ko dāśarathibāṇānāṃ vajravegapatinām |
svayaṃ lakṣmaṇamuktānāṃ na ciṃtayati vikramam ||
›Wer bedenkt nicht die Tapferkeit der Pfeile des Dāśarathi, die mit der Geschwindigkeit des Donnerkeils niederfahren, oder die, welche Lakṣmaṇa selbst abschießt?‹
tīkṣṇakāmās tu gaṃdharvās tīkṣṇakopā bhujaṃgamāḥ |
mṛgāṇāṃ tu bhayaṃ tīkṣṇaṃ tataḥ tīkṣṇā kṣudhā vayam ||
›Heftig in ihrem Verlangen sind die Gandharvas, heftig im Zorn die Schlangen; heftig ist die Furcht der Wildtiere; doch heftiger noch als diese ist unser Hunger.‹
sa kadācit kṣudhārtasya mamāhārakāṃkṣiṇaḥ |
gatasūryo'hani prāpto mama putro hy anāmiṣaḥ ||
›Einmal, als ich von Hunger gequält war und nach Nahrung verlangte, kam am Ende des Tages, als die Sonne untergegangen war, mein Sohn, ohne Nahrung, an.‹
tatra kaścin mayā dṛṣṭaḥ sūryodayasamaprabhām |
striyam ādāya gacchan vai bhinnāṃjanacayopamaḥ ||
›»Dort sah ich jemanden, der einem zerbrochenen Haufen schwarzer Augenschminke glich, wie er, eine Frau von der Pracht der aufgehenden Sonne tragend, dahinzog.«‹
so'ham abhyavahārārthaṃ tau dṛṣṭvā kṛtaniścayaḥ |
tena sāmnā vinītena panthānam anuyācitaḥ ||
›»Ich, als ich die beiden sah, fasste den Entschluss, ihn zu meiner Mahlzeit zu machen; doch von ihm wurde ich mit demütiger Versöhnlichkeit um den Weg gebeten.«‹
na hi sāmopapannānāṃ prahartā vidyate bhuvi |
nīceṣv api janaḥ kaścit kim aṅga bata matvidhaḥ ||
›»Denn es gibt auf Erden niemanden, der jene erschlägt, die sich mit Versöhnlichkeit nähern — nicht einmal unter den Niedrigsten irgendjemand; wie viel weniger einer meinesgleichen, ach!«‹
›»Er zog mit solcher Pracht durch den Himmel, als raffte er durch seine Geschwindigkeit den Himmelsraum selbst zusammen; da wurde ich von den im Himmel wandelnden Wesen aufgesucht und geehrt.«‹
diṣṭyā jīvati sīteti hy abruvan mām maharṣayaḥ |
kathaṃcit sa kalatro'sau gatas te svasty asaṃśayam ||
›»›Zum Glück lebt Sītā‹, so sprachen die großen Weisen zu mir; irgendwie ist jener mit seiner ›Gemahlin‹ fortgezogen; dir selbst möge es zweifellos wohl ergehen.«‹
Wort für Wort
diṣṭyā jīvati sītā iti
zum Glück lebt Sītā, so
hi abruvan mām maharṣayaḥ
sprachen die großen Weisen zu mir
kathaṃcit sa kalatraḥ asau gataḥ
irgendwie ist jener mit seiner Gemahlin fortgezogen
›»Ich sah die Gattin des Dāśarathi, Rāmas Gattin, die Tochter Janakas, ihre Schmuckstücke abgefallen, ihr Seidengewand aufgelöst, von der Wucht des Kummers überwältigt,...«‹
›»...die Namen Rāmas und Lakṣmaṇas rufend, ihr Haar aufgelöst. ›Dies, mein Kind, ist der Lauf der Zeit‹, so sprach der Vorzüglichste der Redekundigen.«‹
etad arthaṃ samagraṃ me supārśvaḥ pratyavedayat |
tac chrutvāpi hi me buddhir nāsīt kācit parākrame ||
›Diese ganze Angelegenheit berichtete mir Supārśva vollständig. Doch nachdem ich dies gehört hatte, fasste ich keinerlei Entschluss zu irgendeiner Tat.‹
apakṣo hi kathaṃ pakṣī karma kiṃcit samārabhet |
yat tu śakyaṃ mayā kartuṃ vākbuddhiguṇavartinā ||
›Denn wie könnte ein flügelloser Vogel irgendeine Tat unternehmen? Was jedoch von mir, der ich auf die Eigenschaften der Rede und des Verstandes angewiesen bin, getan werden kann,‹
śrūyatāṃ tatra vakṣyāmi bhavatāṃ pauruṣāśrayam |
vākmatibhyāṃ hi sarveṣāṃ kariṣyāmi priyaṃ hi vaḥ ||
›...das höret; ich werde es euch sagen — eine Aufgabe, die auf eurer Tapferkeit beruht. Denn mit Rede und Verstand allein werde ich euch allen einen Gefallen tun.‹
yad dhi dāśaratheḥ kāryaṃ mama tan nātra saṃśayaḥ |
tad bhavanto matiśreṣṭhā balavanto manasvinaḥ ||
›Denn was die Aufgabe des Dāśarathi ist, ist auch die meine — daran besteht kein Zweifel; ihr seid vortrefflich an Weisheit, mächtig und entschlossenen Sinnes.‹