Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 49: Aṃgada Utsāhavardhanam
Aṅgadas Ermutigung und der weitere Aufbruch nach Süden
atha aṃgadaḥ tadā sarvān vānarān idam abravīt |
pariśrānto mahāprājñaḥ samāśvāsya śanair vacaḥ ||
Da sprach Aṅgada, obwohl erschöpft, der Hochweise, nachdem er sie beruhigt hatte, langsam diese Worte zu allen Affen.
Wort für Wort atha aṃgadaḥ tadā da nun Aṅgada sarvān vānarān idam abravīt sprach dies zu allen Affen pariśrāntaḥ mahāprājñaḥ erschöpft, der Hochweise samāśvāsya śanaiḥ vacaḥ nachdem er beruhigt hatte, langsam die Worte vanāni girayo nadyo durgāṇi gahanāni ca |
darīgiriguhāś caiva vicitā naḥ samaṃtataḥ ||
Die Wälder, Berge, Flüsse, Festungen und Dickichte, sowie die Schluchten und Bergeshöhlen sind von uns nach allen Seiten durchsucht worden.
Wort für Wort vanāni girayaḥ nadyaḥ die Wälder, Berge, Flüsse durgāṇi gahanāni ca und die Festungen und Dickichte darīgiriguhāḥ caiva sowie die Schluchten und Bergeshöhlen vicitā naḥ samaṃtataḥ sind von uns nach allen Seiten durchsucht tatra tatra sahāsmābhir jānakī na ca dṛśyate |
tathā rakṣo'pahartā ca sītāyāś caiva duṣkṛtī ||
Doch überall, wo wir zusammen suchten, ist Jānakī nicht zu sehen, ebensowenig der bösartige Rākṣasa, der Sītā entführte.
Wort für Wort tatra tatra saha asmābhiḥ dort und dort, zusammen mit uns jānakī na ca dṛśyate ist Jānakī nicht zu sehen tathā rakṣaḥ apahartā ca ebenso der raubende Rākṣasa sītāyāḥ caiva duṣkṛtī der Sītā, der Übeltäter kālaś ca naḥ mahān yātaḥ sugrīvaś ca ugraśāsanaḥ |
tasmād bhavantaḥ sahitā vicinvantu samaṃtataḥ ||
Viel Zeit ist uns verstrichen, und Sugrīva ist von strengem Befehl; darum sollt ihr alle vereint nach allen Seiten weitersuchen.
Wort für Wort kālaḥ ca naḥ mahān yātaḥ viel Zeit ist uns verstrichen sugrīvaḥ ca ugraśāsanaḥ und Sugrīva ist von strengem Befehl tasmāt bhavantaḥ sahitāḥ darum sollt ihr vereint vicinvantu samaṃtataḥ nach allen Seiten weitersuchen vihāya tandrīṃ śokaṃ ca nidrāṃ caiva samutthitām |
vicinudhvaṃ tathā sītāṃ paśyāmo janakātmajām ||
Gebt Trägheit und Kummer auf sowie die aufgekommene Müdigkeit, und sucht weiter, auf dass wir Sītā, die Tochter Janakas, erblicken.
Wort für Wort vihāya tandrīm śokam ca Trägheit und Kummer aufgebend nidrām caiva samutthitām und die aufgekommene Müdigkeit vicinudhvam tathā sītām sucht weiter nach Sītā paśyāmaḥ janakātmajām auf dass wir die Tochter Janakas erblicken anirvedaṃ ca dākṣyaṃ ca manasaś cāparājayam |
kāryasiddhikarāṇy āhus tasmād etad bravīmy aham ||
Nicht zu verzagen, Tüchtigkeit und ein unbesiegter Geist – dies, so sagt man, bringt den Erfolg eines Unternehmens; darum spreche ich dies.
Wort für Wort anirvedam ca dākṣyam ca nicht zu verzagen und Tüchtigkeit manasaḥ ca aparājayam und ein unbesiegter Geist kāryasiddhikarāṇi āhuḥ bringen, so sagt man, Erfolg des Unternehmens tasmāt etat bravīmi aham darum spreche ich dies adyāpīdaṃ vanaṃ durgaṃ vicinvantu vanaukasaḥ |
khedaṃ tyaktvā punaḥ sarvaṃ vanam etad vicinvatām ||
Auch heute noch sollen die Waldbewohner diesen unwegsamen Wald durchsuchen; die Müdigkeit ablegend, sollen sie diesen ganzen Wald abermals durchsuchen.
Wort für Wort adya api idam vanam durgam auch heute diesen unwegsamen Wald vicinvantu vanaukasaḥ sollen die Waldbewohner durchsuchen khedam tyaktvā punaḥ die Müdigkeit ablegend, abermals sarvam vanam etat vicinvatām sollen sie diesen ganzen Wald durchsuchen avaśyaṃ kurvatāṃ dṛśyate karmaṇaḥ phalam |
paraṃ nirvedam āgamya na hi naḥ mīlanaṃ kṣamam ||
Bei denen, die handeln, zeigt sich gewiss die Frucht des Handelns; in tiefste Verzagtheit zu verfallen und aufzugeben ziemt uns nicht.
Wort für Wort avaśyam kurvatām bei denen, die notwendig handeln dṛśyate karmaṇaḥ phalam zeigt sich die Frucht des Handelns param nirvedam āgamya in tiefste Verzagtheit geraten na hi naḥ mīlanam kṣamam ziemt uns das Aufgeben wahrlich nicht sugrīvaḥ krodhano rājā tīkṣṇadaṇḍaś ca vānaraiḥ |
bhetavyaṃ tasya satataṃ rāmasya ca mahātmanaḥ ||
Sugrīva ist ein zorniger König und straft die Affen streng; er ist stets zu fürchten, und ebenso der hochgesinnte Rāma.
Wort für Wort sugrīvaḥ krodhanaḥ rājā Sugrīva ist ein zorniger König tīkṣṇadaṇḍaḥ ca vānaraiḥ und streng bestrafend gegen die Affen bhetavyam tasya satatam er ist stets zu fürchten rāmasya ca mahātmanaḥ und ebenso der hochgesinnte Rāma hitārtham etad uktaṃ vaḥ kriyatāṃ yadi rocate |
ucyatāṃ hi kṣamaṃ yat tat sarveṣām eva vānarāḥ ||
Dies wurde zu eurem Wohl gesagt; tut es, wenn es euch gefällt; sprecht aus, was für euch alle angemessen ist, ihr Affen.
Wort für Wort hitārtham etat uktam vaḥ dies wurde euch zum Wohl gesagt kriyatām yadi rocate tut es, wenn es gefällt ucyatām hi kṣamam yat tat sprecht aus, was angemessen ist sarveṣām eva vānarāḥ für euch alle, ihr Affen aṃgadasya vacaḥ śrutvā vacanaṃ gaṃdhamādanaḥ |
uvāca vyaktayā vācā pipāsāśramakhinnayā ||
Nachdem er Aṅgadas Worte gehört hatte, sprach Gandhamādana mit klarer, doch von Durst und Erschöpfung ermatteter Stimme diese Erwiderung.
Wort für Wort aṃgadasya vacaḥ śrutvā nachdem er Aṅgadas Worte gehört hatte vacanam gaṃdhamādanaḥ die Erwiderung Gandhamādana uvāca vyaktayā vācā sprach mit klarer Stimme pipāsāśramakhinnayā von Durst und Erschöpfung ermattet sadṛśaṃ khalu vaḥ vākyam aṃgado yad uvāca ha |
hitaṃ caivānukūlaṃ ca kriyatām asya bhāṣitam ||
Wahrlich, würdig ist die Rede, die Aṅgada gesprochen hat, sowohl nützlich als auch zuträglich; seinem Wort sei gefolgt.
Wort für Wort sadṛśam khalu vaḥ vākyam wahrlich würdig ist die Rede aṃgadaḥ yat uvāca ha die Aṅgada gesprochen hat hitam ca eva anukūlam ca sowohl nützlich als auch zuträglich kriyatām asya bhāṣitam seinem Wort sei gefolgt punar mārgāmahe śailān kandarāṃś ca śilās tathā |
kānanāni ca śūnyāni giriprasravaṇāni ca ||
Lasst uns wiederum die Berge durchforschen, die Höhlen und die Felsen, ebenso die einsamen Wälder und die Bergquellen.
Wort für Wort punaḥ mārgāmahe śailān lasst uns wiederum die Berge durchforschen kandarān ca śilāḥ tathā und die Höhlen und ebenso die Felsen kānanāni ca śūnyāni und die einsamen Wälder giriprasravaṇāni ca und die Bergquellen yathoddiṣṭāni sarvāṇi sugrīveṇa mahātmanā |
vicinvantu vanaṃ sarve giridurgāṇi saṃgatāḥ ||
Alle Orte, die vom hochgesinnten Sugrīva bezeichnet wurden – diese alle sollen, vereint, den Wald, die Berge und die Festungen durchsuchen.
Wort für Wort yathoddiṣṭāni sarvāṇi alle wie bezeichnet sugrīveṇa mahātmanā vom hochgesinnten Sugrīva vicinvantu vanam sarve sollen alle den Wald durchsuchen giridurgāṇi saṃgatāḥ vereint die Berge und Festungen tataḥ samutthāya punar vānarās te mahābalāḥ |
vindhyakānanasaṃkīrṇāṃ vicerur dakṣiṇāṃ diśam ||
Dann erhoben sich jene gewaltigen Affen wieder und durchstreiften die südliche Richtung, die dicht mit den Wäldern des Vindhya bewachsen war.
Wort für Wort tataḥ samutthāya punaḥ dann sich wieder erhebend vānarāḥ te mahābalāḥ jene gewaltigen Affen vindhyakānanasaṃkīrṇām die mit Vindhya-Wäldern dicht bewachsene vicaruḥ dakṣiṇām diśam durchstreiften die südliche Richtung te śāradābhrapratimaṃ śrīmadrajataparvatam |
śṛṃgavaṃtaṃ darīvaṃtam adhiruhya ca vānarāḥ ||
Die Affen erklommen einen prächtigen, silbernen Berg, der einer Herbstwolke glich, reich an Gipfeln und Schluchten,
Wort für Wort te śāradābhrapratimam jenen, einer Herbstwolke gleichenden śrīmadrajataparvatam prächtigen silbernen Berg śṛṃgavaṃtam darīvaṃtam reich an Gipfeln und Schluchten adhiruhya ca vānarāḥ erklommen die Affen tatra lodhravanaṃ ramyaṃ saptaparṇavanāni ca |
vicinvanto harivarāḥ sītādarśanakāṃkṣiṇaḥ ||
und durchsuchten dort, begierig Sītā zu erblicken, die besten der Affen den lieblichen Lodhra-Hain und die Saptaparṇa-Wälder.
Wort für Wort tatra lodhravanam ramyam dort den lieblichen Lodhra-Hain saptaparṇavanāni ca und die Saptaparṇa-Wälder vicinvantaḥ harivarāḥ durchsuchend die besten der Affen sītādarśanakāṃkṣiṇaḥ begierig, Sītā zu erblicken tasyāgram adhirūḍhās te śrāntā vipulavikramāḥ |
na paśyanti sma vaidehīṃ rāmasya mahiṣīṃ priyām ||
Nachdem sie den Gipfel jenes Berges erstiegen hatten, erschöpft, sahen jene von gewaltiger Kraft die Vaidehī nicht, Rāmas geliebte Gemahlin.
Wort für Wort tasya agram adhirūḍhāḥ te nachdem sie dessen Gipfel erstiegen hatten śrāntāḥ vipulavikramāḥ erschöpft, von gewaltiger Kraft na paśyanti sma vaidehīm sahen sie Vaidehī nicht rāmasya mahiṣīm priyām Rāmas geliebte Gemahlin te tu dṛṣṭigataṃ dṛṣṭvā taṃ śailaṃ bahukaṃdaram |
adhyārohanta harayo vīkṣamāṇāḥ samaṃtataḥ ||
Als sie jenen an vielen Höhlen reichen Berg in Sichtweite erblickten, erklommen ihn die Affen, nach allen Seiten spähend.
Wort für Wort te tu dṛṣṭigatam dṛṣṭvā als sie ihn in Sichtweite erblickten tam śailam bahukaṃdaram jenen an vielen Höhlen reichen Berg adhyārohanta harayaḥ erklommen ihn die Affen vīkṣamāṇāḥ samaṃtataḥ nach allen Seiten spähend avaruhya tato bhūmiṃ śrāntā vigatacetasaḥ |
sthitvā muhūrtaṃ tatrātha vṛkṣamūlam upāśritāḥ ||
Dann stiegen sie erschöpft und mutlos zu Boden herab, standen dort einen Augenblick und suchten hierauf Zuflucht am Fuß eines Baumes.
Wort für Wort avaruhya tataḥ bhūmim dann zu Boden herabsteigend śrāntāḥ vigatacetasaḥ erschöpft und mutlos sthitvā muhūrtam tatra atha nachdem sie dort einen Augenblick gestanden hatten vṛkṣamūlam upāśritāḥ suchten Zuflucht am Fuß eines Baumes te muhūrtaṃ samāśvastāḥ kiṃcid bhagnapariśramāḥ |
punar eva udyatāḥ kṛtsnāṃ mārgituṃ dakṣiṇāṃ diśam ||
Nachdem sie sich einen Augenblick erholt hatten, ihre Erschöpfung ein wenig gemildert, machten sie sich abermals auf, die ganze südliche Richtung zu durchsuchen.
Wort für Wort te muhūrtam samāśvastāḥ nachdem sie sich einen Augenblick erholt hatten kiṃcit bhagnapariśramāḥ ihre Erschöpfung ein wenig gebrochen punaḥ eva udyatāḥ abermals machten sie sich auf kṛtsnām mārgitum dakṣiṇām diśam die ganze südliche Richtung zu durchsuchen hanumatpramukhās te tu prasthitāḥ plavagarṣabhāḥ |
viṃdhyam evāditaḥ kṛtvā viceruḥ te samaṃtataḥ ||
Da zogen jene Stiere unter den Affen, angeführt von Hanumān, aus, und, vom Vindhya ausgehend, durchstreiften sie alles ringsum.
Wort für Wort hanumatpramukhāḥ te tu jene aber, angeführt von Hanumān prasthitāḥ plavagarṣabhāḥ zogen die Stiere unter den Affen aus viṃdhyam eva āditaḥ kṛtvā vom Vindhya an ausgehend viceruḥ te samaṃtataḥ durchstreiften sie ringsum
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