Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 45: Vānara Yūthapa Prasthānam
Der Aufbruch der Affenscharen in alle Richtungen
sarvāḥ ca āhūya sugrīvaḥ plavagān plavagarṣabhaḥ |
samastān ca abravīt rājā rāma kāryārtha siddhaye ||
Nachdem Sugrīva, der Stier unter den Affen, alle Affen zusammengerufen hatte, sprach der König zu ihnen allen, damit Rāmas Aufgabe zum Ziel gelange:
Wort für Wort sarvāḥ ca āhūya sugrīvaḥ und Sugrīva, alle zusammengerufen habend plavagān plavagarṣabhaḥ die Affen, der Stier unter den Affen samastān ca abravīt rājā und der König sprach zu ihnen allen rāma kāryārtha siddhaye damit Rāmas Aufgabe zum Ziel gelange tat ugra śāsanam bhartur vijñāya hari puṃgavāḥ |
śalabhā iva saṃchādya medinīm saṃpratasthire ||
Als sie den strengen Befehl ihres Herrn vernommen hatten, machten sich die Affenstiere auf, wie Heuschrecken die Erde bedeckend.
Wort für Wort tat ugra śāsanam bhartur jenen strengen Befehl des Herrn vijñāya hari puṃgavāḥ vernehmend, die Affenstiere śalabhā iva saṃchādya medinīm die Erde bedeckend wie Heuschrecken saṃpratasthire machten sie sich auf rāmaḥ prasravaṇe tasmin nyavasat saha lakṣmaṇaḥ |
pratīkṣamāṇaḥ tam māsam yaḥ sītā adhigame kṛtaḥ ||
Rāma verweilte mit Lakṣmaṇa auf jenem Berg Prasravaṇa, jenen Monat erwartend, der für das Auffinden Sītās festgesetzt war.
Wort für Wort rāmaḥ prasravaṇe tasmin Rāma auf jenem Prasravaṇa nyavasat saha lakṣmaṇaḥ verweilte mit Lakṣmaṇa pratīkṣamāṇaḥ tam māsam jenen Monat erwartend yaḥ sītā adhigame kṛtaḥ der für das Auffinden Sītās festgesetzt war uttarām tu diśam ramyām giri rāja samāvṛtām |
pratasthe sahasā vīro hariḥ śatabaliḥ tadā ||
In die liebliche, vom Berg-König umgebene nördliche Richtung machte sich da unversehens der heldenhafte Affe Śatabali auf.
Wort für Wort uttarām tu diśam ramyām in die liebliche nördliche Richtung giri rāja samāvṛtām die vom Berg-König umgeben ist pratasthe sahasā vīro machte sich unversehens der Held auf hariḥ śatabaliḥ tadā der Affe Śatabali, damals pūrvām diśam prati yayau vinato hari yūthapaḥ |
tārā aṃgadādi sahitaḥ plavagaḥ pavanātmajaḥ |
agastya caritām āśām dakṣiṇām hari yūthapaḥ ||
In die östliche Richtung zog der Herdenführer der Affen, Vinata; der Windessohn, der Affe, zusammen mit Tāra, Aṅgada und den anderen; in die südliche, von Agastya durchwanderte Richtung zog der Herdenführer der Affen.
Wort für Wort pūrvām diśam prati yayau in die östliche Richtung zog vinato hari yūthapaḥ Vinata, der Herdenführer der Affen tārā aṃgadādi sahitaḥ zusammen mit Tāra, Aṅgada und anderen plavagaḥ pavanātmajaḥ der Affe, der Windessohn agastya caritām āśām in die von Agastya durchwanderte Richtung dakṣiṇām hari yūthapaḥ die südliche, der Herdenführer der Affen paścimām tu diśam ghorām suṣeṇaḥ plavageśvaraḥ |
pratasthe hari śārdūlo diśam varuṇa pālitām ||
In die furchtbare westliche, von Varuṇa behütete Richtung machte sich der Affenherrscher Suṣeṇa, der Tiger unter den Affen, auf.
Wort für Wort paścimām tu diśam ghorām in die furchtbare westliche Richtung suṣeṇaḥ plavageśvaraḥ Suṣeṇa, der Affenherrscher pratasthe hari śārdūlo machte sich auf, der Tiger unter den Affen diśam varuṇa pālitām die von Varuṇa behütete Richtung tataḥ sarvā diśo rājā codayitvā yathā tatham |
kapi senā patīn vīro mumoda sukhitaḥ sukham ||
Nachdem der König so alle Führer der Affenheere in alle Richtungen entsandt hatte, freute sich der Held glücklich und zufrieden.
Wort für Wort tataḥ sarvā diśo rājā dann der König in alle Richtungen codayitvā yathā tatham entsandt habend, wie es sich gehörte kapi senā patīn vīro die Führer der Affenheere, der Held mumoda sukhitaḥ sukham freute sich glücklich und zufrieden evam saṃcoditāḥ sarve rājñā vānara yūthapāḥ |
svām svām diśam abhipretya tvaritāḥ saṃpratasthire ||
So von dem König angetrieben, machten sich alle Herdenführer der Affen eilends, jeder in seine eigene Richtung strebend, auf den Weg.
Wort für Wort evam saṃcoditāḥ sarve so alle angetrieben rājñā vānara yūthapāḥ von dem König, die Herdenführer der Affen svām svām diśam abhipretya jeder in seine eigene Richtung strebend tvaritāḥ saṃpratasthire machten sie sich eilends auf nadantaḥ ca unnadantaḥ ca garjantaḥ ca plavaṃgamāḥ |
kṣvelanto dhāvamānāḥ ca vinadanto mahābalāḥ ||
Rufend, laut aufschreiend und brüllend zogen die Affen dahin, scherzend und rennend und laut tönend, die überaus Starken.
Wort für Wort nadantaḥ ca unnadantaḥ ca rufend und laut aufschreiend garjantaḥ ca plavaṃgamāḥ und brüllend, die Affen kṣvelanto dhāvamānāḥ ca scherzend und rennend vinadanto mahābalāḥ laut tönend, die überaus Starken evam saṃcoditāḥ sarve rājñā vānara yūthapāḥ |
ānayiṣyāmahe sītām haniṣyāmaḥ ca rāvaṇam ||
So von dem König angetrieben, riefen alle Herdenführer der Affen: „Wir werden Sītā herbeibringen und Rāvaṇa erschlagen!“
Wort für Wort evam saṃcoditāḥ sarve so alle angetrieben rājñā vānara yūthapāḥ von dem König, die Herdenführer der Affen ānayiṣyāmahe sītām wir werden Sītā herbeibringen haniṣyāmaḥ ca rāvaṇam und Rāvaṇa erschlagen aham eko vadhiṣyāmi prāptam rāvaṇam āhave |
tataḥ ca unmathya sahasā hariṣye janaka ātmajām ||
„Ich allein werde Rāvaṇa, wenn er sich zeigt, im Kampf erschlagen und dann werde ich sogleich, ihn niederschmetternd, die Tochter Janakas fortführen.
Wort für Wort aham eko vadhiṣyāmi ich allein werde erschlagen prāptam rāvaṇam āhave den erschienenen Rāvaṇa im Kampf tataḥ ca unmathya sahasā und dann, ihn sogleich niederschmetternd hariṣye janaka ātmajām werde ich die Tochter Janakas fortführen vepamānam śrameṇa adya bhavadbhiḥ sthīyatām iti |
eka eva āhariṣyāmi pātālāt api jānakīm ||
Bleibt heute nur stehen, während er vor Anstrengung zittert – ich allein werde die Jānakī herbeibringen, selbst aus der Unterwelt.
Wort für Wort vepamānam śrameṇa adya heute, vor Anstrengung zitternd bhavadbhiḥ sthīyatām iti von euch soll nur gestanden werden eka eva āhariṣyāmi ich allein werde herbeibringen pātālāt api jānakīm die Jānakī selbst aus der Unterwelt vidhamiṣyāmi aham vṛkṣān dārayiṣyāmi aham girīn |
dharaṇīm dārayiṣyāmi kṣobhayiṣyāmi sāgarān ||
Ich werde Bäume niederreißen, ich werde Berge spalten, ich werde die Erde zerreißen, ich werde die Meere aufwühlen.“
Wort für Wort vidhamiṣyāmi aham vṛkṣān ich werde Bäume niederreißen dārayiṣyāmi aham girīn ich werde Berge spalten dharaṇīm dārayiṣyāmi ich werde die Erde zerreißen kṣobhayiṣyāmi sāgarān ich werde die Meere aufwühlen aham yojana saṃkhyāyāḥ plavitā na atra saṃśayaḥ |
śatam yojana saṃkhyāyāḥ śatam samadhikam hi aham ||
„Ich kann eine Anzahl von Yojanas überspringen, daran gibt es keinen Zweifel; ich kann fürwahr hundert Yojanas und sogar noch mehr als hundert überspringen.“
Wort für Wort aham yojana saṃkhyāyāḥ ich, eine Anzahl von Yojanas plavitā na atra saṃśayaḥ kann überspringen, daran ist kein Zweifel śatam yojana saṃkhyāyāḥ hundert an Zahl von Yojanas śatam samadhikam hi aham fürwahr sogar mehr als hundert kann ich bhū tale sāgare vā api śaileṣu ca vaneṣu ca |
pātālasya api vā madhye na mama ācchidyate gatiḥ ||
„Auf dem Erdboden, im Meer, in Bergen und Wäldern, oder auch inmitten der Unterwelt – nirgends wird mein Weg abgeschnitten.“
Wort für Wort bhū tale sāgare vā api auf dem Erdboden oder auch im Meer śaileṣu ca vaneṣu ca in Bergen und Wäldern pātālasya api vā madhye oder auch inmitten der Unterwelt na mama ācchidyate gatiḥ wird mein Weg nicht abgeschnitten iti ekaikaḥ tadā tatra vānarā bala darpitāḥ |
ūcuḥ ca vacanam tasya hari rājasya sannidhau ||
So sprach da jeder einzelne der von ihrer Kraft stolzgemachten Affen dieses Wort in Gegenwart des Affenkönigs.
Wort für Wort iti ekaikaḥ tadā tatra so ein jeder da dort vānarā bala darpitāḥ die von ihrer Kraft stolzgemachten Affen ūcuḥ ca vacanam tasya sprachen dieses Wort hari rājasya sannidhau in Gegenwart des Affenkönigs
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