Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Hymne 20.16 Sühne und Reinigung

yayor apsu na mahimā nadīṣu / praririce pradivi rocanāyām | / yayor asty anumatir bhūyiṣṭhā / viṣṇum agan varuṇaṃ pūrvahūtiḥ ||

Deren Größe in den Wassern, in den Strömen nicht – / sie ragt hervor im Uralten, im Lichtraum; / deren Anumati am größten ist – / zu Viṣṇu und Varuṇa ist er gekommen, den zuerst Angerufenen.

yayor idaṃ pradiśi yad virocate / prajām ati vi ca caṣṭe śacībhiḥ | / mahaṛtasya dharmāṇā yuvānā / viṣṇum agan varuṇaṃ pūrvahūtiḥ ||

Deren [Macht], was hier in der Himmelsrichtung leuchtet – / sie überblickt die Nachkommenschaft mit Machttaten; / die beiden großen, jugendlichen Wahrer der Wahrheit – / zu Viṣṇu und Varuṇa ist er gekommen, den zuerst Angerufenen.

ubhā jigyathur na parā jayethe / na parā jigye kataraś canaiva vām | / indraś ca viṣṇo yad apaspṛdhethāṃ / tredhā sahasraṃ vi tad airayethām ||

Beide habt ihr gesiegt, keiner ist besiegt worden; / keiner von euch beiden hat je verloren. / Indra und Viṣṇu, als ihr um die Wette stritt, / habt ihr das Tausend dreifach verteilt.

yad aśuddhaṃ yad anṛtaṃ / yac carāmasi pāpayā | / āpo mā tasmād enaso / duritāt pāntu viśvataḥ ||

Was unrein, was unwahr ist, / was wir in Schlechtem tun – / die Wasser sollen mich vor dieser Sünde, / diesem Übel von allen Seiten schützen.

duṣvapnyaṃ durjīvitam ity ekā ||

„duṣvapnyaṃ durjīvitam“ – ein [Vers, nur Incipit]: „Schlechter Traum, schlechtes Leben …“

yad avāmṛkṣata kṛṣṇaśakunir / mukhena nirṛte tava | / agniṣ ṭat sarvaṃ śundhatu / havyavāḍ ghṛtasūdanaḥ ||

Wenn der schwarze Vogel [dich] berührt hat / mit dem Schnabel, Nirṛti, dein [Vogel] – / Agni soll all das reinigen, / der Opfergabenfahrer, der Schmalzträufelnde.

yad asmān kṛṣṇaśakuner / niṣpatya tata ānaśe | / āpo mā tasmād enaso / duritāt pāntu viśvataḥ ||

Wenn [er] von dem schwarzen Vogel auf uns / herabgeflogen ist und uns erreicht hat – / die Wasser sollen mich vor dieser Sünde, / diesem Übel von allen Seiten schützen.

agnir mā pātu prathamo durarmaṇo / nirṛtyāṃ viśvā duritāni mṛjmahe | / viśve mā devā marutaḥ punantu / varuṇo rājā savitā pavitraiḥ ||

Agni soll mich als Erster vor Unheil schützen; / bei Nirṛti wischen wir alle Übel ab. / Alle Götter, die Marut sollen mich reinigen, / König Varuṇa und Savitar mit Seihtüchern.

antarikṣeṇa patati / yātudhānanibādhitaḥ | / stokaṃ yam abhyacuścutat / tam u syonaṃ kṛṇomi te ||

Durch den Luftraum fliegt er, / von einem Zauberer bedrängt; / wen er getropft hat (?) – / den mache ich dir wohlgesinnt.

yat tvā kṛṣṇo abhyamṛkṣad / devebhyas pari nirhataḥ | / śivaṃ te tanve tat kṛṇmo / vi te pāśāṃś cṛtāmasi ||

Wenn dich der Schwarze berührt hat, / von den Göttern fort geschlagen – / so machen wir das heilvoll für deinen Leib; / deine Fesseln lösen wir.