva yoṣā maryāyeva kanyā śaśvacai te
Wir wollen deine Worte hören, Sänger; du bist aus der Ferne mit Karren und Wagen gekommen. / Ich will mich dir neigen wie eine [milch]schwellende Frau [dem Kind], wie ein junges Mädchen dem Mann will ich dir folgen [?].
Wort für Wort
ā
her
te
deine (Gen. Sg.)
kāro iti
Sänger (Vok.)
śṛṇavāma
wir wollen hören (1. Pl. Konj.)
vacāṃsi
Worte (Akk. Pl.)
yayātha
du bist gekommen (2. Sg. Perf.)
dūrāt
aus der Ferne (Abl. Sg.)
anasā
mit dem Karren (Instr. Sg.)
rathena
mit dem Wagen (Instr. Sg.)
ni
nieder
te
dir (Dat. Sg.)
naṃsai
ich will mich neigen (1. Sg. Konj. Med.)
pīpyānāiva
wie eine schwellende (Nom. Sg. f.)
yoṣā
Frau (Nom. Sg.)
maryāya-iva
wie dem Mann
kanyā
junge Frau, Mädchen (Nom. Sg.)
śaśvacai
ich will folgen, mich anschließen (1. Sg. Konj.) [?]
Wenn dich, wohlan, die Bharatas durchqueren, nach Rindern verlangend, der Zug, angetrieben, von Indra beschleunigt, / dann soll [euer] losgelassener Vorwärtsdrang strömen; ich erbitte euer Wohlwollen, ihr Verehrungswürdigen.
Die Bharatas sind hinübergelangt, nach Rindern verlangend; der Begeisterte hat das Wohlwollen der Flüsse erlangt. / Schwellt hervor, ihr Antreibenden, Gabenreichen; füllt die Rinnen auf, geht schnell.
ud va ūrmiḥ śamyā hantvāpo yoktrāṇi muñcata / māduṣkṛtau vyenasāghnyau śūnamāratām
Eure Woge soll bis zu den Jochstiften hinaufschlagen, ihr Wasser; löst die Jochriemen. / Nicht sollen die beiden [Zugtiere], die kein Unrecht getan haben, ohne Vergehen, unantastbar, Schaden [Mangel] erleiden [?]. [Anm.: Jochbild aus dem Wagenübergang; Sinn von śūnam ā aratām unsicher.]