tam niṣprabham iva ādityam mukta toyam iva aṃbudam |
ukta vākyam hari śreṣṭham upaśāṃtam iva analam || 4-18-2
ihn, den Besten der Affen, glanzlos wie die Sonne, entleert wie eine Regenwolke, die ihr Wasser abgegeben hat, erloschen wie Feuer, der so gesprochen hatte —
Wort für Wort
tam niṣprabham iva ādityam
ihn, glanzlos wie die Sonne
mukta toyam iva aṃbudam
entleert wie eine Regenwolke
ukta vākyam hari śreṣṭham
der das Wort gesprochen hatte, den Besten der Affen
ikṣvākūṇām iyam bhūmiḥ sa śaila vana kānanā |
mṛga pakṣi manuṣyāṇām nigraha anugraheṣu api || 4-18-6
'Diese Erde, samt ihren Bergen, Wäldern und Dickichten, gehört den Ikṣvākus, auch was die Bestrafung und Begnadigung von Tieren, Vögeln und Menschen betrifft.'
'Sie beherrscht der rechtschaffene, wahrhaftige, aufrichtige Bharata, der die Wahrheit von Dharma, Lust und Nutzen kennt, dem Strafen und Begnadigen zugetan.'
nayaḥ ca vinayaḥ ca ubhau yasmin satyam ca susthitam |
vikramaḥ ca yathā dṛṣṭaḥ sa rājā deśa kālavit || 4-18-8
'In dem beides, Klugheit und Bescheidenheit, wohlgegründet ist, ebenso Wahrheit und die gezeigte Tapferkeit — er ist der König, der Ort und Zeit kennt.'
'Während jener Tiger unter den Königen, Bharata, der dem Dharma zugetan ist, die ganze Erde beherrscht, wer könnte etwas dem Dharma Zuwiderlaufendes tun?'
tvam tu saṃkliṣṭa dharmaḥ ca karmaṇā ca vigarhitaḥ |
kāma taṃtra pradhānaḥ ca na sthito rāja vartmani || 4-18-12
'Du aber hast den Dharma verletzt und bist wegen deiner Tat zu tadeln; von der Herrschaft der Begierde beherrscht, bist du nicht auf dem Pfad der Könige geblieben.'
yavīyān ātmanaḥ putraḥ śiṣyaḥ ca api guṇoditaḥ |
putravat te trayaḥ ciṃtyā dharmaḥ caiva atra kāraṇam || 4-18-14
'Der jüngere Bruder, der eigene Sohn und auch der tugendreiche Schüler — diese drei sollen wie Söhne betrachtet werden; und dies hat seinen Grund im Dharma.'
capalaḥ capalaiḥ sārdham vānaraiḥ akṛta ātmabhiḥ |
jātyaṃdha iva jātyandhaiḥ maṃtrayan drakṣyase nu kim || 4-18-16
'Als Unbeständiger, mit unbeständigen, unbeherrschten Affen beratschlagend, wie ein Blindgeborener mit anderen Blindgeborenen — was könntest du wohl sehen?'
tad vyatītasya te dharmāt kāma vṛttasya vānara |
bhrātṛ bhāryā abhimarśe asmin daṇḍo ayam pratipāditaḥ || 4-18-20
'Dafür, dass du, o Affe, den Dharma überschritten hast und von Begierde beherrscht wurdest, ist dir für diese Verletzung der Frau deines Bruders diese Strafe zuteil geworden.'
na hi loka viruddhasya loka vṛttāt apeyuṣaḥ |
daṇḍāt anyatra paśyāmi nigraham hari yūthapa || 4-18-21
'Denn für einen, der der Welt zuwiderhandelt und von den Gepflogenheiten der Welt abgewichen ist, sehe ich, o Anführer der Affenschar, keine andere Bestrafung als die Strafe.'
na ca te marṣaye pāpam kṣtriyo aham kulodgataḥ |
aurasīm bhaginīm vā api bhāryām vā api anujasya || 4-18-22
'Und ich, ein Kṣatriya von edler Geburt, verzeihe dir nicht die Sünde, mit deiner eigenen Schwester oder auch der Gattin deines jüngeren Bruders zu verkehren.'
tvam ca dharmāt atikrāntaḥ katham śakyam upekṣitum |
guru dharma vyatikrāntam prājño dharmeṇa pālayan || 4-18-24
'Wie könnte man dich, der du den Dharma übertreten hast, ungestraft lassen, während ein Weiser, der mit Recht herrscht, einen schwerwiegenden Übertreter des Dharma bestraft?'
tvat vidhān bhinna maryādān nigrahītum vyavasthitāḥ |
sugrīveṇa ca me sakhyam lakṣmaṇena yathā tathā || 4-18-26
'und sind entschlossen, solche wie dich, die die Grenzen überschreiten, zu bestrafen. Mit Sugrīva habe ich Freundschaft geschlossen, ebenso wie mit Lakṣmaṇa.'
dāra rājya nimittam ca niḥśreyasakaraḥ sa me |
pratijñā ca mayā dattā tadā vānara saṃnidhau || 4-18-27
'Um seiner Gattin und seines Königreichs willen — dies bringt mir das höchste Heil; und ich habe damals in Gegenwart der Affen ein Versprechen gegeben.'
śāsanam tava yat yuktam tat bhavān anumanyatām |
sarvathā dharma iti eva draṣṭavyaḥ tava nigrahaḥ || 4-18-29
'ist diese Bestrafung von dir gerechtfertigt — das mögest du anerkennen; deine Bestrafung soll unter allen Umständen als dem Dharma gemäß betrachtet werden.'
vayasyasya upakartavyam dharmam eva anupaśyatā |
śakyam tvayā api tat kāryam dharmam eva anuvartatā || 4-18-30
'Wenn du dem Dharma folgen und deinem Freund einen Dienst erweisen willst, so hättest auch du diese Tat vollbringen können, indem du eben dem Dharma folgst.'
śasanāt vā api mokṣāt vā stenaḥ pāpāt pramucyate |
rājā tu aśāsan pāpasya tad āpnoti kilbiṣam || 4-18-33
'Sei es durch Bestrafung oder durch Freispruch — der Dieb wird von seiner Sünde befreit; unterlässt aber der König die Bestrafung des Sünders, so lädt er selbst dessen Schuld auf sich.'
'Von meinem edlen Ahnen Māndhātṛ wurde ein furchtbares Unheil erlitten, als von einem Asketen eine Sünde begangen worden war, wie die von dir begangene Sünde.'
rājāno vānaraśreṣṭha pradātāro na saṃśayaḥ |
tān na hiṃsyāt na ca ākrośen na ākṣipen na apriyam vadet || 4-18-43
'sind Könige zweifellos die Geber, o Bester der Affen. Man sollte sie weder verletzen noch beschimpfen, weder tadeln noch etwas Unliebsames zu ihnen sagen.'
yat ayuktam mayā pūrvam pramādāt vākyam apriyam |
tatra api khalu mām doṣam kartum na arhasi rāghava || 4-18-47
'Wegen des unangemessenen, unwillkommenen Wortes, das ich zuvor aus Unbedachtsamkeit geäußert habe, solltest du mich, o Rāghava, wahrlich nicht der Schuld zeihen.'
tvam hi dṛṣṭārtha tattvajñaḥ prajānām ca hite rataḥ |
kārya kāraṇa siddhau ca prasannā buddhiḥ avyayā || 4-18-48
'Du bist einer, der die wahre Bedeutung der Dinge erkannt hat, dem Wohl der Untertanen zugetan, dessen unverfälschter Verstand in Bezug auf Wirkung und Ursache klar ist.'
'Beschütze auch mich, der ich vom Dharma abgewichen bin und den Übertretenden vorangestellt habe, mit einer dem Dharma gemäßen Rede, o Kenner des Dharma.'
bāṣpa saṃruddha kaṇṭhaḥ tu vālī sa ārta ravaḥ śanaiḥ |
uvāca rāmam saṃprekṣya paṃkalagna iva dvipaḥ || 4-18-50
Vālī aber, dessen Kehle von Tränen erstickt war, sprach mit schmerzerfülltem, leisem Laut, Rāma betrachtend, wie ein im Schlamm feststeckender Elefant:
na ca ātmānam aham śoce na tārām na api bāndhavān |
yathā putram guṇaśreṣṭham aṃgadam kanakāṃgadam || 4-18-51
'Ich beklage weder mich selbst noch Tārā noch die Verwandten so sehr, wie ich um meinen Sohn Aṅgada trauere, den Besten an Tugend, mit den goldenen Armreifen.'
sa mama adarśanāt dīno bālyāt prabhṛti lālitaḥ |
taṭāka iva pītāṃbuḥ upaśoṣam gamiṣyati || 4-18-52
'Er, seit der Kindheit von mir liebevoll gepflegt, wird, durch mein Nichtmehrsehen betrübt, dahinwelken wie ein Teich, dessen Wasser ausgetrunken wurde.'
bālaḥ ca akṛtabuddhiḥ ca eka putraḥ ca me priyaḥ |
tāreyo rāma bhavatā rakṣaṇīyo mahābalaḥ || 4-18-53
'Er ist jung und noch unreif im Verstand, mein einziger, geliebter Sohn — der Sohn Tārās, o Rāma, der überaus starke, sollte von dir beschützt werden.'
sugrīve ca aṃgade caiva vidhatsva matim uttamām |
tvam hi goptā ca śāstā ca kāryākārya vidhau sthitaḥ || 4-18-54
'Richte deine höchste Fürsorge auf Sugrīva und auf Aṅgada; denn du bist der Beschützer und der Lehrer, feststehend in der Entscheidung, was zu tun und was zu unterlassen ist.'
Wort für Wort
sugrīve ca aṃgade caiva
auf Sugrīva und auf Aṅgada
vidhatsva matim uttamām
richte deine höchste Fürsorge
tvam hi goptā ca śāstā ca
denn du bist der Beschützer und der Lehrer
kāryākārya vidhau sthitaḥ
feststehend in der Vorschrift, was zu tun und zu lassen ist
śakyam divam ca ārjayitum vasudhām ca api śāsitum |
tvataḥ aham vadham ākāṃkṣayan vāryamāṇo api tārayā || 4-18-58
'Man kann durch dich sowohl den Himmel erwerben als auch die Erde beherrschen. Obwohl Tārā mich zurückhielt, verlangte ich doch nach dem Tod durch dich —'
vayam bhavat viśeṣeṇa dharmataḥ kṛta niścayāḥ |
daṇḍye yaḥ pātayet daṇḍam daṇḍyo yaḥ ca api daṇḍyate || 4-18-62
'Wir sind gerade in deinem Fall zu einer dharma-gemäßen Entscheidung gelangt. Wer die Strafe über den zu Bestrafenden verhängt und wer der zu Bestrafende ist, der bestraft wird —'
gataḥ svām prakṛtim dharmyām dharma diṣṭena vartmanā |
tyaja śokam ca moham ca bhayam ca hṛdaye sthitam || 4-18-64
'und zu deiner rechtmäßigen, wahren Natur zurückgekehrt, auf dem vom Dharma gewiesenen Pfad. Gib den Kummer, die Verwirrung und die Furcht auf, die in deinem Herzen wohnen.'
Wort für Wort
gataḥ svām prakṛtim dharmyām
zu deiner eigenen, rechtmäßigen Natur zurückgekehrt
śarābhitaptena vicetasā mayā pradūṣitaḥ tvam yad ajānatā vibho |
idam mahendropama bhīma vikrama prasāditaḥ tvam kṣama me nareśvara || 4-18-68
'Dass ich dich, vom Pfeil gepeinigt, ohne Verstand, in Unwissenheit, beschimpft habe, o Herr — sei nun besänftigt, du, dem furchtbaren Mahendra an Tapferkeit gleich, verzeih mir, o Herrscher der Menschen.'
Wort für Wort
śarābhitaptena vicetasā mayā
von mir, vom Pfeil gepeinigt, ohne Verstand
pradūṣitaḥ tvam yad ajānatā vibho
dass du von dem Unwissenden beschimpft wurdest, o Herr
idam mahendropama bhīma vikrama
dies, o dem furchtbaren Mahendra an Tapferkeit Gleicher
prasāditaḥ tvam kṣama me nareśvara
sei besänftigt, verzeih mir, o Herrscher der Menschen