Quellen der Menschheit

Ahirbudhnya Saṃhitā

Paṭala 4: Pratisaṃcaravarṇanaṃ nāma caturtho'dhyāyaḥ Viertes Kapitel — Die Beschreibung der Rückauflösung (Pratisaṃcara)

Die kosmische Auflösungssequenz: Erde → Wasser → Licht → Wind → Äther → Ich-Bewusstsein → Erkenntniskraft → Urstoff → Bewegung → Zeit → Notwendigkeit → Kraft → Person (Puruṣa/kūṭastha), gefolgt von der Rückauflösung der vier Vyūhas (Aniruddha → Pradyumna → Saṅkarṣaṇa → Vāsudeva) mit einer deutlichen Anklang-Formulierung an den vedischen Nāsadīya-Schöpfungshymnus (Ṛgveda 10.129), und schließlich der Definition der kosmischen „Nacht“ als Zustand, in dem Nārāyaṇa und seine Kraft Nārāyaṇī — ungetrennt, doch nicht vernichtet — im reinen Brahman-Zustand verharren.

śrīnāradaḥ │ bhagavan devadeveśa sarvajña vṛṣaketana │ kiṃ tat kāraṇam ity uktaṃ sṛṣṭaye yat pravartate ‖1‖ sudarśanena yad vyāptaṃ rūpataḥ kāryato'rthataḥ │ vistareṇa mamācakṣva jagataḥ kāraṇaṃ param ‖2‖ ahirbudhnyaḥ │ procyamānaṃ mayā taṃ kāraṇasyāvadhāraya │ tatra tāvan nibodhedaṃ prākṛtaṃ pratisaṃcaram ‖3‖

[Nārada:] „O Herr, Gebieter der Götter der Götter, Allwissender, der du das Stierbanner trägst! Was ist jene Ursache, von der es heißt, dass sie zur Schöpfung hin wirksam wird? [1] Erkläre mir ausführlich die höchste Ursache der Welt — das, was von Sudarśana durchdrungen ist, der Form, der Wirkung und dem Sinn nach.“ [2] [Ahirbudhnya:] „Fasse das auf, was ich dir jetzt über die Ursache verkünde; vernimm dabei zunächst diese materielle (prākṛta) Rückauflösung (pratisaṃcara).“ [3]

[Anm.: Beginn des vierten Kapitels: die Beschreibung der stufenweisen kosmischen Rückauflösung (pratisaṃcara), des Gegenstücks zur im folgenden Kapitel behandelten Schöpfung (sṛṣṭi) — beides als Wirken Sudarśanas, des von Nārāyaṇas Willen bewegten Diskus/Entschlusses, dargestellt.]

[V.4–14, Gleichnis der Prakṛti als „Kuh“ und Zeitmaß-Tabelle der Rückauflösung, sodann kosmische Dürre/Feuer und Reduktion der Menschheit auf Manu-Paare]

[Anm.: Ahirbudhnya erläutert zunächst, in welcher Zeitspanne die als wolkenähnliche „Kuh“ (dhenu) bezeichnete, konkret-gewordene Erkenntnis-Prakṛti für das Wachstum der Feldfrüchte fruchtbar ist und wann sie, für die Rückauflösung, unfruchtbar, saftlos und trocken — „unmanifest“ genannt — wird [V.4–5]. Auf Nāradas Nachfrage nach dem genauen Zeitmaß [V.6] folgt eine detaillierte Zeiteinheiten-Tabelle: 18 Lidschläge (nimeṣa) = 1 kāṣṭhā, 30 kāṣṭhā = 1 kṣaṇa, 12 kṣaṇa = 1 Muhūrta, 15 Muhūrta = 1 Tag bzw. 1 Nacht, 15 Tage = 1 halber Monat (pakṣa), 2 pakṣa = 1 Monat, 12 Monate = 1 Menschenjahr, 16 Menschenjahre = 1 „Wunschjahr“ (kāmyābda) usw. [V.7–9]. Danach [V.10ff.] beginnt die eigentliche Rückauflösung: alles Bewegliche und Unbewegliche wird saft- und kraftlos, von gewaltigem Wind ausgetrocknet und von gewaltigem Feuer verbrannt [V.11]; wenn nichts als der bloße Erdboden übrigbleibt, gehen die [übrig gebliebenen] Menschen-Menschen von selbst in [die Gattung der eigentlichen] Menschen auf, und diese wiederum, auf vier[hundert] reduziert, in die Menschen selbst, sodass am Ende nur noch vier reine Menschenpaare (mithuna), die Nachkommen je eines Manu, auf der einförmig gewordenen Erde verbleiben [V.12–14].]

nārāyaṇasya saṃkalpād avyāhatasudarśanāt │ bhūmer gandhātmakaṃ sāram asanty āpas tadā mune ‖15‖ āttagandhā yadā bhūmir ambhasā kāraṇātmanā │ atibhūya tadā pṛthvīṃ manavo'psu vyavasthitāḥ ‖16‖ bhūmis tv āttarasā śaśvaj jahāti vyaktināmanī │ bhavanty āpa etarhi jagad etac carācaram ‖17‖

„Durch den Entschluss Nārāyaṇas, [ausgehend] von dem ungehinderten Sudarśana, nehmen die Wasser dann, o Weiser, die geruchhafte Substanz der Erde in sich auf. [15] Wenn die Erde so ihres Geruchs beraubt ist, durch das Wasser als [nächste] Ursache, dann, die Erde überschreitend, verweilen die [verbliebenen] Menschen im Wasser. [16] Die Erde aber, ihres Wesens (rasa) beraubt, gibt für immer ihren manifesten Namen auf; die Wasser werden nunmehr diese ganze Welt, das Bewegliche und Unbewegliche.“ [17]

[Anm.: Musterformel der gesamten Auflösungssequenz: jedes gröbere Element wird, durch Nārāyaṇas/Sudarśanas Entschluss getrieben, in das ihm zunächst subtilere Element zurückgezogen und gibt dabei seinen eigenen „manifesten Namen“ auf — ein Schema, das im Folgenden Vers für Vers durch die gesamte Elementenreihe hindurch wiederholt wird.]

[V.18–44, formelhafte Fortsetzung der Rückauflösungskette: Wasser → Licht/Feuer (tejas) → Wind (vāyu) → Äther (ākāśa) → Ich-Bewusstsein (ahaṃkāra) → Erkenntniskraft (buddhi) → Dunkelheit/Urstoff (tamas) → Bewegung (rajas), samt Sinnesorgan-Zuordnungstabelle]

[Anm.: Nach demselben in 4.15 etablierten Muster (jeweils durch Sudarśana/Nārāyaṇas Entschluss angetrieben, mit wörtlicher Wiederholung der Formel „…überschreitend, verweilen die [verbliebenen] Menschen in X … Y aber, seines Wesens beraubt, gibt seinen manifesten Namen auf“) werden nacheinander aufgelöst: das Wasser in das Licht/Feuer (V.18–19: „Sudarśana, von Hari ausgehend, wirft die feurige [Wesens-]Essenz des Wassers in die Ursache Licht“), das Licht in den Wind (V.20–22: Zeit-/Ursachenname „Wind“, sudarśana-gelenkt), der Wind in den Äther (V.23–25), der Äther in das Ich-Bewusstsein (ahaṃkāra, V.26–28), wobei zugleich das gesamte Weltall als „lautgemäß tönend“ (śabdamaya) beschrieben wird, das Ich-Bewusstsein in die Erkenntniskraft (buddhi, V.29–31). Eingeschoben (V.35–38) findet sich eine Zuordnungstabelle der zehn Sinnesorgane (Geruchssinn, Geschmackssinn, Sehsinn, Tastsinn, Gehörsinn sowie die fünf Handlungsorgane: After, Geschlechtsorgan, Fuß, Hand, Sprache) zu den entsprechenden Elementen bzw. dem „Doppelorgan“ Denksinn/Ich-Bewusstsein (manas/ahaṃkāra), die sämtlich in der Erkenntniskraft (buddhi) aufgehen. Schließlich löst sich die Erkenntniskraft in die ungegliederte Dunkelheit (tamas, den Urstoff/Prakṛti, V.32–34) auf — ein Zustand, beschrieben als „unwahrnehmbar, unerkennbar, erstarrt, gewaltig-betörend“ —, und diese wiederum in die Bewegung (rajas, V.39–41). Wegen der äußerst formelhaften, stark wiederholenden Struktur sowie erheblicher OCR-Verderbnis einzelner Verse wird dieser lange Abschnitt hier zusammenfassend referiert statt Vers für Vers übersetzt.]

[V.42–60, Fortsetzung: Bewegung (rajas) → Zeit (kāla) → Notwendigkeit (niyati) → [Ur-]Kraft (śakti) → Person/Urgrund (puruṣa, kūṭastha); Aniruddhas vierfache Standesteilung]

[Anm.: Die in Bewegung (rajas) noch enthaltene „schwingungshafte, bewusstseinshafte“ Kraft (V.42) wird von Sudarśana in die Zeit (kāla) aufgelöst, welche selbst als „Erscheinungsqualität (guṇa) Viṣṇus, von Sudarśana bewegt“ definiert wird (V.45); die Zeit wiederum geht in die Notwendigkeit (niyati, V.48–50) über, diese in die [Ur-]Kraft (śakti, V.51–53), und diese schließlich — nach Durchschreiten durch die acht [Ur-]Manus — in die Person (puruṣa), den unbewegten Urgrund (kūṭastha, V.54–56), der als „Selbst von allem, mit eigener Kraft ausgestattet, allen Seiten zugewandt, allwissend, allgegenwärtig“ beschrieben wird (V.56) und als zweiarmiger, über alles Ritualwirken verfügender Urgrund Haris selbst gilt (V.57). Die dreizehn [Grund-]Prinzipien von der Erde bis zur [Ur-]Kraft verharren dabei, ihre jeweilige Funktion aufgelöst, für eine „nach Wunsch“ bemessene Zeitspanne (V.58). Sodann teilt sich dieser Urgrund-Puruṣa selbst — als der aus den Manus bestehende Mann — vierfach nach seinem eigenen Wesen in Brahmanen, Kṣatriyas usw., und jeder Stand löst sich, an seinem angestammten Ort (Mund, Arme usw. des Aniruddha), im Augenblick auf wie ein glühender Eisenklumpen (V.59–60).]

tato'sau bhagavān ekaḥ parāc cid acinmayaḥ [?] │ śatāni dve ṣaṭ cātha varṣāṇām avatiṣṭhate ‖61‖ avasthāya tato'py eti pradyumnam ajaraṃ vibhum │ nirudhya sarvaceṣṭāḥ svās tāvat kālaṃ sa tiṣṭhati ‖62‖ tataḥ pradyumnasaṃjño'sau bhagavān puṣkarekṣaṇaḥ │ apyeti bhagavantaṃ taṃ saṅkarṣaṇam anāmayam ‖63‖ kālaṃ tiṣṭhati tāvantaṃ sarvadevamayo'cyutaḥ │ cidacit svacitaṃ viśvaṃ śuddhāśuddham aśeṣataḥ ‖64‖ dhārayan kalpakasyāsya dehe jñānamaye dadhat [?] │ udayāstācalaviṣṭo devaḥ saṅkarṣaṇo balī ‖65‖ [V.66, Gleichnis von Bewusstseins-Mond und Nichtbewusstseins-Fleck, stark OCR-verderbt, nicht rekonstruierbar] dattāni ṣoḍaśa sthitvā varṣāṇām ayam acyutaḥ │ apyeti bhagavantaṃ taṃ vāsudevaṃ sanātanam ‖67‖ nāsad āsīt tadānīṃ hi no sad āsīt tadā mune ‖68‖ bhāvābhāvo vibhor apy antavicitravibhavodayo │ anindyaṃ paraṃ brahma vāsudevo'vatiṣṭhate ‖69‖

„Danach verharrt jener eine Erhabene, der aus dem höchsten Bewusstsein und Nicht-Bewusstsein besteht[?], achthundertsechs[?] Jahre lang. [61] Nach diesem Verharren geht er sodann in den alterslosen, alldurchdringenden Pradyumna ein, indem er alle seine eigenen Regungen zurückhält; für ebenso lange Zeit verweilt er dort. [62] Dann geht jener Erhabene, genannt Pradyumna, mit den Lotusaugen, in jenen Erhabenen, den makellosen Saṅkarṣaṇa, ein. [63] Der unfehlbare, aus allen Göttern bestehende [Saṅkarṣaṇa] verharrt für ebenso lange Zeit, indem er in seinem aus Erkenntnis bestehenden Leib das ganze, reine wie unreine, bewusste und unbewusste, sich selbst erkennende Weltall trägt. [64] Der mächtige Gott Saṅkarṣaṇa, [gleichsam] an den Bergen von Aufgang und Untergang weilend [d. h. das ganze Firmament überspannend][?] ... [65] [Vers 66: ein Gleichnis vom „Mond des Bewusstseins“ und dem „Fleck des Nicht-Bewusstseins“, dessen Einzelheiten im Digitalisat zu stark verderbt sind, um rekonstruiert zu werden.] Nachdem er sechzehnhundert[?] Jahre verharrt hat, geht dieser Unfehlbare [Saṅkarṣaṇa] in jenen Erhabenen, den ewigen Vāsudeva, ein. [67] Denn zu jener Zeit gab es weder das Nicht-Sein (asat), noch gab es, o Weiser, das Sein (sat). [68] Sein und Nicht-Sein, [beides je] mit einer wunderbaren, eigentümlichen Erscheinungsweise des Mächtigen — [beides mündet in]: der untadelige höchste Brahman, Vāsudeva, bleibt [allein] bestehen.“ [69]

[Anm.: Höhepunkt des Kapitels — die sukzessive Rückauflösung der vier Vyūha-Manifestationen (Aniruddha → Pradyumna → Saṅkarṣaṇa → Vāsudeva) in den jeweils subtileren Vyūha, kulminierend in V.68, einer deutlichen wörtlichen Anklang-Formulierung an den berühmten vedischen Schöpfungshymnus Ṛgveda 10.129 („nāsad āsīn no sad āsīt tadānīm“ – „damals war weder Nichtsein noch Sein“). Dies ist eine eigene, unmittelbar aus dem hier vorliegenden Sanskrit-Digitalisat der Ahirbudhnya-Saṃhitā gefertigte Übersetzung; es handelt sich nicht um ein Zitat einer fremden Ṛgveda-Übersetzung, sondern um die eigenständige Verwendung derselben altehrwürdigen Wendung durch den Verfasser dieser Saṃhitā selbst. Mehrere Einzelheiten (Zeitangaben, das Gleichnis in V.65–66) sind wegen OCR-Verderbnis unsicher oder nicht rekonstruierbar und entsprechend mit [?] markiert bzw. ausgelassen.]

sā rātris tat paraṃ brahma tad avyaktam udāhṛtam │ ṣaṇṇāṃ yugānāṃ vijñānabalādīnām aśeṣataḥ ‖70‖ [V.71, Etymologie von „rātri“, stark verderbt] tad avyaktam iti jñeyaṃ samatvāt sama ucyate │ yā sā bhagavataḥ śaktir ahaṃtā sarvabhāvagā ‖72‖ aprthakvāriṇī sattā mahānandamayī parā │ saṅkarṣaṇādibhūmyantas tasyāḥ koṭyaṃśa īritaḥ [?] ‖73‖ [V.74, stark verderbt, nicht sicher rekonstruierbar] alakṣyā kāryataḥ śaktir dvedhā vibhajate bhidām [?] │ pratisaṃcarikāṃ śaktiṃ kriyāṃ sodarśanīṃ svakām ‖75‖ saṃhṛtiṃ śrayatī tāṃ tu sthitiṃ saṃkalparūpiṇīm │ indhanābhāvato jvālā vahnibhāvaṃ yathā gatā ‖76‖ brahmabhāvaṃ vrajaty evaṃ sā śaktir vaiṣṇavī parā │ nārāyaṇaḥ paraṃ brahma śaktir nārāyaṇī ca sā ‖77‖ vyāpyavyāptisaṃśleṣād ekaṃ tan mithunaṃ sthitau [?] │ saṅkarṣaṇodayo yāvad aṃhaḥ pauruṣam iṣyate │ tāvatī pauruṣī rātriḥ saṃhṛtākhilavastukā ‖78‖

„Jener Zustand ist die Nacht; er ist jenes höchste Brahman, er wird als das Unmanifeste (avyakta) bezeichnet — [wenn] von den sechs 'Zeitaltern', angefangen mit Erkenntnis (jñāna) und Kraft (bala) [d. h. den sechs Brahman-Qualitäten], [je ihre Gruppen] vollständig aufgelöst sind. [70] [Vers 71, eine Worterklärung des Begriffs „Nacht“ (rātri), ist im Digitalisat zu stark verderbt, um sicher rekonstruiert zu werden.] Dies ist als das Unmanifeste zu erkennen; wegen [seiner] Gleichförmigkeit wird es 'das Gleiche' (sama) genannt. Das ist jene Kraft des Herrn, [seine] Ich-heit (ahaṃtā), die alle Daseinsdinge durchdringt [72] — ein von ihm nicht getrennt bestehendes Sein (sattā), aus höchster Wonne bestehend, überragend; von ihr ist der Bereich von Saṅkarṣaṇa bis hinab zur Erde [nur] ein winziger Bruchteil [wörtl. 'Zehnmillionstel-Teil']. [73] [Vers 74 ist im Digitalisat zu stark verderbt, um sicher rekonstruiert zu werden.] Jene unsichtbare Kraft teilt sich, ihrer Wirkung nach, zweifach: [zum einen] in die Rückauflösungs-Kraft, [zum anderen bleibt sie] ihre eigene Sudarśana-Handlungskraft (kriyā). [75] Indem sie sich jenem Zustand der Zurückziehung (saṃhṛti) hingibt — der [gleichwohl noch] von der Art des [göttlichen] Entschlusses (saṃkalpa) ist —, [verhält sie sich] wie eine Flamme, die mangels Brennstoff in den bloßen Feuer-Zustand [zurück]geht [ohne zu erlöschen]. [76] Ebenso geht jene höchste vaiṣṇavische Kraft in den Brahman-Zustand ein; Nārāyaṇa ist das höchste Brahman, und jene Kraft ist Nārāyaṇī. [77] Durch die Verbindung von Durchdringendem (Nārāyaṇa) und Durchdrungenem (Nārāyaṇī) besteht jenes Paar [in der Rückauflösung] wie eines[?]. Solange die Zeitspanne bis zum [erneuten] Hervortreten Saṅkarṣaṇas als ein 'Puruṣa-Tag' gilt — so lange dauert die 'Puruṣa-Nacht', in der alle Dinge ohne Ausnahme zurückgezogen sind.“ [78]

[Anm.: Abschließende Definition der kosmischen „Nacht“ als Zustand ununterschiedenen Brahman-Seins, in dem die göttliche Kraft (Śakti/Nārāyaṇī) nicht vernichtet, sondern — wie eine erlöschende, doch nicht ausgelöschte Flamme — in ihren reinen Entschluss-Zustand zurückgezogen bleibt; zugleich Bestätigung der bleibenden, wenn auch untrennbaren Zweiheit von Nārāyaṇa und Nārāyaṇī auch im Zustand der vollständigen Auflösung. Mehrere Verse (71, 74) sind wegen extremer OCR-Verderbnis nicht rekonstruierbar und wurden ausgelassen bzw. nur dem Sinn nach angedeutet.]

iti śrīpāñcarātre tantrarahasye ahirbudhnyasaṃhitāyāṃ pratisaṃcaravarṇanaṃ nāma caturtho'dhyāyaḥ │ oṃ │ (āditaḥ ślokāḥ 270)

So endet im heiligen Pāñcarātra, dem Tantra-Geheimnis, in der Ahirbudhnya-Saṃhitā, das vierte Kapitel, genannt „Die Beschreibung der Rückauflösung“. Om. (Vom Anfang [des Werkes] an: 270 Verse.)

[Anm.: 270 − 192 (Ende Kap. 3) = 78 Verse in diesem Kapitel, in Übereinstimmung mit der fortlaufenden Verszählung.]

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