Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 19

Sūkta 45

ṛṇād ṛṇam iva saṃ naya kṛtyāṃ kṛtyākṛto gṛham cakṣurmantrasya durhārdaḥ pṛṣṭīr api śṛṇāñjana

Führe uns wie aus einer Schuld heraus aus aller Schuld; treibe den Zauber zurück zum Haus des Zauberers. Zerbrich, o Añjana, dem Übelgesinnten, dessen böser Blick wie ein Zauberspruch wirkt, die Rippen. [Anm.: die Wendung "cakṣurmantrasya durhārdaḥ" ist in ihrer Konstruktion unsicher]

Wort für Wort
ṛṇād
aus der Schuld (Abl.)
ṛṇam
Schuld (Akk.)
iva
wie
saṃ
(Präverb)
naya
führe (Imp.)
kṛtyāṃ
den Zauber (Akk.)
kṛtyākṛto
des Zauberers (Gen.)
gṛham
zum Haus (Akk.)
cakṣurmantrasya
cakṣur 'Blick, Auge' + mantrasya 'des Zauberspruchs' → dessen Blick wie ein Zauberspruch [wirkt] (Gen.) [Kompositum] [?]
durhārdaḥ
dem Übelgesinnten (Gen./Dat.)
pṛṣṭīr
die Rippen (Akk.Pl.)
api
auch
śṛṇāñjana
zerbrich, o Añjana (Imp.+Vok.)

yad asmāsu duṣvapnyaṃ yad goṣu yac ca no gṛhe anāmagas taṃ ca durhārdaḥ priyaḥ prati muñcatām

Was an bösem Traum bei uns, was bei den Kühen, und was in unserem Haus ist – das und den fremden Übelgesinnten möge das liebe Añjana wieder von uns nehmen. [Anm.: das Wort "anāmagas" ist unsicherer Bedeutung, hier als "der Fremde" wiedergegeben]

Wort für Wort
yad
was
asmāsu
bei uns (Lok.Pl.)
duṣvapnyaṃ
böser Traum (Nom.)
yad
was
goṣu
bei den Kühen (Lok.Pl.)
yac
was
ca
und
no
unserem (Gen.)
gṛhe
im Haus (Lok.)
anāmagas
der Fremde [?] (Nom., unsicher)
taṃ
den (Akk.)
ca
und
durhārdaḥ
den Übelgesinnten (Akk.)
priyaḥ
das liebe [Añjana] (Nom.)
prati
wieder, zurück (Präverb)
muñcatām
möge nehmen (Imp.)

apām ūrja ojaso vāvṛdhānam agner jātam adhi jātavedasaḥ caturvīraṃ parvatīyaṃ yad āñjanaṃ diśaḥ pradiśaḥ karad ic chivās te

Gewachsen aus der Kraft und Stärke der Wasser, geboren aus Agni, dem Jātavedas – das vierheldige, vom Gebirge stammende Añjana möge dir die Richtungen und Nebenrichtungen günstig machen.

Wort für Wort
apām
der Wasser (Gen.Pl.)
ūrja
aus der Kraft (Abl.) [?]
ojaso
aus der Stärke (Abl.)
vāvṛdhānam
gewachsen (Ptz.Akk.)
agner
aus Agni (Abl.)
jātam
geboren (Ptz.Akk.)
adhi
(Präverb)
jātavedasaḥ
des Jātavedas (Abl./Gen.)
caturvīraṃ
catur 'vier' + vīraṃ 'heldig' → vierheldig (Akk.) [Kompositum]
parvatīyaṃ
vom Gebirge stammend (Akk.)
yad
das (Nom./Akk.)
āñjanaṃ
Añjana (Nom./Akk.)
diśaḥ
Richtungen (Akk.Pl.)
pradiśaḥ
Nebenrichtungen (Akk.Pl.)
karad
möge machen (Inj.)
ic
fürwahr (id)
chivās
günstig (Akk.Pl.)
te
dir (Dat.)

caturvīraṃ badhyata āñjanaṃ te sarvā diśo abhayās te bhavantu dhruvas tiṣṭhāsi saviteva cārya imā viśo abhi harantu te balim

Das vierheldige Añjana wird dir angelegt; alle Richtungen mögen dir furchtlos sein. Fest sollst du stehen, wie der edle Savitṛ; diese Stämme sollen dir Tribut bringen.

Wort für Wort
caturvīraṃ
catur 'vier' + vīraṃ 'heldig' → vierheldig (Nom.) [Kompositum]
badhyata
wird angelegt (3.Sg.Pass.)
āñjanaṃ
Añjana (Nom.)
te
dir (Dat.)
sarvā
alle (Nom.Pl.f.)
diśo
Richtungen (Nom.Pl.)
abhayās
furchtlos (Nom.Pl.)
te
dir (Dat.)
bhavantu
mögen sein (Imp.)
dhruvas
fest (Nom.)
tiṣṭhāsi
du sollst stehen (2.Sg.)
saviteva
wie Savitṛ (savitā+iva)
cārya
der edle (Nom.) [?] / evtl. ca 'und' + ārya 'der Edle' [Sandhi, alternative Lesart]
imā
diese (Nom.Pl.)
viśo
Stämme (Nom.Pl.)
abhi
(Präverb)
harantu
sollen bringen (Imp.)
te
dir (Dat.)
balim
Tribut (Akk.)

ākṣvaikaṃ maṇim ekaṃ krṇuṣva snāhy ekenā pibaikam eṣām caturvīraṃ nairṛtebhyaś caturbhyo grāhyā bandhebhyaḥ pari pātv asmān

Nimm eines der Amulette, mach eines zurecht, wasche dich mit einem, trinke mit einem von ihnen – das vierheldige Amulett möge uns vor den vier Nairṛta-Dämonen, vor den Fesseln der Grāhi schützen. [Anm.: die genaue rituelle Handlung hinter "ākṣvaikaṃ" bleibt unklar]

Wort für Wort
ākṣvaikaṃ
nimm eines [?] (unsichere rituelle Handlung)
maṇim
Amulett (Akk.)
ekaṃ
eines (Akk.)
krṇuṣva
mach zurecht (Imp.Med.)
snāhy
wasche dich (Imp.)
ekenā
mit einem (Instr.)
pibaikam
trinke eines (Imp.)
eṣām
von diesen (Gen.Pl.)
caturvīraṃ
catur 'vier' + vīraṃ 'heldig' → vierheldig (Nom.) [Kompositum]
nairṛtebhyaś
vor den Nairṛta-Dämonen (Abl.Pl.)
caturbhyo
vor den vier (Abl.Pl.)
grāhyā
der Grāhi-Dämonin (Gen.) [?]
bandhebhyaḥ
vor den Fesseln (Abl.Pl.)
pari
rings
pātv
möge schützen (Imp.)
asmān
uns (Akk.Pl.)

agnir māgnināvatu prāṇāyāpānāyāyuṣe varcasa ojase tejase svastaye subhūtaye svāhā

Agni möge mich mit seinem eigenen Wesen schützen, für Ein- und Ausatmung, für Leben, Glanz, Kraft, Glut, Heil und Wohlergehen. Segensruf!

Wort für Wort
agnir
Agni (Nom.)
māgnināvatu
möge mich mit seinem Wesen schützen (mā+agninā+avatu)
prāṇāyāpānāyāyuṣe
prāṇāya 'für den Einatem' + apānāya 'für den Ausatem' + āyuṣe 'für das Leben' [Sandhi dreier Wörter, kein echtes Kompositum] → für Ein- und Ausatmung, für Leben (Dat.)
varcasa
für Glanz (Dat.)
ojase
für Kraft (Dat.)
tejase
für Glut (Dat.)
svastaye
für Heil (Dat.)
subhūtaye
für Wohlergehen (Dat.)
svāhā
Segensruf

indro mendriyeṇāvatu prāṇāyāpānāyāyuṣe varcasa ojase tejase svastaye subhūtaye svāhā

Indra möge mich mit seiner eigenen Kraft schützen, für Ein- und Ausatmung, für Leben, Glanz, Kraft, Glut, Heil und Wohlergehen. Segensruf!

Wort für Wort
indro
Indra (Nom.)
mendriyeṇāvatu
möge mich mit seiner Kraft schützen (mā+indriyeṇa+avatu)
prāṇāyāpānāyāyuṣe
prāṇāya 'für den Einatem' + apānāya 'für den Ausatem' + āyuṣe 'für das Leben' [Sandhi dreier Wörter, kein echtes Kompositum] → für Ein- und Ausatmung, für Leben (Dat.)
varcasa
für Glanz (Dat.)
ojase
für Kraft (Dat.)
tejase
für Glut (Dat.)
svastaye
für Heil (Dat.)
subhūtaye
für Wohlergehen (Dat.)
svāhā
Segensruf

somo mā saumyenāvatu prāṇāyāpānāyāyuṣe varcasa ojase tejase svastaye subhūtaye svāhā

Soma möge mich mit seinem eigenen Wesen schützen, für Ein- und Ausatmung, für Leben, Glanz, Kraft, Glut, Heil und Wohlergehen. Segensruf!

Wort für Wort
somo
Soma (Nom.)
mā
mich (Akk.)
saumyenāvatu
möge mit seinem Wesen schützen (saumyena+avatu)
prāṇāyāpānāyāyuṣe
prāṇāya 'für den Einatem' + apānāya 'für den Ausatem' + āyuṣe 'für das Leben' [Sandhi dreier Wörter, kein echtes Kompositum] → für Ein- und Ausatmung, für Leben (Dat.)
varcasa
für Glanz (Dat.)
ojase
für Kraft (Dat.)
tejase
für Glut (Dat.)
svastaye
für Heil (Dat.)
subhūtaye
für Wohlergehen (Dat.)
svāhā
Segensruf

bhago ma bhagenāvatu prāṇāyāpānāyāyuṣe varcasa ojase tejase svastaye subhūtaye svāhā

Bhaga möge mich mit seinem eigenen Anteil schützen, für Ein- und Ausatmung, für Leben, Glanz, Kraft, Glut, Heil und Wohlergehen. Segensruf!

Wort für Wort
bhago
Bhaga (Nom.)
ma
mich (mā)
bhagenāvatu
möge mit seinem Anteil schützen (bhagena+avatu)
prāṇāyāpānāyāyuṣe
prāṇāya 'für den Einatem' + apānāya 'für den Ausatem' + āyuṣe 'für das Leben' [Sandhi dreier Wörter, kein echtes Kompositum] → für Ein- und Ausatmung, für Leben (Dat.)
varcasa
für Glanz (Dat.)
ojase
für Kraft (Dat.)
tejase
für Glut (Dat.)
svastaye
für Heil (Dat.)
subhūtaye
für Wohlergehen (Dat.)
svāhā
Segensruf

maruto mā gaṇair avantu prāṇāyāpānāyuṣe varcasa ojase tejase svastaye subhūtaye svāhā

Die Marut mögen mich mit ihren Scharen schützen, für Ein- und Ausatmung, für Leben, Glanz, Kraft, Glut, Heil und Wohlergehen. Segensruf!

Wort für Wort
maruto
die Marut (Nom.Pl.)
mā
mich (Akk.)
gaṇair
mit ihren Scharen (Instr.Pl.)
avantu
mögen schützen (Imp.Pl.)
prāṇāyāpānāyuṣe
prāṇāya 'für den Einatem' + apānāya 'für den Ausatem' + āyuṣe 'für das Leben' [Sandhi dreier Wörter, kein echtes Kompositum] → für Ein- und Ausatmung, für Leben (Dat.)
varcasa
für Glanz (Dat.)
ojase
für Kraft (Dat.)
tejase
für Glut (Dat.)
svastaye
für Heil (Dat.)
subhūtaye
für Wohlergehen (Dat.)
svāhā
Segensruf

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