Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 40: Pūrva Diśā Nirūpaṇam Die Beschreibung der östlichen Himmelsrichtung

atha rājā samṛddha arthaḥ sugrīvaḥ plavageśvaraḥ | uvāca naraśārdūlam rāmam parabalārdanam ||

Da sprach der an Erfolg reiche König Sugrīva, der Herr der Affen, zu dem Menschentiger Rāma, dem Bezwinger feindlicher Heere:

Wort für Wort
atha rājā samṛddha arthaḥ
da der König, reich an Erfolg
sugrīvaḥ plavageśvaraḥ
Sugrīva, der Herr der Affen
uvāca naraśārdūlam rāmam
sprach zu dem Menschentiger Rāma
parabalārdanam
dem Bezwinger feindlicher Heere

āgatā viniviṣṭāḥ ca balinaḥ kāmarūpiṇaḥ | vānarendrā mahendra ābhā ye mat viṣaya vāsinaḥ ||

„Gekommen und gelagert sind die starken, nach Belieben gestaltwandelnden Affenfürsten, dem großen Indra gleich an Glanz, die Bewohner meines Reiches sind,

Wort für Wort
āgatā viniviṣṭāḥ ca
gekommen und gelagert
balinaḥ kāmarūpiṇaḥ
die starken, nach Belieben gestaltwandelnden
vānarendrā mahendra ābhā
die Affenfürsten, dem großen Indra gleich
ye mat viṣaya vāsinaḥ
die Bewohner meines Reiches sind

ta ime bahu vikrāntaiḥ balibhiḥ bhīma vikramaiḥ | āgatā vānarā ghorā daitya dānava saṃnibhāḥ ||

diese furchterregenden Affen sind gekommen, mit vielen mutigen, starken, von furchtbarer Kraft, den Daityas und Dānavas gleich.

Wort für Wort
ta ime bahu vikrāntaiḥ
diese, mit vielen Mutigen
balibhiḥ bhīma vikramaiḥ
den Starken, von furchtbarer Kraft
āgatā vānarā ghorā
gekommen sind die furchterregenden Affen
daitya dānava saṃnibhāḥ
den Daityas und Dānavas gleich

khyāta karma apadānāḥ ca balavanto jita klamāḥ | parākrameṣu vikhyātā vyavasāyeṣu ca uttamāḥ || pṛthivi aṃbu carā rāma nānā naga nivāsinaḥ | koṭi oghāḥ ca ime prāptā vānarāḥ tava kiṃkarāḥ ||

Berühmt durch ihre Taten und Werke, stark, die Ermüdung überwunden habend, ausgezeichnet in Tapferkeit und die Besten in Entschlossenheit, auf Erde und Wasser wandelnd, o Rāma, Bewohner vielfältiger Berge – diese Scharen von Koṭis von Affen sind gekommen, deine Diener.

Wort für Wort
khyāta karma apadānāḥ ca
berühmt durch ihre Taten und Werke
balavanto jita klamāḥ
stark, die Ermüdung überwunden habend
parākrameṣu vikhyātā
ausgezeichnet in Tapferkeit
vyavasāyeṣu ca uttamāḥ
und die Besten in Entschlossenheit
pṛthivi aṃbu carā rāma
auf Erde und Wasser wandelnd, o Rāma
nānā naga nivāsinaḥ
Bewohner vielfältiger Berge
koṭi oghāḥ ca ime prāptā
diese Scharen von Koṭis sind gekommen
vānarāḥ tava kiṃkarāḥ
die Affen, deine Diener

nideśa vartinaḥ sarve sarve guru hite sthitāḥ | abhipretam anuṣṭhātum tava śakṣyanti ariṃdama ||

Alle sind deinem Befehl gehorsam, alle stehen zum Wohl des Ehrwürdigen bereit; sie werden imstande sein, deinen Wunsch auszuführen, o Feindebezwinger.

Wort für Wort
nideśa vartinaḥ sarve
alle sind dem Befehl gehorsam
sarve guru hite sthitāḥ
alle stehen zum Wohl des Ehrwürdigen bereit
abhipretam anuṣṭhātum
um den Wunsch auszuführen
tava śakṣyanti ariṃdama
werden sie imstande sein, o Feindebezwinger

ta ime bahu sāhasraiḥ anekaiḥ bahu vikramaiḥ | āgatā vānarā ghorā daitya dānava saṃnibhāḥ ||

Diese furchterregenden Affen sind zu vielen Tausenden gekommen, mit vielfacher Tapferkeit, den Daityas und Dānavas gleich.

Wort für Wort
ta ime bahu sāhasraiḥ
diese, zu vielen Tausenden
anekaiḥ bahu vikramaiḥ
mit vielfacher, zahlreicher Tapferkeit
āgatā vānarā ghorā
gekommen sind die furchterregenden Affen
daitya dānava saṃnibhāḥ
den Daityas und Dānavas gleich

yat manyase naravyāghra prāpta kālam tat ucyatām | tat sainyam tvat vaśe yuktam ājñāpayitum arhasi ||

Was du für die rechte Zeit erachtest, o Tiger unter den Menschen, das sage; dieses Heer steht dir zu Diensten, du sollst über es befehlen.“

Wort für Wort
yat manyase naravyāghra
was du erachtest, o Tiger unter den Menschen
prāpta kālam tat ucyatām
das sei als die gekommene Zeit gesagt
tat sainyam tvat vaśe yuktam
dieses Heer steht in deiner Macht
ājñāpayitum arhasi
du sollst befehlen

kāmam eṣām idam kāryam viditam mama tattvataḥ | tathā api tu yathā yuktam ājñāpayitum arhasi ||

Zwar ist mir diese Aufgabe für sie in Wahrheit bekannt; dennoch sollst du befehlen, wie es sich gebührt.“

Wort für Wort
kāmam eṣām idam kāryam
zwar ist diese Aufgabe für sie
viditam mama tattvataḥ
mir in Wahrheit bekannt
tathā api tu yathā yuktam
dennoch aber, wie es sich gebührt
ājñāpayitum arhasi
du sollst befehlen

tathā bruvāṇam sugrīvam rāmo daśarathātmajaḥ | bāhubhyām saṃpariṣvajya idam vacanam abravīt ||

Zu Sugrīva, der so sprach, sprach Rāma, der Sohn des Daśaratha, ihn mit beiden Armen umarmend, dieses Wort:

Wort für Wort
tathā bruvāṇam sugrīvam
zu Sugrīva, der so sprach
rāmo daśarathātmajaḥ
Rāma, der Sohn des Daśaratha
bāhubhyām saṃpariṣvajya
mit beiden Armen umarmend
idam vacanam abravīt
sprach er dieses Wort

jñāyatām saumya vaidehī yadi jīvati vā na vā | sa ca deśo mahāprājña yasmin vasati rāvaṇaḥ ||

„Es soll in Erfahrung gebracht werden, o Sanftmütiger, ob die Vaidehī noch lebt oder nicht, und der Ort, o hochweiser, an dem Rāvaṇa wohnt.

Wort für Wort
jñāyatām saumya vaidehī
es werde erkundet, o Sanftmütiger, die Vaidehī
yadi jīvati vā na vā
ob sie lebt oder nicht
sa ca deśo mahāprājña
und jener Ort, o Hochweiser
yasmin vasati rāvaṇaḥ
an dem Rāvaṇa wohnt

adhigamya tu vaidehīm nilayam rāvaṇasya ca | prāpta kālam vidhāsyāmi tasmin kāle saha tvayā ||

Sobald ich aber die Vaidehī und die Wohnstatt Rāvaṇas ausfindig gemacht habe, werde ich, zu jener Zeit mit dir, das Gebotene veranlassen.

Wort für Wort
adhigamya tu vaidehīm
aber sobald ich die Vaidehī ausfindig gemacht habe
nilayam rāvaṇasya ca
und die Wohnstatt Rāvaṇas
prāpta kālam vidhāsyāmi
werde ich zur gekommenen Zeit veranlassen
tasmin kāle saha tvayā
zu jener Zeit gemeinsam mit dir

na aham asmin prabhuḥ kārye vānarendra na lakṣmaṇaḥ | tvam asya hetuḥ kāryasya prabhuḥ ca plavageśvara ||

In dieser Sache bin nicht ich der Herr, o Affenfürst, noch Lakṣmaṇa; du bist die Ursache und der Herr dieser Aufgabe, o Herrscher der Affen.

Wort für Wort
na aham asmin prabhuḥ kārye
nicht ich bin in dieser Sache der Herr
vānarendra na lakṣmaṇaḥ
o Affenfürst, noch nicht Lakṣmaṇa
tvam asya hetuḥ kāryasya
du bist die Ursache dieser Aufgabe
prabhuḥ ca plavageśvara
und der Herr, o Herrscher der Affen

tvam eva ājñāpaya vibho mama kārya viniścayam | tvam hi jānāsi yat kāryam mama vīra na saṃśayaḥ ||

Ordne du selbst, o Mächtiger, die Entscheidung über meine Aufgabe an; denn du weißt, was für mich zu tun ist, o Held, daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
tvam eva ājñāpaya vibho
ordne du selbst an, o Mächtiger
mama kārya viniścayam
die Entscheidung über meine Aufgabe
tvam hi jānāsi yat kāryam
denn du weißt, was zu tun ist
mama vīra na saṃśayaḥ
für mich, o Held, ohne Zweifel

suhṛd dvitīyo vikrāntaḥ prājñaḥ kāla viśeṣa vit | bhavān asmat hite yuktaḥ suhṛd āpto arthavittamaḥ ||

Ein zweiter Wohlgesinnter, mutig, weise, kundig der rechten Zeit – du bist auf unser Wohl bedacht, ein vertrauter, treuer Freund, der beste Kenner der Sache.“

Wort für Wort
suhṛd dvitīyo vikrāntaḥ
ein zweiter Wohlgesinnter, mutig
prājñaḥ kāla viśeṣa vit
weise, kundig der rechten Zeit
bhavān asmat hite yuktaḥ
du bist auf unser Wohl bedacht
suhṛd āpto arthavittamaḥ
ein treuer Freund, der beste Kenner der Sache

evam uktaḥ tu sugrīvo vinatam nāma yūthapam | abravīt rāma sāṃnidhye lakṣmaṇasya ca dhīmataḥ || śailābham megha nirghoṣam ūrjitam plavageśvaram | soma sūrya nibhaiḥ sārdham vānaraiḥ vānarottama ||

So angesprochen, sprach Sugrīva in Gegenwart Rāmas und des weisen Lakṣmaṇa zu dem Herdenführer namens Vinata, dem bergesgleichen, wie eine Wolke donnernden, gewaltigen Affenfürsten, zusammen mit mond- und sonnengleichen Affen, o Bester der Affen:

Wort für Wort
evam uktaḥ tu sugrīvo
so aber angesprochen, Sugrīva
vinatam nāma yūthapam
zum Herdenführer namens Vinata
abravīt rāma sāṃnidhye
sprach er in Gegenwart Rāmas
lakṣmaṇasya ca dhīmataḥ
und des weisen Lakṣmaṇa
śailābham megha nirghoṣam
bergesgleich, wolkendonnernd
ūrjitam plavageśvaram
den gewaltigen Affenfürsten
soma sūrya nibhaiḥ sārdham
zusammen mit mond- und sonnengleichen
vānaraiḥ vānarottama
Affen, o Bester der Affen

deśa kāla nayaiḥ yuktaḥ vijñaḥ kārya viniścaye | vṛtaḥ śata sahasreṇa vānarāṇām tarasvinām ||

„Versehen mit Kenntnis von Ort und Zeit, klug in der Entscheidung über die Aufgabe, umgeben von hunderttausend schnellen Affen –

Wort für Wort
deśa kāla nayaiḥ yuktaḥ
versehen mit Kenntnis von Ort und Zeit
vijñaḥ kārya viniścaye
klug in der Entscheidung über die Aufgabe
vṛtaḥ śata sahasreṇa
umgeben von hunderttausend
vānarāṇām tarasvinām
schnellen Affen

adhigaccha diśam pūrvām sa śaila vana kānanām | tatra sītām ca vaidehīm nilayam rāvaṇasya ca ||

begib dich in die östliche Himmelsrichtung mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten; dort suche nach Sītā, der Vaidehī, und der Wohnstatt Rāvaṇas,

Wort für Wort
adhigaccha diśam pūrvām
begib dich in die östliche Richtung
sa śaila vana kānanām
mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten
tatra sītām ca vaidehīm
dort nach Sītā, der Vaidehī
nilayam rāvaṇasya ca
und der Wohnstatt Rāvaṇas

mārgadhvam giri durgeṣu vaneṣu ca nadīṣu ca | nadīm bhāgīrathīm ramyām sarayūm kauśikīm tathā ||

sucht in unwegsamen Bergen, in Wäldern und Flüssen – am lieblichen Fluss Bhāgīrathī, an der Sarayū und ebenso an der Kauśikī,

Wort für Wort
mārgadhvam giri durgeṣu
sucht in unwegsamen Bergen
vaneṣu ca nadīṣu ca
und in Wäldern und Flüssen
nadīm bhāgīrathīm ramyām
am lieblichen Fluss Bhāgīrathī
sarayūm kauśikīm tathā
an der Sarayū und ebenso der Kauśikī

kāliṃdīm yamunām ramyām yāmunam ca mahāgirim | sarasvatīm ca siṃdhum ca śoṇam maṇi nibha udakam ||

an der Kālindī, der lieblichen Yamunā, und dem großen Berg Yāmuna, an der Sarasvatī und dem Sindhu und der Śoṇa mit ihrem juwelenklaren Wasser,

Wort für Wort
kāliṃdīm yamunām ramyām
an der Kālindī, der lieblichen Yamunā
yāmunam ca mahāgirim
und dem großen Berg Yāmuna
sarasvatīm ca siṃdhum ca
und der Sarasvatī und dem Sindhu
śoṇam maṇi nibha udakam
und der Śoṇa mit juwelengleichem Wasser

mahīm kālamahīm caiva śaila kānana śobhitām | brahmamālān videhān ca mālavān kāśi kosalān ||

an der Mahī und der Kālamahī, geschmückt mit Bergen und Dickichten, in den Ländern Brahmamāla, Videha, Mālava, Kāśi und Kosala,

Wort für Wort
mahīm kālamahīm caiva
an der Mahī und ebenso der Kālamahī
śaila kānana śobhitām
geschmückt mit Bergen und Dickichten
brahmamālān videhān ca
in Brahmamāla und Videha
mālavān kāśi kosalān
in Mālava, Kāśi und Kosala

māgadhām ca mahāgrāmān puṇḍrān aṃgām tathaiva ca | bhūmim ca kośakārāṇām bhūmim ca rajata ākarām ||

in Māgadha und den großen Dörfern, in Puṇḍra und ebenso in Aṅga, im Land der Seidenraupenzüchter und im Land der Silberminen,

Wort für Wort
māgadhām ca mahāgrāmān
in Māgadha und den großen Dörfern
puṇḍrān aṃgām tathaiva ca
in Puṇḍra und ebenso in Aṅga
bhūmim ca kośakārāṇām
und im Land der Seidenraupenzüchter
bhūmim ca rajata ākarām
und im Land der Silberminen

sarvam ca tat vicetavyam mārgayadbhiḥ tataḥ tataḥ | rāmasya dayitām bhāryām sītām daśarathaḥ snuṣām ||

all dies soll durchforscht werden, indem ihr überall sucht – nach Rāmas geliebter Gattin Sītā, der Schwiegertochter des Daśaratha.

Wort für Wort
sarvam ca tat vicetavyam
all dies soll durchforscht werden
mārgayadbhiḥ tataḥ tataḥ
von euch Suchenden überallhin
rāmasya dayitām bhāryām
nach Rāmas geliebter Gattin
sītām daśarathaḥ snuṣām
Sītā, der Schwiegertochter des Daśaratha

samudram avagāḍhān ca parvatān pattanāni ca | maṃdarasya ca ye koṭim saṃśritāḥ kecit ālayāḥ ||

Sucht auch in Bergen, die ins Meer eintauchen, in Städten und in einigen Wohnstätten, die sich am Gipfel des Mandara befinden,

Wort für Wort
samudram avagāḍhān ca
und in Berge, die ins Meer eintauchen
parvatān pattanāni ca
in Berge und Städte
maṃdarasya ca ye koṭim
und die am Gipfel des Mandara
saṃśritāḥ kecit ālayāḥ
gelegenen Wohnstätten

karṇa prāvaraṇāḥ caiva tathā ca api oṣṭha karṇakāḥ | ghora loha mukhāḥ caiva javanāḥ ca eka pādakāḥ ||

– dort, wo Völker mit ohrbedeckenden Umhängen, mit Lippen-Ohren, mit furchtbaren eisernen Gesichtern, geschwinde Einfüßler,

Wort für Wort
karṇa prāvaraṇāḥ caiva
die sich mit ihren Ohren bedecken
tathā ca api oṣṭha karṇakāḥ
und ebenso die mit Lippen-Ohren
ghora loha mukhāḥ caiva
und die mit furchtbaren eisernen Gesichtern
javanāḥ ca eka pādakāḥ
und die geschwinden Einfüßler

akṣayā balavaṃtaḥ ca tathaiva puruṣa ādakāḥ | kirātāḥ tīkṣṇa cūḍāḥ ca hemābhāḥ priya darśanāḥ ||

unermüdlich Starke, ebenso Menschenfresser, Kirātas mit scharfen Haarschöpfen, goldglänzend und von lieblichem Aussehen,

Wort für Wort
akṣayā balavaṃtaḥ ca
die unermüdlich Starken
tathaiva puruṣa ādakāḥ
und ebenso die Menschenfresser
kirātāḥ tīkṣṇa cūḍāḥ ca
die Kirātas mit scharfen Haarschöpfen
hemābhāḥ priya darśanāḥ
goldglänzend, von lieblichem Aussehen

āma mīna aśanāḥ cāpi kirātā dvīpa vāsinaḥ | aṃtar jala carā ghorā naravyāghrā iti smṛtāḥ ||

und auch Kirātas, die rohen Fisch essen, Inselbewohner, im Wasser umherziehende furchtbare, als Menschentiger bekannte Wesen wohnen –

Wort für Wort
āma mīna aśanāḥ cāpi
und auch die rohen Fisch essen
kirātā dvīpa vāsinaḥ
Kirātas, Inselbewohner
aṃtar jala carā ghorā
die furchtbaren, im Wasser Wandelnden
naravyāghrā iti smṛtāḥ
als Menschentiger bekannt

eteṣām āśrayāḥ sarve viceyāḥ kānana okasaḥ | giribhir ye ca gamyante plavanena plavena ca ||

all deren Wohnstätten und Waldbewohner sollen durchsucht werden, sowohl die zu Fuß über Berge als auch mit dem Schiff oder schwimmend erreichbaren.

Wort für Wort
eteṣām āśrayāḥ sarve
all deren Wohnstätten
viceyāḥ kānana okasaḥ
sollen durchsucht werden, die Waldbewohner
giribhir ye ca gamyante
und die über Berge erreichbaren
plavanena plavena ca
durch Schwimmen und durch Schiff

yatnavanto yava dvīpam sapta rājya upaśobhitam | suvarṇa rūpyakam dvīpam suvarṇa ākara maṇḍitam ||

Bemüht euch, auch die Insel Yava zu erreichen, geschmückt mit sieben Königreichen, sowie die Insel Suvarṇarūpyaka, geziert mit Goldminen –

Wort für Wort
yatnavanto yava dvīpam
bemüht euch um die Insel Yava
sapta rājya upaśobhitam
geschmückt mit sieben Königreichen
suvarṇa rūpyakam dvīpam
die Insel Suvarṇarūpyaka
suvarṇa ākara maṇḍitam
geziert mit Goldminen

yava dvīpam atikramya śiśiro nāma parvataḥ | divam spṛśati śṛngeṇa deva dānava sevitaḥ ||

jenseits der Insel Yava liegt der Berg namens Śiśira, der mit seinem Gipfel den Himmel berührt, von Göttern und Dānavas besucht.

Wort für Wort
yava dvīpam atikramya
jenseits der Insel Yava
śiśiro nāma parvataḥ
der Berg namens Śiśira
divam spṛśati śṛngeṇa
berührt mit dem Gipfel den Himmel
deva dānava sevitaḥ
von Göttern und Dānavas besucht

eteṣām giri durgeṣu prapāteṣu vaneṣu ca | mārgadhvam sahitāḥ sarve rāma patnīm yaśasvinīm ||

In deren unwegsamen Bergen, Abhängen und Wäldern sucht ihr alle gemeinsam nach Rāmas ruhmreicher Gattin.

Wort für Wort
eteṣām giri durgeṣu
in deren unwegsamen Bergen
prapāteṣu vaneṣu ca
in Abhängen und Wäldern
mārgadhvam sahitāḥ sarve
sucht alle gemeinsam
rāma patnīm yaśasvinīm
nach Rāmas ruhmreicher Gattin

tato rakta jalam prāpya śoṇa ākhyam śīghra vāhinīm | gatvā pāram samudrasya siddha cāraṇa sevitam ||

Wenn ihr dann das rote Wasser des rasch strömenden Flusses namens Śoṇa erreicht habt, geht weiter zum jenseitigen Ufer des Meeres, das von Siddhas und Cāraṇas besucht wird,

Wort für Wort
tato rakta jalam prāpya
dann das rote Wasser erreichend
śoṇa ākhyam śīghra vāhinīm
des rasch strömenden, namens Śoṇa
gatvā pāram samudrasya
zum jenseitigen Ufer des Meeres gehend
siddha cāraṇa sevitam
von Siddhas und Cāraṇas besucht

tasya tīrtheṣu ramyeṣu vicitreṣu vaneṣu ca | rāvaṇaḥ saha vaidehyā mārgitavyaḥ tataḥ tataḥ ||

an dessen lieblichen Furten und mannigfaltigen Wäldern soll überall nach Rāvaṇa zusammen mit der Vaidehī gesucht werden.

Wort für Wort
tasya tīrtheṣu ramyeṣu
an dessen lieblichen Furten
vicitreṣu vaneṣu ca
und mannigfaltigen Wäldern
rāvaṇaḥ saha vaidehyā
nach Rāvaṇa zusammen mit der Vaidehī
mārgitavyaḥ tataḥ tataḥ
soll überallhin gesucht werden

parvata prabhavā nadyaḥ subhīma bahu niṣkuṭāḥ | mārgitavyā darīmantaḥ parvatāḥ ca vanāni ca ||

Die aus Bergen entspringenden Flüsse mit ihren zahlreichen, furchterregenden Uferwäldern sollen durchsucht werden, ebenso die höhlenreichen Berge und Wälder.

Wort für Wort
parvata prabhavā nadyaḥ
die aus Bergen entspringenden Flüsse
subhīma bahu niṣkuṭāḥ
mit zahlreichen furchterregenden Uferwäldern
mārgitavyā darīmantaḥ
sollen durchsucht werden, die höhlenreichen
parvatāḥ ca vanāni ca
Berge und Wälder

tataḥ samudra dvīpān ca subhīmān draṣṭum arhatha | ūrmimaṃtam mahāraudram krośaṃtam anila uddhitam ||

Dann sollt ihr die höchst furchterregenden Meeresinseln aufsuchen, sowie das wellenreiche, überaus schreckliche, tosende, vom Wind aufgewühlte Meer,

Wort für Wort
tataḥ samudra dvīpān ca
dann auch die Meeresinseln
subhīmān draṣṭum arhatha
sollt ihr aufsuchen, die höchst furchterregenden
ūrmimaṃtam mahāraudram
das wellenreiche, überaus schreckliche
krośaṃtam anila uddhitam
tosend, vom Wind aufgewühlt

tatra asurā mahākāyāḥ chāyām gṛhṇanti nityaśaḥ | brahmaṇā samanujñātā dīrgha kālam bubhukṣitāḥ ||

in dem riesenhafte Asuras beständig den Schatten ergreifen, von Brahmā ermächtigt, seit langer Zeit hungrig.

Wort für Wort
tatra asurā mahākāyāḥ
dort ergreifen riesenhafte Asuras
chāyām gṛhṇanti nityaśaḥ
beständig den Schatten
brahmaṇā samanujñātā
von Brahmā ermächtigt
dīrgha kālam bubhukṣitāḥ
seit langer Zeit hungrig

tam kāla megha pratimam mahoraga niṣevitam | abhigamya mahānādam tīrthena eva mahodadhim ||

Nähert euch jenem dunklen, wolkengleichen, von großen Schlangen bewohnten, laut tosenden großen Ozean an einer Furt,

Wort für Wort
tam kāla megha pratimam
jenem dunklen, wolkengleichen
mahoraga niṣevitam
von großen Schlangen bewohnten
abhigamya mahānādam
euch nähernd dem laut tosenden
tīrthena eva mahodadhim
an einer Furt, dem großen Ozean

tato raktajalam bhīmam lohitam nāma sāgaram | gatvā prekṣyatha tām caiva bṛhatīm kūṭaśālmalīm ||

und wenn ihr zum furchterregenden Meer mit rotem Wasser namens Lohita gelangt seid, werdet ihr dort auch den mächtigen Baum Kūṭaśālmalī erblicken

Wort für Wort
tato raktajalam bhīmam
dann das furchterregende, mit rotem Wasser
lohitam nāma sāgaram
das Meer namens Lohita
gatvā prekṣyatha tām caiva
dorthin gelangend, werdet ihr auch jenen erblicken
bṛhatīm kūṭaśālmalīm
den mächtigen Kūṭaśālmalī-Baum

gṛham ca vainateyasya nānā ratna vibhūṣitam | tatra kailāsa saṃkāśam vihitam viśvakarmaṇā ||

sowie das mit mannigfachen Juwelen geschmückte Haus des Sohnes der Vinatā, dort dem Kailāsa gleichend, von Viśvakarman erbaut.

Wort für Wort
gṛham ca vainateyasya
und das Haus des Sohnes der Vinatā
nānā ratna vibhūṣitam
geschmückt mit mannigfachen Juwelen
tatra kailāsa saṃkāśam
dort, dem Kailāsa gleichend
vihitam viśvakarmaṇā
erbaut von Viśvakarman

tatra śaila nibhā bhīmā mandehā nāma rākṣasāḥ | śaila śṛṃgeṣu laṃbante nānā rūpā bhayāvahāḥ ||

Dort hängen die bergesgleichen, furchtbaren, vielgestaltigen, schreckenerregenden Rākṣasas namens Mandeha an den Berggipfeln,

Wort für Wort
tatra śaila nibhā bhīmā
dort, bergesgleich, furchtbar
mandehā nāma rākṣasāḥ
die Rākṣasas namens Mandeha
śaila śṛṃgeṣu laṃbante
hängen an den Berggipfeln
nānā rūpā bhayāvahāḥ
vielgestaltig, schreckenerregend

te patanti jale nityam sūryasya udayanam prati | abhitaptāḥ ca sūryeṇa laṃbante sma punaḥ punaḥ ||

sie stürzen ständig bei Sonnenaufgang ins Wasser, und von der Sonne versengt, hängen sie sich immer wieder von neuem auf.

Wort für Wort
te patanti jale nityam
sie fallen ständig ins Wasser
sūryasya udayanam prati
bei Sonnenaufgang
abhitaptāḥ ca sūryeṇa
und von der Sonne versengt
laṃbante sma punaḥ punaḥ
hängen sie sich immer wieder

nihatā brahma tejobhiḥ ahani ahani rākṣasāḥ | tataḥ pāṇḍura meghābham kṣīraudam nāma sāgaram ||

So werden Tag für Tag die Rākṣasas durch die Kraft des Brahmā getötet. Dann kommt das weiße, wolkengleiche Meer namens Kṣīroda,

Wort für Wort
nihatā brahma tejobhiḥ
getötet durch die Kraft Brahmās
ahani ahani rākṣasāḥ
Tag für Tag die Rākṣasas
tataḥ pāṇḍura meghābham
dann das weiße, wolkengleiche
kṣīraudam nāma sāgaram
das Meer namens Kṣīroda

gatvā drakṣyatha durdharṣā muktā hāram iva ūrmibhiḥ | tasya madhye mahā śveto ṛṣabho nāma parvataḥ ||

zu dem ihr gelangen und, o Unerschrockene, dessen Wellen wie eine Perlenkette anzusehen sind, erblicken werdet; in dessen Mitte liegt der große, weiße Berg namens Ṛṣabha,

Wort für Wort
gatvā drakṣyatha durdharṣā
dorthin gelangend werdet ihr sehen, o Unerschrockene
muktā hāram iva ūrmibhiḥ
mit Wellen wie eine Perlenkette
tasya madhye mahā śveto
in dessen Mitte der große weiße
ṛṣabho nāma parvataḥ
der Berg namens Ṛṣabha

divya gandhaiḥ kusumitai ācitaiḥ ca nagaiḥ vṛtaḥ | saraḥ ca rājataiḥ padmaiḥ jvalitaiḥ hema kesaraiḥ ||

umgeben von blühenden, dicht bewachsenen Bäumen von göttlichem Duft, und einem See mit silbernen Lotosblüten, leuchtend mit goldenen Staubgefäßen,

Wort für Wort
divya gandhaiḥ kusumitai
mit göttlichem Duft, blühenden
ācitaiḥ ca nagaiḥ vṛtaḥ
und umgeben von dicht bewachsenen Bäumen
saraḥ ca rājataiḥ padmaiḥ
und einem See mit silbernen Lotosblüten
jvalitaiḥ hema kesaraiḥ
leuchtend mit goldenen Staubgefäßen

nāmnā sudarśanam nāma rājahaṃsaiḥ samākulam | vibudhāḥ cāraṇā yakṣāḥ kinnarāḥ sa apsaro gaṇāḥ ||

namens Sudarśana, dicht bevölkert von königlichen Schwänen; Götter, Cāraṇas, Yakṣas, Kinnaras und Scharen von Apsaras –

Wort für Wort
nāmnā sudarśanam nāma
mit dem Namen Sudarśana
rājahaṃsaiḥ samākulam
dicht bevölkert von königlichen Schwänen
vibudhāḥ cāraṇā yakṣāḥ
Götter, Cāraṇas, Yakṣas
kinnarāḥ sa apsaro gaṇāḥ
Kinnaras mit Scharen von Apsaras

hṛṣṭāḥ samadhigacchanti nalinīm tām riraṃsavaḥ | kṣīrodam samatikramya tato drakṣyatha vānarāḥ ||

begeben sich freudig zu jenem Lotosteich, um dort zu spielen. Wenn ihr das Milchmeer überschritten habt, werdet ihr dann, o Affen, erblicken

Wort für Wort
hṛṣṭāḥ samadhigacchanti
freudig begeben sie sich
nalinīm tām riraṃsavaḥ
zu jenem Lotosteich, um zu spielen
kṣīrodam samatikramya
das Milchmeer überschreitend
tato drakṣyatha vānarāḥ
werdet ihr dann sehen, o Affen

jalodam sāgaram śīghram sarva bhūta bhayāvaham | tatra tat kopajam tejaḥ kṛtam hayamukham mahat ||

das reißende Wassermeer, das allen Wesen Furcht einflößt; dort ist jene aus Zorn entstandene, gewaltige Glut, das große Pferdemaul, geschaffen –

Wort für Wort
jalodam sāgaram śīghram
das reißende Wassermeer
sarva bhūta bhayāvaham
das allen Wesen Furcht einflößt
tatra tat kopajam tejaḥ
dort jene aus Zorn entstandene Glut
kṛtam hayamukham mahat
geschaffen als das große Pferdemaul

asya āhuḥ tan mahāvegam odanam sa carācaram | tatra vikrośatām nādo bhūtānām sāgara okasām ||

man sagt, dieses ihm gehörende Feuer von großer Wucht verschlinge alles Bewegliche und Unbewegliche als seine Speise; dort ertönt das Klagegeschrei der Wesen, die im Meer wohnen,

Wort für Wort
asya āhuḥ tan mahāvegam
man sagt, dieses ihm gehörende, von großer Wucht
odanam sa carācaram
sei Speise für Bewegliches und Unbewegliches
tatra vikrośatām nādo
dort das Klagegeschrei der Schreienden
bhūtānām sāgara okasām
der Wesen, die im Meer wohnen

śrūyate ca asamarthānām dṛṣṭvā tat vaḍavā mukham | svādu udasya uttare deśe yojanāni trayodaśa ||

und man hört, wie die Hilflosen beim Anblick jenes Rossemauls klagen. Im nördlichen Bereich des süßen Wassers, dreizehn Yojanas entfernt,

Wort für Wort
śrūyate ca asamarthānām
und man hört von den Hilflosen
dṛṣṭvā tat vaḍavā mukham
beim Anblick jenes Rossemauls
svādu udasya uttare deśe
im nördlichen Bereich des süßen Wassers
yojanāni trayodaśa
dreizehn Yojanas

jātarūpa śilo nāma sumahān kanaka prabhaḥ | tatra candra pratīkāśam pannagam dharaṇī dharam ||

liegt der überaus große, goldglänzende Berg namens Jātarūpaśila; dort werdet ihr, o Affen, den mondgleichen, die Erde tragenden Schlangenfürsten sehen,

Wort für Wort
jātarūpa śilo nāma
der Berg namens Jātarūpaśila
sumahān kanaka prabhaḥ
überaus groß, goldglänzend
tatra candra pratīkāśam
dort den mondgleichen
pannagam dharaṇī dharam
den Schlangenfürsten, der die Erde trägt

padma patra viśālākṣam tato drakṣyadha vānarāḥ | āsīnam parvatasya agre sarva bhūta namaskṛtam ||

mit Augen groß wie Lotosblätter, wie er auf dem Gipfel des Berges sitzt, von allen Wesen verehrt,

Wort für Wort
padma patra viśālākṣam
mit Augen groß wie Lotosblätter
tato drakṣyadha vānarāḥ
dann werdet ihr sehen, o Affen
āsīnam parvatasya agre
wie er auf dem Gipfel des Berges sitzt
sarva bhūta namaskṛtam
von allen Wesen verehrt

sahasra śirasam devam anaṃtam nīla vāsasam | triśirāḥ kāṃcanaḥ ketuḥ tālaḥ tasya mahātmanaḥ ||

den tausendköpfigen Gott Ananta, in blaue Gewänder gekleidet; das goldene, dreiköpfige Banner jenes Hochgesinnten ist eine Palme,

Wort für Wort
sahasra śirasam devam
den tausendköpfigen Gott
anaṃtam nīla vāsasam
Ananta, in blaue Gewänder gekleidet
triśirāḥ kāṃcanaḥ ketuḥ
das goldene, dreiköpfige Banner
tālaḥ tasya mahātmanaḥ
eine Palme, jenes Hochgesinnten

sthāpitaḥ parvatasya agre virājati sa vedikaḥ | pūrvasyām diśi nirmāṇam kṛtam tat tridaśeśvaraiḥ ||

das, auf dem Gipfel des Berges aufgestellt, erstrahlt, samt jenem Altar. Dieses Bauwerk in der östlichen Himmelsrichtung wurde von den Herren der Götter errichtet.

Wort für Wort
sthāpitaḥ parvatasya agre
aufgestellt auf dem Gipfel des Berges
virājati sa vedikaḥ
erstrahlt jener Altar
pūrvasyām diśi nirmāṇam
in der östlichen Richtung dieses Bauwerk
kṛtam tat tridaśeśvaraiḥ
wurde errichtet von den Göttern

tataḥ param hemamayaḥ śrīmān udaya parvataḥ | tasya koṭiḥ divam spṛṣṭvā śata yojanam āyatā ||

Jenseits davon liegt der glanzvolle, goldene Berg des Sonnenaufgangs; sein Gipfel, hundert Yojanas ausgedehnt, berührt den Himmel.

Wort für Wort
tataḥ param hemamayaḥ
jenseits davon der goldene
śrīmān udaya parvataḥ
der glanzvolle Sonnenaufgangsberg
tasya koṭiḥ divam spṛṣṭvā
dessen Gipfel den Himmel berührend
śata yojanam āyatā
hundert Yojanas ausgedehnt

jātarūpamayī divyā virājati sa vedikā | sālaiḥ tālaiḥ tamālaiḥ ca karṇikāraiḥ ca puṣpitaiḥ ||

Dort erstrahlt ein goldener, göttlicher Altar, umgeben von blühenden Sāla-, Tāla-, Tamāla- und Karṇikāra-Bäumen,

Wort für Wort
jātarūpamayī divyā
der goldene, göttliche
virājati sa vedikā
erstrahlt jener Altar
sālaiḥ tālaiḥ tamālaiḥ ca
mit Sāla-, Tāla- und Tamāla-Bäumen
karṇikāraiḥ ca puṣpitaiḥ
und mit blühenden Karṇikāra-Bäumen

jātarūpamayaiḥ divyaiḥ śobhate sūrya sannibhaiḥ | tatra yojana vistāram ucchritam daśa yojanam ||

er glänzt mit göttlichen, sonnengleichen goldenen Bäumen. Dort erhebt sich ein Yojana breit und zehn Yojanas hoch

Wort für Wort
jātarūpamayaiḥ divyaiḥ
mit göttlichen, goldenen
śobhate sūrya sannibhaiḥ
glänzt er, sonnengleichen
tatra yojana vistāram
dort, ein Yojana breit
ucchritam daśa yojanam
zehn Yojanas hoch aufragend

śṛṃgam saumanasam nāma jātarūpamayam dhruvam | tatra pūrvam padam kṛtvā purā viṣṇuḥ trivikrame ||

der ewige, goldene Gipfel namens Saumanasa; dort setzte Viṣṇu einst bei seinen drei Schritten zuerst seinen Fuß,

Wort für Wort
śṛṃgam saumanasam nāma
der Gipfel namens Saumanasa
jātarūpamayam dhruvam
golden, ewig fest
tatra pūrvam padam kṛtvā
dort zuerst den Fuß setzend
purā viṣṇuḥ trivikrame
einst Viṣṇu bei den drei Schritten

dvitīyam śikharam meroḥ cakāra puruṣottamaḥ | uttareṇa parikramya jaṃbū dvīpam divākaraḥ ||

den zweiten setzte der höchste Purusha auf den Gipfel des Meru. Nachdem die Sonne den Jambudvīpa nördlich umkreist hat,

Wort für Wort
dvitīyam śikharam meroḥ
den zweiten auf den Gipfel des Meru
cakāra puruṣottamaḥ
setzte der höchste Purusha
uttareṇa parikramya
nördlich umkreisend
jaṃbū dvīpam divākaraḥ
den Jambudvīpa, die Sonne

dṛśyo bhavati bhūyiṣṭham śikharam tan mahocchrayam | tatra vaikhānasā nāma vālakhilyā maharṣayaḥ ||

wird jener hochragende Gipfel meist sichtbar. Dort weilen die großen Weisen namens Vaikhānasas und Vālakhilyas,

Wort für Wort
dṛśyo bhavati bhūyiṣṭham
wird meist sichtbar
śikharam tan mahocchrayam
jener hochragende Gipfel
tatra vaikhānasā nāma
dort die namens Vaikhānasas
vālakhilyā maharṣayaḥ
und die großen Weisen Vālakhilyas

prakāśamānā dṛśyante sūrya varṇāḥ tapasvinaḥ | ayam sudarśano dvīpaḥ puro yasya prakāśate ||

strahlend sichtbar, sonnenfarben, die Asketen. Dies ist die Insel Sudarśana, vor der jener Berg erstrahlt,

Wort für Wort
prakāśamānā dṛśyante
strahlend sichtbar
sūrya varṇāḥ tapasvinaḥ
sonnenfarben, die Asketen
ayam sudarśano dvīpaḥ
dies ist die Insel Sudarśana
puro yasya prakāśate
vor der jener erstrahlt

tasmin tejaḥ ca cakṣuḥ ca sarva prāṇabhṛtām api | śailasya tasya pṛṣṭheṣu kaṃdareṣu vaneṣu ca ||

in ihm ist die Glut und das Auge aller lebenden Wesen. Auf den Rücken jenes Berges, in seinen Höhlen und Wäldern

Wort für Wort
tasmin tejaḥ ca cakṣuḥ ca
in ihm ist die Glut und das Auge
sarva prāṇabhṛtām api
auch aller lebenden Wesen
śailasya tasya pṛṣṭheṣu
auf den Rücken jenes Berges
kaṃdareṣu vaneṣu ca
in Höhlen und Wäldern

rāvaṇaḥ saha vaidehyā mārgitavyaḥ tataḥ tataḥ | kāṃcanasya ca śailasya sūryasya ca mahātmanaḥ ||

soll überall nach Rāvaṇa zusammen mit der Vaidehī gesucht werden. Des goldenen Berges und der Sonne, des Hochgesinnten,

Wort für Wort
rāvaṇaḥ saha vaidehyā
nach Rāvaṇa mit der Vaidehī
mārgitavyaḥ tataḥ tataḥ
soll überallhin gesucht werden
kāṃcanasya ca śailasya
des goldenen Berges
sūryasya ca mahātmanaḥ
und der Sonne, des Hochgesinnten

āviṣṭā tejasā saṃdhyā pūrvā raktā prakāśate | pūrvam etat kṛtam dvāram pṛthivyā bhuvanasya ca ||

von deren Glanz durchdrungen erscheint die östliche Dämmerung rot. Dies ist das im Osten geschaffene Tor der Erde und der Welt,

Wort für Wort
āviṣṭā tejasā saṃdhyā
von der Glut durchdrungen die Dämmerung
pūrvā raktā prakāśate
erscheint im Osten rot
pūrvam etat kṛtam dvāram
dies ist das im Osten geschaffene Tor
pṛthivyā bhuvanasya ca
der Erde und der Welt

sūryasya udayanam caiva pūrvā hi eṣā dik ucyate | tasya śalasya pṛṣṭheṣu nirjhareṣu guhāsu ca ||

und der Aufgangsort der Sonne; deshalb wird diese Richtung als die östliche bezeichnet. Auf den Rücken jenes Berges, in seinen Wasserfällen und Höhlen

Wort für Wort
sūryasya udayanam caiva
und der Aufgangsort der Sonne
pūrvā hi eṣā dik ucyate
deshalb wird diese Richtung als östlich bezeichnet
tasya śalasya pṛṣṭheṣu
auf den Rücken jenes Berges
nirjhareṣu guhāsu ca
in Wasserfällen und Höhlen

rāvaṇaḥ saha vaidehyā mārgatavyā tataḥ tataḥ | tataḥ param agamyā syāt dik pūrvā tridaśa āvṛtā ||

soll überall nach Rāvaṇa zusammen mit der Vaidehī gesucht werden. Jenseits davon wird die östliche Richtung, von den Göttern umhüllt, unzugänglich sein,

Wort für Wort
rāvaṇaḥ saha vaidehyā
nach Rāvaṇa mit der Vaidehī
mārgatavyā tataḥ tataḥ
soll überallhin gesucht werden
tataḥ param agamyā syāt
jenseits davon wird sie unzugänglich sein
dik pūrvā tridaśa āvṛtā
die östliche Richtung, von den Göttern umhüllt

rahitā candra sūryābhyām adṛśyā timira āvṛtā | śaileṣu teṣu sarveṣu kaṃdareṣu vaneṣu ca ||

frei von Mond und Sonne, unsichtbar, von Dunkelheit umhüllt. In all jenen Bergen, Höhlen und Wäldern,

Wort für Wort
rahitā candra sūryābhyām
frei von Mond und Sonne
adṛśyā timira āvṛtā
unsichtbar, von Dunkelheit umhüllt
śaileṣu teṣu sarveṣu
in all jenen Bergen
kaṃdareṣu vaneṣu ca
in Höhlen und Wäldern

ye ca na uktā mayoddeśā viceyā teṣu jānakī | etāvat vānaraiḥ śakyam gantum vānara puṃgavāḥ ||

und auch an den Orten, die ich nicht genannt habe, soll nach Jānakī gesucht werden. So weit vermögen die Affen zu gehen, o ihr Besten der Affen;

Wort für Wort
ye ca na uktā mayoddeśā
und die Orte, die ich nicht genannt habe
viceyā teṣu jānakī
dort soll nach Jānakī gesucht werden
etāvat vānaraiḥ śakyam
so weit vermögen die Affen
gantum vānara puṃgavāḥ
zu gehen, o ihr Besten der Affen

abhāskaram amaryādam na jānīmaḥ tataḥ param | abhigamya tu vaidehīm nilayam rāvaṇasya ca ||

was jenseits davon liegt, sonnenlos und grenzenlos, wissen wir nicht. Doch sobald ihr die Vaidehī und die Wohnstatt Rāvaṇas ausfindig gemacht habt,

Wort für Wort
abhāskaram amaryādam
sonnenlos, grenzenlos
na jānīmaḥ tataḥ param
wissen wir nicht, was jenseits davon liegt
abhigamya tu vaidehīm
doch sobald ihr die Vaidehī ausfindig gemacht habt
nilayam rāvaṇasya ca
und die Wohnstatt Rāvaṇas

māse pūrṇe nivartadhvam udayam prāpya parvatam | ūrdhvam māsāt na vastavyam vasan vadhyo bhaven mama ||

kehrt nach Ablauf eines vollen Monats um, wenn ihr den Sonnenaufgangsberg erreicht habt; länger als einen Monat sollt ihr nicht bleiben – wer bleibt, verwirkt sein Leben durch mich.

Wort für Wort
māse pūrṇe nivartadhvam
nach Ablauf eines vollen Monats kehrt um
udayam prāpya parvatam
den Sonnenaufgangsberg erreicht habend
ūrdhvam māsāt na vastavyam
länger als einen Monat soll nicht geblieben werden
vasan vadhyo bhaven mama
wer bleibt, verwirkt durch mich sein Leben

siddha arthāḥ saṃnivartadhvam adhigamya ca maithilīm | mahendra kāṃtām vana ṣaṇḍa maṇḍitām diśam caritvā nipuṇena vānarāḥ | avāpya sītām raghu vaṃśaja priyām tato nivṛttāḥ sukhino bhaviṣyatha ||

Kehrt zurück, wenn ihr euer Ziel erreicht und die Maithilī gefunden habt. Nachdem ihr geschickt die von Mahendra geliebte, mit Waldgruppen geschmückte Richtung durchstreift habt, o Affen, und Sītā, die Geliebte des Sprosses des Raghu-Geschlechts, gefunden habt, werdet ihr, dann zurückgekehrt, glücklich sein.“

Wort für Wort
siddha arthāḥ saṃnivartadhvam
kehrt zurück, wenn euer Ziel erreicht ist
adhigamya ca maithilīm
und die Maithilī gefunden habt
mahendra kāṃtām vana ṣaṇḍa maṇḍitām
die von Mahendra geliebte, mit Waldgruppen geschmückte
diśam caritvā nipuṇena vānarāḥ
Richtung geschickt durchstreift habend, o Affen
avāpya sītām raghu vaṃśaja priyām
Sītā, die Geliebte des Sprosses des Raghu-Geschlechts, erlangt habend
tato nivṛttāḥ sukhino bhaviṣyatha
werdet ihr dann zurückgekehrt glücklich sein

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