Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 31: Lakṣmaṇa Kopaḥ Kiṣkiṃdhā Praveśaḥ ca
Lakṣmaṇas Zorn und sein Einzug in Kiṣkindhā
sa kāminam dīnam adīna sattvaḥ śoka abhipannam samudīrṇa kopam |
narendra sūnur naradeva putram rāmānujaḥ pūrvajam iti uvāca ||
Er, der Sohn des Herrschers, der jüngere Bruder Rāmas, von unverzagtem Mut, sprach so zu seinem älteren Bruder, dem Sohn des Götterkönigs, der von Liebesverlangen erfüllt, elend, vom Kummer ergriffen war, dessen Zorn erhoben war:
Wort für Wort sa kāminam dīnam adīna sattvaḥ er, von unverzagtem Mut, zu dem Liebenden, Elenden śoka abhipannam samudīrṇa kopam vom Kummer ergriffen, dessen Zorn erhoben war narendra sūnur naradeva putram der Sohn des Herrschers, zum Sohn des Königs rāmānujaḥ pūrvajam iti uvāca der jüngere Bruder Rāmas sprach so zum älteren Bruder na vānaraḥ sthāsyati sādhu vṛtte na manyate karma phala anuṣaṃgān |
na bhokṣyate vānara rājya lakṣmīm tathā hi na abhikramate asya buddhiḥ ||
«Der Affe wird nicht bei rechtem Verhalten bleiben, er denkt nicht an die Folgen seiner Taten; er wird das Glück des Affenreichs nicht mehr geniessen, denn sein Verstand schreitet nicht in diese Richtung voran.
Wort für Wort na vānaraḥ sthāsyati sādhu vṛtte der Affe wird nicht bei rechtem Verhalten bleiben na manyate karma phala anuṣaṃgān er denkt nicht an die Folgen der Taten na bhokṣyate vānara rājya lakṣmīm er wird das Glück des Affenreichs nicht geniessen tathā hi na abhikramate asya buddhiḥ denn sein Verstand schreitet nicht voran mati kṣayāt grāmya sukheṣu saktaḥ tava prasāda apratikāra buddhiḥ |
hato agrajam paśyatu vālinam na rājyam evam viguṇasya deyam ||
Durch Verlust des Verstandes an gemeine Freuden gebunden, ohne den Sinn, deine Gunst zu vergelten — er soll, getötet, seinen älteren Bruder Vālin wiedersehen; einem solchen Untauglichen sollte das Reich nicht gegeben bleiben.
Wort für Wort mati kṣayāt grāmya sukheṣu saktaḥ durch Verlust des Verstandes an gemeine Freuden gebunden tava prasāda apratikāra buddhiḥ ohne den Sinn, deine Gunst zu vergelten hato agrajam paśyatu vālinam getötet, soll er den älteren Bruder Vālin sehen na rājyam evam viguṇasya deyam einem solchen Untauglichen soll das Reich nicht gegeben werden na dhāraye kopam udīrṇa vegam nihanmi sugrīvam asatyam adya |
hari pravīraiḥ saha vāli putro narendra putryā vicayam karotu ||
Ich halte meinen erhobenen, mächtigen Zorn nicht zurück; ich werde den treulosen Sugrīva heute töten. Der Sohn Vālins soll dann zusammen mit den tapferen Affenhelden die Suche nach der Königstochter unternehmen.»
Wort für Wort na dhāraye kopam udīrṇa vegam ich halte meinen erhobenen, mächtigen Zorn nicht zurück nihanmi sugrīvam asatyam adya ich werde den treulosen Sugrīva heute töten hari pravīraiḥ saha vāli putro der Sohn Vālins mit den tapferen Affenhelden narendra putryā vicayam karotu soll die Suche nach der Königstochter unternehmen tam ātta bāṇa āsanam utpataṃtam nivedita artham raṇa caṇḍa kopam |
uvaca rāmaḥ para vīra hantā sva vekṣitam sa anunayam ca vākyam ||
Zu ihm, der seinen Bogen ergriffen hatte und aufspringen wollte, dessen Sache dargelegt war, dessen Zorn im Kampf heftig war, sprach Rāma, der Bezwinger feindlicher Helden, ein selbst-bedachtes, versöhnliches Wort:
Wort für Wort tam ātta bāṇa āsanam utpataṃtam zu ihm, der den Bogen ergriffen hatte und aufspringen wollte nivedita artham raṇa caṇḍa kopam dessen Sache dargelegt, dessen Zorn im Kampf heftig war uvaca rāmaḥ para vīra hantā sprach Rāma, der Bezwinger feindlicher Helden sva vekṣitam sa anunayam ca vākyam ein selbst-bedachtes, versöhnliches Wort na hi vai tvat vidho loke pāpam evam samācaret |
kopam āryeṇa yo hanti sa vīraḥ puruṣottamaḥ ||
«Fürwahr, keiner deinesgleichen sollte in der Welt so eine böse Tat begehen. Wer seinen Zorn mit Würde bezwingt, der ist ein Held, der beste der Menschen.
Wort für Wort na hi vai tvat vidho loke fürwahr, keiner deinesgleichen in der Welt pāpam evam samācaret sollte so eine böse Tat begehen kopam āryeṇa yo hanti wer den Zorn mit Würde bezwingt sa vīraḥ puruṣottamaḥ der ist ein Held, der beste der Menschen na idam atra tvayā grāhyam sādhu vṛttena lakṣmaṇa |
tām prītim anuvartasva pūrva vṛttam ca saṃgatam ||
Dies sollte von dir, der du von gutem Betragen bist, nicht angenommen werden, Lakṣmaṇa. Folge jener Freundschaft und dem früheren, wohlbegründeten Verhalten.
Wort für Wort na idam atra tvayā grāhyam dies sollte von dir nicht angenommen werden sādhu vṛttena lakṣmaṇa der du von gutem Betragen bist, Lakṣmaṇa tām prītim anuvartasva folge jener Freundschaft pūrva vṛttam ca saṃgatam und dem früheren, wohlbegründeten Verhalten sāma upahitayā vācā rūkṣāṇi parivarjayan |
vaktum arhasi sugrīvam vyatītam kāla paryaye ||
Mit versöhnlicher Rede, harte Worte vermeidend, solltest du zu Sugrīva über die verstrichene Zeit sprechen.»
Wort für Wort sāma upahitayā vācā mit versöhnlicher Rede rūkṣāṇi parivarjayan harte Worte vermeidend vaktum arhasi sugrīvam solltest du zu Sugrīva sprechen vyatītam kāla paryaye über die verstrichene, vorübergegangene Zeit so agrajena anuśiṣṭa artho yathāvat puruṣarṣabhaḥ |
praviveśa purīm vīro lakṣmaṇaḥ para vīra hā ||
Er, der Stier unter den Männern, von seinem älteren Bruder gebührend belehrt, der Held Lakṣmaṇa, der Bezwinger feindlicher Helden, betrat die Stadt.
Wort für Wort so agrajena anuśiṣṭa artho er, von seinem älteren Bruder in der Sache belehrt yathāvat puruṣarṣabhaḥ gebührend, der Stier der Männer praviveśa purīm vīro betrat die Stadt, der Held lakṣmaṇaḥ para vīra hā Lakṣmaṇa, der Bezwinger feindlicher Helden tataḥ śubha matiḥ prājño bhrātuḥ priyahiterataḥ |
lakṣmaṇaḥ pratisaṃrabdho jagāma bhavanam kapeḥ ||
Dann ging Lakṣmaṇa, von gutem Sinn, klug, dem Wohl und Nutzen seines Bruders zugetan, obwohl noch erregt, zum Palast des Affen.
Wort für Wort tataḥ śubha matiḥ prājño dann der von gutem Sinn, kluge bhrātuḥ priyahiterataḥ dem Wohl und Nutzen des Bruders zugetan lakṣmaṇaḥ pratisaṃrabdho Lakṣmaṇa, obwohl erregt jagāma bhavanam kapeḥ ging zum Palast des Affen śakra bāṇāsana prakhyam dhanuḥ kālāṃtaka upamaḥ |
pragṛhya giri śṛṃgābham mandaraḥ sānumān iva ||
Seinen Bogen, dem Indras gleich, ergriffen, dem Ende bringenden Yama gleichend, wie der gipfelreiche Berg Mandara,
Wort für Wort śakra bāṇāsana prakhyam dhanuḥ den Bogen, dem Indras gleich pragṛhya ergriffen habend kālāṃtaka upamaḥ dem Ende bringenden (Yama) gleichend giri śṛṃgābham mandaraḥ sānumān iva wie der gipfelreiche Berg Mandara yathā ukta kārī vacanam uttaram caiva sa uttaram |
bṛhaspati samo buddhyā mattvā rāmānujaḥ tadā ||
so wie es ihm aufgetragen war, das weitere Wort im Sinn habend, an Klugheit dem Bṛhaspati gleich, dachte da der jüngere Bruder Rāmas nach,
Wort für Wort yathā ukta kārī der Ausführer dessen, was gesagt war vacanam uttaram caiva sa uttaram und das weitere, folgende Wort bṛhaspati samo buddhyā an Klugheit dem Bṛhaspati gleich mattvā rāmānujaḥ tadā dachte da der jüngere Bruder Rāmas nach kāma krodha samutthena bhrātuḥ kopāgninā vṛtaḥ |
prabhaṃjana iva aprītaḥ prayayau lakṣmaṇaḥ tadā ||
und, vom Zornesfeuer seines Bruders, das aus Liebe und Zorn entstanden war, umfangen, zog Lakṣmaṇa, missgestimmt wie der Sturmwind, dann los,
Wort für Wort kāma krodha samutthena aus Liebe und Zorn entstanden bhrātuḥ kopāgninā vṛtaḥ vom Zornesfeuer des Bruders umfangen prabhaṃjana iva aprītaḥ missgestimmt wie der Sturmwind prayayau lakṣmaṇaḥ tadā zog Lakṣmaṇa dann los sāla tāla aśva karṇām ca tarasā pātayan balāt |
paryasyan giri kūṭāni drumān anyām ca vegitaḥ ||
mit Wucht die Sāla-, Tāla- und Aśvakarṇa-Bäume und andere Bäume mit Kraft umstürzend, Berggipfel umstossend, in seiner Eile,
Wort für Wort sāla tāla aśva karṇām ca die Sāla-, Tāla- und Aśvakarṇa-Bäume tarasā pātayan balāt mit Wucht mit Kraft umstürzend paryasyan giri kūṭāni Berggipfel umstossend drumān anyām ca vegitaḥ und andere Bäume, in seiner Eile śilāḥ ca śakalī kurvan padbhyām gaja iva āśu gaḥ |
dūram eka padam tyaktvā yayau kāryavaśāt drutam ||
Felsen mit seinen Füssen zersplitternd, rasch wie ein Elefant dahineilend, jeden Schritt weit ausholend, zog er wegen der Dringlichkeit der Sache rasch dahin.
Wort für Wort śilāḥ ca śakalī kurvan Felsen zersplitternd padbhyām gaja iva āśu gaḥ mit den Füssen, rasch wie ein Elefant dūram eka padam tyaktvā jeden Schritt weit ausholend yayau kāryavaśāt drutam zog er wegen der Dringlichkeit rasch dahin tām apaśyat bala ākīrṇām harirāja mahāpurīm |
durgām ikṣvāku śārdūlaḥ kiṣkiṃdhām giri saṃkaṭe ||
Der Tiger unter den Ikṣvākus erblickte jene mit Truppen erfüllte grosse Stadt des Affenkönigs, die uneinnehmbare Kiṣkindhā, in der Bergenge.
Wort für Wort tām apaśyat bala ākīrṇām er erblickte jene, mit Truppen erfüllte harirāja mahāpurīm die grosse Stadt des Affenkönigs durgām ikṣvāku śārdūlaḥ der Tiger der Ikṣvākus, die uneinnehmbare kiṣkiṃdhām giri saṃkaṭe Kiṣkindhā in der Bergenge roṣāt prasphuramāṇa oṣṭhaḥ sugrīvam prati lakṣmaṇaḥ |
dadarśa vānarān bhīmān kiṣkiṃdhāyā bahiḥ carān ||
Mit vor Zorn zuckenden Lippen gegen Sugrīva erblickte Lakṣmaṇa die furchterregenden Affen, die ausserhalb Kiṣkindhās umherstreiften.
Wort für Wort roṣāt prasphuramāṇa oṣṭhaḥ mit vor Zorn zuckenden Lippen sugrīvam prati lakṣmaṇaḥ Lakṣmaṇa, gegen Sugrīva (gerichtet) dadarśa vānarān bhīmān erblickte die furchterregenden Affen kiṣkiṃdhāyā bahiḥ carān die ausserhalb Kiṣkindhās umherstreiften tam dṛṣṭvā vānarāḥ sarve lakṣmaṇam puruṣarṣabham |
śaila śṛṃgāṇi śataśaḥ pravṛddhām ca mahīruhān |
jagṛhuḥ kuṃjara prakhyā vānarāḥ parvata aṃtare ||
Als sie ihn erblickten, den Stier der Männer Lakṣmaṇa, ergriffen alle Affen, den Elefanten gleich, in der Bergregion zu Hunderten Berggipfel und mächtig gewachsene Bäume.
Wort für Wort tam dṛṣṭvā vānarāḥ sarve ihn erblickend, alle Affen lakṣmaṇam puruṣarṣabham Lakṣmaṇa, den Stier der Männer śaila śṛṃgāṇi śataśaḥ pravṛddhām ca mahīruhān Berggipfel zu Hunderten und mächtig gewachsene Bäume jagṛhuḥ kuṃjara prakhyā vānarāḥ parvata aṃtare ergriffen die elefantengleichen Affen in der Bergregion tān gṛhīta praharaṇān sarvān dṛṣṭvā tu lakṣmaṇaḥ |
babhūva dviguṇam kruddho bahu iṃdhana iva analaḥ ||
Als Lakṣmaṇa sie sah, alle mit ergriffenen Waffen, wurde er doppelt so zornig, wie ein Feuer mit reichlich Brennholz.
Wort für Wort tān gṛhīta praharaṇān sarvān sie alle, mit ergriffenen Waffen dṛṣṭvā tu lakṣmaṇaḥ erblickend aber Lakṣmaṇa babhūva dviguṇam kruddho wurde doppelt so zornig bahu iṃdhana iva analaḥ wie ein Feuer mit reichlich Brennholz tam te bhayaparīta aṃgāḥ khsubdham dṛṣṭvā plavaṃgamāḥ |
kāla mṛtyu yugāṃtāabham śataśo vidrutā diśaḥ ||
Als die Affen ihn, den Aufgewühlten, erblickten, ihre Glieder von Furcht erfasst, dem Tod, der Zeit oder dem Weltuntergang gleichend, flohen sie zu Hunderten in alle Himmelsrichtungen.
Wort für Wort tam te bhayaparīta aṃgāḥ khsubdham ihn, den Aufgewühlten, ihre Glieder von Furcht erfasst dṛṣṭvā plavaṃgamāḥ erblickend, die Affen kāla mṛtyu yugāṃtāabham dem Tod, der Zeit, dem Weltuntergang gleichend śataśo vidrutā diśaḥ flohen sie zu Hunderten in die Himmelsrichtungen tataḥ sugrīva bhavanam praviśya haripuṃgavāḥ |
krodham āgamanam caiva lakṣmaṇasya nyavedayan ||
Dann betraten die besten der Affen Sugrīvas Palast und meldeten sowohl den Zorn als auch das Kommen Lakṣmaṇas.
Wort für Wort tataḥ sugrīva bhavanam praviśya dann, Sugrīvas Palast betretend haripuṃgavāḥ die besten der Affen krodham āgamanam caiva sowohl den Zorn als auch das Kommen lakṣmaṇasya nyavedayan Lakṣmaṇas meldeten sie tārayā sahitaḥ kāmī saktaḥ kapivṛṣaḥ tadā |
na teṣām kapi vīrāṇām śuśrāva vacanam tadā ||
Der Stier der Affen aber, mit Tārā zusammen, von Liebe erfüllt, an sie gebunden, hörte da nicht auf die Worte jener Affenhelden.
Wort für Wort tārayā sahitaḥ kāmī saktaḥ mit Tārā zusammen, von Liebe erfüllt, gebunden kapivṛṣaḥ tadā der Stier der Affen da na teṣām kapi vīrāṇām nicht auf jener Affenhelden śuśrāva vacanam tadā hörte er da die Worte tataḥ saciva saṃdiṣṭā harayo romaharṣaṇāḥ |
giri kuṃjara megha ābhā nagaryā niryayuḥ tadā ||
Da zogen die Affen, von den Ministern beauftragt, haarsträubend anzusehen, den Bergen, Elefanten und Wolken gleichend, aus der Stadt hinaus.
Wort für Wort tataḥ saciva saṃdiṣṭā da, von den Ministern beauftragt harayo romaharṣaṇāḥ die Affen, haarsträubend anzusehen giri kuṃjara megha ābhā den Bergen, Elefanten und Wolken gleichend nagaryā niryayuḥ tadā zogen aus der Stadt hinaus nakha daṃṣṭra āyudhā sarve vīrāḥ vikṛta darśanāḥ |
sarve śārdūla darpāḥ ca sarve ca vikṛta ānanāḥ ||
Alle mit Krallen und Fangzähnen als Waffen, alle Helden von seltsamem Aussehen, alle von tigergleichem Stolz und alle mit verzerrten Gesichtern.
Wort für Wort nakha daṃṣṭra āyudhā sarve alle mit Krallen und Fangzähnen als Waffen vīrāḥ vikṛta darśanāḥ Helden von seltsamem Aussehen sarve śārdūla darpāḥ ca alle von tigergleichem Stolz sarve ca vikṛta ānanāḥ und alle mit verzerrten Gesichtern daśa nāga balāḥ kecit kecit daśa guṇottarāḥ |
kecit nāga sahasrasya babhūvuḥ tulya varcasaḥ ||
Manche hatten die Kraft von zehn Elefanten, manche die zehnfache Kraft davon, manche waren an Stärke tausend Elefanten gleich.
Wort für Wort daśa nāga balāḥ kecit manche mit der Kraft von zehn Elefanten kecit daśa guṇottarāḥ manche mit zehnfacher Kraft kecit nāga sahasrasya manche tausend Elefanten babhūvuḥ tulya varcasaḥ waren an Stärke gleich tataḥ taiḥ kapibhir vyāptām druma hastair mahābalaiḥ |
apaśyat lakṣmaṇaḥ kruddhaḥ kiṣkiṃdhām tām durāsadam ||
Da erblickte der zornige Lakṣmaṇa jene uneinnehmbare Kiṣkindhā, erfüllt von jenen mächtigen Affen, die Bäume als Waffen hielten.
Wort für Wort tataḥ taiḥ kapibhir vyāptām da erfüllt von jenen Affen druma hastair mahābalaiḥ mit Bäumen in den Händen, den mächtigen apaśyat lakṣmaṇaḥ kruddhaḥ erblickte der zornige Lakṣmaṇa kiṣkiṃdhām tām durāsadam jene uneinnehmbare Kiṣkindhā tataḥ te harayaḥ sarve prākāra parikha aṃtarāt |
niṣkramya udagra sattvāḥ tu tasthur āviṣkṛtam tadā ||
Da traten alle jene Affen, von erhobenem Mut, aus dem Bereich zwischen Wall und Graben heraus und standen dann offen sichtbar da.
Wort für Wort tataḥ te harayaḥ sarve da alle jene Affen prākāra parikha aṃtarāt aus dem Bereich zwischen Wall und Graben niṣkramya udagra sattvāḥ tu heraustretend, von erhobenem Mut tasthur āviṣkṛtam tadā standen dann offen sichtbar da sugrīvasya pramādam ca pūrvajasya artham ātmavān |
dṛṣṭvā kopa vaśam vīraḥ punar eva jagāma saḥ ||
Als der besonnene Held Sugrīvas Nachlässigkeit und die Sache seines älteren Bruders bedachte, geriet er wieder ganz in die Gewalt des Zorns.
Wort für Wort sugrīvasya pramādam ca und Sugrīvas Nachlässigkeit pūrvajasya artham ātmavān die Sache des älteren Bruders, der Besonnene dṛṣṭvā kopa vaśam vīraḥ bedenkend, geriet der Held in die Gewalt des Zorns punar eva jagāma saḥ wieder eben, er sa dīrgha uṣṇa mahā ucchvāsaḥ kopa saṃrakta locanaḥ |
babhūva nara śārdūla sa dhūma iva pāvakaḥ ||
Er, mit langen, heissen, gewaltigen Seufzern, mit vor Zorn geröteten Augen, wurde, der Tiger der Männer, wie ein rauchendes Feuer.
Wort für Wort sa dīrgha uṣṇa mahā ucchvāsaḥ er, mit langen, heissen, gewaltigen Seufzern kopa saṃrakta locanaḥ mit vor Zorn geröteten Augen babhūva nara śārdūla wurde, der Tiger der Männer sa dhūma iva pāvakaḥ wie ein rauchendes Feuer bāṇa śalya sphurat jihvaḥ sāyaka āsana bhogavān |
sva tejo viṣa saṃghātaḥ paṃca āsya iva pannagaḥ ||
Mit den Pfeilspitzen als zuckender Zunge, mit dem Bogen als Schlangenleib, mit seiner eigenen Glut als angesammeltem Gift, glich er einer fünfköpfigen Schlange.
Wort für Wort bāṇa śalya sphurat jihvaḥ mit den Pfeilspitzen als zuckender Zunge sāyaka āsana bhogavān mit dem Bogen als Schlangenleib sva tejo viṣa saṃghātaḥ mit eigener Glut als angesammeltem Gift paṃca āsya iva pannagaḥ wie eine fünfköpfige Schlange tam dīptam iva kālāgnim nāgendram iva kopitam |
samāsādya aṃgadaḥ trāsāt viṣādam agamat param ||
Als Aṅgada sich ihm näherte, der wie das lodernde Weltenfeuer war, wie ein erzürnter Schlangenfürst, geriet er vor Schrecken in höchste Verzweiflung.
Wort für Wort tam dīptam iva kālāgnim zu ihm, wie das lodernde Weltenfeuer nāgendram iva kopitam wie einen erzürnten Schlangenfürsten samāsādya aṃgadaḥ sich nähernd, Aṅgada trāsāt viṣādam agamat param geriet vor Schrecken in höchste Verzweiflung so aṃgadam roṣa tāmrākṣaḥ saṃdideśa mahāyaśāḥ |
sugrīvaḥ kathyatām vatsa mama āgamanam iti uta ||
Er, dessen Augen vor Zorn kupferrot waren, der hochberühmte Sugrīva, befahl Aṅgada: «Es soll gesagt werden, mein Kind, dass ich komme» —
Wort für Wort so aṃgadam roṣa tāmrākṣaḥ er, mit vor Zorn kupferroten Augen, dem Aṅgada saṃdideśa mahāyaśāḥ befahl der hochberühmte sugrīvaḥ kathyatām vatsa Sugrīva, es soll gesagt werden, mein Kind mama āgamanam iti uta dass ich komme, so gesagt eṣa rāmānujaḥ prāptaḥ tvat sakāśam arindamaḥ |
bhrātur vyasana saṃtapto dvāri tiṣṭhati lakṣmaṇaḥ ||
«Dieser Bezwinger der Feinde, der jüngere Bruder Rāmas, ist zu dir gekommen; vom Leid seines Bruders versengt, steht Lakṣmaṇa an der Tür.
Wort für Wort eṣa rāmānujaḥ prāptaḥ dieser jüngere Bruder Rāmas ist gekommen tvat sakāśam arindamaḥ zu dir, der Bezwinger der Feinde bhrātur vyasana saṃtapto vom Leid des Bruders versengt dvāri tiṣṭhati lakṣmaṇaḥ steht Lakṣmaṇa an der Tür tasya vākyam yadi ruciḥ kriyatām sādhu vānaraḥ |
iti uktvā śīghram āgaccha vatsa vākyam arindama ||
Wenn du Gefallen daran findest, sein Wort zu erfüllen, so tu es, Affe. Nachdem du dies gesagt hast, komm rasch zurück mit der Antwort, mein Kind, Feindebezwinger.»
Wort für Wort tasya vākyam yadi ruciḥ wenn an seinem Wort Gefallen ist kriyatām sādhu vānaraḥ so soll es getan werden, guter Affe iti uktvā śīghram āgaccha dies gesagt habend, komm rasch zurück vatsa vākyam arindama mein Kind, mit der Antwort, Feindebezwinger lakṣmaṇasya vacaḥ śrutvā śokāviṣṭo aṃgado abravīt |
pituḥ samīpam āgamya saumitriḥ ayam āgataḥ ||
Nachdem er Lakṣmaṇas Worte gehört hatte, sprach Aṅgada, vom Kummer erfüllt, nachdem er zu seinem Vater gekommen war: «Dieser Sohn der Sumitrā ist gekommen» —
Wort für Wort lakṣmaṇasya vacaḥ śrutvā Lakṣmaṇas Wort gehört habend śokāviṣṭo aṃgado abravīt sprach Aṅgada, vom Kummer erfüllt pituḥ samīpam āgamya zum Vater gekommen saumitriḥ ayam āgataḥ dieser Sohn der Sumitrā ist gekommen atha aṃgadaḥ tasya sutīvra vācā saṃbhrāṃta bhāvaḥ paridīna vaktraḥ |
nirgatya pūrvam nṛpateḥ tarasvī tato rumāyāḥ caraṇau vavande ||
Dann, durch dessen überaus heftige Worte bestürzt, mit betrübtem Gesicht, verliess der rasche Aṅgada zuerst den König und verehrte dann die Füsse Rumās.
Wort für Wort atha aṃgadaḥ tasya sutīvra vācā dann Aṅgada, durch dessen überaus heftige Worte saṃbhrāṃta bhāvaḥ paridīna vaktraḥ bestürzt, mit betrübtem Gesicht nirgatya pūrvam nṛpateḥ tarasvī verliess zuerst der rasche den König tato rumāyāḥ caraṇau vavande und verehrte dann die Füsse Rumās saṃgṛhya pādau pituḥ ugratejā jagrāha mātuḥ punar eva pādau |
pādau rumāyāḥ ca nipīḍayitvā nivedayāmāsa tataḥ tat artham ||
Nachdem er, von furchtbarer Macht, die Füsse seines Vaters ergriffen hatte, ergriff er wieder die Füsse seiner Mutter; und nachdem er Rumās Füsse gedrückt hatte, meldete er dann jene Angelegenheit.
Wort für Wort saṃgṛhya pādau pituḥ ugratejā die Füsse des Vaters ergriffen, von furchtbarer Macht jagrāha mātuḥ punar eva pādau ergriff wieder die Füsse der Mutter pādau rumāyāḥ ca nipīḍayitvā und Rumās Füsse gedrückt habend nivedayāmāsa tataḥ tat artham meldete er dann jene Angelegenheit sa nidrā mada saṃvīto vānaro na vibuddhavān |
babhūva mada mattaḥ ca madanena ca mohitaḥ ||
Doch der Affe, von Schlaf und Rausch umhüllt, erwachte nicht recht; er war betrunken vor Rausch und verwirrt von Liebesleidenschaft.
Wort für Wort sa nidrā mada saṃvīto vānaro der Affe, von Schlaf und Rausch umhüllt na vibuddhavān erwachte nicht recht babhūva mada mattaḥ ca war berauscht vom Rausch madanena ca mohitaḥ und von Liebesleidenschaft verwirrt tataḥ kila kilām cakruḥ lakṣmaṇam prekṣya vānarāḥ |
prasādayantaḥ tam kruddham bhaya mohita cetasaḥ ||
Da machten die Affen, Lakṣmaṇa erblickend, laute Lärmrufe, ihn, den Zornigen, zu besänftigen suchend, ihre Gedanken von Furcht verwirrt.
Wort für Wort tataḥ kila kilām cakruḥ da machten sie laute Lärmrufe lakṣmaṇam prekṣya vānarāḥ die Affen, Lakṣmaṇa erblickend prasādayantaḥ tam kruddham ihn, den Zornigen, zu besänftigen suchend bhaya mohita cetasaḥ ihre Gedanken von Furcht verwirrt te mahā ogha nibham dṛṣṭvā vajra aśani sama svanam |
siṃha nādam samam cakrur lakṣmaṇasya samīpataḥ ||
Als sie ihn, der einer grossen Flut glich, erblickten, stiessen sie in der Nähe Lakṣmaṇas gemeinsam einen Löwenschrei aus, dem Getöse von Blitz und Donner gleich.
Wort für Wort te mahā ogha nibham dṛṣṭvā ihn, der einer grossen Flut glich, erblickend vajra aśani sama svanam mit einem Getöse gleich Blitz und Donner siṃha nādam samam cakrur stiessen sie gemeinsam einen Löwenschrei aus lakṣmaṇasya samīpataḥ in der Nähe Lakṣmaṇas tena śabdena mahatā pratyabudhyata vānaraḥ |
mada vihvala tāmrākṣo vyākula sragvi bhūṣaṇaḥ ||
Durch diesen gewaltigen Lärm erwachte der Affe, seine Augen vom Rausch getrübt und rot, seine Girlanden und sein Schmuck in Unordnung.
Wort für Wort tena śabdena mahatā durch diesen gewaltigen Lärm pratyabudhyata vānaraḥ erwachte der Affe mada vihvala tāmrākṣo seine Augen vom Rausch getrübt und kupferrot vyākula sragvi bhūṣaṇaḥ seine Girlanden und sein Schmuck in Unordnung atha aṃgada vacaḥ śrutvā tena eva ca samāgatau |
maṃtriṇo vānarendrasya sammata udāra darśinau ||
Als sie dann Aṅgadas Worte gehört hatten und mit ihm zusammengekommen waren, traten die Minister des Affenkönigs, geachtet und von edler Einsicht, hinzu.
Wort für Wort atha aṃgada vacaḥ śrutvā dann, Aṅgadas Worte gehört habend tena eva ca samāgatau und mit ihm zusammengekommen maṃtriṇo vānarendrasya die Minister des Affenkönigs sammata udāra darśinau geachtet und von edler Einsicht plakṣaḥ ca eva prabhāvaḥ ca maṃtriṇau artha dharmayoḥ |
vaktum uccāvacam prāptam lakṣmaṇam tau śaśaṃsatuḥ ||
Plakṣa und Prabhāva, die beiden in Recht und Nutzen kundigen Minister, priesen den nun gekommenen, in mancherlei Hinsicht zu besänftigenden Lakṣmaṇa.
Wort für Wort plakṣaḥ ca eva prabhāvaḥ ca Plakṣa und Prabhāva maṃtriṇau artha dharmayoḥ die Minister, in Nutzen und Recht (kundig) vaktum uccāvacam prāptam den in mancherlei Hinsicht (zu besänftigenden), gekommenen lakṣmaṇam tau śaśaṃsatuḥ priesen die beiden Lakṣmaṇa prasādayitvā sugrīvam vacanaiḥ sa artha niścitaiḥ |
āsīnam paryupāsīnau yathā śakram marutpatim ||
Nachdem sie Sugrīva mit wohlbedachten Worten besänftigt hatten, sassen die beiden bei ihm, der nun sass, wie beim Indra, dem Herrn der Windgötter.
Wort für Wort prasādayitvā sugrīvam Sugrīva besänftigt habend vacanaiḥ sa artha niścitaiḥ mit wohlbedachten Worten āsīnam paryupāsīnau sassen bei dem sitzenden yathā śakram marutpatim wie bei Indra, dem Herrn der Windgötter satya saṃdhau mahābhāgau bhrātarau rāma lakṣmaṇau |
vayasya bhāvam saṃprāptau rājya arhau rājya dāyinau ||
«Die beiden hochherrlichen, wahrheitsgetreuen Brüder Rāma und Lakṣmaṇa, die zu deinen Altersgenossen geworden sind, würdig des Königreichs, Geber des Königreichs an dich,
Wort für Wort satya saṃdhau mahābhāgau die beiden wahrheitsgetreuen, hochherrlichen bhrātarau rāma lakṣmaṇau Brüder Rāma und Lakṣmaṇa vayasya bhāvam saṃprāptau die zu Altersgenossen geworden sind rājya arhau rājya dāyinau würdig des Reichs, Geber des Reichs tayoḥ eko dhanuṣpāṇir dvāri tiṣṭhati lakṣmaṇaḥ |
yasya bhītāḥ pravepante nādān muṃcanti vānarāḥ ||
von diesen beiden steht der eine, Lakṣmaṇa, den Bogen in der Hand, an der Tür, vor dem die Affen, in Furcht zitternd, laute Schreie ausstossen.
Wort für Wort tayoḥ eko dhanuṣpāṇir von diesen beiden der eine, mit dem Bogen in der Hand dvāri tiṣṭhati lakṣmaṇaḥ steht Lakṣmaṇa an der Tür yasya bhītāḥ pravepante vor dem sie, in Furcht, zittern nādān muṃcanti vānarāḥ die Affen stossen Schreie aus sa eṣa rāghava bhrātā lakṣmaṇo vākya sārathiḥ |
vyavasāya rathaḥ prāptaḥ tasya rāmasya śāsanāt ||
Dieser Bruder Rāghavas, Lakṣmaṇa, dessen Wagenlenker das Wort ist, ist auf dem Wagen der Entschlossenheit gekommen, auf Rāmas Befehl.
Wort für Wort sa eṣa rāghava bhrātā lakṣmaṇo dieser Bruder Rāghavas, Lakṣmaṇa vākya sārathiḥ dessen Wagenlenker das Wort ist vyavasāya rathaḥ prāptaḥ ist auf dem Wagen der Entschlossenheit gekommen tasya rāmasya śāsanāt auf Rāmas Befehl ayam ca tanayo rājan tārāyā dayito aṃgadaḥ |
lakṣmaṇena sakāśam te preṣitaḥ tvarayā anagha ||
Und dieser Sohn, o König, Tārās Liebling Aṅgada, ist von Lakṣmaṇa eilig zu dir gesandt worden, Sündloser.
Wort für Wort ayam ca tanayo rājan und dieser Sohn, o König tārāyā dayito aṃgadaḥ Tārās Liebling Aṅgada lakṣmaṇena sakāśam te preṣitaḥ von Lakṣmaṇa zu dir gesandt tvarayā anagha eilig, Sündloser saḥ ayam roṣa parītākṣo dvāri tiṣṭhati vīryavān |
vānarān vānarapate cakṣusā nirdahana iva ||
Dieser Kraftvolle, dessen Augen vor Zorn gefasst sind, steht an der Tür, die Affen mit seinem Blick gleichsam verbrennend, o Herr der Affen.
Wort für Wort saḥ ayam roṣa parītākṣo dieser, dessen Augen von Zorn erfasst sind dvāri tiṣṭhati vīryavān steht an der Tür, der Kraftvolle vānarān vānarapate die Affen, Herr der Affen cakṣusā nirdahana iva mit dem Blick gleichsam verbrennend tasya mūrdhnā praṇamya tvam sa putra saha bāndhavaḥ |
gaccha śīghram mahārāja roṣo hi adya upaśamyatām ||
Verneige dich vor ihm mit dem Haupte und geh rasch, o grosser König, zusammen mit deinem Sohn und deinen Verwandten; sein Zorn soll heute besänftigt werden.
Wort für Wort tasya mūrdhnā praṇamya tvam verneige dich vor ihm mit dem Haupte sa putra saha bāndhavaḥ mit dem Sohn und den Verwandten gaccha śīghram mahārāja geh rasch, grosser König roṣo hi adya upaśamyatām sein Zorn soll heute besänftigt werden yathā āha rāmo dharmātmā tat kuruṣva samāhitaḥ |
rājan tiṣṭha sva samaye bhava satya pratiśravaḥ ||
Tu, wie es Rāma, der Rechtschaffene, gesagt hat, gesammelten Sinnes; halte, o König, deine Abmachung, sei treu deinem gegebenen Versprechen.»
Wort für Wort yathā āha rāmo dharmātmā wie es Rāma, der Rechtschaffene, gesagt hat tat kuruṣva samāhitaḥ tu das, gesammelten Sinnes rājan tiṣṭha sva samaye König, halte deine Abmachung bhava satya pratiśravaḥ sei treu deinem gegebenen Versprechen
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