Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Hymne 20.11 Savitar, Anumati, Rākā und Sinīvālī

ati dhanvāny aty apas tatarda / śyeno nṛcakṣā avasānadarśaḥ | / taran viśvāvarā rajāṃs- rajāṃsi / -īndreṇa sakhyā śiva ā jagāma ||

Über Steppen, über Wasser ist er hinübergeflogen, / der Falke, Männerschauer, der den Wohnort erblickt. / Alle niederen Räume überquerend, / mit Indra befreundet, ist der Heilvolle gekommen.

āgan devaḥ savitā sarvadhāyā / urujyotir avidāmā namobhiḥ | / mahīṃ nāvam aditer ā ruhema / yatra somaḥ sadam it tatra bhadram ||

Der Gott Savitar ist gekommen, alles setzend, / der Weitlichte, den wir mit Verneigungen gefunden haben. / Das große Schiff der Aditi wollen wir besteigen; / wo Soma stets ist, dort ist Glück.

ud vayam ity ekā ||

„ud vayam“ – ein [Vers, nur Incipit]. (…)

patir divaḥ patir agniḥ pṛthivyāḥ / patir viśvasya bhuvanasya rājati | / patir viśvā oṣadhīr ā viveśa / patnīvān agna iha yāhi somam ||

Herr des Himmels, Herr Agni der Erde, / Herr des ganzen Weltalls herrscht er; / Herr ist er, der in alle Pflanzen eingegangen ist; / Agni, komm mit deiner Gattin hierher zum Soma.

saṃ krāmataṃ mā jahītaṃ śarīraṃ / prāṇāpānau sayujeha stam | / saptaṛṣibhyaḥ pari dadma etaṃ Bhatt. dadhma / ta enaṃ svasti jarase nayantu ||

Kommt zusammen, verlasst den Leib nicht, / Einatmung und Ausatmung seid hier vereint. / Den sieben Sehern übergeben wir diesen; / sie sollen ihn zum Wohl bis ins Alter führen.

yat ta āyur atihitaṃ parācair / apānaḥ prāṇo ya u te paretaḥ | / agniṣ ṭad āhār nirṛter upasthāt / tad ātmani punar ā veśayāmi ||

Was dein Leben, weggebracht, hinausgegangen ist, / und was dein Ausatem, wenn er dahingegangen ist – / das hat Agni aus dem Schoß der Nirṛti geholt; / das setze ich wieder in dein Selbst ein.

mā tvā prāṇo hāsīd yas tve praviṣṭo / mā tvāpāno 'vahāya parā gāt | / saṃrabhya jīva śaradaḥ suvarcā / agniṣ ṭe gopā adhipā vasiṣṭhaḥ ||

Der Einatem soll dich nicht verlassen, der in dich eingegangen ist; / der Ausatem soll dich nicht verlassen und fortgehen. / Fasse Mut, lebe hundert Herbste, glanzvoll; / Agni ist dein Hüter, dein Oberherr, der Beste.

rākām ahaṃ suhavāṃ suṣṭutī huve / śṛṇotu naḥ subhagā bodhatu tmanā | / sīvyatv apaḥ sūcyācchidyamānayā / dadātu vīraṃ śatadāyam ukthyam ||

Rākā rufe ich, die gut Anrufbare, mit gutem Lob; / sie soll uns hören, die Beglückte, von selbst aufmerken. / Sie soll mit der Nadel, die nicht bricht (?), nähen; / sie soll einen Sohn geben, hundertfältig, lobenswert.

yās te rāke sumatayaḥ supeśaso / yābhir dadāti dāśuṣe vasūni | / tābhir no adya sumanā upāgahi / sahasrapoṣaṃ subhage rarāṇā ||

Deine guten Gedanken, Rākā, die schönen, / mit denen du dem Opferspender Güter gibst – / mit diesen komm heute wohlgesinnt zu uns, / tausendfaches Gedeihen schenkend, Beglückte.

yā rākā yā sinīvālī / yā guṅgūr yā sarasvatī | / indrāṇīm ahva ūtaye / varuṇānīṃ svastaye ||

Die Rākā, die Sinīvālī, / die Guṅgū, die Sarasvatī – / Indrāṇī rufe ich zur Hilfe, / Varuṇānī zum Wohlergehen.

yā subāhuḥ svaṅguriḥ / suṣumā bahusūvarī | / tasyai viśpatnyai haviḥ / sinīvālyai juhotana ||

Die schönarmige, schönfingrige, / gut gebärende, vielgebärende – / dieser Herrin des Stammes, der Sinīvālī, / bringt die Opfergabe dar.

sinīvāli pṛthuṣṭuke / yā devānām asi svasā | / juṣasva havyam āhutaṃ / prajāṃ devi didiḍḍhi naḥ ||

Sinīvālī, breitzöpfige (?), / die du die Schwester der Götter bist – / genieße die dargebrachte Opfergabe; / Göttin, schenke uns Nachkommenschaft.

yā viśvata indram asi pratīcī / sahasrastutām abhi yantu devīḥ | / viṣṇupatni tubhyaṃ rātā havīṃṣi / patiṃ devi rādhasā codayasva ||

Die du von allen Seiten dem Indra zugewandt bist, / zu der Tausendfach-Gepriesenen sollen die Göttinnen gelangen. / Gattin des Viṣṇu, dir sind die Opfergaben gegeben; / den Gatten, Göttin, treibe mit Gunst an.