Śrī-Nārada [sprach]: »Alles wurde von dir dargelegt, o Erhabener, höchster Herrscher: das Sudarśana-Yantra, der Mantra selbst, o Herr, sowie die Erhabenheit, das Wesen und die Merkmale der Waffen, die Verehrung, die Vereinigung [Yoga] und insbesondere ihre eigentümliche Natur. In der Beschreibung der Gestalt wurde gesagt, [Sudarśana sei] mit sechzehn Armen [versehen] - wann, von wem, wozu und in welcher Weise soll [dies] vollzogen werden, sage mir das!« Ahirbudhnya [antwortete]: »Wenn Könige von Feinden mitsamt ihrem [Heeres-]Anteil überwältigt werden [?], wenn Städte niedergebrannt, das Heer der Könige in die Flucht geschlagen ist, wenn die Genüsse der jeweiligen Landesbewohner unterbunden sind, wenn das Reich, o großer Weiser, derart von Feinden bedrängt wird, wenn keine tragfähige Position mehr besteht [?] und der Feind unbeirrt [weiterkämpft] - dann soll er die sechzehnarmige, ungehinderte Form des Sudarśana anfertigen lassen.«
Rahmen: Nārada fragt nach Anlass und Zweck der zuvor erwähnten sechzehnarmigen Sudarśana-Form. Antwort: sie ist für die äußerste politisch-militärische Notlage eines Königreichs bestimmt (Städtebrand, Heeresflucht, Belagerung). Einige Formulierungen (ṣaḍbhāgasamanvitaiḥ, sthitāvanupapannāyāṃ) OCR-unsicher, mit [?] markiert.
[Beschreibung der sechzehnarmigen Sudarśana-Gestalt:] Er ist unermesslich, unbegrenzbar, jenseits von Sprache und Denken, von roter Farbe, erhabener Gestalt, ein gelbes Seidengewand tragend, mit Haaren, blitzbündelgleich, aufwärts gerichtet, mit drei goldbraun-schimmernden, furchterregenden Augen, dessen Anblick Feuer zu entfachen scheint [?], geschmückt mit einem klingenden Glöckchennetz und einem Gürtelband, mit herabhängendem Hüftgewand und einem flammenden Schwert, eine Glöckchengirlande tragend, die von Bienenschwärmen ertönt, mit einer bis zu den Füßen herabhängenden göttlichen [Girlande], mit Perlen und Edelsteinen geschmückt, den Lotos-Fuß durch klirrende Fußreifen geschmückt; mit Halsketten, Armreifen, Ohrgehängen und [Stirn-]Krone geschmückt, mit anderen bunten, edelsteinbesetzten Ornamenten versehen. Der Reihe nach Diskus, Axt, Lanze, Stab und Elefantenstachel, Pfeile, Śataghnī-Geschosse, Schwert und Speer tragend, mit den langen, aufwärtsgerichteten acht rechten Händen, mit den linken der Reihe nach Muschelhorn, Bogen, Fessel, Pflug und Keule, dazu Keule, Streitkolben und Dreizack - diese furchtbaren [Waffen] tragend, zum Schutz der ihm Zugehörigen von gewaltigem Zorn umgeben, mit gerunzelter, verzogener, schreckenerregender Braue, gleich der Sonne bei der Weltauflösung dastehend, glanzumstrahlt, in der Gestalt des Kālāgnirudra dieses Universum vernichtend. So soll man den zeit-wesenhaften, hochglänzenden Sudarśana meditieren; der König wird durch bloße Meditation darauf im Augenblick feindlos; es gibt für seine Feinde überhaupt keinen Bestand mehr auf Erden. Wo immer [solche Bilder] aufgestellt sind, gehen die Feinde dort zugrunde. Ohne diesen zu verehren, werden Könige, selbst von unermesslicher Kraft, von Feinden überwältigt und glanzlos.
Vollständige Ikonographie der Kriegs-/Schreckensform des sechzehnarmigen Sudarśana (Kālāgnirudra-artig), mit detaillierter Waffen- und Schmuckbeschreibung; Meditationsfrucht: Feindlosigkeit des Königs. Mehrere Einzelworte (dṛṣṭāparasphuṭārakṣyadṛṣṭānniṣṭhdhūtapāvakam) durch OCR schwer entstellt, sinngemäß mit [?] wiedergegeben.
Wer sich ihm mit Hingabe hingibt, auf eben dem zuvor genannten Weg - sei es durch die äußere oder innere, ›Yoga‹ genannte Methode, sei es durch Nyāsa - der wird hier und im Jenseits glücklich, kein Zweifel. Śrī-Nārada [fragte]: »Sowohl der äußere als auch der innere Yoga wurde von dir mir zuvor dargelegt; das andere Mittel, genannt Nyāsa, das du erwähnt hast, sage mir das, o großer Herrscher!« Ahirbudhnya [antwortete]: »Diese große Upaniṣad ist selbst für die Götter schwer erlangbar, gewährt die erwünschten Ziele, ist köstlich, vernichtet alle Sünden. Sie darf niemals irgendjemandem, der nicht hingegeben ist, mitgeteilt werden; da du aber mein beständiger Anhänger bist, werde ich sie aus Wohlwollen darlegen. Was ein Wunschbegehrender nicht [erlangen kann], was durch andere Mittel unerreichbar ist, was der nach Befreiung Strebende weder durch Sāṃkhya noch durch Yoga noch durch Hingabe allein [erlangt] - jenes höchste Reich, von dem aus man nicht wiederkehrt, eben dieses wird, o großer Weiser, durch Nyāsa allein erreicht; und eben dadurch wird auch der höchste Geist, der Puruṣottama, erlangt. Sechsfach nämlich bezeichnen die Vedakundigen dies, o großer Weiser: der Entschluss zur Zuträglichkeit, das Meiden des Abträglichen, das Vertrauen ›er wird mich beschützen‹, das Erwählen [Gottes] als Beschützer, die Selbsthingabe und die demütige Bitte - sechsfach ist die Zuflucht-Nahme (śaraṇāgati). Das Wort ›Zuflucht‹ (śaraṇa) bezeichnet sowohl das Mittel als auch den Beschützer; gegenwärtig wird es hier allein im Sinne des Mittels verwendet. [Formel der Selbsthingabe:] ›Ich bin eine Herberge der Vergehen, mittellos, ohne anderen Zufluchtsort; du allein sollst mir zum Mittel werden‹ - diese Bittgesinnung wird ›Zuflucht-Nahme‹ genannt; sie soll bei diesem Gott angewandt werden.
Zentrale Prapatti/Śaraṇāgati-Doktrin: Einführung von Nyāsa als eigenständigem, allen anderen Heilswegen (Sāṃkhya, Yoga, Bhakti) überlegenem Mittel; die klassische sechsfache Definition der Selbsthingabe (ānukūlya-saṃkalpa, prātikūlya-varjana, rakṣiṣyati-viśvāsa, goptṛtva-varaṇa, ātma-nikṣepa, kārpaṇya) sowie die Formel der Selbsthingabe. Eine der frühesten systematischen Darlegungen dieser später zentralen Pāñcarātra-/Viśiṣṭādvaita-Lehre.
[Zu Sudarśana gerichtete Prapatti-Mantra:] »O Erhabener, Allsiegender, Tausendspeichiger, Unbesiegter! Ich nehme Zuflucht zu dir, dem glückspendenden, glanzreichen Sudarśana.« Durch eben diesen [Mantra], wenn man sich dem Erhabenen Sudarśana hingibt, gehen alle mit ihm verbundenen Sünden ohne Zweifel zugrunde, die der Fruchtentstehung entgegenstehen. Von diesem [Menschen] sind, o Bester der Asketen, im Augenblick alle Askesen, alle Pilgerorte, alle Opfer und alle Gaben vollzogen worden; von ihm ist auch die Erlösung vollbracht - sie liegt zweifellos in seiner Hand.« Śrī-Nārada [fragte]: »Wie werden Askesen, Opfer und Pilgergaben allesamt allein durch dessen Nyāsa in gleicher Weise vollbracht, o Herr?« Ahirbudhnya [antwortete]: »Von allen Askesen, die für das höchste Heil vorgeschrieben sind, gilt Nyāsa als die diese Askesen [noch] übertreffende Askese. Wer die Hingabe (nyāsa) seiner selbst mit dem Wort ›Verehrung‹ (namas) an den Gott vollzogen hat - [ihm gleich] den Opfern, die Brennholz und dergleichen als Mittel haben - der wird als ›[Vollzieher] seines eigenen Opfers‹ (svādhvara) bezeichnet.
Der eigentliche Prapatti-Mantra an Sudarśana sowie die Lehre von Nyāsa als der alle Askese, Wallfahrt, Opfer und Gaben übersteigenden, sie alle in sich einschließenden Handlung. Die abschließende Formulierung (nyāsam ātmanaḥ ... svādhvara) bezieht sich, laut editorischer Fußnote der Quelle, auf ṚV 6.1.2.9 (Devanagari-Zitat der Quelle hier nicht reproduziert, da bloße editorische Quellenangabe).
Er, der durch sich selbst als Mittel der Entsagung den zu erkennenden Herrn [erkennbar machte, indem er] diese Riten zuerst opferte - so haben wir gehört. Wer den Gott, der die Gestalt des Opfers trägt, durch sich selbst allein verehrt - von diesem, dem großen Wesen, sind hiermit alle Opfer vollzogen. Der Körper dieses opfergestaltigen Gottes gilt als der Opferaltar; sein Antlitz ist [gleichsam] das āhavanīya-Feuer, [ein anderer Körperteil] das dakṣiṇa-Feuer; sein Bauch ist, wie die Schrift lehrt, das gārhapatya-Feuer. Der Opferherr ist das Denk-Prinzip, die Erkenntniskraft wird als seine Gattin bezeichnet; die ihm als Vorreiter dienenden, von ihm rezitierten Veden werden [als seine Priester] bezeichnet. Seine Körperhaare gelten als das Opfergras, sein Lebenshauch als Opfergabe; die Soma-Pressungen gelten als seine Kopf-, Mittel-, Glied- und Fuß-Bereiche. Seine zehn Opferwerkzeuge sind seine Erkenntnis- und Handlungsorgane; die sechzehn Priester dieses Gottes, o großer Weiser, sind seine sechzehn Arme. Der Entschluss, die Hingegebenen zu schützen, ist die Initiation (dīkṣā) des Gottes, o Nārada; der Klang von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda gilt als sein Schmuck-Klirren. Wahrhaftig, sein Erbarmen ist die Opfergabe (dakṣiṇā) dieses Gottes. Opferlöffel, Streulöffel und Gussstab, ebenso das Reinigungstuch, die Besprengungsgefäße, die beiden Schöpfgefäße, das Wissens-Holzgefäß und ebenso [weitere] Holz- und Metallgefäße, die Trinkschale und der Streuer, das Mahlwerk für den Speisebrei, das Butter-Schöpfgefäß, das Feuerbohr-Holz und das Zerteil-Messer - all dies findet sich, der Reihe nach zugeordnet, in den Kräften/Gliedern dieses Gottes, angeführt vom Cakra. Wer diesen so Gestalteten verehrt hat, dessen sämtliche Sünden sind ausgelöscht; er ist, ohne Zweifel, einer, der das Opfer[-Ritual bereits] vollzogen hat.
Ausführliche allegorische Identifikation des Gottes/seines Körpers mit sämtlichen Elementen des vedischen Opferrituals (Altar, drei Feuer, Priesteramt, Opfergeräte, Dakṣiṇā) - Begründung dafür, warum die bloße Verehrung des Gottes alle Opferpflichten erfüllt. Mehrere Gerätenamen (Zeile 46-48) unsicher rekonstruiert, da Aufzählung altertümlicher Ritualutensilien mit starker OCR-Beschädigung; Gesamtsinn (Zuordnung von Opfergeräten zu Götterkräften) jedoch klar.
So gestalten Könige oder auch Minister diesen vielförmigen Sudarśana [dar], ohne ihn jedoch [durch Verehrung] zu festigen [aufzustellen] - ihr Wohlstand geht sogleich zugrunde, sie werden von Feinden gedemütigt; aus Mangel an Verehrung fallen sie aus ihrem Reich und werden lange bedrängt. Das eigene Reich wird, o großer Weiser, mit den Verfehlungen des Brahmanenmords und dergleichen befleckt, wenn [der König um diese Lehre] nicht weiß - so spricht die barmherzige Schrift [?, Zeile unsicher]. Wer den Herrn Sudarśana, nachdem er [dessen] Festigung [durch die vorgeschriebenen Weihegaben] mit Hingabe vollzogen hat, verehrt, dessen Wünsche werden im Augenblick erfüllt, und die Vernichtung seiner Gegner tritt ein. So [endet] in der ehrwürdigen Pāñcarātra-Tantrarahasya, der Ahirbudhnya-Saṃhitā, das Kapitel mit dem Namen ›Die Darlegung des Nyāsa, auch Prapatti genannt‹, das 37. Kapitel. Oṃ. (Von Anfang an: 2376 Verse.)
Abschluss: Konsequenzen der Vernachlässigung der Sudarśana-Verehrung (Reichsverlust, Brahmanenmord-Verschuldung) sowie abschließende Segensverheißung. Kolophon bestätigt 2376 Verse seit Werksbeginn (57 Verse in diesem Kapitel).