Die Nacht ist mit den Kräften des Vaters Himmel zum irdischen Raum gekommen; du, die Hohe, breitest dich über die Sitze des Himmels aus; leuchtende Finsternis kehrt herbei. [Anm.: die Wendung "ā tveṣaṃ vartate tamaḥ" – 'leuchtende Finsternis' – bleibt in ihrer Deutung unsicher]
na yasyāḥ pāraṃ dadṛśe na yoyuvad viśvam asyāṃ ni viśate yad ejati ariṣṭāsas ta urvi tamasvati rātri pāram aśīmahi bhadre pāram aśīmahi
Ihr Ende hat noch niemand gesehen, noch hat es sich je gezeigt; alles, was sich regt, kehrt in ihr zur Ruhe ein. Unversehrt möchten wir, o weite, dunkle Nacht, dein Ende erreichen, o Gütige, dein Ende erreichen.
ṣaṣṭiś ca ṣaṭ ca revati pañcāśat pañca sumnayi catvāraś catvāriṃśac ca trayas triṃśac ca vājini
Und sechsundsechzig, o Reiche, fünfundfünfzig, o Gnädige, vierundvierzig und dreiunddreißig, o Kraftvolle. [Anm.: der Sinn dieser mystischen Zahlenreihe der Wächter der Nacht bleibt unklar]
rakṣā mākir no aghaśaṃsa īśata mā no duḥśaṃsa īśata mā no adya gavāṃ steno māvīnāṃ vṛka īśata
Beschütze uns; nicht soll der Übelredende Macht über uns haben, nicht der Bösredende Macht über uns haben; nicht soll heute der Kuhdieb, nicht der Wolf über unsere Schafe Macht haben.
Nicht soll über die Pferde, o Gütige, der Dieb, noch über die Männer die Zauberin Macht haben; auf entlegensten Wegen soll der Räuber, der Dieb, laufen; fernab die gezähnte Schlange, fernab der Übelgesinnte dahingehen.
Wort für Wort
māśvānāṃ
mā 'nicht' + aśvānāṃ 'der Pferde' (Gen.Pl.) [Sandhi, kein Kompositum] → nicht über die Pferde