Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Hymne 20.1 Lob der Aditi und der Urweisen

dhītī vā ye anayan vāco agraṃ / manasā vā ye avadann ṛtāni | / tṛtīyena brahmaṇā vāvṛdhānās / turīyeṇa manvata nāma dhenoḥ ||

Die, die durch Dichtung (dhītī) das Erste der Rede hervorbrachten, / und die mit dem Geist die Wahrheiten (ṛta) aussprachen, / durch das dritte Brahman erstarkend – / mit dem vierten [Brahman] dachten sie sich den Namen der Kuh aus.

sa veda putraḥ pitaraṃ sa mātaraṃ / sa sūnur bhavat sa bhavat punarmaghaḥ | / sa dyām aurṇod antarikṣaṃ sa svar / viśvā bhuvo abhavat sa ābhavat ||

Er kennt den Sohn, den Vater, er die Mutter, / er wurde der Sohn, er wurde der, der wieder Gabenreichtum hat (punarmagha); / er bedeckte den Himmel, den Luftraum, er das Licht der Sonne (svar); / alle Welten wurde er, er nahm sie ein.

atharvāṇaṃ pitaraṃ viśvadevaṃ / mātur garbhaṃ pitaraṃ saṃyuvānam | / ya īṃ ciketāmṛtasya dhāman / nityasya rāyaḥ paridhīṃr apaśyat ||

Den Atharvan, den Vater, den Allgötterhaften, / den Embryo der Mutter, den Vater, den Sich-Vereinigenden – / wer diesen erkannt hat, der sah im Sitz der Wahrheit (ṛta) / die Umhegungen des beständigen Reichtums.

śivās ta ekā aśivās ta ekāḥ / sarvā bibharṣy ahṛṇīyamānaḥ | / guhā vāco nihitās tisra etā / eked idaṃ vi babhūvānu sarvam ||

Die einen von dir sind heilvoll, die anderen unheilvoll; / alle trägst du, ohne zu zürnen. / Diese drei in der Höhle (guhā) niedergelegten Worte – / nur Eines von ihnen hat sich über dieses ganze All hin entfaltet.

aditir dyaur aditir antarikṣam / aditir mātā sa pitā sa putraḥ | / viśve devā aditiḥ pañca janā / aditir jātam aditir janitvam ||

Aditi ist der Himmel, Aditi der Luftraum, / Aditi die Mutter, sie der Vater, sie der Sohn; / alle Götter sind Aditi, die fünf Stämme; / Aditi ist das Geborene, Aditi das zu Gebärende.

diteḥ putrāṇām aditer akāriṣaṃ / mahāśarmaṇāṃ mahatām anarmaṇām | / teṣāṃ hi dhāma gabhiṣak samudryaṃ / naiṣāṃ vepasaḥ paro asti kiṃ cana ||

Für die Söhne der Diti und der Aditi habe ich gedichtet, / die großen Schutz haben, die groß und ohne Schaden (?) sind; / denn ihr Sitz ist tief und im Meer gelegen (?), / und es gibt nichts, was über ihr Wirken hinausginge.

vājasya nu prasave mātaraṃ mahīm / aditir nāma vacasā karāmahe | / yasyām idaṃ viśvaṃ bhuvanam āviveśa / sā no devī suhavā śarma yacchatu ||

Im Antrieb (prasava) der Stärkung rufen wir mit dem Wort die Mutter, die Große, / Aditi mit Namen, / in der diese ganze Welt eingegangen ist – / diese Göttin, gut anzurufen, möge uns Schutz gewähren.

mahīm ū ṣu mātaraṃ suvratānām / ṛtasya patnīm avase huvema | / tuvikṣatrām ajarantīm urūcīṃ / suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim ||

Die große Mutter der Gutgesetzten (suvratā) / und Gattin der Wahrheit (ṛta) mögen wir zur Hilfe rufen, / die weit Herrschende, Nichtalternde, Weite, / die gut Schützende, Aditi, die gut Führende.

sutrāmāṇaṃ pṛthivīṃ dyām anehasaṃ / suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim | / daivīṃ nāvaṃ svaritrām anāgaso / asravantīm ā ruhemā svastaye ||

Die gut Schützende – Erde, Himmel, die Untadelige, / gut Schützende, Aditi, gut Führende: / das göttliche Schiff mit guten Rudern, / das ohne Schuld ist und nicht leck wird, wollen wir zum Wohlergehen besteigen.

ekayā ca daśabhiś cā suhūte / dvābhyām iṣṭaye viṃśatyā ca | / tisṛbhiś ca vahase triṃśatā ca / viyugbhir vāyav iha tā vi muñca ||

Mit einer und mit zehn, o gut Angerufener, / mit zweien zur Erlangung (des Opfers) und mit zwanzig, / mit dreien und mit dreißig fährst du: / Vāyu, löse hier diese [Gespanne] mit ihren Jochpferden aus.