Paṭala 19: Aṅgopāṅgamantroddhāraḥ
Neunzehntes Kapitel – Die Extraktion der Glied- und Nebenglied-Mantras
Konstruktion der sechs klassischen Aṅga-Mantras (Herz/Haupt/Scheitel/Rüstung/Waffe/Auge, V.1-34) und des Nebenglied-Mantras (V.35-37), gefolgt von einer Feuer-Umwallungs-Visualisierung und der Rad-Gāyatrī (V.38-43). Danach der volle Wortlaut der Mantras für alle zwölf Attributwaffen Viṣṇus (Rad, Keule, Bogen, Schwert, Muschelhorn, Pflug, Keulenstößel, Dreizack, Stab, Hand, Speer, Fessel, Elefantenhaken, Donnerkeil, Axt, 'Hundertmündiger', Feuer – V.44-61). Schluss: Verweis auf andere Saṃhitās für die hier ausgesparten Ritualdetails wie Sitz, Handzeichen, Weihe, Initiation und Elemente-Reinigung (V.62-66). [Anm.: Wie Kap.18 ein stark technischer, formelhafter Mantra-Konstruktionstext; einzelne dichte/beschädigte Verse (V.4, V.6, V.30-31, V.35, V.41-43, V.46-47, V.55-56, V.61-62, V.65) wegen OCR-Schäden mit [?] markiert, Gesamtstruktur jedoch gesichert.]
Das meditierte, in einer einzigen Erscheinung zehnmillionenfach blitzende, Śiva[-artige] [Licht] – jenen göttlichen Glanz des Gottes Sudarśana wollen wir erschauen [wiederkehrendes Anrufungsmotto]. (Zunächst: das Herz-Mantra) Ahirbudhnya sprach: Jenes göttliche, aus Erkenntnis (jñāna) bestehende [Prinzip], die höchste Urnatur der Guṇas und der fünf [Kräfte] wie Bala usw. – ewig rein, makellos – (V.1) eben dies heißt das Herz-Mantra, da es aus den sechs Eigenschaften (ṣāḍguṇya) besteht; dessen bezeichnende Gestalt soll der Weise mit dem Geiste extrahieren. (V.2) Wegen seiner Erkenntnisnatur heißt er Aprameya, der Erste wird als Vyāpaka erinnert; Ānanda, Ādideva und Gopana – so ist er sechsfach. (V.3) [?] Der Reihe nach zu jenem Wissen zusammengefügt entsteht das unübertreffliche Sāṅkarṣaṇa-Prinzip; durch die jeweilige besondere Verbindung damit ist der Übende stets von diesem Wesen durchdrungen. (V.4) So, durch diese Vereinigung der Zustände, wird der aus Erkenntnis bestehende selbst zum König der Mantras; danach soll man 'hṛdayāya namaḥ' [dem Herzen, Verehrung] mit deutlichem Sinngehalt verbinden. (V.5) (Nun das Haupt-Mantra) Die anmutige, entflammte, den ewigen Willen des Gottes [verkörpernde] – göttlich, unwiderstehlich, [?] von der Nektar-Trägerin unterschieden – (V.6) durch den Laut 'vīti' bezeichnet, jene große Herrschermacht Haris; und die Herrschermacht am Haupt-Ort, welche über allem thront – die ungehinderte höchste Gestalt jenes Willens, die entflammte, anmutige, die höchste Zuflucht des Unsterblichen – (V.8) mit dem diesen Sinn bezeichnenden Laut 'vīti' soll er das Haupt verbinden; damit verbunden wird das Rad-Mantra von Herrschermacht erfüllt. (V.9) Als das, was seinen Willen entflammt, erstrahlt er selbst dem Mantra-Kundigen; sodann soll man 'tacchirase svāhā' [diesem Haupt, Svāhā] mit deutlichem Sinngehalt verbinden. (V.10)
Kapitelbeginn 'Aṅgopāṅga-Mantroddhāra' (Extraktion der Glied- und Nebenglied-Mantras): Konstruktion der sechs klassischen Aṅga-Mantras (Herz/Haupt/Scheitel/Rüstung/Auge/Waffe). V.4 und V.6 wegen OCR-Schäden mit [?] markiert.
(Nun das Scheitel-Mantra) Die unsterbliche, mondgestaltige, welche die höchste, sättigungsvolle Kraft ist – die Urnatur der Welt, die Herrscherin, die Kraft Viṣṇus, höher als das Höhere und niederer als das Niedere – (V.11) deren makelloser, erhabener Aufgang die Weltgestalt annimmt – so wird eben diese Śakti, ausgebreitet seiend, benannt; sie besondert durch ihre Gestalt das ewige Rad-Mantra; durch diese Śakti durchdrungen, erstrahlt der Mantra als Śakti-Wesen. Jene Kuṇḍalinī-Śakti, die als im Herzen weilend bezeichnet wird – die den Yogins als 'Śikhā' [Scheitellocke] bekannte, göttliche, höchste, leuchtende Gestalt – breitet sich im oberen Bereich aus und thront am Ort der Scheitellocke; daher wird die Einsetzung (nyāsa) dieser Śakti am Ort der Scheitellocke bestimmt. Man soll 'śikhāyai vaṣaṭ' [der Scheitellocke, Vaṣaṭ] mit deutlichem Sinngehalt verbinden. (Nun das Rüstungs-Mantra) Ūrja genannt, wird Viṣṇus eigene, kraftvolle Stärke (bala) bezeichnet. (V.16) Die Fähigkeit, Einsicht zu bewahren, das ewig sättigungsvolle höchste Prinzip; mit allen Werken beschäftigt, wird dieses Prinzip eben in Abwesenheit von Ermüdung gesättigt. (V.17) Die Stütze aller Welten – diese Stärke wird besungen; die Stärke, die man in der Wahl des Guten festhält, trägt die ganze Welt. (V.18) Das Vierfach-Bewegte der Lebensatem-Strömungen wird ebenso besungen; Vyāna, Apāna und die übrigen werden als die vierfache Bewegung bezeichnet. (V.19) Der vierfach bewegte Lebensatem wird ebenfalls als Stärke bezeichnet; durch sie ist der unbesiegte, unfehlbare Herr siegreich über das Ganze. (V.20)
Scheitel-Mantra (Kuṇḍalinī-Śakti-Bezug) und Beginn des Rüstungs-Mantras (Bala/Stärke-Prinzip, vierfache Prāṇa-Bewegung).
Mit diesen vier Kräften vereint, ist jene große vaiṣṇavische Stärke, unermesslich, unbenennbar [?] – sie wird mit dem Wort 'Sūrya' [Sonne] besungen. (V.21) Durch die Stärke unterschieden, besteht der Mantra als Stärke-Wesen; und die Stärke ist in allen Gliedern als ausgedehntes, großes Wesen gegenwärtig. (V.22) An beiden Schultern zeigt sich ihre Offenbarung, daher soll man sie eben dort einsetzen. Man soll 'kavacāya hum' [der Rüstung, Hum] mit deutlichem Sinngehalt verbinden. (V.23) (Nun das Waffen-Mantra) Größe, die Abwesenheit von Mangel, und ebenso Unveränderlichkeit – der ungehinderte eigene Willensentschluss, durch treffliche Worte und Sinngehalte bestimmt – (V.24) [Viṣṇu,] der, das belebte und unbelebte All durch seinen eigenen Willensentschluss hervorbringend, unveränderlich bleibt – dieser Aspekt seines Wesens ist das große Sudarśana. Jene Tatkraft (vīrya), die auch in der Lehrschrift verkündet ist, die die Bösen bezähmt, Frieden allen Sünden bringt und den Welten Heil gewährt – (V.26) die Abwesenheit von Wandel der unveränderlichen höchsten Seele – so wird durch das große Sudarśana diese Tatkraft auf mannigfache Weise bezeichnet. (V.27) Durch die Tatkraft unterschieden, besteht der Mantra als Tatkraft-Wesen; an dessen Ort zwischen den Händen soll man ihn daher einsetzen. (V.28) Sodann soll man 'astrāya phaṭ' [der Waffe, Phaṭ] mit deutlichem Sinngehalt verbinden.
Abschluss des Rüstungs-Mantras und vollständiges Waffen-Mantra (Vīrya/Tatkraft-Prinzip, Bezug zum großen Sudarśana als unveränderlicher Willensentschluss).
(Nun das Augen-Mantra) Jener, dessen Wesen die innere Erkenntnis ist, der die von außen kommende Finsternis vernichtet, (V.29) [?] dessen brennende, glühende Flamme den Weg durchschreitet; die Unabhängigkeit von der Herrschermacht aller Wesen (V.30) [?: die Gestalt des Nektar-Trägers, die schlaflose, geburtsreinigende] – was ihm ohne jede Abhängigkeit eigen ist, das wird als sein Glanz (tejas) bezeichnet. (V.31) Mit dem Wort 'Flamme' (jvālā) wird jener vaiṣṇavische Glanz auf mannigfache Weise besungen; durch den Glanz unterschieden, besteht der Mantra als Glanz-Wesen. (V.32) Das Auge ist der Ort des Glanzes, daher soll man ihn dort einsetzen; man rezitiere 'vauṣaṭ netratrayāya' [den drei Augen, Vauṣaṭ] mit deutlichem Sinn. (V.33) So ist diese sechsfache (ṣāḍguṇya) Glanz-Reihe aufgezeigt; auch die Reihe der Nebenglieder (upāṅga) soll der Kundige nun einsetzen. (V.34)
Augen-Mantra (Tejas/Glanz-Prinzip). Abschluss der sechs Haupt-Aṅga-Mantras (Herz/Haupt/Scheitel/Rüstung/Waffe/Auge), Überleitung zu den Nebenglied-Mantras.
(Nun das Nebenglied-Mantra) An den Paaren von Bauch und Rücken, den Schultern, Oberschenkeln, Unterschenkeln und Füßen, [entsprechend] den zwölf Ursprüngen [?], alldurchdringend verbunden, je mit dem Wissens[-Laut] samt Verneigung – (V.35) soll man sie einsetzen; so wird der Leib selbst zum Mantra-Leib. Aprameya, Gadadhvaṃsī (Keulen-Vernichter), der Pfad zu Himmel und Erlösung zugleich – (V.36) jenes willensvolle Wesen, das aus Viṣṇus Willensentschluss entfaltet ist, wird wegen der Vernichtung alles Übels von den Weisen 'Abhi' [Feuer] genannt. (V.37) Durch das 'Abhi' unterschieden, besteht der Mantra als dessen Sinn-Wesen; damit soll man ringsum eine feuergestaltige Umwallung (prākāra) errichten. (V.38) Im Inneren dieser Umwallung weilend, wird der Übende unerblickbar, indem er sich der Rad-Gāyatrī ringsum mit dem Rad-Handzeichen (cakra-mudrā) erinnert. (V.39) Er bezeichne mit dem Handzeichen die aufwärts-, abwärts- und querverlaufende Gestalt außerhalb seiner selbst; vor der Feuer-Umwallung soll eben zuvor das Rad-Handzeichen erfolgen. (V.40) (Nun die Rad-Gāyatrī) [?: V.41-43, technisch unsicher] Das Herz kennen wir für das Rad, das erste erhabene Glied; das Auge des Mantra-Herrn und die folgenden Glieder, das Feine, wollen wir betrachten. (V.41) An der neunten Silbe der Gāyatrī, sodann ungehindert; sodann, als Gesamtgestalt, die zehnte Silbe der Gāyatrī. (V.42) So ist die Rad-Gāyatrī verkündet, mit den Vokalen als dreißigsilbig bezeichnet [?]; nun vernimm von mir diese Mantras der Sudarśana-Silben. (V.43)
Nebenglied-Mantra (Körperglieder-Einsetzung), Feuer-Umwallungs-Visualisierung ('Abhi'/Prākāra) und die Rad-Gāyatrī. V.35 und V.41-43 wegen technischer Dichte/OCR-Schäden mit [?] markiert.
(atha cakrādyastramantrāḥ) oṃ namo bhagavan viṣṇo sarveṣām ādimaṃ samam | cakramūrtidharety evaṃ gadāmūrtidhareti ca ||44|| śārṅgamūrtidharety evaṃ khaḍgamūrtidhareti ca | cakrādyastracatuṣkaṃ tu tataḥ senāpatepadam ||45|| sarvatra samam uccāryaṃ vaded ekaikam [?] tataḥ | mantranātho bhavec cakre ṣaḍguṇo 'tha gadādiṣu ||46|| kaumodakīm mahāśārṅgaṃ mahākhaḍgeti codīrayet | vaimānike ca tato yuñjyād eṣa mantravidhikramaḥ ||47|| imāś catasro gāyatryaś cakrādīnām udīritāḥ | śaṅkhādīnāṃ caturṇāṃ tu mantrān etān nibodha me ||48|| (atha śaṅkhādimantrāḥ) oṃ namo bhagavan viṣṇo sarveṣām āditaḥ samam | śaṅkhamūrtidharety evaṃ halamūrtidhareti ca ||49|| musalamūrtidharety evaṃ śūlamūrtidhareti ca | senāpatepadaṃ paścāt sarveṣāṃ tulyam uccaret ||50|| mahā atha pāñcajanyāya svāhety ekādhiko manuḥ | mahāhalāya svāheti mantro 'py ekādhikaḥ smṛtaḥ | mahā ca musalāyātha svāhety abhyadhiko manuḥ | mahāśūlāya svāheti sa cāpy abhyadhiko manuḥ | imāś catasro gāyatryaḥ śaṅkhādīnāṃ pradarśitāḥ | daṇḍādīnām athāṣṭānām imān mantrān nibodha me |
(Nun die Mantras für Rad und die weiteren Waffen) Oṃ, Verehrung dir, Herr Viṣṇu, allen gleichermaßen der Erste zugleich – 'cakramūrtidhara' [Rad-Gestalt-Träger], ebenso 'gadāmūrtidhara' [Keulen-Gestalt-Träger], (V.44) 'śārṅgamūrtidhara' [Bogen-Gestalt-Träger], ebenso 'khaḍgamūrtidhara' [Schwert-Gestalt-Träger] – das Vierergespann von Rad und den übrigen Waffen, danach das Wort 'senāpati' [Heerführer]. (V.45) Überall gleich auszusprechen, soll man es dann für jede einzeln sprechen [?]; der Mantra-Herr sei beim Rad genannt, sechsfach dann bei Keule und den übrigen. (V.46) Man nenne die Waffen Kaumodakī [die Keule], Mahāśārṅga [der große Bogen], Mahākhaḍga [das große Schwert]; und beim Vaimānika [Garuḍa?] soll man dann dieses Verfahren anwenden – dies ist die Vorgehensweise der Mantra-Regel. (V.47) Diese vier Gāyatrīs sind für Rad und die übrigen verkündet; nun vernimm von mir diese Mantras für die vier Waffen Muschelhorn und die übrigen. (V.48) (Nun die Mantras für Muschelhorn und die übrigen) Oṃ, Verehrung dir, Herr Viṣṇu, allen von Anfang an gleich – 'śaṅkhamūrtidhara' [Muschelhorn-Gestalt-Träger], ebenso 'halamūrtidhara' [Pflug-Gestalt-Träger], (V.49) 'musalamūrtidhara' [Keulenstößel-Gestalt-Träger], ebenso 'śūlamūrtidhara' [Dreizack-Gestalt-Träger]; danach soll man für alle gleichermaßen das Wort 'senāpati' aussprechen. (V.50) Sodann 'mahāpāñcajanyāya svāhā' [dem großen Muschelhorn Pāñcajanya, Svāhā] – dieser Spruch (manu) ist um eine Silbe vermehrt; 'mahāhalāya svāhā' – auch dieser Spruch wird als vermehrt erinnert. Und 'mahāmusalāya svāhā' – der Spruch ist ebenso vermehrt; 'mahāśūlāya svāhā' – auch dieser Spruch ist vermehrt. Diese vier Gāyatrīs sind für Muschelhorn und die übrigen aufgezeigt; nun vernimm von mir diese Mantras für die acht weiteren Waffen, Stab und die übrigen.
Volltext der Waffen-Mantras für Rad/Keule/Bogen/Schwert und Muschelhorn/Pflug/Keulenstößel/Dreizack, jeweils mit vierteiliger Gāyatrī-Struktur.
(atha daṇḍādyastramantrāḥ) oṃ namo bhagavan viṣṇo sarveṣām āditaḥ samam | daṇḍamūrtidharety evaṃ hastamūrtidhareti ca ||54|| śaktimūrtidharety evaṃ pāśamūrtidhareti ca | aṅkuśamūrtidharāya iṭikāśamūrtidhareti ca ||55|| paraśumūrtidharāyātha tataḥ śatamukheti ca | analamūrtidharety evaṃ prātiliṅgikapadakramaḥ ||56|| senāpatepadaṃ paścāt sarveṣāṃ samam uccaret | mahādaṇḍāya atha namo mantra evādhikaḥ smṛtaḥ | mahāhastāya atha namo mantro 'py ekādhikaḥ smṛtaḥ | mahāśaktaye ca namo mantro 'py ekādhikaḥ smṛtaḥ | mahāpāśāya atha namo mantro 'py ekādhikaḥ smṛtaḥ | mahāṅkuśāya nama ity eṣo 'py adhika ucyate ||59|| mahā ca kuliśāyātha nama ity api tādṛśaḥ | mahāparaśave cātha nama ity api tādṛśaḥ ||60|| mahāśatamukhety evam analāya tato namaḥ | ayaṃ mantraḥ trayastriṃśadvarṇo bahvarthapradaḥ [?] ||61|| ity astrāṇām ime mantrā rūpatas te nidarśitāḥ |
(Nun die Mantras für Stab und die übrigen Waffen) Oṃ, Verehrung dir, Herr Viṣṇu, allen von Anfang an gleich – 'daṇḍamūrtidhara' [Stab-Gestalt-Träger], ebenso 'hastamūrtidhara' [Hand-Gestalt-Träger], (V.54) 'śaktimūrtidhara' [Speer-Gestalt-Träger], ebenso 'pāśamūrtidhara' [Fessel-Gestalt-Träger]; 'aṅkuśamūrtidhara' [Elefantenhaken-Gestalt-Träger], 'iṭikāśamūrtidhara' [?, Gestalt-Träger], (V.55) 'paraśumūrtidhara' [Axt-Gestalt-Träger], sodann 'śatamukha' [Hundertmündiger]; 'analamūrtidhara' [Feuer-Gestalt-Träger] – so die Reihenfolge der einzelnen Glieder. (V.56) Danach soll man für alle gleichermaßen das Wort 'senāpati' aussprechen. 'Mahādaṇḍāya namaḥ' [dem großen Stab, Verehrung] – dieser Spruch wird als vermehrt erinnert; 'mahāhastāya namaḥ' – auch dieser Spruch wird als vermehrt erinnert; 'mahāśaktaye namaḥ' – auch dieser Spruch wird als vermehrt erinnert; 'mahāpāśāya namaḥ' – auch dieser Spruch wird als vermehrt erinnert; 'mahāṅkuśāya namaḥ' – auch dieser wird als vermehrt bezeichnet. (V.59) Und 'mahākuliśāya namaḥ' [dem großen Donnerkeil] – auch dieser ist ebenso; 'mahāparaśave namaḥ' [der großen Axt] – auch dieser ist ebenso. (V.60) 'Mahāśatamukhāya namaḥ' [dem großen Hundertmündigen], sodann 'analāya namaḥ' [dem Feuer, Verehrung] – dieser Mantra hat dreiunddreißig Silben und gewährt vielfachen Sinn [?]. (V.61) So sind diese Mantras der Waffen ihrer Gestalt nach aufgezeigt.
Volltext der Mantras für die acht weiteren Waffen (Stab, Hand, Speer, Fessel, Elefantenhaken, Donnerkeil, Axt, 'Hundertmündiger') und das Feuer, mit denselben strukturellen Bausteinen.
(atrānuktasya saṃhitāntarād grahaṇam) ādhārādyāsanākāro hārapayantaḥ kramaḥ [?] ||62|| mudrāś ca vividhākārā yasya yasya ca yādṛśī | abhiṣekavidhiś caiva dīkṣāniyama eva ca ||63|| bhūtaśuddhividhiś caiva dhyānāni vividhāni ca | sarvaṃ jñāyāc chrutaṃ kāryaṃ tad viśeṣikaṃ vinā ||64|| amudrāṇām ihāstrāṇāṃ daṇḍādīnāṃ mahāmune | kāryā samanvitā divyā śaktimudrāṣṭamudrayā [?] | iti te leśataḥ proktaḥ saudarśanavidhikramaḥ | grahaṇādiprakāro 'yaṃ vakṣyate śṛṇu taṃ mune ||66|| iti śrīpāñcarātre tantrarahasye ahirbudhnyasaṃhitāyāṃ aṅgopāṅgamantroddhāro nāma ekonaviṃśo'dhyāyaḥ. Om. (āditaḥ ślokāḥ 1169)
(Die Entnahme des hier nicht Gesagten aus einer anderen Saṃhitā) Die Gestalt von Grundlage und Sitz [im Ritual], bis hin zur Reihenfolge des Kranzes [?], (V.62) die mannigfach gestalteten Handzeichen (mudrā), welche für welche [Gottheit passend] – die Weihezeremonie (abhiṣeka) sowie die Initiationsregeln (dīkṣā-niyama), (V.63) die Regel der Elemente-Reinigung (bhūtaśuddhi) und die mannigfachen Meditationen – all dies soll man als aus anderer Überlieferung bekannt betrachten, mit Ausnahme des hier Besonderen. (V.64) Für die Waffen ohne eigenes Handzeichen hier, für Stab und die übrigen, o großer Weiser, soll die göttliche Verrichtung mit dem Śakti-Handzeichen, dem achten Handzeichen [?], verbunden sein. So ist dir in Kürze die Sudarśana-Ritualvorschrift verkündet; die Art und Weise des Mantra-Empfangs wird nun dargelegt – höre sie, o Weiser. (V.66) So endet im ehrwürdigen Pāñcarātra, im Tantrarahasye, in der Ahirbudhnya-Saṃhitā das neunzehnte Kapitel mit dem Namen 'Die Extraktion der Glied- und Nebenglied-Mantras'. Om. (Von Anfang an gezählt: 1169 Verse)
Schluss: Verweis auf andere Saṃhitās für Ritualdetails (Sitz, Handzeichen, Weihe, Initiation, Elemente-Reinigung, Meditationen), die dieses Kapitel bewusst ausspart; Überleitung zum folgenden Kapitel über die Initiationsregeln (Kap.20).