sahasrabāhuḥ puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt sa bhūmiṃ viśvato vṛtvāty atiṣṭhad daśāṅgulam
Tausendarmig ist der Urmensch (Puruṣa), tausendäugig, tausendfüßig; er umgab die Erde von allen Seiten und ragte noch zehn Finger breit darüber hinaus.
Mit drei Vierteln stieg er zum Himmel empor; ein Viertel von ihm entstand hier wieder; so schritt er nach allen Seiten aus, dem Belebten und Unbelebten nach. [Anm.: „aśanānaśane“ wörtlich „dem Essenden und Nichtessenden“]
Wort für Wort
tribhiḥ
mit drei (Instr.Pl.)
padbhir
Vierteln (Instr.Pl.)
dyām
zum Himmel (Akk.Sg.)
arohat
stieg empor (3.Sg.Impf.)
pād
ein Viertel (Nom.Sg.)
asyehābhavat
von ihm entstand hier (Gen.+Lok.+3.Sg.Impf., Sandhi)
punaḥ
wieder
tathā
so
vy
aus- (Verbpräfix)
akrāmad
schritt (3.Sg.Impf.)
viṣvaṅ
nach allen Seiten (Adv.)
aśanānaśane
dem Belebten und Unbelebten nach; wörtl. dem Essenden und Nichtessenden (Dat.Dual, Kompositum: aśana 'essend' + an-aśana 'nicht-essend')
tāvanto asya mahimānas tato jyāyāṃś ca pūruṣaḥ pādo 'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi
So groß ist seine Größe, und noch größer ist der Urmensch darüber hinaus; ein Viertel von ihm sind alle Wesen, drei Viertel von ihm sind das Unsterbliche im Himmel.
Wort für Wort
tāvanto
so groß (Nom.Pl.)
asya
seine (Gen.Sg.)
mahimānas
Größe (Nom.Pl.)
tato
darüber hinaus (Adv.)
jyāyāṃś
größer (Nom.Sg.m., Komparativ)
ca
und
pūruṣaḥ
der Urmensch (Nom.Sg.)
pādo
ein Viertel (Nom.Sg.)
'sya
von ihm (Gen.Sg.)
viśvā
alle (Nom.Pl.n.)
bhūtāni
Wesen (Nom.Pl.n.)
tripād
drei Viertel (Nom.Sg.n., Kompositum: tri 'drei' + pād 'Fuß/Viertel' → drei Viertel)
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhāvyam utāmṛtatvasyeśvaro yad anyenābhavat saha
Der Urmensch allein ist dies alles, was gewesen ist und was sein wird; und er ist der Herr der Unsterblichkeit, da er durch das, was von anderer, vergänglicher Art ist, mitentstand. [Anm.: „yad anyenābhavat saha“ schwer eindeutig zu deuten]
Wort für Wort
puruṣa
der Urmensch (Nom.Sg.)
evedaṃ
allein, dies (Partikel+Nom., Sandhi)
sarvaṃ
alles (Nom.Sg.n.)
yad
was (Rel.)
bhūtaṃ
gewesen ist (Nom.Sg.n., PPP)
yac
was (Rel.)
ca
und
bhāvyam
sein wird (Nom.Sg.n., Gerundivum)
utāmṛtatvasyeśvaro
und der Herr der Unsterblichkeit (Sandhi uta+amṛtatvasya+īśvaraḥ)
yad
da/weil
anyenābhavat
durch anderes entstand (Instr.+3.Sg.Impf., Sandhi)
yat puruṣaṃ vy adadhuḥ katidhā vy akalpayan mukhaṃ kim asya kim bāhū kim ūrū pādā ucyate
Als sie den Urmenschen zerteilten, in wie viele Teile gliederten sie ihn? Was wurde sein Mund, was seine Arme? Was werden seine Schenkel, was die Füße genannt?
Aus dem Nabel entstand die Luftregion, aus dem Haupt bildete sich der Himmel; aus den Füßen die Erde, aus dem Ohr die Himmelsrichtungen – so richteten sie die Welten ein.
virāḍ agre sam abhavad virājo adhi pūruṣaḥ sa jāto aty aricyata paścād bhūmim atho puraḥ
Zuerst entstand die Virāj, aus der Virāj entstand der Urmensch; er, geboren, überragte die Erde ringsum – hinten wie vorn. [Anm.: Reihenfolge und Bildlichkeit dieses kosmogonischen Verses sind nicht eindeutig aufzulösen]
Als die Götter mit dem Urmenschen als Opfergabe das Opfer ausbreiteten, war der Frühling dessen Schmalz, der Sommer das Brennholz, der Herbst die Opferspeise.
tasmād yajñāt sarvahutaḥ saṃbhṛtaṃ pṛṣadājyam paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān āraṇyā grāmyāś ca ye
Aus diesem ganz dargebrachten Opfer wurde das gesprenkelte Schmalz zusammengetragen; daraus machte er die dem Wind zugehörigen Tiere, die wilden und die des Dorfes.
Wort für Wort
tasmād
aus diesem (Abl.Sg.)
yajñāt
Opfer (Abl.Sg.)
sarvahutaḥ
ganz dargebracht (Abl.Sg.m., Kompositum: sarva 'ganz' + huta 'dargebracht' → ganz dargebracht)
Sieben waren seine Umfriedungshölzer, dreimal sieben wurden die Brennscheite gemacht, als die Götter, das Opfer ausbreitend, den Urmenschen als Opfertier banden.
Aus dem Haupt des großen Gottes entstanden die Somatriebe, siebenmal siebzig, aus dem Herrscher Soma, hervorgegangen aus dem geborenen Urmenschen. [Anm.: die genaue syntaktische Zuordnung der Genitive bleibt unsicher]