Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Hymne 20.22 Redekraft in der Versammlung; leichte Geburt

māṃ vadantam anu sarve vadantu / māṃ prāṇantam anu prāṇantu sarve | / māṃ viśantam anu sarve viśantu / mayi devā ekavṛto bhavantu ||

Wenn ich spreche, sollen alle nachsprechen; / wenn ich atme, sollen alle nachatmen; / wenn ich eintrete, sollen alle nach [mir] eintreten; / bei mir sollen die Götter einmütig sein.

sūryo mā cakṣuṣaḥ pātu / bṛhaspatir vācaḥ somo rājā sabhāyāḥ | / indro vo dṛśe bhavāmi ||

Sūrya soll mich vom Auge her behüten, / Bṛhaspati von der Rede, König Soma von der Versammlung; / als Indra werde ich für euch zum Anblick.

veda vai te sabhe nāma / subhadrāsi sarasvati | / atho ye te sabhāsadas / te me santu suvācasaḥ ||

Ich kenne deinen Namen, Versammlung: / du bist die Glückliche, Sarasvatī; / und die, die deine Versammlungsgenossen sind, / die sollen mir gutredend sein.

imā yā brahmaṇaspate / viṣūcīr vāca īrate | / sadhrīcīr indra tāḥ kṛtvā / mahyaṃ śivatamāḥ kṛdhi ||

Diese Reden, Brahmaṇaspati, die / nach allen Seiten auseinanderstrebend sich erheben: / mache sie, Indra, einträchtig ausgerichtet / und mir zu den heilsamsten.

aham eṣāṃ hastarasam / ahaṃ vijñānam ā dade | / sarvasyā asyāḥ saṃsado / 'haṃ bhūyāsam uttama / indro yo gāyatām iva ||

Ich nehme von diesen die Handkraft, / ich die Einsicht; / in dieser ganzen Versammlung / möchte ich der Höchste sein – / Indra, der wie unter Singenden [ist] [?].

uttamaṃ mottame kṛdhy / uttamā hi babhūvitha | / yāṃ tvā bhuraṇyur anvaicchad / gandharvaḥ śaradaḥ śatam ||

Mache mich zum Höchsten unter den Höchsten, / denn du bist die Höchste geworden, / die dich Bhuraṇyu suchte, / der Gandharva, hundert Herbste [lang].

abhibhūr aham āgamam / ahaṃ bhūyāsam uttamaḥ | / idaṃ pratipravādinaṃ / dviṣantam ava dhūnve ||

Als Überwältiger bin ich gekommen; / ich möchte der Höchste sein. / Diesen Gegenredner, / den Hassenden, schüttle ich ab.

uruṣ ṭe vastir bhavatu / samudrasya bilaṃ yathā | / parodakam iva sicyatāṃ / mūtraṃ te tanvas pari ||

Weit soll deine Blase sein, / wie die Höhle des Meeres; / wie fernhin ausgegossenes Wasser soll / dein Harn vom Leib weg ablaufen.

yathā vāto yathodakaṃ / yathā samudra ejati | / evā te garbha ejatu / niraitu daśamāsyo / bahir jarāyuṇā saha ||

Wie der Wind, wie das Wasser, / wie das Meer sich regt, / so soll sich dein Embryo regen; / der Zehnmonatige soll herauskommen, / draußen zusammen mit der Nachgeburt.

idam u śreyo 'vasānam āgāṃ / śive me dyāvāpṛthivī abhūtām | / asapatnāḥ pradiśo me bhavantu / na vai tvā dviṣmo abhayaṃ no astu ||

Dieses bessere Ende [Heim] bin ich erreicht; / heilvoll sind mir Himmel und Erde geworden; / feindlos sollen mir die Himmelsrichtungen sein; / wir hassen dich ja nicht; Furchtlosigkeit soll uns sein.