Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Hymne 20.53 Schülerweihe, Salbe und Lösen von Verklebtem

dhātā te hastam agrahīt / savitā hastam agrahīt | / mitras tvam asi dharmaṇ- dharmaṇā / -agnir ācāryas tava ||

Dhātar hat deine Hand ergriffen, / Savitar hat (deine) Hand ergriffen. / Mitra bist du durch die Ordnung (dharman); / Agni ist dein Lehrer (ācārya).

agner brahmacāry asi / mama brahmacāry asi | / prajāpatiṣ ṭvā gopāyatu / devāya tvā savitre pari dadāmi / svasti caratād ihāsau ||

Agnis Brahmacārin (Vedaschüler) bist du, mein Brahmacārin bist du; / Prajāpati soll dich behüten. / Dem Gott Savitar übergebe ich dich; / wohlbehalten soll N.N. hier umherziehen.

viśvam asi viśvapate / sarvam asi sarvapate | / taṃ tvāsau devāya tvā savitre pari dadāmi / svasti caratān mayi ||

Das All bist du, Herr des Alls, / alles bist du, Herr von allem. / Dich, den N.N., dem Gott Savitar übergebe ich dich; / wohlbehalten soll er bei mir umherziehen.

samāvavartti viṣṭhito jigīṣur / viśveṣāṃ kāmaś caratām ihāstu | / viśvā dveṣāṃsi duritā hitv- hitvā / -ā yantv anuvratā savitur daivyasya ||

Zurückgekehrt [?] (und) ausgezogen, siegbegierig – / der Wunsch aller soll hier umhergehen. / Alle Feindseligkeiten und Missgeschicke hinter sich lassend, / sollen sie im Gehorsam gegen den göttlichen Savitar ihres Weges gehen.

ā no hasto akṛtāgāt svargaḥ / punar aitu tanvā saṃvidānaḥ | / prāṇena tejasā harasā balena / mitro asmān varuṇa ubhayatas pātu ||

Zu uns ist die Hand gekommen, die (unversehrte?) [?], der Himmel; / wieder soll er kommen, mit dem Leib einig, / mit Atem, Glanz, Hitze (harasā) und Kraft. / Mitra (und) Varuṇa sollen uns von beiden Seiten schützen.

yat kāma kāmayamānā / idaṃ kṛṇmasi te haviḥ | / tan naḥ sarvaṃ sam ṛdhyatām / athaitasya haviṣo vīhi svāhā ||

O Kāma (Wunsch): wünschend / machen wir dir diese Opfergabe. / All das soll uns gelingen. / Dann genieße diese Opfergabe, svāhā!

yad varco dyāvāpṛthivyor / atho yad āñjana tvayi | / tena sucakṣā varcasy / ahaṃ bhūyāsam āñjana ||

Der Glanz, der in Himmel und Erde ist, / und der, o Salbe (Añjana), in dir ist – / damit möchte ich, o Salbe, / gutsehend und glänzend sein.

yady aspṛṣi śliṣṭaṃ / yadi vā svapnayānuśliṣṭam | / āśliṣṭāvacchedanam / asy abhidṛṣṭavīryam ||

Wenn du (es) berührt hast [?], wenn Verklebtes (haftet) / oder wenn es im Traum angeklebt ist: / Ablöser des Angehefteten bist du, / von überwältigender Kraft.

ava vār iva vārivā / ava varṣaṃ girer iva | / ava jyām iva dhanvano / hṛdi śliṣṭaṃ chinadmi te ||

Wie Wasser [?] herab, wie Regen vom Berge herab, / wie die Sehne vom Bogen herab – / so schneide ich dir das im Herzen Angeheftete ab.

yat te hṛdi śliṣṭaṃ / yac ca śliṣṭaṃ purītati | / madhye pṛṣṭīnāṃ yac chliṣṭaṃ / tat pārṣṇyāva chinadmi te ||

Was dir im Herzen angeheftet ist / und was im Herzbeutel (purītat) angeheftet ist, / was mitten zwischen den Rippen angeheftet ist – / das schneide ich dir mit der Ferse ab.