Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 48: Kaṇḍu Śāpa Vanam
Der von Kaṇḍus Fluch verödete Wald und der erschlagene Asura
saha tārāṃgadābhyāṃ tu sahasā hanumān kapiḥ |
sugrīveṇa yathoddiṣṭaṃ taṃ deśam upacakrame ||
Zusammen mit Tāra und Aṅgada näherte sich der Affe Hanumān eilends jenem Gebiet, wie es ihm von Sugrīva aufgetragen war.
Wort für Wort saha tārāṃgadābhyām tu zusammen aber mit Tāra und Aṅgada sahasā hanumān kapiḥ eilends der Affe Hanumān sugrīveṇa yathoddiṣṭam wie von Sugrīva angewiesen tam deśam upacakrame näherte er sich jenem Gebiet sa tu dūram upāgamya sarvais taiḥ kapisattamaiḥ |
tato vicitya vindhyasya guhāś ca gahanāni ca ||
parvatāgranadīdurgān sarāṃsi vipuladrumān |
vṛkṣakhaṇḍāṃś ca vividhān parvatān vanapādapān ||
Er war, zusammen mit all jenen besten Affen, weit vorangeschritten und durchsuchte darauf die Höhlen und Dickichte des Vindhya, die Berggipfel, Flussfesten, Seen, mächtige Bäume, mancherlei Baumgruppen, Berge und Waldbäume.
Wort für Wort sa tu dūram upāgamya er aber, nachdem er weit vorangeschritten war sarvaiḥ taiḥ kapisattamaiḥ mit all jenen besten Affen tataḥ vicitya vindhyasya durchsuchte darauf des Vindhya guhāḥ ca gahanāni ca Höhlen und Dickichte parvatāgra nadīdurgān Berggipfel und Flussfesten sarāṃsi vipuladrumān Seen und mächtige Bäume vṛkṣakhaṇḍān ca vividhān und mancherlei Baumgruppen parvatān vanapādapān Berge und Waldbäume anveṣamāṇāḥ te sarve vānarāḥ sarvato diśam |
na sītāṃ dadṛśur vīrā maithilīṃ janakātmajām ||
Obwohl sie nach allen Richtungen suchten, sahen all jene heldenhaften Affen Sītā nicht, die Maithilī, die Tochter Janakas.
Wort für Wort anveṣamāṇāḥ te sarve vānarāḥ alle jene suchenden Affen sarvataḥ diśam in jede Richtung na sītām dadṛśuḥ vīrāḥ die Helden sahen Sītā nicht maithilīm janakātmajām die Maithilī, die Tochter Janakas te bhakṣayanto mūlāni phalāni vividhāny api |
anveṣamāṇā durdharṣā nyavasaṃs tatra tatra ha ||
Sie ernährten sich von Wurzeln und mancherlei Früchten, jene Unbezwingbaren, und weilten, während sie suchten, hier und dort.
Wort für Wort te bhakṣayantaḥ sie, sich nährend mūlāni phalāni vividhāni api von Wurzeln und mancherlei Früchten anveṣamāṇāḥ durdharṣāḥ die Unbezwingbaren, suchend nyavasan tatra tatra ha weilten sie hier und dort sa tu deśo duranveṣo guhāgahanavān mahān |
nirjalaṃ nirjanaṃ śūnyaṃ gahanaṃ ghoradarśanam ||
Jenes Gebiet aber war schwer zu durchsuchen, groß, reich an Höhlen und Dickicht, ohne Wasser, menschenleer, öde, dicht bewachsen und schrecklich anzusehen.
Wort für Wort sa tu deśaḥ duranveṣaḥ jenes Gebiet aber war schwer zu durchsuchen guhāgahanavān mahān groß, reich an Höhlen und Dickicht nirjalam nirjanam śūnyam wasserlos, menschenleer, öde gahanam ghoradarśanam dicht und schrecklich anzusehen tā dṛśāny anyāny api araṇyāni vicitya bhṛśapīḍitāḥ |
sa deśaś ca duranveṣyo guhāgahanavān mahān ||
Nachdem sie auch andere, ebenso aussehende Wälder durchsucht hatten, waren sie schwer geplagt; auch jenes Gebiet war schwer zu durchsuchen, groß, reich an Höhlen und Dickicht.
Wort für Wort tā dṛśāni anyāni api araṇyāni auch andere ebenso aussehende Wälder vicitya bhṛśapīḍitāḥ durchsucht, schwer geplagt sa deśaḥ ca duranveṣyaḥ und jenes Gebiet war schwer zu durchsuchen guhāgahanavān mahān groß, reich an Höhlen und Dickicht tyaktvā tu taṃ tataḥ deśaṃ sarve vai hariyūthapāḥ |
deśam anyaṃ durādharṣaṃ viviśuś cākutobhayāḥ ||
Nachdem sie jenes Gebiet verlassen hatten, betraten alle Affen-Heerführer furchtlos ein anderes, schwer zu bezwingendes Gebiet.
Wort für Wort tyaktvā tu tam tataḥ deśam nachdem sie jenes Gebiet verlassen hatten sarve vai hariyūthapāḥ alle Affen-Heerführer deśam anyam durādharṣam ein anderes, schwer zu bezwingendes Gebiet viviśuḥ ca akutobhayāḥ betraten sie furchtlos yatra vandhyaphalā vṛkṣā vipuṣpāḥ parṇavarjitāḥ |
nistoyāḥ sarito yatra mūlaṃ yatra sudurlabham ||
Dort, wo die Bäume unfruchtbar, blütenlos und blattlos waren, wo die Flüsse ohne Wasser waren, wo Wurzeln nur sehr schwer zu finden waren.
Wort für Wort yatra vandhyaphalā vṛkṣāḥ wo die Bäume unfruchtbar waren vipuṣpāḥ parṇavarjitāḥ blütenlos und blattlos nistoyāḥ saritaḥ yatra wo die Flüsse ohne Wasser waren mūlam yatra sudurlabham wo Wurzeln sehr schwer zu finden waren na santi mahiṣā yatra na mṛgā na ca hastinaḥ |
śārdūlāḥ pakṣiṇo vāpi ye ca anye vanagocarāḥ ||
Wo es weder Büffel noch Hirsche noch Elefanten gab, weder Tiger noch Vögel, noch irgendwelche anderen im Wald lebenden Wesen.
Wort für Wort na santi mahiṣāḥ yatra wo es keine Büffel gab na mṛgāḥ na ca hastinaḥ weder Hirsche noch Elefanten śārdūlāḥ pakṣiṇaḥ vā api noch Tiger oder Vögel ye ca anye vanagocarāḥ noch andere im Wald lebende Wesen na ca atra vṛkṣā na oṣadhyo na vallyo na api vīrudhaḥ |
snigdhapatrāḥ sthale yatra padminyaḥ phullapaṃkajāḥ ||
prekṣaṇīyāḥ sugandhāś ca bhramaraiś ca varjitāḥ |
Dort gab es weder Bäume noch Kräuter, weder Schlingpflanzen noch Sträucher. Wo auf festem Grund Lotusteiche waren mit glänzenden Blättern und aufgeblühten Lotusblüten, lieblich anzusehen und duftend, doch ohne Bienen.
Wort für Wort na ca atra vṛkṣāḥ und dort gab es keine Bäume na oṣadhyaḥ na vallyaḥ na api vīrudhaḥ weder Kräuter noch Schlingpflanzen noch Sträucher snigdhapatrāḥ sthale yatra wo auf festem Grund mit glänzenden Blättern padminyaḥ phullapaṃkajāḥ Lotusteiche mit aufgeblühten Lotusblüten waren prekṣaṇīyāḥ sugandhāḥ ca lieblich anzusehen und duftend bhramaraiḥ ca varjitāḥ doch ohne Bienen kaṇḍur nāma mahābhāgaḥ satyavādī tapodhanaḥ |
maharṣiḥ paramāmarṣī niyamair duṣpradharṣaṇaḥ ||
Dort lebte ein hochbeglückter, wahrhaftiger, an Askese reicher großer Weiser namens Kaṇḍu, überaus jähzornig und durch seine Gelübde unangreifbar.
Wort für Wort kaṇḍuḥ nāma mahābhāgaḥ der hochbeglückte namens Kaṇḍu satyavādī tapodhanaḥ wahrhaftig, reich an Askese maharṣiḥ paramāmarṣī ein großer Weiser, überaus jähzornig niyamaiḥ duṣpradharṣaṇaḥ durch seine Gelübde unangreifbar tasya tasmin vane putro bālako daśavārṣikaḥ |
praṇaṣṭo jīvitāntāya kruddhas tena mahāmuniḥ ||
Sein Sohn, ein zehnjähriger Knabe, kam in jenem Wald ums Leben; darüber erzürnt, verfluchte der große Muni (den Wald).
Wort für Wort tasya tasmin vane putraḥ sein Sohn in jenem Wald bālakaḥ daśavārṣikaḥ ein zehnjähriger Knabe praṇaṣṭaḥ jīvitāntāya kam ums Leben, zum Ende seines Lebens kruddhaḥ tena mahāmuniḥ erzürnt darüber der große Muni tena dharmātmanā śaptaṃ kṛtsnaṃ tatra mahad vanam |
aśaraṇyaṃ durādharṣaṃ mṛgapakṣivivarjitam ||
Von ihm, dem Rechtschaffenen, wurde der ganze große Wald dort verflucht, ohne Zuflucht, schwer zugänglich und leer von Tieren und Vögeln.
Wort für Wort tena dharmātmanā śaptam von ihm, dem Rechtschaffenen, verflucht kṛtsnam tatra mahat vanam der ganze große Wald dort aśaraṇyam durādharṣam ohne Zuflucht, schwer zugänglich mṛgapakṣivivarjitam leer von Tieren und Vögeln tasya te kānanāntāṃs tu girīṇāṃ kandarāṇi ca |
prabhavāṇi nadīnāṃ ca vicinvanti samāhitāḥ ||
Sie durchsuchten aufmerksam die Ränder jenes Waldes, die Bergklüfte und die Quellorte der Flüsse.
Wort für Wort tasya te kānanāntān tu die Ränder jenes Waldes girīṇām kandarāṇi ca und die Bergklüfte prabhavāṇi nadīnām ca und die Quellorte der Flüsse vicinvanti samāhitāḥ durchsuchten sie aufmerksam tatra cāpi mahātmāno na apaśyan janakātmajām |
hartāraṃ rāvaṇaṃ vāpi sugrīvapriyakāriṇaḥ ||
Auch dort sahen jene Hochgesinnten, die Sugrīva zu Willen sein wollten, weder die Tochter Janakas noch den Entführer Rāvaṇa.
Wort für Wort tatra ca api mahātmānaḥ auch dort jene Hochgesinnten na apaśyan janakātmajām sahen die Tochter Janakas nicht hartāram rāvaṇam vā api noch den Entführer Rāvaṇa sugrīvapriyakāriṇaḥ die Sugrīva zu Willen sein wollten te praviśya tu taṃ bhīmaṃ latāgulmasamāvṛtam |
dadṛśur bhīmakarmāṇam asuraṃ suranirbhayam ||
Als sie jenen furchterregenden, von Schlingpflanzen und Dickicht überwucherten Ort betraten, erblickten sie einen Asura von schrecklichen Taten, der die Götter nicht fürchtete.
Wort für Wort te praviśya tu tam bhīmam als sie jenen furchterregenden (Ort) betraten latāgulmasamāvṛtam von Schlingpflanzen und Dickicht überwuchert dadṛśuḥ bhīmakarmāṇam asuram erblickten sie einen Asura von schrecklichen Taten suranirbhayam der die Götter nicht fürchtete taṃ dṛṣṭvā vānarā ghoraṃ sthitaṃ śailam ivāsuram |
gāḍhaṃ parihitāḥ sarve dṛṣṭvā taṃ parvatopamam ||
Als die Affen jenen schrecklichen Asura erblickten, der wie ein Berg dastand, wichen sie alle, da sie ihn, dem Berge gleich, gesehen hatten, dicht zusammengedrängt zurück.
Wort für Wort tam dṛṣṭvā vānarāḥ ghoram als die Affen jenen schrecklichen erblickten sthitam śailam iva asuram den Asura, der wie ein Berg dastand gāḍham parihitāḥ sarve alle wichen dicht zusammengedrängt zurück dṛṣṭvā tam parvatopamam nachdem sie ihn, dem Berge gleich, gesehen hatten so api tān vānarān sarvān naṣṭāḥ stha iti abravīd balī |
abhyadhāvata saṃkruddho muṣṭim udyamya saṃgatam ||
Auch er, der Mächtige, sprach zu all den Affen: ›Ihr seid verloren!‹, und stürmte wutentbrannt, die Faust erhoben, auf die Versammelten los.
Wort für Wort saḥ api tān vānarān sarvān auch er zu all jenen Affen naṣṭāḥ stha iti abravīt balī sprach der Mächtige: ›Ihr seid verloren‹ abhyadhāvata saṃkruddhaḥ stürmte er wutentbrannt heran muṣṭim udyamya saṃgatam die Faust erhoben, auf die Versammelten tam āpatantaṃ sahasā vāliputro'ṃgadas tadā |
rāvaṇo'yam iti jñātvā talenābhijaghāna ha ||
Als er plötzlich heranstürmte, schlug ihn Aṅgada, der Sohn Vālins, in der Annahme ›Das ist Rāvaṇa‹, mit der flachen Hand.
Wort für Wort tam āpatantam sahasā ihn, der plötzlich heranstürmte vāliputraḥ aṃgadaḥ tadā Aṅgada, der Sohn Vālins, da rāvaṇaḥ ayam iti jñātvā in der Erkenntnis ›dies ist Rāvaṇa‹ talena abhijaghāna ha schlug er ihn mit der flachen Hand sa vāliputrābhihato vaktrāt śoṇitam udvaman |
asuro nyapatad bhūmau paryasta iva parvataḥ ||
Von Vālins Sohn getroffen, Blut aus dem Mund speiend, stürzte der Asura zu Boden wie ein umgestürzter Berg.
Wort für Wort sa vāliputrābhihataḥ er, von Vālins Sohn getroffen vaktrāt śoṇitam udvaman Blut aus dem Mund speiend asuraḥ nyapatat bhūmau der Asura fiel zu Boden paryastaḥ iva parvataḥ wie ein umgestürzter Berg te tu tasmin nirucchvāse vānarā jitakāśinaḥ |
vyacinvan prāyaśas tatra sarvaṃ tad girigahvaram ||
Als jener dann leblos war, durchsuchten die im Sieg strahlenden Affen dort fast die ganze Bergschlucht.
Wort für Wort te tu tasmin nirucchvāse als jener aber leblos war vānarāḥ jitakāśinaḥ die im Sieg strahlenden Affen vyacinvan prāyaśaḥ tatra durchsuchten fast dort sarvam tat girigahvaram jene ganze Bergschlucht vicitaṃ tu tataḥ sarvaṃ sarve te kānanaukasaḥ |
anyad eva aparaṃ ghoraṃ viviśur girigahvaram ||
Nachdem dies alles durchsucht war, betraten all jene Waldbewohner eine weitere, andere schreckliche Bergschlucht.
Wort für Wort vicitam tu tataḥ sarvam nachdem dies alles durchsucht war sarve te kānanaukasaḥ all jene Waldbewohner anyat eva aparam ghoram eine andere, weitere schreckliche viviśuḥ girigahvaram betraten sie Bergschlucht te vicitya punaḥ khinnā viniṣpatya samāgatāḥ |
ekānte vṛkṣamūle tu niṣeduḥ dīnamānasāḥ ||
Nachdem sie wieder gesucht hatten, kamen sie erschöpft heraus und versammelten sich; und abseits am Fuß eines Baumes setzten sie sich nieder, mit niedergeschlagenem Herzen.
Wort für Wort te vicitya punaḥ khinnāḥ sie, nachdem sie wieder erschöpft gesucht hatten viniṣpatya samāgatāḥ kamen heraus und versammelten sich ekānte vṛkṣamūle tu aber abseits am Fuß eines Baumes niṣeduḥ dīnamānasāḥ setzten sie sich nieder, niedergeschlagenen Herzens
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