Paṭala 34: brahmāstrādimantrasvarūpanirūpaṇam
Die Darlegung des Wesens der Mantras des Brahmāstra und der übrigen Waffen
Dieses Kapitel liefert zu den in Kap.30 aufgezählten ca. 90 Astra-Namen (dort nach Körperteil-Ursprung des Sudarśana-Cakra geordnet) die zugehörigen 60 Mantra-Konstruktionsvorschriften nach dem klassischen tantrischen mantroddhāra-Verfahren: jeder Mantra wird als Kette kodierter 'Codewörter' angegeben, die für bestimmte Silben/Phoneme des Sanskrit-Alphabets stehen (meist nach dem Mātṛkā-Varga-System), gefolgt von einer Kombinations- und Endsilben-Anweisung. Da die zur Dekodierung nötige Silben-Zuordnungstabelle im Text selbst nicht mitgeliefert wird, sind diese Codewörter ohne weiteres tantrisches Fachwissen keiner sinnvollen Wort-für-Wort-Übersetzung zugänglich - reine Silben-Chiffren, keine bedeutungstragenden Sätze. Das Kapitel wurde daher, der etablierten Praxis dieser Ausgabe folgend (vgl. Kap.20-23, 26, 29), teilweise als GAP-SUMMARY behandelt: der Rahmen (V.1-4, Geheimhaltungshinweis), zwei repräsentative vollständige Beispiele (Brahmāstra und Daṇḍacakra, V.5-10) sowie der Abschluss mit Vollständigkeitserklärung (V.100-105+Kolophon) wurden vollständig übersetzt; die übrigen 58 strukturell identischen Mantra-Einträge (V.11-99) wurden als benannte Liste zusammengefasst, ohne die mechanisch wiederholte Cipher-Struktur Zeile für Zeile zu reproduzieren. Zahlreiche Einzelstellen sind durch die OCR-Vorlage in diesem Kapitel besonders stark beschädigt und mit [?] gekennzeichnet. Kolophon bestätigt exakt 105 Verse in diesem Kapitel (kumulativ 2048+105=2153). Quelle weiterhin Vol.2 (in.ernet.dli.2015.322565).
Nun die Darlegung des Wesens der Mantras des Brahmāstra und der übrigen [Waffen], der vierunddreißigste Lehrabschnitt.
[Anrufungsstrophe wie in den vorigen Kapiteln, OCR-verderbt, [?].]
(Die Frage nach dem Wesen der Mantras des Brahmāstra und der übrigen Waffen)
Śrī-Nārada sprach: Erhabener, Kenner aller Dharmas, von aller Welt Verehrter, es wurde von dir, o Herr, hier die aus dem Diskus hervorgegangene Gliederschar [die Astras] dargelegt. (1) Das Wesen aller ihrer Mantras sollst du darlegen; außer bei dir sehe ich in der Tat niemand anderen als Kenner davon, o Herr.
(Die Erklärung, dass dies das Geheimste ist, bevor er antwortet)
Ahirbudhnya sprach: Ich werde dir jenes verkünden, was das allerhöchste ist [Text unsicher, ?]; dies ist eine überaus schwer zu erlangende [Lehre], die nur wenigen Vollbringern mitzuteilen ist [?]. (3) Dennoch werde ich sie dir verkünden, weil du ein Verehrer bist, großer Weiser; doch auch du sollst dies, von Göttern und Dämonen gleichermaßen verehrt, nicht weitergeben. (4)
V.1-4: Rahmeneröffnung des Kapitels. Nārada bittet, nach der Aufzählung der ca. 90 Astra-Namen in Kap.30, nun um deren Mantra-Formeln (mantroddhāra); Ahirbudhnya betont ausdrücklich die extreme Geheimhaltungsbedürftigkeit dieser Lehre, bevor er sie preisgibt. Es folgt eine Kette von 60 einzeln benannten Mantra-Konstruktionsvorschriften (V.5-99), jede nach demselben Cipher-Schema: eine Folge kodierter 'Codewörter', die im traditionellen mantroddhāra-Verfahren jeweils für bestimmte Silben/Phoneme des Sanskrit-Alphabets (meist nach dem Mātṛkā-Varga-System) stehen. Ohne die zugehörige, in diesem Text selbst nicht mitgelieferte Dekodierungstabelle (kośa) sind diese Codewörter keiner sinnvollen Wort-für-Wort-Übersetzung zugänglich - es handelt sich um reine Silben-Chiffren, keine bedeutungstragenden Sätze. V.3 im OCR stark verderbt [?].
(Als erstes das Brahmāstra)
[Die kodierte Silbenfolge:] 'kṣāntam', verbunden mit 'vahi' [Feuer], 'vyoma' [Raum], versehen mit 'hallāsa' [?]; zweifach das Zeichen für 'meṣa', versehen mit 'danta' [?], danach 'hārāla' [?]; (5) 'dhanā', der Wortstamm 'vāyu', und zuletzt mit 'danta' versehen; 'sarasa', das Wortpaar für 'ṛkṣa', versehen mit 'bhānta', danach 'bhūyu' [?]; (6) 'ambara', verbunden mit 'vāyu', sowie 'arimardana' [Feindzermalmung]; sodann ist 'pradīpta' zu nennen, und danach das höchste [abschließende] Wort. (7) Diese beiden Wörter sind, zusammen mit dem mittleren [Teil] der Gāyatrī, anzuwenden; dieses Dreier-Wort ist zu gebrauchen — dies wird das Brahmāstra genannt. (8)
(Nun das Daṇḍacakra)
[Codewörter:] 'jīva', die vierte [Silbe] der fünften Lautgruppe [?], mit der letzten [Silbe] verbunden; 'bhṛgu' mit dem Nasal-Endlaut, das Wort 'daṇḍa', 'meṣa', 'yaṣṭavya' [?]; (9) sowie dort das Wort 'ātman', dann das Wort 'cakrāya' — mit der Endsilbe 'vam' wird dieser Mantra das Daṇḍacakra genannt. (10)
V.5-10: Zwei repräsentative Beispiele des mantroddhāra-Verfahrens: das Brahmāstra (Astra Nr.1) und das Daṇḍacakra (Nr.2), jeweils als Kette kodierter Silben-Bausteine ('kṣāntam', 'vahi', 'vyoma' usw.), gefolgt von einer Kombinationsanweisung (hier: Verbindung mit einem Teil der Gāyatrī bzw. mit den Wörtern ātman/cakrāya und der Endsilbe 'vam'). Diese beiden Beispiele stehen exemplarisch für das identische Schema, nach dem alle folgenden 58 Astra-Mantras (V.11-99, s. nächste Einheit) aufgebaut sind; da die zur Dekodierung nötige Silben-Zuordnungstabelle im Text nicht mitgeliefert wird, bleibt der Inhalt der Codewörter selbst unaufschlüsselbar - übersetzt wird daher das Baumuster, nicht eine 'Bedeutung' der Formel. Mehrere Einzelwörter (u.a. 'hallāsa', 'hārāla', 'bhūyu') sind durch OCR-Verderbnis nur als Bestapproximation wiedergegeben, [?].
(Zusammenfassende Übersicht der übrigen achtundfünfzig Mantras, laufende Nummern 3-60)
Die Verse 11-99 setzen exakt das in 34.5-10 gezeigte Cipher-Schema für 58 weitere, einzeln benannte Astra-Mantras fort — jedes mit eigener Überschrift '(atha ... [name])' und einer eigenen, mehrzeiligen Kette kodierter Silben-Bausteine, gefolgt von einer Kombinations- und Endsilben-Anweisung. Da diese Bausteine, wie in der vorigen Einheit erläutert, ohne die im Text nicht mitgelieferte Dekodierungstabelle keiner echten Wort-für-Wort-Übersetzung zugänglich sind, werden hier statt einer mechanischen Zeile-für-Zeile-Wiedergabe nur die Namen der Waffen-Mantras in der überlieferten Reihenfolge aufgeführt: Kālacakra, Dharmacakra, Viṣṇucakra, Indracakra, Vajra, Triśūla, Brahmaśiras, Raiṣīka, Maudakī, Śikharī, Dharmapāśa, Kālapāśa, Vāruṇapāśa, der 'erste' und der 'zweite Blitz' (aśani), Pināka, Nārāyaṇa, Pāśupata, Āgneya, Darpita, Vāyavya, Hayaśiras, Krauñcavaktra, die 'erste' und 'zweite Śakti', Kaṅkāla, Musala, Kapāla, Kaṅkaṇa, Vaidyādhara, Asiratna, Gāndharva, Prasvāpana, Praśamana, Saumya, Darpaṇa, Śoṣaṇa, Saṃtāpana, Vilāpana, Madana, Kandarpadayita, Vetāla, Tāmasa, Saumana, Saṃvarta, Mausala, Satya, Māyādhara, Ghora, Ratna, Aghora, ein weiteres 'Saumya', Tvāṣṭra, Vāruṇa, zwei weitere, im OCR unlesbare Einträge, Mānava und ein letzter, namentlich nicht sicher zu identifizierender Mantra. Diese Namensliste entspricht im Kern der bereits in Kap.30 gegebenen Astra-Namensaufzählung (dort nach Körperteil-Ursprung geordnet, hier als Mantra-Konstruktionskatalog in eigener Reihenfolge).
V.11-99 (Sammeleinheit, gap-summary): Mechanisch-repetitiver Cipher-Katalog nach dem in 34.5-10 exemplarisch übersetzten Schema, hier zusammengefasst statt zeilenweise wiedergegeben - analog zur bereits in früheren Kapiteln (20-23, 26, 29) etablierten Praxis, rein technisch-repetitive, ohne Dekodierungsschlüssel unübersetzbare Silben-Ketten als Katalog zu dokumentieren statt Zeile für Zeile zu übertragen, während Rahmen, Doktrin und einzigartige Inhalte stets vollständig übersetzt werden. Die Namensliste selbst ist inhaltlich wertvoll (sie identifiziert alle 60 Astra-Mantras) und wurde daher vollständig aus dem stark OCR-beschädigten Quelltext rekonstruiert, mit [?] an mehreren unsicheren Stellen (u.a. Nr.25, 30, 52-58); die Nummerierung selbst ist im Original als eingeschobene Ziffern vor jeder Überschrift erkennbar, aber an mehreren Stellen durch OCR-Sprünge unsicher, sodass die Gesamtzahl 60 aus dem Kolophon-Kontext (105 Verse, V.5 als Beginn von Nr.1) erschlossen, nicht durchgehend Eins-zu-eins nachgezählt ist.
(Der Abschluss des Kapitels, die Darlegung des letzten Mantra, und die Erklärung zur Vollständigkeit der Zusammenstellung)
[Codewörter für den letzten, mit 'ma' beginnenden Mantra:] '...bhrāmātmike' [?], endend auf die Silbe 'phaṭ' — so ist dieser Mantra beschaffen [?]. Dieser [Mantra] wird 'Prasvāpana' [Einschläferung] genannt, das vorzügliche [Mittel], das die gesamte feindliche Heeresmacht gänzlich in Verwirrung stürzt [?]. So habe ich, Sohn des Höchsten Ordners [Anrede an Nārada als Sohn Brahmās], diese vollständige Zusammenstellung sämtlicher höchsten Astra[-Mantras] gemäß ihrem wahren Wesen verfasst. (104) [Ein weiterer, abschließend mitgeteilter Formel-Baustein:] Die Silbe 'tāra' [Oṃ], am Ende mit 'āṣāḍha' verbunden, versehen mit 'khaḍgīśa' und ebenso mit 'mauktika' [Perle]; das Feuer, von Māyā umhüllt — dort wurde [dies] mitgeteilt; mit der kurzen [Silbe] 'varme' [?] und der Endsilbe 'phaṭ' soll es enden. (105)
So lautet im ehrwürdigen Pāñcarātra, im Tantrarahasya, in der Ahirbudhnya-Saṃhitā der vierunddreißigste Lehrabschnitt mit dem Titel »Die Darlegung des Wesens der Mantras des Brahmāstra und der übrigen [Waffen]«.
Om.
(Verse von Anfang an: 2153)
V.100-105+Kolophon (Zählung der letzten Verse OCR-unsicher, [?]): Der letzte der 60 Astra-Mantras (benannt 'Prasvāpana', 'Einschläferung', zur Verwirrung ganzer feindlicher Heere) wird abgeschlossen; Ahirbudhnya erklärt sodann ausdrücklich, mit dieser Aufzählung die vollständige Zusammenstellung ('samuddhṛti') sämtlicher Astra-Mantras 'gemäß ihrem wahren Wesen' verfasst zu haben - ein Autoritätsanspruch auf Vollständigkeit des Katalogs. Ein letzter, offenbar allgemein anwendbarer Formel-Baustein (V.105) beschließt das Kapitel. Kolophon bestätigt kumulativ 2153 Verse (2048+105) - das Kapitel umfasst somit exakt 105 Verse. Die Schlussverse (V.104-105) sind in einem anderen, kunstvolleren Versmaß (vasantatilaka-artig) gehalten als der sonst durchgehende Anuṣṭubh und im OCR an mehreren Stellen stark beschädigt; der Sinn - Abschlusserklärung und letzter Formel-Baustein - ist dennoch klar erkennbar.