Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 51: Svayaṃprabhā Paricayaḥ Svayaṃprabhās Erzählung von Mayas Zauberwald

iti uktvā hanumān tatra punaḥ kṛṣṇājināmbarām | abravīt tāṃ mahābhāgāṃ tāpasīṃ dharmacāriṇīm ||

Nachdem er so gesprochen hatte, wandte sich Hanumān dort abermals an jene hochbeglückte, in schwarzes Antilopenfell gehüllte Asketin, die den Pfad der Tugend wandelte.

Wort für Wort
iti uktvā hanumān tatra
nachdem Hanumān dort so gesprochen hatte
punaḥ abravīt tām
wandte er sich abermals an sie
mahābhāgām tāpasīm
die hochbeglückte Asketin
kṛṣṇājināmbarām dharmacāriṇīm
in schwarzes Antilopenfell gehüllt, die den Pfad der Tugend wandelte

idaṃ praviṣṭāḥ sahasā bilaṃ timirasaṃvṛtam | kṣutpipāsāpariśrāṃtāḥ parikhinnāś ca sarvaśaḥ ||

›Wir sind plötzlich in diese von Dunkelheit umhüllte Höhle eingetreten, erschöpft von Hunger und Durst und gänzlich ermattet.‹

Wort für Wort
idam praviṣṭāḥ sahasā
wir sind plötzlich eingetreten
bilam timirasaṃvṛtam
in diese von Dunkelheit umhüllte Höhle
kṣutpipāsāpariśrāṃtāḥ
erschöpft von Hunger und Durst
parikhinnāḥ ca sarvaśaḥ
und gänzlich ermattet

mahad dharaṇyā vivaraṃ praviṣṭāḥ sma pipāsitāḥ | imāṃ tu evaṃvidhān bhāvān vividhān adbhutopamān ||

›Durstig traten wir in diese gewaltige Erdspalte ein; doch hier haben wir solcherlei mancherlei, wunderbare, staunenswerte Dinge gesehen.‹

Wort für Wort
mahat dharaṇyā vivaram
die gewaltige Erdspalte
praviṣṭāḥ sma pipāsitāḥ
traten wir durstig ein
imām tu evaṃvidhān bhāvān
doch solcherlei Dinge
vividhān adbhutopamān
mancherlei, staunenswert

dṛṣṭvā vayaṃ pravyathitāḥ saṃbhrāṃtā naṣṭacetasaḥ | kasya ete kāṃcanā vṛkṣās taruṇādityasannibhāḥ ||

›Als wir sie sahen, wurden wir bestürzt, verwirrt, unserer Sinne beraubt. Wessen sind diese goldenen Bäume, die der jungen Morgensonne gleichen?‹

Wort für Wort
dṛṣṭvā vayam pravyathitāḥ
als wir sie sahen, wurden wir bestürzt
saṃbhrāṃtāḥ naṣṭacetasaḥ
verwirrt, unserer Sinne beraubt
kasya ete kāṃcanāḥ vṛkṣāḥ
wessen sind diese goldenen Bäume
taruṇādityasannibhāḥ
der jungen Morgensonne gleichend

śucīny abhyavahāryāṇi mūlāni ca phalāni ca | kāṃcanāni vimānāni rājatāni gṛhāṇi ca ||

›Wessen sind die reinen Speisen, die Wurzeln und Früchte, wessen die goldenen Paläste und silbernen Häuser,‹

Wort für Wort
śucīni abhyavahāryāṇi
die reinen Speisen
mūlāni ca phalāni ca
und Wurzeln und Früchte
kāṃcanāni vimānāni
die goldenen Paläste
rājatāni gṛhāṇi ca
und silbernen Häuser

tapanīyagavākṣāṇi maṇijālāvṛtāni ca | puṣpitāḥ phalavantaś ca puṇyāḥ surabhigandhayaḥ ||

›mit Fenstern aus geläutertem Gold, mit Edelsteinnetzen überzogen; und die blühenden, fruchttragenden, heiligen, wohlriechenden (Bäume),‹

Wort für Wort
tapanīyagavākṣāṇi
mit Fenstern aus geläutertem Gold
maṇijālāvṛtāni ca
und mit Edelsteinnetzen überzogen
puṣpitāḥ phalavantaḥ ca
und die blühenden, fruchttragenden
puṇyāḥ surabhigandhayaḥ
heiligen, wohlriechenden

ime jāṃbūnadamayāḥ pādapāḥ kasya tejasā | kāṃcanāni ca padmāni jātāni vimale jale ||

›Durch wessen Macht sind diese aus Jāmbūnada-Gold bestehenden Bäume entstanden, und die goldenen Lotusblüten, die im klaren Wasser gewachsen sind?‹

Wort für Wort
ime jāṃbūnadamayāḥ pādapāḥ
diese aus Jāmbūnada-Gold bestehenden Bäume
kasya tejasā
durch wessen Macht
kāṃcanāni ca padmāni
und die goldenen Lotusblüten
jātāni vimale jale
entstanden im klaren Wasser

kathaṃ matsyāś ca sauvarṇā dṛśyante saha kacchapaiḥ | ātmānaḥ anubhāvād vā kasya vai etat tapobalam ||

›Wie kommt es, dass goldene Fische samt Schildkröten zu sehen sind? Geschieht dies aus deiner eigenen Kraft, oder wessen ist diese Kraft der Askese?‹

Wort für Wort
katham matsyāḥ ca sauvarṇāḥ
wie kommt es, dass goldene Fische
dṛśyante saha kacchapaiḥ
samt Schildkröten zu sehen sind
ātmānaḥ anubhāvāt vā
sei es aus deiner eigenen Kraft
kasya vai etat tapobalam
oder wessen ist diese Kraft der Askese

ajānatāṃ naḥ sarveṣāṃ sarvam ākhyātum arhasi | evam uktā hanumatā tāpasī dharmacāriṇī ||

›Uns allen, die wir dies nicht wissen, solltest du alles erklären.‹ So von Hanumān angesprochen, die in Tugend wandelnde Asketin,

Wort für Wort
ajānatām naḥ sarveṣām
uns allen, die wir nicht wissen
sarvam ākhyātum arhasi
solltest du alles erklären
evam uktā hanumatā
so von Hanumān angesprochen
tāpasī dharmacāriṇī
die in Tugend wandelnde Asketin

praty uvāca hanūmaṃtaṃ sarvabhūtahite ratā | mayo nāma mahātejā māyāvī dānavarṣabhaḥ ||

antwortete Hanumān, sie, die am Wohl aller Wesen Freude fand: ›Es gab einen Dānava-Stier namens Maya, von großem Glanz, kundig in Zauberkunst.‹

Wort für Wort
prati uvāca hanūmaṃtam
antwortete sie Hanumān
sarvabhūtahite ratā
die am Wohl aller Wesen Freude fand
mayaḥ nāma mahātejāḥ
namens Maya, von großem Glanz
māyāvī dānavarṣabhaḥ
kundig in Zauberkunst, der Dānava-Stier

tena idaṃ nirmitaṃ sarvaṃ māyayā kāṃcanaṃ vanam | purā dānavamukhyānāṃ viśvakarmā babhūva ha ||

›Von ihm wurde all dies goldene Waldland durch Zauberkraft geschaffen. Einst war er gleichsam der Viśvakarman der vornehmsten Dānavas.‹

Wort für Wort
tena idam nirmitam sarvam
von ihm wurde all dies geschaffen
māyayā kāṃcanam vanam
durch Zauberkraft das goldene Waldland
purā dānavamukhyānām
einst der vornehmsten Dānavas
viśvakarmā babhūva ha
war er wie deren Viśvakarman

yenedaṃ kāṃcanaṃ divyaṃ nirmitaṃ bhavanottamam | sa tu varṣasahasrāṇi tapas taptvā mahad vane ||

›Von ihm wurde diese göttliche, goldene, herrliche Wohnstatt geschaffen. Er, nachdem er tausend Jahre lang in diesem großen Wald Askese geübt hatte,‹

Wort für Wort
yena idam kāṃcanam divyam
von wem diese göttliche goldene
nirmitam bhavanottamam
herrliche Wohnstatt geschaffen wurde
sa tu varṣasahasrāṇi
er aber tausend Jahre
tapaḥ taptvā mahat vane
nachdem er Askese geübt hatte im großen Wald

pitāmahād varaṃ lebhe sarvam auśasanaṃ dhanam | vidhāya sarvaṃ balavān sarvakāmeśvaras tadā ||

›erhielt von dem Großvater (Brahmā) den Segen, den gesamten Reichtum des Uśanas zu erlangen. Nachdem er dann, der Mächtige, alles geordnet hatte, Herr über alle seine Wünsche,‹

Wort für Wort
pitāmahāt varam lebhe
erhielt vom Großvater einen Segen
sarvam auśasanam dhanam
den gesamten Reichtum des Uśanas
vidhāya sarvam balavān
nachdem der Mächtige alles geordnet hatte
sarvakāmeśvaraḥ tadā
Herr über alle Wünsche damals

uvāsa sukhitaḥ kālaṃ kaṃcid asmin mahāvane | tam apsarasi hemāyāṃ saktaṃ dānavapuṃgavam ||

›weilte er glücklich einige Zeit in diesem großen Wald. Jenen Dānava-Stier, der der Apsaras Hemā zugetan war,‹

Wort für Wort
uvāsa sukhitaḥ kālam kaṃcit
weilte er glücklich einige Zeit
asmin mahāvane
in diesem großen Wald
tam apsarasi hemāyām saktam
jenen, der der Apsaras Hemā zugetan war
dānavapuṃgavam
den Dānava-Stier

vikramya eva aśaniṃ gṛhya jaghāna īśaḥ puraṃdaraḥ | idaṃ ca brahmaṇā dattaṃ hemāyai vanam uttamam ||

›erschlug der Herr Purandara (Indra), nachdem er vorgerückt war und seinen Blitz ergriffen hatte, ihn. Und dieser herrliche Wald wurde von Brahmā der Hemā geschenkt.‹

Wort für Wort
vikramya eva aśanim gṛhya
nachdem er vorgerückt war und den Blitz ergriffen hatte
jaghāna īśaḥ puraṃdaraḥ
erschlug ihn der Herr Purandara
idam ca brahmaṇā dattam
und dies wurde von Brahmā geschenkt
hemāyai vanam uttamam
der Hemā, der herrliche Wald

śāśvataḥ kāmabhogaś ca gṛhaṃ ca idaṃ hiraṇmayam | duhitā merusāvarṇeḥ ahaṃ tasyāḥ svayaṃprabhā ||

›ein ewiger Genuss der Wünsche, und diese goldene Wohnstatt. Ich bin die Tochter des Merusāvarṇi, (die Gefährtin) jener Hemā, Svayaṃprabhā.‹

Wort für Wort
śāśvataḥ kāmabhogaḥ ca
ein ewiger Genuss der Wünsche
gṛham ca idam hiraṇmayam
und diese goldene Wohnstatt
duhitā merusāvarṇeḥ aham
ich bin die Tochter des Merusāvarṇi
tasyāḥ svayaṃprabhā
der Ihre (Gefährtin), Svayaṃprabhā

idaṃ rakṣāmi bhavanaṃ hemāyā vānarottama | mama priyasakhī hemā nṛttagītaviśāradā ||

›Ich bewache diese Wohnstatt der Hemā, o bester der Affen. Hemā, kundig in Tanz und Gesang, ist meine liebe Freundin.‹

Wort für Wort
idam rakṣāmi bhavanam
ich bewache diese Wohnstatt
hemāyā vānarottama
der Hemā, o bester der Affen
mama priyasakhī hemā
meine liebe Freundin Hemā
nṛttagītaviśāradā
kundig in Tanz und Gesang

tayā dattavarā ca asmi rakṣāmi bhavanaṃ mahān | kiṃ kāryaṃ kasya vā hetoḥ kāṃtārāṇi prapadyatha ||

›Von ihr mit einem Segen beschenkt, bewache ich diese große Wohnstatt. Was ist euer Anliegen, oder aus welchem Grund seid ihr in diese Wildnis geraten?‹

Wort für Wort
tayā dattavarā ca asmi
von ihr mit einem Segen beschenkt bin ich
rakṣāmi bhavanam mahān
ich bewache die große Wohnstatt
kim kāryam kasya vā hetoḥ
was ist euer Anliegen oder aus welchem Grund
kāṃtārāṇi prapadyatha
seid ihr in die Wildnis geraten

kathaṃ ca idaṃ vanaṃ durgaṃ yuṣmābhir upalakṣitam | śucīny abhyavahāryāṇi mūlāni ca phalāni ca ||

›Und wie habt ihr dieses unzugängliche Waldland überhaupt entdeckt? Nehmt die reinen Speisen, die Wurzeln und Früchte...‹

Wort für Wort
katham ca idam vanam durgam
und wie dieses unzugängliche Waldland
yuṣmābhiḥ upalakṣitam
von euch entdeckt wurde
śucīni abhyavahāryāṇi
die reinen Speisen
mūlāni ca phalāni ca
und Wurzeln und Früchte

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