Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 10: Sugrīva Nirvāsana Kathanam
Sugrīvas Vertreibung durch Vālin
tataḥ krodha samāviṣṭam samrabdham tam upāgatam |
aham prasādayān cakre bhrātaram hita kāmyayā || 4-10-1
Da versuchte ich, meinen von Zorn erfüllten, erregt herangekommenen Bruder zu besänftigen, aus Wunsch nach seinem Wohl.
Wort für Wort tataḥ krodha samāviṣṭam da, von Zorn erfüllt samrabdham tam upāgatam den erregt Herangekommenen aham prasādayān cakre versuchte ich zu besänftigen bhrātaram hita kāmyayā meinen Bruder, aus Wunsch nach seinem Wohl diṣṭyā asi kuśalī prāpto nihataḥ ca tvayā ripuḥ |
anāthasya hi me nāthaḥ tvam eko anātha nandanaḥ || 4-10-2
'Zum Glück bist du wohlbehalten zurückgekehrt, und der Feind wurde von dir getötet; du allein bist der Beschützer für mich Schutzlosen, die Freude des Schutzlosen.
Wort für Wort diṣṭyā asi kuśalī prāpto zum Glück bist du wohlbehalten zurückgekehrt nihataḥ ca tvayā ripuḥ und der Feind wurde von dir getötet anāthasya hi me nāthaḥ denn du bist der Beschützer für mich Schutzlosen tvam eko anātha nandanaḥ du allein, die Freude des Schutzlosen idam bahu śalākam te pūrṇa candram iva uditam |
chatram sa vāla vyajanam pratīcchasva mayā dhṛtam || 4-10-3
Nimm diesen vielspeichigen Schirm an, der wie der aufgehende Vollmond ist, samt dem Fliegenwedel, den ich für dich bereithalte.'
Wort für Wort idam bahu śalākam te diesen vielspeichigen für dich pūrṇa candram iva uditam wie der aufgehende Vollmond chatram sa vāla vyajanam den Schirm samt dem Fliegenwedel pratīcchasva mayā dhṛtam nimm an, von mir bereitgehalten ārtasya atha bilā dvāri sthitaḥ saṃvatsaram nṛpa |
dṛṣṭvā ca śoṇitam dvāri bilāt ca api samutthitam || 4-10-4
Nachdem ich, gequält, ein Jahr am Höhleneingang gestanden hatte, o Herrscher, und Blut sah, das aus der Höhle am Eingang emporquoll,
Wort für Wort ārtasya atha bilā dvāri nachdem ich, gequält, am Höhleneingang sthitaḥ saṃvatsaram nṛpa ein Jahr gestanden hatte, o Herrscher dṛṣṭvā ca śoṇitam dvāri und Blut am Eingang sehend bilāt ca api samutthitam das auch aus der Höhle emporquoll śoka saṃvigna hṛdayo bhṛśam vyākulita indriyaḥ |
apidhāya bila dvāram śaila śṛṅgeṇa tat tadā || 4-10-5
mit vor Kummer erschüttertem Herzen, mit heftig verwirrten Sinnen, verschloss ich dann den Höhleneingang mit einem Berggipfel.
Wort für Wort śoka saṃvigna hṛdayo mit vor Kummer erschüttertem Herzen bhṛśam vyākulita indriyaḥ mit heftig verwirrten Sinnen apidhāya bila dvāram den Höhleneingang verschließend śaila śṛṅgeṇa tat tadā mit einem Berggipfel dann tasmāt deśāt apākramya kiṣkindhām prāviśam punaḥ |
viṣādāt iha mām dṛṣṭvā pauraiḥ maṃtribhir eva ca || 4-10-6
Nachdem ich von jenem Ort fortgezogen war, betrat ich wieder Kiṣkindhā; und als mich die Bürger und Ratgeber hier in Trübsal sahen,
Wort für Wort tasmāt deśāt apākramya von jenem Ort fortziehend kiṣkindhām prāviśam punaḥ betrat ich wieder Kiṣkindhā viṣādāt iha mām dṛṣṭvā mich hier in Trübsal sehend pauraiḥ maṃtribhir eva ca von den Bürgern und Ratgebern abhiṣikto na kāmena tanme kṣantum tvam arhasi |
tvam eva rājā mānārhaḥ sadā ca aham yathā purā || 4-10-7
wurde ich, nicht aus Begierde, gesalbt; dies solltest du mir verzeihen. Du allein bist der ehrwürdige König, und ich bin stets wie zuvor,
Wort für Wort abhiṣikto na kāmena gesalbt, nicht aus Begierde tanme kṣantum tvam arhasi dies solltest du mir verzeihen tvam eva rājā mānārhaḥ du allein bist der ehrwürdige König sadā ca aham yathā purā und ich stets wie zuvor rājabhāve niyogaḥ ayam mama tvat virahāt kṛtaḥ |
sa amātya paura nagaram sthitam nihata kaṇṭakam || 4-10-8
diese Einsetzung in die Königswürde wurde mir wegen deiner Abwesenheit auferlegt; die Stadt, mit ihren Ministern und Bürgern, hat, von ihren Feinden befreit,
Wort für Wort rājabhāve niyogaḥ ayam diese Einsetzung in die Königswürde mama tvat virahāt kṛtaḥ wurde mir wegen deiner Abwesenheit auferlegt sa amātya paura nagaram die Stadt, mit ihren Ministern und Bürgern sthitam nihata kaṇṭakam dasteht, von ihren Feinden befreit nyāsa bhūtam idam rājyam tava niryātayāmi aham |
mā ca roṣam kṛthāḥ saumya mama śatru niṣūdana|| 4-10-9
dieses Königreich, das mir anvertraut war, gebe ich dir zurück; und errege dich nicht, o Sanfter, o Vernichter meiner Feinde.
Wort für Wort nyāsa bhūtam idam rājyam dieses anvertraute Königreich tava niryātayāmi aham gebe ich dir zurück mā ca roṣam kṛthāḥ saumya und errege dich nicht, o Sanfter mama śatru niṣūdana o Vernichter meiner Feinde yāce tvām śirasā rājan mayā baddho ayam aṃjaliḥ |
balāt asmin samāgamya maṃtribhiḥ pura vāsibhiḥ || 4-10-10
Ich flehe dich mit gesenktem Haupt an, o König, diese meine gefalteten Hände; von den Ratgebern und Bürgern wurde ich gezwungen, herbeizukommen,
Wort für Wort yāce tvām śirasā rājan ich flehe dich mit gesenktem Haupt an, o König mayā baddho ayam aṃjaliḥ von mir gefaltet, diese Hände balāt asmin samāgamya mit Gewalt herbeikommend maṃtribhiḥ pura vāsibhiḥ von den Ratgebern und Stadtbewohnern rājabhāve niyukto aham śūnya deśa jigīṣayā |
snigdham evam bruvāṇam mām sa vinirbhartsya vānaraḥ || 4-10-11
und in die Königswürde eingesetzt, um das verwaiste Land zu bewahren.' Als ich, liebevoll, so sprach, wies mich jener Affe barsch zurück,
Wort für Wort rājabhāve niyukto aham und ich wurde in die Königswürde eingesetzt śūnya deśa jigīṣayā um das verwaiste Land zu bewahren snigdham evam bruvāṇam mām mich, der so liebevoll sprach sa vinirbhartsya vānaraḥ jener Affe, barsch zurückweisend dhik tvām iti ca mām uktvā bahu tat tat uvāca ha |
prakṛtīḥ ca samānīya maṃtriṇaḥ caiva sammatān || 4-10-12
und sprach: 'Schande über dich!' und sagte noch viel mehr; er ließ die Untertanen und die geachteten Ratgeber zusammenkommen.
Wort für Wort dhik tvām iti ca mām uktvā 'Schande über dich!' zu mir sagend bahu tat tat uvāca ha und sagte vielerlei prakṛtīḥ ca samānīya die Untertanen zusammenrufend maṃtriṇaḥ caiva sammatān und auch die geachteten Ratgeber mām āha suhṛdām madhye vākyam parama garhitam |
viditam vo mayā rātrau māyāvī sa mahāasuraḥ || 4-10-13
Er sprach zu mir inmitten der Freunde ein höchst verächtliches Wort: 'Bekannt ist euch, dass jener große Dämon Māyāvin mich in der Nacht',
Wort für Wort mām āha suhṛdām madhye er sprach zu mir inmitten der Freunde vākyam parama garhitam ein höchst verächtliches Wort viditam vo mayā rātrau bekannt ist euch von mir, in der Nacht māyāvī sa mahāasuraḥ jener große Dämon Māyāvin mām samāhvayata kruddho yuddha kāṃkṣī tadā purā |
tasya tad bhāṣitam śrutvā niḥsṛtaḥ aham nṛpāalayāt || 4-10-14
'mich zornig, kampflustig herausforderte, damals einst; als ich sein Gerede hörte, stürmte ich aus dem Königspalast hinaus,
Wort für Wort mām samāhvayata kruddho mich zornig herausforderte yuddha kāṃkṣī tadā purā kampflustig, damals einst tasya tad bhāṣitam śrutvā dessen Gerede hörend niḥsṛtaḥ aham nṛpāalayāt stürmte ich aus dem Königspalast hinaus anuyātaḥ ca mām tūrṇam ayam bhrātā sudāruṇaḥ |
sa tu dṛṣṭvā eva mām rātrau sa dvitīyam mahābalaḥ || 4-10-15
und dieser überaus furchtbare Bruder folgte mir rasch nach; und als jener überaus Kraftvolle mich in der Nacht mit einem Begleiter erblickte,
Wort für Wort anuyātaḥ ca mām tūrṇam und mir rasch folgend ayam bhrātā sudāruṇaḥ dieser überaus furchtbare Bruder sa tu dṛṣṭvā eva mām rātrau als er mich in der Nacht erblickte sa dvitīyam mahābalaḥ er, der überaus Kraftvolle, mit einem Begleiter prādravat bhaya saṃtrasto vīkṣya āvām samupāgatau |
abhidrutaḥ tu vegena viveśa sa mahābilam || 4-10-16
'floh er, von Furcht erschreckt, als er sah, dass wir beide herankamen; von uns mit Wucht verfolgt, drang er in eine große Höhle ein.
Wort für Wort prādravat bhaya saṃtrasto floh er, von Furcht erschreckt vīkṣya āvām samupāgatau als er sah, dass wir beide herankamen abhidrutaḥ tu vegena von uns mit Wucht verfolgt viveśa sa mahābilam drang er in eine große Höhle ein tam praviṣṭam viditvā tu sughoram sumahad bilam |
ayam ukto atha me bhrātā mayā tu krūra darśanaḥ || 4-10-17
'Als ich wusste, dass er in jene überaus furchtbare, riesige Höhle eingedrungen war, sprach ich, der ich grausam aussehe, zu meinem Bruder',
Wort für Wort tam praviṣṭam viditvā tu als ich wusste, dass er eingedrungen war sughoram sumahad bilam in jene überaus furchtbare, riesige Höhle ayam ukto atha me bhrātā sprach ich dann zu meinem Bruder mayā tu krūra darśanaḥ von mir, der grausam aussieht ahatvā na asti me śaktiḥ prati gantum itaḥ purīm |
bila dvāri pratīkṣa tvam yāvat enam nihanmi aham || 4-10-18
'ich habe nicht die Kraft, ohne ihn zu töten, von hier in die Stadt zurückzukehren; warte du am Höhleneingang, solange bis ich ihn erschlage.'
Wort für Wort ahatvā na asti me śaktiḥ ohne ihn zu töten habe ich nicht die Kraft prati gantum itaḥ purīm von hier in die Stadt zurückzukehren bila dvāri pratīkṣa tvam warte du am Höhleneingang yāvat enam nihanmi aham solange bis ich ihn erschlage sthito.ayam iti matvā aham praviṣṭaḥ tu durāsadam |
tam me mārgayataḥ tatra gataḥ saṃvatsaraḥ tadā || 4-10-19
'In dem Gedanken 'er wird warten' drang ich in die schwer zugängliche Höhle ein; während ich dort nach ihm suchte, verging damals ein Jahr.'
Wort für Wort sthito.ayam iti matvā in dem Gedanken 'er wird warten' aham praviṣṭaḥ tu durāsadam drang ich in die schwer zugängliche Höhle ein tam me mārgayataḥ tatra während ich dort nach ihm suchte gataḥ saṃvatsaraḥ tadā verging damals ein Jahr sa tu dṛṣṭo mayā śatruḥ anirvedāt bhayāavahaḥ |
nihataḥ ca mayā sadyaḥ saḥ sarvaiḥ saha bandhubhiḥ || 4-10-20
'Jener furchterregende Feind wurde ohne Verzagen von mir erblickt und sogleich von mir getötet, zusammen mit all seinen Verwandten.
Wort für Wort sa tu dṛṣṭo mayā śatruḥ jener Feind wurde von mir erblickt anirvedāt bhayāavahaḥ ohne Verzagen, der furchterregende nihataḥ ca mayā sadyaḥ und sogleich von mir getötet saḥ sarvaiḥ saha bandhubhiḥ zusammen mit all seinen Verwandten tasya āsyāt tu pravṛttena rudhiraugheṇa tad bilam |
pūrṇam āsīt durākrāmam svanataḥ tasya bhūtale || 4-10-21
'Von der aus seinem Mund fließenden Blutflut wurde jene Höhle gefüllt, schwer zugänglich, während er auf dem Boden lärmte.'
Wort für Wort tasya āsyāt tu pravṛttena von der aus seinem Mund fließenden rudhiraugheṇa tad bilam Blutflut, jene Höhle pūrṇam āsīt durākrāmam war gefüllt, schwer zugänglich svanataḥ tasya bhūtale während er auf dem Boden lärmte sūdayitvā tu tam śatrum vikrāntam tam aham sukham |
niṣkrāmam na eva paśyāmi bilasya pihitam mukham || 4-10-22
'Nachdem ich jenen mächtigen Feind glücklich vernichtet hatte, wollte ich hinausgehen, sah aber, dass der Höhlenmund verschlossen war.'
Wort für Wort sūdayitvā tu tam śatrum nachdem ich jenen Feind vernichtet hatte vikrāntam tam aham sukham den mächtigen, glücklich, ich niṣkrāmam na eva paśyāmi ich wollte hinausgehen, sah aber bilasya pihitam mukham dass der Höhlenmund verschlossen war vikrośamānasya tu me sugrīva iti punaḥ punaḥ |
yataḥ prativaco nāsti tataḥ aham bhṛśa duḥkhitaḥ || 4-10-23
'Obwohl ich immer wieder 'Sugrīva!' rief, kam keine Antwort; darüber geriet ich in tiefen Kummer.'
Wort für Wort vikrośamānasya tu me obwohl ich rief sugrīva iti punaḥ punaḥ 'Sugrīva!' immer wieder yataḥ prativaco nāsti weil keine Antwort kam tataḥ aham bhṛśa duḥkhitaḥ darüber geriet ich in tiefen Kummer pāda prahāraiḥ tu mayā bahubhiḥ paripātitam |
tataḥ aham tena niṣkramya pathā puram upāgataḥ || 4-10-24
'Durch viele Fußtritte von mir wurde er zu Boden gestreckt; da ging ich hinaus und gelangte auf jenem Weg zur Stadt.'
Wort für Wort pāda prahāraiḥ tu mayā durch Fußtritte von mir bahubhiḥ paripātitam durch viele wurde er niedergeworfen tataḥ aham tena niṣkramya da ging ich dadurch hinaus pathā puram upāgataḥ und gelangte auf dem Weg zur Stadt tatra anena asmi samruddhaḥ rājyam mṛgayata ātmanaḥ |
sugrīveṇa nṛśaṃsena vismṛtya bhrātṛ sauhṛdam || 4-10-25
'Dort wurde ich von diesem, der sich das Königreich für sich selbst erwarb, ausgeschlossen - von dem grausamen Sugrīva, der die brüderliche Zuneigung vergaß.'
Wort für Wort tatra anena asmi samruddhaḥ dort wurde ich von ihm ausgeschlossen rājyam mṛgayata ātmanaḥ der das Königreich für sich selbst erwarb sugrīveṇa nṛśaṃsena von dem grausamen Sugrīva vismṛtya bhrātṛ sauhṛdam der die brüderliche Zuneigung vergaß evam uktvā tu mām tatra vastreṇa ekena vānaraḥ |
tadā nirvāsayāmāsa vālī vigata sādhvasaḥ || 4-10-26
So sprach jener Affe zu mir dort, und Vālin, aller Scheu bar, vertrieb mich damals mit nur einem einzigen Gewand.
Wort für Wort evam uktvā tu mām tatra so zu mir dort sprechend vastreṇa ekena vānaraḥ mit nur einem Gewand, der Affe tadā nirvāsayāmāsa vertrieb er damals vālī vigata sādhvasaḥ Vālin, aller Scheu bar tena aham apaviddhaḥ ca hṛta dāraḥ ca rāghava |
tat bhayāt ca mahīm sarvān krāntavān sa vana arṇavām || 4-10-27
Von ihm verstoßen und meiner Gattin beraubt, o Rāghava, durchzog ich aus Furcht vor ihm die ganze Erde mit ihren Wäldern und Meeren.
Wort für Wort tena aham apaviddhaḥ ca von ihm verstoßen hṛta dāraḥ ca rāghava und meiner Gattin beraubt, o Rāghava tat bhayāt ca mahīm sarvān aus Furcht vor ihm die ganze Erde krāntavān sa vana arṇavām durchzog ich, mit ihren Wäldern und Meeren ṛśyamūkam giri varam bhāryā haraṇa duḥkhitaḥ |
praviṣṭo asmi durādharṣam vālinaḥ kāraṇāntare || 4-10-28
Vom Raub meiner Gattin leidgeplagt, bin ich in den schwer zugänglichen, trefflichen Berg Ṛṣyamūka eingezogen, aus Furcht vor Vālin.
Wort für Wort ṛśyamūkam giri varam in den trefflichen Berg Ṛṣyamūka bhāryā haraṇa duḥkhitaḥ vom Raub meiner Gattin leidgeplagt praviṣṭo asmi durādharṣam bin ich eingezogen, den schwer zugänglichen vālinaḥ kāraṇāntare aus einem anderen Grund wegen Vālin etat te sarvam ākhyātam vaira anukathanam mahat |
anāgasā mayā prāptam vyasanam paśya rāghava || 4-10-29
Dies alles wurde dir berichtet, die lange Erzählung unserer Feindschaft; sieh, welch Unglück mir, dem Unschuldigen, widerfahren ist, o Rāghava.
Wort für Wort etat te sarvam ākhyātam dies alles wurde dir berichtet vaira anukathanam mahat die lange Erzählung der Feindschaft anāgasā mayā prāptam mir, dem Unschuldigen, widerfahren vyasanam paśya rāghava sieh das Unglück, o Rāghava vālinaḥ ca bhayāt tasya sarvaloka bhayāpaha |
kartum arhasi me vīra prasādam tasya nigrahāt || 4-10-30
O du, der aller Welt Furcht nimmst, du solltest mir aus der Furcht vor jenem Vālin durch seine Bezwingung Gnade erweisen, o Held.'
Wort für Wort vālinaḥ ca bhayāt tasya und aus der Furcht vor jenem Vālin sarvaloka bhayāpaha o du, der aller Welt Furcht nimmst kartum arhasi me vīra solltest du mir erweisen, o Held prasādam tasya nigrahāt Gnade durch seine Bezwingung evam uktaḥ sa tejasvī dharmajño dharma saṃhitam |
vacanam vaktum ārebhe sugrīvam prahasan iva || 4-10-31
So angesprochen, begann der glanzvolle, rechtschaffenheitskundige Rāma, ein der Rechtschaffenheit gemäßes Wort zu Sugrīva zu sprechen, wie leicht lächelnd.
Wort für Wort evam uktaḥ sa tejasvī so angesprochen, der Glanzvolle dharmajño dharma saṃhitam der Rechtschaffenheitskundige, ein der Rechtschaffenheit gemäßes vacanam vaktum ārebhe Wort begann er zu sprechen sugrīvam prahasan iva zu Sugrīva, wie leicht lächelnd amoghāḥ sūrya saṃkāśā niśitā me śarā ime |
tasmin vālini durvṛtte patiṣyanti ruṣa anvitāḥ || 4-10-32
'Unfehlbar, der Sonne gleich und scharf sind diese meine Pfeile; auf jenen bösartigen Vālin werden sie, von Zorn erfüllt, niederfahren.
Wort für Wort amoghāḥ sūrya saṃkāśā unfehlbar, der Sonne gleich niśitā me śarā ime scharf sind diese meine Pfeile tasmin vālini durvṛtte auf jenen bösartigen Vālin patiṣyanti ruṣa anvitāḥ werden sie, von Zorn erfüllt, niederfahren yāvat tam na hi paśyeyam tava bhārya apahāriṇam |
tāvat sa jīvet pāpātmā vālī cāritra dūṣakaḥ || 4-10-33
Nur solange ich jenen Räuber deiner Gattin nicht erblicke, mag jener bösartige Vālin, der Verderber seines guten Rufs, weiterleben.
Wort für Wort yāvat tam na hi paśyeyam solange ich ihn nicht erblicke tava bhārya apahāriṇam den Räuber deiner Gattin tāvat sa jīvet pāpātmā solange mag er, der Bösartige, leben vālī cāritra dūṣakaḥ Vālin, der Verderber seines guten Rufs ātma anumānāt paśyāmi magnaḥ tvām śoka sāgare |
tvām aham tārayiṣyāmi bāḍham prāpsyasi puṣkalam || 4-10-34
Aus dem Vergleich mit mir selbst sehe ich, dass du im Meer des Kummers versunken bist; ich werde dich hindurchführen, gewiss wirst du reiche Fülle erlangen.'
Wort für Wort ātma anumānāt paśyāmi aus dem Vergleich mit mir selbst sehe ich magnaḥ tvām śoka sāgare dass du im Meer des Kummers versunken bist tvām aham tārayiṣyāmi ich werde dich hindurchführen bāḍham prāpsyasi puṣkalam gewiss wirst du reiche Fülle erlangen tasya tat vacanam śrutvā harṣa pauruṣa vardhanam |
sugrīvaḥ parama prītaḥ su mahat vākyam abravīt || 4-10-35
Als er dieses sein Wort gehört hatte, das Freude und Mannesmut mehrte, sprach Sugrīva, überaus erfreut, ein überaus erhabenes Wort.
Wort für Wort tasya tat vacanam śrutvā als er dieses sein Wort gehört hatte harṣa pauruṣa vardhanam das Freude und Mannesmut mehrte sugrīvaḥ parama prītaḥ Sugrīva, überaus erfreut su mahat vākyam abravīt sprach ein überaus erhabenes Wort
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