Mit den Kühen möge dich der Stier beschützen, der Bulle möge dich mit den Rennpferden beschützen; Vāyu möge dich mit dem Brahman beschützen, Indra möge dich mit den Indra-Kräften beschützen.
Soma möge dich mit den Pflanzen beschützen, mit den Sternen möge dich Sūrya beschützen; vor den trügerischen Mächten [Anm.: mādbhyaḥ, Bedeutung unsicher] möge dich der Vṛtra-tötende Mond beschützen, der Wind möge dich mit dem Atem behüten.
Wort für Wort
somas
Soma (Nom.Sg.)
tvā
dich (Akk.Sg.)
pātv
möge beschützen (3.Sg.Imp.)
oṣadhībhir
mit den Pflanzen (Instr.Pl.)
nakṣatraiḥ
mit den Sternen (Instr.Pl.)
pātu
möge beschützen (3.Sg.Imperativ)
sūryaḥ
Sūrya (Nom.Sg.)
mādbhyas
vor den trügerischen Mächten [?] (Abl.Pl., unsicher)
tisro divas tisraḥ pṛthivīs trīṇy antarikṣāṇi caturaḥ samudrān trivṛtaṃ stomaṃ trivṛta āpa āhus tās tvā rakṣantu trivṛtā trivṛdbhiḥ
Drei Himmel, drei Erden, drei Lufträume, vier Meere, den dreifachen Lobgesang – dreifach, sagt man, sind die Gewässer; sie sollen dich mit dem Dreifachen dreifach beschützen.
Wort für Wort
tisro
drei (Akk.Pl.f.)
divas
Himmel (Akk.Pl.)
tisraḥ
drei (Akk.Pl.f.)
pṛthivīs
Erden (Akk.Pl.f.)
trīṇy
drei (Akk.Pl.n.)
antarikṣāṇi
Lufträume (Akk.Pl.n.)
caturaḥ
vier (Akk.Pl.m.)
samudrān
Meere (Akk.Pl.)
trivṛtaṃ
den dreifachen (Akk.Sg.m., Kompositum: tri 'drei' + vṛt 'gewunden, -fach' → dreifach)
Drei Himmelsgewölbe, drei Meere, drei Lichtbereiche und drei Höchste Räume [Anm.: bradhna, vaiṣṭapa – kosmologische Bezeichnungen unsicherer Bedeutung], drei Mātariśvan, drei Sonnen bestimme ich dir als Hüter.
Mit Schmalz besprenge ich dich, Agni, dich mit Butterschmalz stärkend; nicht sollen die Trugvollen den Lebensatem Agnis, des Mondes, der Sonne mir schädigen.
Nicht sollen die Trugvollen euren Einatem, nicht euren Ausatem, nicht eure Glut schädigen; strahlend, alles wissend, ihr Götter, eilt uns mit göttlicher Kraft zu Hilfe!
Mit dem Atem verbindet sich der Wind mit Agni, durch den Atem ist er mit ihm vereint; durch den Atem haben die Götter die nach allen Seiten gewandte Sonne erzeugt.
Wort für Wort
prāṇenāgniṃ
mit dem Atem, Agni (Instr.+Akk., Sandhi)
saṃ
zusammen (Verbpräfix)
sṛjati
verbindet sich (3.Sg.Präs.)
vātaḥ
der Wind (Nom.Sg.)
prāṇena
durch den Atem (Instr.Sg.)
saṃhitaḥ
vereint (Nom.Sg.m., PPP)
prāṇena
durch den Atem (Instr.Sg.)
viśvatomukhaṃ
die nach allen Seiten gewandte (Akk.Sg.f., Kompositum: viśvataḥ 'nach allen Seiten' + mukha 'Gesicht, Antlitz' → allseits gewandt)
Durch Lebenskraft lebe unter den Lebenschaffenden, lebe langlebig, stirb nicht; durch den Atem lebe unter den Beseelten, gerate nicht in die Gewalt des Todes.
Wort für Wort
āyuṣāyuḥkṛtāṃ
durch Lebenskraft, der Lebenschaffenden (Instr.+Gen.Pl., Sandhi āyuṣā+āyuḥkṛtām; āyuḥkṛtām selbst Kompositum: āyus 'Leben' + kṛta 'gemacht, schaffend' → 'lebenschaffend')
Den verborgenen Schatz der Götter, den Indra auf den Götterwegen fand – das Gold haben die Gewässer dreifach behütet; sie sollen dich mit dem Dreifachen dreifach beschützen.
trayastriṃśad devatās trīṇi ca vīryāṇi priyāyamāṇā jugupur apsv antaḥ asmiṃś candre adhi yad dhiraṇyaṃ tenāyaṃ kṛṇavad vīryāṇi
Dreiunddreißig Gottheiten und drei Heldenkräfte haben es, einander zugetan, in den Gewässern behütet; das Gold, das an diesem mondgleichen Schmuckstück ist – damit möge dieser Träger Heldentaten vollbringen.
Ohne Rivalen sei es von vorn, von hinten sei uns Furchtlosigkeit geschaffen; Savitar beschütze mich von der rechten, südlichen Seite, der Gemahl der Śacī, Indra, von der nördlichen.
Vom Himmel sollen mich die Ādityas beschützen, von der Erde sollen mich die Feuer beschützen; Indra und Agni sollen mich von vorn beschützen, die beiden Aśvin sollen mir von beiden Seiten Schutz gewähren; von der Querseite soll mich die unverletzliche Kuh [Anm.: aghnyā, Bezug unsicher] beschützen, der Allwissende Jātavedas; die Wesenschaffenden sollen mir von überallher Rüstungen sein.