śatakāṇḍo duścyavanaḥ sahasraparṇa uttiraḥ darbho ya ugra oṣadhis taṃ te badhnāmy āyuṣe
Der Darbha mit hundert Halmknoten, schwer zu erschüttern, mit tausend Blättern, der Überlegene, die mächtige Pflanze – den binde ich dir um für langes Leben.
Ihm scheren sie nicht das Haar, noch schlagen sie ihm auf die Brust [in den Trauerriten], dem Menschen, dem er mit dem unversehrtblättrigen Darbha-Gras Schutz gewährt.
Wort für Wort
nāsya
nicht sein/ihm (Neg.+Gen., Sandhi)
keśān
Haar (Akk.Pl.)
pra
(Verbpräfix)
vapanti
sie scheren (3.Pl.Präs.)
norasi
noch auf die Brust (Neg.+Lok., Sandhi)
tāḍam
Schlag (Akk.Sg.)
ā
(Verbpräfix)
ghnate
sie schlagen (3.Pl.Präs.Med.)
yasmā
dem [Menschen] (Dat.Sg.m.)
achinnaparṇena
mit dem unversehrtblättrigen (Instr.Sg.n., Kompositum: a- 'nicht' + chinna 'zerschnitten' + parṇa 'Blatt' → 'mit unzerschnittenem Blatt')
divi te tūlam oṣadhe pṛthivyām asi niṣṭhitaḥ tvayā sahasrakāṇḍenāyuḥ pra vardhayāmahe
Im Himmel ist deine Blütenrispe, o Pflanze, doch auf der Erde bist du verwurzelt; mit dir, dem Tausendknotigen, verlängern wir das Leben.
Wort für Wort
divi
im Himmel (Lok.Sg.)
te
deine (Gen.Sg.)
tūlam
Blütenrispe (Nom.Sg.)
oṣadhe
o Pflanze (Vok.Sg.)
pṛthivyām
auf der Erde (Lok.Sg.)
asi
du bist (2.Sg.Präs.)
niṣṭhitaḥ
verwurzelt (Nom.Sg.m., PPP)
tvayā
mit dir (Instr.Sg.)
sahasrakāṇḍenāyuḥ
mit dem Tausendknotigen, Leben (Instr.+Akk., Sandhi sahasrakāṇḍena+āyuḥ; sahasrakāṇḍena selbst Kompositum: sahasra 'tausend' + kāṇḍa 'Knoten' → tausendknotig)
darbheṇa devajātena divi ṣṭambhena śaśvad it tenāhaṃ śaśvato janāṃ asanaṃ sanavāni ca
Durch den Darbha, den gottgeschaffenen, den beständigen Stützpfeiler im Himmel – mit ihm habe ich stets Menschen für mich gewonnen und werde sie weiter gewinnen.
Wort für Wort
darbheṇa
durch den Darbha (Instr.Sg.)
devajātena
den gottgeschaffenen (Instr.Sg.m., Kompositum: deva 'Gott' + jāta 'geschaffen, geboren' → gottgeschaffen)
yo jāyamānaḥ pṛthivīm adṛṃhad yo astabhnād antarikṣaṃ divaṃ ca yaṃ bibhrataṃ nanu pāpmā viveda sa no 'yaṃ darbho varuṇo divā kaḥ
Der bei seiner Geburt die Erde befestigte, der das Luftreich und den Himmel stützte, den Tragenden, den kein Übel je erreichte – dieser unser Darbha ist Varuṇa, der [wie die Sonne] am Himmel leuchtet. [Anm.: der Ausdruck "varuṇo divā kaḥ" ist unsicher, die Übertragung als "am Himmel leuchtend" bleibt eine Vermutung]
sapatnahā śatakāṇḍaḥ sahasvān oṣadhīnāṃ prathamaḥ saṃ babhūva sa no 'yaṃ darbhaḥ pari pātu viśvatas tena sākṣīya pṛtanāḥ pṛtanyataḥ
Der Nebenbuhlertöter, mit hundert Knoten, der Kraftvolle, ist der Erste unter den Pflanzen geworden. Dieser unser Darbha möge uns von allen Seiten schützen; mit ihm möchte ich die angreifenden Heerscharen bezwingen.