Paṭala 42: atha nivartakāstraprayogāvasaravarṇane kāśīrāja-śrutakīrtyupākhyānavarṇanaṃ nāma dvicatvāriṃśo'dhyāyaḥ
Die Beschreibung des Anwendungsanlasses des Nivartaka-Astras, mit den Beispielerzählungen von König Kāśīrāja und König Śrutakīrti (42. Kapitel)
Vollständig übersetzt (zwei Beispielerzählungen: König Kāśīrāja/Kṛṣṇa-Kṛtyā und König Śrutakīrti von Saurāṣṭra/Eroberung der Gandharva-Stadt Svastika). Quelle: Archive.org in.ernet.dli.2015.322565, Band 2. Der Quelltext ist in diesem Kapitel stark OCR-beschädigt; zahlreiche Lesarten wurden nach wahrscheinlichem Sinn rekonstruiert und mit [?] markiert.
[Zunächst die Fragen nach Ursprung, Gottheit, Zweck, Kraft und Meditationsobjekt der Glieder-Mantras] Śrī-Nārada [sprach]: Herr, Kenner alles Dharma, von allen Wesen verehrt! Was auch immer von uns [noch] gehört werden sollte, all das [wünschen wir] vollständig. Dies möchte ich jetzt [wissen] – sage mir, was mir im Sinn feststeht: Woher [kommt] der Ursprung der Glieder-Mantras (aṅga-mantras), und welches ist ihre Gottheit? Wozu, von welcher Art [ist ihre] Kraft, was [ist ihr] Meditationsobjekt – sage denn. [Beginn der Antwort auf die gestellte, wenn auch höchst geheime Frage, aus Gnade] Ahirbudhnya [sprach]: Höre aufmerksam dies überaus geheime, vortreffliche [Wissen]. [Antwort auf die Ursprungsfrage] Aus mir, aus dem durch das große Mantra verfeinerten Ātharvaṇa-[Teil] des Veda, wurde dieses sechssilbige [Mantra] emporgehoben wie der Kaustubha-Juwel aus dem Ozean. So wurden daraus auch alle diese [übrigen] Mantras emporgehoben, Weiser. [Antwort auf die Gottheitsfrage] Der Gott Sudarśana selbst ist die Gottheit auch der Glieder-Mantras. [Antwort auf die Zweckfrage] Für den dem großen Sudarśana-Mantra Ergebenen ist die Verehrung der Glieder das Höchste; ihre Aufgabe [erfüllt sich dadurch]. [Antwort auf die Kraftfrage] Durch das sechssilbige [Mantra] ebenso [entstehen] diese Kräfte im Kampf. [Antwort auf die Meditationsobjekt-Frage] Ihr achtarmiger Gott, in der zuvor beschriebenen Gestalt, ist zu meditieren. Alles ist dargelegt – was möchtest du sonst noch hören?
Rekapitulation früher gelehrten Stoffs (Herkunft/Gottheit/Zweck/Kraft/Meditationsobjekt der aṅga-Mantras aus dem sechssilbigen Sudarśana-Grundmantra) als Auftakt zur eigentlichen neuen Frage nach dem Nivartaka-Astra.
[Frage nach dem Anlass der Anwendung des Nivartaka-Astras] Śrī-Nārada [sprach]: Herr, überaus Freigebiger, Kenner des Rückzugs, Schatz des Mitleids! Du, dessen Sinn auf unwandelbares Wissen und Handeln [gerichtet ist], Ozean allumfassenden Wissens – über Mantra, Kraft, Ritual usw. des großen Sudarśana-Yantra hast du, Allherr, im Einzelnen dargelegt, was zu sagen war. Der Ursprung der vorwärtstreibenden (pravartaka) Astras wurde zuvor erklärt, ebenso ihre Eigengestalt, Kraft und Anwendung, Glanzvoller. Doch der zurücktreibenden (nivartaka) [Astras] Anwendung – wann, wo, bei welcher Gelegenheit, Held? Diesen meinen höchsten Zweifel solltest du hier zu zerschneiden vermögen. [Das Versprechen, dies zu beantworten] Ahirbudhnya [sprach]: Höre aufmerksam den Anlass der Anwendung, Weiser, während ich dir die zurücktreibenden Astras recht erkläre. [Die eigentliche Erzählung des Anwendungsanlasses] Wenn man, durch von einem Feind angewandte göttliche Astras und die von ihm bewirkte schwarze Magie (abhicāra), in große Bedrängnis gerät – dann soll man das [als den Anlass] erkennen, Schatz der Askese. [Frage nach dem Mittel, den Befall durch fremde schwarze Magie zu erkennen] Śrī-Nārada [sprach]: Woran erkennt man den Befall durch fremde schwarze Magie (parābhicāra) – bei Königen, Ministern, und ebenso auch bei anderen Menschen?
[?] Vers 8 (,acalajñānakriyāśaya...') ist im Quelltext stark OCR-beschädigt; Rekonstruktion nach wahrscheinlichem Sinn, nicht wortwörtlich gesichert.
[Die Bestimmung der Zeichen als Mittel zu diesem Erkennen] Ahirbudhnya [sprach]: An diesen Kennzeichen wird die durch schwarze Magie [bewirkte] Beeinträchtigung der Könige erkannt: eine plötzlich einsetzende, furchtbare, für alle wahrnehmbare Veränderung. Ohne ersichtlichen Grund sterben Pferde, Elefanten und andere [Tiere]; der König selbst wird, von schwerer Krankheit ergriffen, gequält. In seinem Reich fallen [Blitze] mit furchtbarem Grollen; das Vieh geht zugrunde, das Land trägt nur spärliche Ernte. Wiederholt ereignen sich in seinem Reich böse Vorzeichen (utpātas); auch die Königinnen jenes Herrschers werden von schwerer Krankheit ergriffen. Termitenhügel entstehen im Palast, am Tor, in der Halle; große Meteore fallen unter furchtbarem, grollendem Getöse. Die Minister geraten aus Eifersucht in Streit miteinander; nachts erstrahlt, wolkenlos, ein furchtbarer Indra-Bogen [Regenbogen/Lichthof, als böses Omen]. Hier und dort entsteht in der Stadt heftige Feuersangst; unaufhaltsam dringen Schakale ins innerste Gemach ein. Zur Dämmerung, an beiden [Tageszeiten], schreien sie mißtönend in [alle] Richtungen; nachts belagern übermütige Feinde die Stadt. [Der König selbst] weiß, wie betäubt und ohnmächtig, nicht mehr, was zu tun und was zu lassen ist; selbst im Traum sieht er sich kahlgeschoren, in blaue Gewänder gehüllt, auf einem Wagen oder auch einem Esel in die Südrichtung ziehend. An diesen und ähnlichen Zeichen soll man die von einem Rivalen bewirkte schwarze Magie erkennen.
[Anm.: Der ,Indra-Bogen ohne Wolken' (aindraṃ dhanuḥ nirabhram) bezeichnet vermutlich einen Regenbogen oder Lichthof ohne Regenwolken – ein klassisches Unheilsvorzeichen (utpāta) in der Sanskrit-Omenliteratur; die Südrichtung gilt traditionell als Richtung des Totengottes Yama und damit als Todesvorzeichen im Traum. [?] Mehrere Einzelverse dieser Omenliste sind im Quelltext stark OCR-beschädigt und nach wahrscheinlichem Sinn rekonstruiert.
[Wenn die von einem Rivalen bewirkte Zaubergestalt (kṛtyā) eindringt, Vernichtung des Reiches] Wenn die von einem Rivalen angewandte Kṛtyā in den König eindringt – sobald man sie erblickt, vernichtet sie ihn zweifellos schnell. Söhne, Minister und die Hauptkönigin ebenso wie die Stadt – mit feuerflammendem, spielendem Antlitz vernichtet sie alles augenblicklich. [Zur Abwehr fremder schwarzer Magie: die Vorschrift der Verehrung Sudarśanas zusammen mit dem Nivartaka-Astra] Wenn so der König selbst durch fremde schwarze Magie bedrängt wird, soll er den glanzvollen Herrn, zusammen mit dem Nivartaka-Astra, in Cakra-Gestalt, mit Hingabe zufriedenstellen – mit Silber, Gold oder Kupfer [gefertigt]. Nachdem er ein Sudarśana-Bild samt dem Nivartaka [-Astra] hat anfertigen lassen, soll er es verehren; oder, auf ein Tuch gemalt, soll er ihn, die drei Welten erfüllend, meditieren. So – durch [das bloße] Anfertigen, durch Meditation, durch Verehrung, durch Verneigung, durch [feierliche] Aufstellung oder durch Hymnus – soll der König den Gott zufriedenstellen. Ebenso mögen auch andere Menschen, Weiser, es mit einer Girlanden[-opferung] tun. [Der zufriedene Sudarśana verbrennt die fremde schwarze Magie] Dann verbrennt jener zufriedene, anfang- und endlose, alldurchdringende Herr durch bloße Gunst die vom Feind bewirkte, aus Selbstüberhebung [entstandene] schwarze Magie augenblicklich zu Asche, selbst wenn sie [bereits] angewandt wurde – der Herrscher der göttlichen [Rückzugs-]Astras wirkt dies durch seine Kraft. [Vernichtung der vom Feind gesandten Kṛtyā und ihres Absenders] Die vom Feind gesandte, überaus furchtbare, angelangte Kṛtyā aber hält jener Cakra-gestaltige Herr der Welt selbst zurück und verwandelt danach auch ihren Absender zu Asche.
[Die Beispielerzählung von König Kāśīrāja] Ebenso soll ein König namens Kāśīrāja, in Vārāṇasī wohnend, den Mahādeva Viśveśvara verehrt haben und, gesammelt, [doch] aus Feindseligkeit gegen Kṛṣṇa [?] getrieben, verblendet, eine Kṛtyā erzeugt haben. Diese erzeugte Kṛtyā war furchterregend, schrecklich anzusehen. Als sie Dvārakā erreicht hatte, zog sie gegen die beiden Kṛṣṇas [Kṛṣṇa und Balarāma]. Als der Herr sie herannahen sah, mit feuerflammendem, spielendem Antlitz, entsandte er den unübertrefflichen Sudarśana. Als sie diesen, einem tausendfachen Sonnenaufgang gleich, herannahen sah, floh sie, von Furcht ergriffen, denselben Weg zurück zu ihrem Absender. Nachdem er sie, jenen König von Kāśī, und ebenso [seine] Stadt getötet [vernichtet] hatte, kehrte das Cakra, von großem Glanz, wieder an Viṣṇus Seite zurück. [Nun die Beispielerzählung von Śrutakīrti] Höre nun von mir eine weitere, einst geschehene Geschichte.
[?] Der Beweggrund des Königs von Kāśī (,kṛṣṇodvegena', ,aus Erregung/Feindseligkeit gegen Kṛṣṇa') ist im stark OCR-beschädigten Quelltext nicht mit letzter Sicherheit zu verifizieren; die grundsätzliche Handlung (ein feindlich gesinnter König erzeugt eine Kṛtyā gegen Kṛṣṇa, die vom entsandten Sudarśana-Cakra zurückgeschlagen wird und Absender samt Stadt vernichtet) ist jedoch eindeutig.
[Die rechtmäßige Herrschaft König Śrutakīrtis über die von sieben Kontinenten umschlossene Erde] Es war ein König bekannt als Śrutakīrti, Gebieter von Saurāṣṭra, wohnhaft in der Stadt namens Bhadrāśva, ein Zermalmer der Feinde, ausgestattet mit Elefanten, Pferden und Wagen, mächtig, Vāsava [Indra] gleich, dem großen Sudarśana-Mantra ergeben, überaus rechtschaffen. Höchste Hingabe zu Sudarśana hegend, der Verehrung zugetan, genoss er durch dessen Gnade die von sieben Kontinenten umschlossene Erde. [Der Zug des einen anderen Weltbereich zu erobern trachtenden Heeres zur Gandharva-Stadt Svastika, vorangegangen von der Verehrung Sudarśanas] Um einen anderen Weltbereich zu erobern, richtete Śrutakīrti damals seinen Sinn; begleitet von einem vierfachen Heer, nachdem er Sudarśana verehrt hatte, bestieg der überaus Mächtige einen wunderbaren, nach Wunsch dahineilenden Wagen; dann brach er, mit einem Segen ausgestattet, zunächst in den Luftraum auf. [Die Beschreibung jener Stadt] Dort [lag] die weite Gandharva-Stadt namens Svastika, allein durch [den Gandharva] Vīṇāvinodana [,Lautenspiel-Vergnügen'] beherrscht, von höchstem Glanz – durch ihre eigene Ringmauer die anstürmenden Feindsoldaten abwehrend, ringsum von einem nie erlöschenden Feuer umgürtet; mit den schönsten goldenen, juwelenbesetzten Torbauten geschmückt, von Juwelenpalästen umgeben, erfüllt vom Klang des Gesangs; durch Flugwagen (vimānas) an Glanz reich, durch himmlische Haine geschmückt, auch von goldenen Lotusteichen, Seen und Flüssen umsorgt; von Göttinnen bedient und von Apsaras aufgewartet, stets von Gandharvas, Kinnaras, Siddhas und Cāraṇas erfüllt. [Die Belagerung jener Stadt durch den kampfbegierigen Śrutakīrti] Eine solche Stadt belagerte der von seiner Kraft übermütige König, um gegen Vīṇāvinodana zu kämpfen, damals mit einem großen Heer.
[Der Gandharva-König sendet ein Heer] Als der Gandharva-König von der Belagerung durch Menschen hörte, lachte er und sandte ein Heer von Siddhas und Gandharvas. [Dort kommt es zu einer wilden Schlacht] Jenes Heer kämpfte, ohne seinen König selbst, mit scharfen Pfeilen; jene große, wilde, haarsträubende Schlacht entbrannte. [Śrutakīrti schlägt das Gandharva-Heer in die Flucht] Da schlug der König durch seine Tapferkeit das feindliche Heer in die Flucht; das Gandharva-Heer erreichte, von Furcht überwältigt, wieder seine eigene Stadt. [Der erzürnte Gandharva-König zieht selbst in die Schlacht] Als er dies hörte, bestieg der überaus erzürnte Vīṇāvinodana selbst einen großen Wagen und zog mit seinen Soldaten aus. [Der acht Tage währende Kampf zwischen dem Gandharva-König und Śrutakīrti] Da entstand zwischen den beiden ein Kampf wie zwischen Vṛtra und Vāsava; ihre Soldaten schlugen einander mit vielfältigen Pfeilen. Dort war der Himmel auf beiden Seiten von Pfeilwolken verhüllt; weder Sieg noch Niederlage gab es für die beiden, kein Ende. So dauerte es acht Tage, gleichförmig und furchtbar. [Der König durchtrennt Bogen usw. des Gandharva-Königs und schlägt dessen Heer in die Flucht] Da durchtrennte der König den Bogen des Gandharva-Königs, ebenso Banner, Schirm und Pferde mit treffsicheren Pfeilen; er trieb dessen gesamtes Heer in alle Richtungen auseinander. [Die Verzweiflung des Gandharva-Königs] Als der Gandharva-König sah, dass sein Heer durch Pfeile [der Menschen] unbezwingbar [geschlagen war], verzweifelte er, sein eigenes Heer von Menschen besiegt sehend. [Der Gandharva-König setzt das Gandharva-Astra gegen das menschliche Heer ein] ,Mit göttlichen Astras werde ich ihn vernichten' – so denkend, schleuderte der überaus Glanzvolle das Gandharva-Astra gegen jenes menschliche Heer. [Dadurch wird das menschliche Heer betört] Allein dadurch wurde Śrutakīrtis gesamtes Heer betört; durch die Macht des Gandharva-Astra-Klangs verharrte es [regungslos] mitten in der Schlacht – doch durch die Macht Sudarśanas erreichte das göttliche Astra jenen Stier [unter den Königen, d.h. Śrutakīrti selbst] nicht. [Da Śrutakīrti dem nicht entgegenzuwirken vermag, berichtet er seinem Hauspriester das Geschehene] Śrutakīrti, damals mangels Übung in den göttlichen Astras nicht imstande, [dem] entgegenzuwirken, begab sich zu seinem Hauspriester; der König berichtete jenem Priester das Geschehene.
[Der Hauspriester lehrt, unter Anweisung zur Zuflucht bei Sudarśana, sämtliche Astra-Mantras] Der Rechtskundige, der überaus Waffenkundige, sprach zu ihm: ,Śrutakīrti, fürchte dich hier nicht – nimm allein bei jenem Zuflucht, dem Gott, der die Not der sich Verneigenden nimmt, der die Sudarśana-Gestalt trägt, der Ursprung aller ausnahmslos göttlichen Astras, der höchste Herr. In dieser Gestalt – ein großes Rad mit vierundsechzig Speichen, mit Radkranz und Nabe versehen – meditiere den Gott inmitten, o König, zweiundsechzigarmig, überaus furchtgebietend, das höchste Vernichtungs-Astra tragend. Nachdem du so meditiert und dieses Mantra rezitiert hast, blicke auf dein Heer.' So lehrte er ihm sämtliche Astra-Mantras vollständig. [Śrutakīrti, nun dazu befähigt, zieht wieder in die Schlacht] Nachdem er die Mantras, sowohl die vorwärtstreibenden als auch die zurücktreibenden, empfangen hatte, kehrte jener siegreiche König wieder zur Schlacht zurück. [Er befreit sein eigenes Heer von der Betörung] Nachdem er den Gott meditiert und das Mantra rezitiert hatte, blickte er auf sein eigenes Heer [und befreite es dadurch von der Betörung].
[?] Die genaue Bedeutung von ,pratigṛhyālikhān' im Zusammenhang mit der Mantra-Übergabe ist im OCR-Text unsicher; sinngemäß als ,nachdem er die Mantras empfangen hatte' wiedergegeben.
[Śrutakīrtis Sieg in der erneuten Schlacht und die Unterwerfung der Gandharva-Welt] Nachdem er wieder zu Bewusstsein gekommen war, begann er die große Schlacht; wieder entbrannte der Kampf zwischen beiden Heeren. Nachdem der König mit göttlichen Astras Vīṇāvinodana im Kampf besiegt hatte, machte er sich, als kraftvoller Weltenherrscher (cakravartin), jene Welt untertan. [Die Rückkehr in seine eigene Stadt] Dann erreichte er, begleitet von Siddhas, Gandharvas, Kinnaras und Cāraṇas, wieder mit dem Glanz des Sieges seine eigene Stadt namens Bhadrāśva, und herrschte über seine Erde, wie der Herr der Götter über den Himmel. [Erstaunt über Sudarśanas Macht, berät er sich wieder mit dem Hauspriester] Der lotusäugige König, an die Macht Sudarśanas erinnert, seinen Sinn voll Staunen, begab sich zu seinem Hauspriester, [strahlend] wie ein loderndes Feuer, und beriet sich mit ihm folgendermaßen: [Er erklärt, dass sein Wohlstand allein der Gnade des Herrn entstammt] ,Durch die Gnade des Gottes ist diese meine Erde, umgürtet vom Ozeansaum, heute in meine Gewalt gelangt; ebenso, meine ich, [ist mir] auch der andere Weltbereich [zuteilgeworden] – der Gott ist mir gegenüber allein gnadenvoll zugewandt.' [Er erklärt, dass für ihn, durch die Gnade des Herrn, kein Zweifel an der Erlangung der Erlösung besteht] ,Mir, der ich Furcht vor dem Saṃsāra hege, wird dieser cakragestaltige [Gott] die Erlösung (apavarga) gewähren – daran habe ich nicht den geringsten Zweifel; darum wollen wir fortan den höchsten Gott verehren.' [Der Hauspriester weist den König an, Sudarśana feierlich aufzustellen] Als der König so gesprochen hatte, sprach der hochherzige Hauspriester zu ihm mit gefalteten Händen: ,Lass einen prächtigen, vielfarbig bekrönten Flugpalast (vimāna) mit Cakra-Sockel errichten, ausführbar, wie es sich gehört; stelle hier, inmitten eines schönen Rades, die zweiundsechzigarmige [Gestalt] samt dem Nivartaka-Astra, in der zuvor beschriebenen Form, reich geschmückt, auf – verehre Sudarśana, zur Erlangung allen Erfolgs.' [Der König handelt entsprechend] So angewiesen, nahm der König jene sinnvolle Rede an; kundig im Ausführen des Auszuführenden, ließ er es ebenso in jener Stadt vollziehen. [Zu diesem Zweck ordnet der König den Lebensunterhalt für die Brahmanen] Er [schenkte] hundertzwanzig Brahmanen ringsum vom Gotteshaus [Land]; danach, nachdem er sie angesiedelt hatte, gab er ihnen viel Reichtum und viel Land. Nachdem er den Gott mit Pracht ausgestattet hatte, freute sich der König, seine Wünsche erfüllt. [Daraufhin erlangt er durch die Gnade des Herrn das höchste Menschenziel] Indem er dort Tag für Tag den überaus kostbar Verehrten [Gott] verehrte, seine sämtlichen Wünsche erfüllt, erlangte er alsbald, von aller Bindung befreit, durch dessen Gnade den höchsten Zustand [die Erlösung]. So im ehrwürdigen Pāñcarātra, im Tantra-Geheimnis, in der Ahirbudhnya-Saṃhitā, das Kapitel betitelt ,Die Beschreibung des Anwendungsanlasses des Nivartaka-Astras, mit der Erzählung von König Kāśīrāja und König Śrutakīrti' – das zweiundvierzigste Kapitel. Om. (Von Anfang an Verse: 2673)
[?] Die Zahl ,śataṃ viṃśatyadhikaṃ' (,hundertzwanzig') für die beschenkten Brahmanen ist im stark beschädigten Quelltext unsicher rekonstruiert.