Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 11: Dundubhi Vadha Kathanam Die Erzählung von Dundubhis Tod und die Sāla-Bäume

rāmasya vacanam śrutvā harṣa pauruṣa vardhanam | sugrīvaḥ pūjayām cakre rāghavam praśaśaṃsa ca || 4-11-1

Als er Rāmas Wort gehört hatte, das Freude und Mannesmut mehrte, ehrte Sugrīva den Rāghava und lobte ihn.

Wort für Wort
rāmasya vacanam śrutvā
als er Rāmas Wort gehört hatte
harṣa pauruṣa vardhanam
das Freude und Mannesmut mehrte
sugrīvaḥ pūjayām cakre
ehrte Sugrīva
rāghavam praśaśaṃsa ca
und lobte den Rāghava

asaṃśayam prajvalitaiḥ tīkṣṇair marma atigaiḥ śaraiḥ | tvam daheḥ kupito lokān yugānta iva bhāskaraḥ || 4-11-2

'Ohne Zweifel könntest du mit deinen lodernden, scharfen, die Lebensmarken durchdringenden Pfeilen, erzürnt, die Welten verbrennen, wie die Sonne am Ende eines Weltzeitalters.

Wort für Wort
asaṃśayam prajvalitaiḥ
ohne Zweifel, mit lodernden
tīkṣṇair marma atigaiḥ śaraiḥ
scharfen, die Lebensmarken durchdringenden Pfeilen
tvam daheḥ kupito lokān
könntest du, erzürnt, die Welten verbrennen
yugānta iva bhāskaraḥ
wie die Sonne am Ende eines Weltzeitalters

vālinaḥ pauruṣam yat tad yat ca vīryam dhṛtiḥ ca yā | tan mama eka manāḥ śrutvā vidhatsva yad anantaram || 4-11-3

Höre mit gesammeltem Sinn, welches die Mannhaftigkeit Vālins ist, welche seine Tapferkeit und Standhaftigkeit, und ordne dann an, was als nächstes geschehen soll.

Wort für Wort
vālinaḥ pauruṣam yat tad
welches die Mannhaftigkeit Vālins ist
yat ca vīryam dhṛtiḥ ca yā
und welche seine Tapferkeit und Standhaftigkeit
tan mama eka manāḥ śrutvā
dies mit gesammeltem Sinn hörend
vidhatsva yad anantaram
ordne an, was als nächstes geschehen soll

samudrāt paścimāt pūrvam dakṣiṇād api ca uttaram | krāmati anudite sūrye vālī vyapagata klamaḥ || 4-11-4

Vom westlichen Meer zum östlichen, vom südlichen sogar zum nördlichen durchmisst Vālin, ohne Ermüdung, den Weg, bevor die Sonne aufgeht.

Wort für Wort
samudrāt paścimāt pūrvam
vom westlichen Meer zum östlichen
dakṣiṇād api ca uttaram
vom südlichen sogar zum nördlichen
krāmati anudite sūrye
durchschreitet er, bevor die Sonne aufgeht
vālī vyapagata klamaḥ
Vālin, ohne Ermüdung

agrāṇi āruhya śailānām śikharāṇi mahānti api | ūrdhvam utpātya tarasā prati gṛhṇāti vīryavān || 4-11-5

Der Tapfere erklimmt die Gipfel der Berge, sogar deren gewaltige Spitzen, wirft sie mit Wucht empor und fängt sie wieder auf.

Wort für Wort
agrāṇi āruhya śailānām
die Spitzen der Berge erklimmend
śikharāṇi mahānti api
sogar die gewaltigen Gipfel
ūrdhvam utpātya tarasā
mit Wucht nach oben schleudernd
prati gṛhṇāti vīryavān
fängt der Tapfere sie wieder auf

bahavaḥ sāravantaḥ ca vaneṣu vividhā drumāḥ | vālinā tarasā bhagnā balam prathayatā ātmanaḥ || 4-11-6

Viele kernstarke, mancherlei Bäume in den Wäldern wurden von Vālin mit Wucht zerbrochen, während er seine eigene Kraft entfaltete.

Wort für Wort
bahavaḥ sāravantaḥ ca
viele kernstarke
vaneṣu vividhā drumāḥ
mancherlei Bäume in den Wäldern
vālinā tarasā bhagnā
von Vālin mit Wucht zerbrochen
balam prathayatā ātmanaḥ
der seine eigene Kraft entfaltete

mahiṣo dundubhir nāma kailāsa śikhara prabhaḥ | balam nāga sahasrasya dhārayāmāsa vīryavān || 4-11-7

Ein Büffel namens Dundubhi, glänzend wie der Gipfel des Kailāsa, der Tapfere, besaß die Kraft von tausend Elefanten.

Wort für Wort
mahiṣo dundubhir nāma
ein Büffel namens Dundubhi
kailāsa śikhara prabhaḥ
glänzend wie der Gipfel des Kailāsa
balam nāga sahasrasya
die Kraft von tausend Elefanten
dhārayāmāsa vīryavān
besaß der Tapfere

sa vīrya utseka duṣṭātmā vara dānena ca mohitaḥ | jagāma sa mahākāyaḥ samudram saritām patim || 4-11-8

Jener, bösartig durch den Übermut seiner Kraft und verblendet durch eine erhaltene Gabe, jener von gewaltiger Gestalt, zog zum Ozean, dem Herrn der Flüsse.

Wort für Wort
sa vīrya utseka duṣṭātmā
jener, bösartig durch Kraftübermut
vara dānena ca mohitaḥ
und verblendet durch eine Gabe
jagāma sa mahākāyaḥ
zog jener von gewaltiger Gestalt
samudram saritām patim
zum Ozean, dem Herrn der Flüsse

ūrmimaṃtam atikramya sāgaram ratna saṃcayam | mama yuddham prayaccha iti tam uvāca mahārṇavam || 4-11-9

Er überschritt den wellenreichen, an Juwelen reichen Ozean und sprach zu jenem gewaltigen Meer: 'Gib mir Kampf!'

Wort für Wort
ūrmimaṃtam atikramya
überschreitend den wellenreichen
sāgaram ratna saṃcayam
Ozean, reich an Juwelen
mama yuddham prayaccha iti
'gib mir Kampf!' so
tam uvāca mahārṇavam
sprach er zu jenem gewaltigen Meer

tataḥ samudro dharmātmā samutthāya mahābalaḥ | abravīd vacanam rājan asuram kāla coditam || 4-11-10

Da erhob sich der hochherzige, überaus kraftvolle Ozean und sprach zu jenem vom Schicksal getriebenen Dämon, o König, dieses Wort.

Wort für Wort
tataḥ samudro dharmātmā
da der hochherzige Ozean
samutthāya mahābalaḥ
sich erhebend, der überaus Kraftvolle
abravīd vacanam rājan
sprach dieses Wort, o König
asuram kāla coditam
zu dem vom Schicksal getriebenen Dämon

samartho na asmi te dātum yuddham yuddha viśārada | śrūyatām tvam abhidhāsyāmi yat te yuddham pradāsyati || 4-11-11

'Ich bin nicht imstande, dir Kampf zu geben, o Kampfeskundiger; höre, ich werde dir sagen, wer dir Kampf geben wird.

Wort für Wort
samartho na asmi te dātum
ich bin nicht imstande, dir zu geben
yuddham yuddha viśārada
Kampf, o Kampfeskundiger
śrūyatām tvam abhidhāsyāmi
höre, ich werde es dir sagen
yat te yuddham pradāsyati
wer dir Kampf geben wird

śaila rājo mahāraṇye tapasvi śaraṇam param | śaṃkara śvaśuro nāmnā himavān iti viśrutaḥ || 4-11-12

Der König der Berge im großen Wald, die höchste Zuflucht der Büßer, mit Namen der Schwiegervater Śaṅkaras, bekannt als Himavat -

Wort für Wort
śaila rājo mahāraṇye
der König der Berge im großen Wald
tapasvi śaraṇam param
die höchste Zuflucht der Büßer
śaṃkara śvaśuro nāmnā
der Schwiegervater Śaṅkaras mit Namen
himavān iti viśrutaḥ
bekannt als Himavat

mahā prasravaṇa upeto bahu kandara nirjharaḥ | sa samarthaḥ tava prītim atulām kartum arhati || 4-11-13

reich an gewaltigen Quellen, mit vielen Schluchten und Wasserfällen - er ist fähig und imstande, dir unvergleichliche Freude zu bereiten.'

Wort für Wort
mahā prasravaṇa upeto
reich an gewaltigen Quellen
bahu kandara nirjharaḥ
mit vielen Schluchten und Wasserfällen
sa samarthaḥ tava prītim
er ist fähig, dir Freude
atulām kartum arhati
unvergleichliche zu bereiten

tam bhītam iti vijñāya samudram asurottamaḥ | himavad vanam āgamya śaraḥ cāpād iva cyutaḥ || 4-11-14

Der beste der Dämonen, erkennend, dass der Ozean erschrocken war, kam zum Wald des Himavat, wie ein vom Bogen abgeschossener Pfeil.

Wort für Wort
tam bhītam iti vijñāya
erkennend, dass jener erschrocken war
samudram asurottamaḥ
der Ozean, der beste der Dämonen
himavad vanam āgamya
zum Wald des Himavat kommend
śaraḥ cāpād iva cyutaḥ
wie ein vom Bogen abgeschossener Pfeil

tataḥ tasya gireḥ śvetā gajendra pratimāḥ śilāḥ | cikṣepa bahudhā bhūmau dundubhir vinanāda ca || 4-11-15

Da warf Dundubhi die weißen, den besten Elefanten gleichenden Felsen jenes Berges vielfach zu Boden und brüllte laut.

Wort für Wort
tataḥ tasya gireḥ śvetā
da die weißen jenes Berges
gajendra pratimāḥ śilāḥ
die den besten Elefanten gleichenden Felsen
cikṣepa bahudhā bhūmau
warf er vielfach zu Boden
dundubhir vinanāda ca
und Dundubhi brüllte laut

tataḥ śveta ambuda ākāraḥ saumyaḥ prīti kara ākṛtiḥ | himavān abravīd vākyam sva eva śikhare sthitaḥ || 4-11-16

Da sprach Himavat, in der Gestalt weißer Wolken, sanft, mit freudebringendem Aussehen, auf seinem eigenen Gipfel stehend, dieses Wort.

Wort für Wort
tataḥ śveta ambuda ākāraḥ
da, in der Gestalt weißer Wolken
saumyaḥ prīti kara ākṛtiḥ
sanft, mit freudebringendem Aussehen
himavān abravīd vākyam
sprach Himavat dieses Wort
sva eva śikhare sthitaḥ
auf seinem eigenen Gipfel stehend

kleṣṭum arhasi mām na tvam dundubhe dharma vatsala | raṇa karmasu akuśalaḥ tapasvi śaraṇo hi aham || 4-11-17

'Du solltest mich nicht bedrängen, o Dundubhi, o der Rechtschaffenheit Zugetaner; denn ich bin in Kampfhandlungen ungeübt, ich bin die Zuflucht der Büßer.'

Wort für Wort
kleṣṭum arhasi mām na tvam
du solltest mich nicht bedrängen
dundubhe dharma vatsala
o Dundubhi, o der Rechtschaffenheit Zugetaner
raṇa karmasu akuśalaḥ
ungeübt in Kampfhandlungen
tapasvi śaraṇo hi aham
denn ich bin die Zuflucht der Büßer

tasya tat vacanam śrutvā giri rājasya dhīmataḥ | uvāca dundubhir vākyam krodhāt saṃrakta locanaḥ || 4-11-18

Als er dieses Wort des weisen Bergkönigs gehört hatte, sprach Dundubhi, mit vor Zorn geröteten Augen, dieses Wort.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
als er dieses sein Wort gehört hatte
giri rājasya dhīmataḥ
des weisen Bergkönigs
uvāca dundubhir vākyam
sprach Dundubhi dieses Wort
krodhāt saṃrakta locanaḥ
mit vor Zorn geröteten Augen

yadi yuddhe asamarthaḥ tvam mad bhayād vā nirudyamaḥ | tam ācakṣva pradadyāt me yo hi yuddham yuyutsataḥ || 4-11-19

'Wenn du zum Kampf unfähig bist oder aus Furcht vor mir keine Anstrengung mehr aufbringst, so nenne mir jenen, der mir, dem Kampfbegierigen, Kampf geben würde.'

Wort für Wort
yadi yuddhe asamarthaḥ tvam
wenn du zum Kampf unfähig bist
mad bhayād vā nirudyamaḥ
oder aus Furcht vor mir ohne Anstrengung
tam ācakṣva pradadyāt me
nenne mir jenen, der mir geben würde
yo hi yuddham yuyutsataḥ
der mir, dem Kampfbegierigen, Kampf

himavān abravīd vākyam śrutvā vākya viśāradaḥ | anukta pūrvam dharmātmā krodhāt tam asurottamam || 4-11-20

Himavat, der Redekundige, sprach, nachdem er dies gehört hatte, ein zuvor unausgesprochenes Wort zu jenem besten der Dämonen, hochherzig, ohne Zorn.

Wort für Wort
himavān abravīd vākyam
Himavat sprach ein Wort
śrutvā vākya viśāradaḥ
gehört habend, der Redekundige
anukta pūrvam dharmātmā
ein zuvor unausgesprochenes, der Hochherzige
krodhāt tam asurottamam
ohne Zorn, zu jenem besten der Dämonen

vālī nāma mahā prājñaḥ śakra putra pratāpavān | adhyāste vānaraḥ śrīmān kiṣkindhām atula prabhām || 4-11-21

'Ein überaus kluger, glanzvoller Affe namens Vālin, ein Sohn Śakras, herrscht über das unvergleichlich prächtige Kiṣkindhā.

Wort für Wort
vālī nāma mahā prājñaḥ
ein überaus kluger, namens Vālin
śakra putra pratāpavān
ein glanzvoller Sohn Śakras
adhyāste vānaraḥ śrīmān
er herrscht, der glanzvolle Affe
kiṣkindhām atula prabhām
über Kiṣkindhā, unvergleichlich prächtig

sa samartho mahā prājñaḥ tava yuddha viśāradaḥ | dvandva yuddham sa dātum te namuciḥ iva vāsavaḥ || 4-11-22

Er ist fähig, überaus klug, im Kampf mit dir erfahren; er wird dir Zweikampf geben, wie einst Vāsava dem Namuci.'

Wort für Wort
sa samartho mahā prājñaḥ
er ist fähig, überaus klug
tava yuddha viśāradaḥ
im Kampf mit dir erfahren
dvandva yuddham sa dātum te
er wird dir Zweikampf geben
namuciḥ iva vāsavaḥ
wie Vāsava dem Namuci

tam śīghram abhigaccha tvam yadi yuddham iha icchasi | sa hi durmarṣaṇo nityam śūraḥ samara karmaṇi || 4-11-23

Geh rasch zu ihm, wenn du hier Kampf begehrst; denn er ist beständig unerträglich und tapfer in Kampfhandlungen.'

Wort für Wort
tam śīghram abhigaccha tvam
geh rasch zu ihm
yadi yuddham iha icchasi
wenn du hier Kampf begehrst
sa hi durmarṣaṇo nityam
denn er ist beständig unerträglich
śūraḥ samara karmaṇi
tapfer in Kampfhandlungen

śrutvā himavato vākyam kopa āviṣṭaḥ sa dundubhiḥ | jagāma tām purīm tasya kiṣkindhām vālinaḥ tadā || 4-11-24

Als er das Wort Himavats gehört hatte, zog jener Dundubhi, von Zorn erfüllt, damals zu jener Stadt Vālins, Kiṣkindhā.

Wort für Wort
śrutvā himavato vākyam
als er das Wort Himavats gehört hatte
kopa āviṣṭaḥ sa dundubhiḥ
jener Dundubhi, von Zorn erfüllt
jagāma tām purīm tasya
zog zu jener Stadt von ihm
kiṣkindhām vālinaḥ tadā
zu Kiṣkindhā, Vālins, damals

dhārayan māhiṣam rūpam tīkṣṇa śṛṅgo bhayāvahaḥ | prāvṛṣi iva mahā meghaḥ toya pūrṇo nabhastale || 4-11-25

Die Büffelgestalt tragend, mit scharfen Hörnern, furchterregend, wie eine große, wasserschwere Wolke am Himmel in der Regenzeit.

Wort für Wort
dhārayan māhiṣam rūpam
die Büffelgestalt tragend
tīkṣṇa śṛṅgo bhayāvahaḥ
mit scharfen Hörnern, furchterregend
prāvṛṣi iva mahā meghaḥ
wie eine große Wolke in der Regenzeit
toya pūrṇo nabhastale
wasserschwer am Himmel

tataḥ tu dvāram āgamya kiṣkindhāyā mahābalaḥ | nanarda kampayan bhūmim dundubhir dundubhir yathā || 4-11-26

Dann, am Tor von Kiṣkindhā angelangt, brüllte der überaus Kraftvolle, die Erde erschütternd, wie eine dröhnende Kriegstrommel.

Wort für Wort
tataḥ tu dvāram āgamya
dann, am Tor angelangt
kiṣkindhāyā mahābalaḥ
von Kiṣkindhā, der überaus Kraftvolle
nanarda kampayan bhūmim
brüllte er, die Erde erschütternd
dundubhir dundubhir yathā
Dundubhi, wie eine Kriegstrommel

samīpajān drumān bhaṃjan vasudhām dārayan khuraiḥ | viṣāṇena ullikhan darpāt tad dvāram dvirado yathā || 4-11-27

Die nahestehenden Bäume zerbrechend, mit seinen Hufen die Erde aufreißend, mit seinen Hörnern voller Stolz das Tor zerkratzend, wie ein Elefant.

Wort für Wort
samīpajān drumān bhaṃjan
die nahestehenden Bäume zerbrechend
vasudhām dārayan khuraiḥ
die Erde mit den Hufen aufreißend
viṣāṇena ullikhan darpāt
mit den Hörnern voller Stolz zerkratzend
tad dvāram dvirado yathā
jenes Tor, wie ein Elefant

antaḥpura gato vālī śrutvā śabdam amarṣaṇaḥ | niṣpapāta saha strībhiḥ tārābhiḥ iva caṃdramāḥ || 4-11-28

Vālin, der sich in seinen Frauengemächern befand, hörte den Lärm und stürmte, ungeduldig, mit seinen Frauen hervor, wie der Mond mit den Sternen.

Wort für Wort
antaḥpura gato vālī
Vālin, in den Frauengemächern
śrutvā śabdam amarṣaṇaḥ
den Lärm hörend, ungeduldig
niṣpapāta saha strībhiḥ
stürmte hervor mit seinen Frauen
tārābhiḥ iva caṃdramāḥ
wie der Mond mit den Sternen

mitam vyakta akṣara padam tam uvāca sa dundubhim | harīṇām īśvaro vālī sarveṣām vana cāriṇām || 4-11-29

Mit gemessenen, klaren, deutlichen Worten sprach jener Vālin, der Herr aller waldwandelnden Affen, zu Dundubhi.

Wort für Wort
mitam vyakta akṣara padam
mit gemessenen, klaren, deutlichen Worten
tam uvāca sa dundubhim
sprach er zu jenem Dundubhi
harīṇām īśvaro vālī
Vālin, der Herr der Affen
sarveṣām vana cāriṇām
aller waldwandelnden

kim artham nagara dvāram idam rud dhvā vinardase | dundubhe vidito me.asi rakṣa prāṇān mahābala || 4-11-30

'Aus welchem Grund brüllst du, das Stadttor versperrend? O Dundubhi, du bist mir bekannt; rette dein Leben, o überaus Kraftvoller.'

Wort für Wort
kim artham nagara dvāram
aus welchem Grund das Stadttor
idam rud dhvā vinardase
versperrend brüllst du
dundubhe vidito me.asi
o Dundubhi, du bist mir bekannt
rakṣa prāṇān mahābala
rette dein Leben, o überaus Kraftvoller

tasya tad vacanam śrutvā vānarendrasya dhīmataḥ | uvāca dundubhir vākyam krodhāt saṃrakta locanaḥ || 4-11-31

Als er dieses Wort des weisen Affenkönigs gehört hatte, sprach Dundubhi, mit vor Zorn geröteten Augen, dieses Wort.

Wort für Wort
tasya tad vacanam śrutvā
als er dieses Wort gehört hatte
vānarendrasya dhīmataḥ
des weisen Affenkönigs
uvāca dundubhir vākyam
sprach Dundubhi dieses Wort
krodhāt saṃrakta locanaḥ
mit vor Zorn geröteten Augen

na tvam strī sannidhau vīra vacanam vaktum arhasi | mama yuddham prayaccha adya tato jñāsyāmi te balam || 4-11-32

'Du solltest, o Held, in Gegenwart deiner Frauen nicht solche Worte sprechen; gib mir noch heute Kampf, dann werde ich deine Kraft erkennen.

Wort für Wort
na tvam strī sannidhau vīra
du solltest, o Held, in Gegenwart der Frauen
vacanam vaktum arhasi
nicht solche Worte sprechen
mama yuddham prayaccha adya
gib mir noch heute Kampf
tato jñāsyāmi te balam
dann werde ich deine Kraft erkennen

athavā dhārayiṣyāmi krodham adya niśām imām | gṛhyatām udayaḥ svairam kāma bhogeṣu vānara || 4-11-33

Oder ich werde meinen Zorn diese Nacht noch zurückhalten; genieße nach Belieben deine Vergnügungen, o Affe.

Wort für Wort
athavā dhārayiṣyāmi krodham
oder ich werde meinen Zorn zurückhalten
adya niśām imām
noch diese Nacht
gṛhyatām udayaḥ svairam
genieße nach Belieben
kāma bhogeṣu vānara
deine Vergnügungen, o Affe

dīyatām saṃpradānam ca pariṣvajya ca vānarān | sarva śakhā mṛgendratvam saṃsādaya suhṛjjanam || 4-11-34

Verteile deine Gaben und umarme deine Affen; übertrage die Herrschaft über alle Waldbewohner an deine Freunde,

Wort für Wort
dīyatām saṃpradānam ca
es werden Gaben verteilt
pariṣvajya ca vānarān
und die Affen umarmt
sarva śakhā mṛgendratvam
die Herrschaft über alle Waldbewohner
saṃsādaya suhṛjjanam
übertrage an deine Freunde

su dṛṣṭām kuru kiṣkindhām kuruṣva ātma samam pure | krīḍayasva ca samam strībhiḥ aham te darpa śāsanaḥ || 4-11-35

wirf noch einen letzten Blick auf Kiṣkindhā, setze in der Stadt einen dir Gleichen ein, und tändle mit deinen Frauen - ich bin es, der deinen Stolz zurechtweisen wird.

Wort für Wort
su dṛṣṭām kuru kiṣkindhām
wirf einen letzten Blick auf Kiṣkindhā
kuruṣva ātma samam pure
setze in der Stadt einen dir Gleichen ein
krīḍayasva ca samam strībhiḥ
und tändle mit deinen Frauen
aham te darpa śāsanaḥ
ich bin dein Stolz-Zurechtweiser

yo hi mattam pramattam vā bhagnam vā rahitam kṛśam | hanyāt sa bhrūṇahā loke tvad vidham mada mohitam || 4-11-36

Denn wer einen Trunkenen, Sorglosen, Gebrochenen, Verlassenen, Erschöpften tötet, wie dich, vom Rausch Verblendeten, wird in der Welt zum Kindsmörder.'

Wort für Wort
yo hi mattam pramattam vā
denn wer einen Trunkenen oder Sorglosen
bhagnam vā rahitam kṛśam
oder Gebrochenen, Verlassenen, Erschöpften
hanyāt sa bhrūṇahā loke
tötet, wird in der Welt zum Kindsmörder
tvad vidham mada mohitam
wie dich, vom Rausch Verblendeten

sa prahasya abravīt mandam krodhāt tam asureśvaram | visṛjya tāḥ striyaḥ sarvāḥ tārā prabhṛtikāḥ tadā || 4-11-37

Da lächelte er leise und sprach im Zorn zu jenem Dämonenherrn; nachdem er all seine Frauen, mit Tārā an der Spitze, entlassen hatte,

Wort für Wort
sa prahasya abravīt mandam
er lächelte leise und sprach
krodhāt tam asureśvaram
im Zorn zu jenem Dämonenherrn
visṛjya tāḥ striyaḥ sarvāḥ
nachdem er all seine Frauen entlassen hatte
tārā prabhṛtikāḥ tadā
mit Tārā an der Spitze, damals

matto ayam iti mā maṃsthā yadi abhīto asi saṃyuge | mado ayam saṃprahāre asmin vīra pānam samarthyatām || 4-11-38

'Denke nicht, ich sei betrunken, wenn du im Kampf nicht furchtsam bist; dieser mein Rausch, o Held, soll sich in diesem Kampf als Trunk der Kraft erweisen.

Wort für Wort
matto ayam iti mā maṃsthā
denke nicht, dass ich betrunken sei
yadi abhīto asi saṃyuge
wenn du im Kampf furchtlos bist
mado ayam saṃprahāre asmin
dieser mein Rausch in diesem Kampf
vīra pānam samarthyatām
soll sich als Trunk der Kraft erweisen, o Held

tam evam uktvā saṃkruddho mālām utkṣipya kāṃcanīm | pitrā dattām mahendreṇa yuddhāya vyavatiṣṭhata || 4-11-39

So zu jenem sprechend, erzürnt, warf er die goldene Kette, die ihm sein Vater Mahendra gegeben hatte, ab und stellte sich zum Kampf.

Wort für Wort
tam evam uktvā saṃkruddho
so zu jenem sprechend, erzürnt
mālām utkṣipya kāṃcanīm
die goldene Kette abwerfend
pitrā dattām mahendreṇa
von seinem Vater Mahendra gegeben
yuddhāya vyavatiṣṭhata
stellte er sich zum Kampf

viṣāṇayo gṛhītvā tam dundubhim giri saṃnibham | āvidhyata tathā vālī vinadan kapi kuṃjaraḥ || 4-11-40

Vālin, der Elefant unter den Affen, ergriff jenen Dundubhi, der einem Berg glich, an seinen Hörnern und schleuderte ihn hin und her, brüllend.

Wort für Wort
viṣāṇayo gṛhītvā tam
an den Hörnern ihn ergreifend
dundubhim giri saṃnibham
Dundubhi, der einem Berg glich
āvidhyata tathā vālī
schleuderte ihn so Vālin
vinadan kapi kuṃjaraḥ
brüllend, der Elefant unter den Affen

vālī vyāpādayām cakre nanarda ca mahāsvanam | śrotrābhyām atha raktam tu tasya susrāva pātyataḥ || 4-11-41

Vālin brachte ihn zu Fall und brüllte gewaltig auf; und während er niederging, floss ihm Blut aus beiden Ohren.

Wort für Wort
vālī vyāpādayām cakre
Vālin brachte ihn zu Fall
nanarda ca mahāsvanam
und brüllte gewaltig auf
śrotrābhyām atha raktam tu
dann aus beiden Ohren Blut
tasya susrāva pātyataḥ
floss ihm, während er niederging

tayoḥ tu krodha saṃrambhāt paraspara jayaiṣiṇoḥ | yuddham samabhavat ghoram dundubher vālinaḥ tathā || 4-11-42

Aus dem Wutausbruch der beiden, die einander zu besiegen suchten, entstand ein furchtbarer Kampf zwischen Dundubhi und Vālin.

Wort für Wort
tayoḥ tu krodha saṃrambhāt
aus dem Wutausbruch der beiden
paraspara jayaiṣiṇoḥ
die einander zu besiegen suchten
yuddham samabhavat ghoram
entstand ein furchtbarer Kampf
dundubher vālinaḥ tathā
zwischen Dundubhi und Vālin

ayudhyata tadā vālī śakra tulya parākramaḥ | muṣṭibhir jānubhiḥ padbhiḥ śilābhiḥ pādapaiḥ tathā || 4-11-43

Da kämpfte Vālin, an Tapferkeit Śakra gleich, mit Fäusten, Knien, Füßen, Felsbrocken und ebenso mit Bäumen.

Wort für Wort
ayudhyata tadā vālī
da kämpfte Vālin
śakra tulya parākramaḥ
an Tapferkeit Śakra gleich
muṣṭibhir jānubhiḥ padbhiḥ
mit Fäusten, Knien, Füßen
śilābhiḥ pādapaiḥ tathā
mit Felsbrocken und ebenso mit Bäumen

parasparam ghnatoḥ tatra vānara asurayoḥ tadā | āsīt hīno asuro yuddhe śakra sūnuḥ vyavardhata || 4-11-44

Während sich dort der Affe und der Dämon gegenseitig schlugen, wurde der Dämon im Kampf unterlegen, während der Sohn Śakras erstarkte.

Wort für Wort
parasparam ghnatoḥ tatra
während sie sich dort gegenseitig schlugen
vānara asurayoḥ tadā
der Affe und der Dämon
āsīt hīno asuro yuddhe
der Dämon wurde im Kampf unterlegen
śakra sūnuḥ vyavardhata
der Sohn Śakras erstarkte

tam tu dundubhim udyamya dharaṇyām abhyapātayat | yuddhe prāṇahare tasmin niṣpiṣṭo dundubhiḥ tadā || 4-11-45

Er hob jenen Dundubhi hoch und schleuderte ihn zu Boden; in jenem lebensbedrohlichen Kampf wurde Dundubhi damals zerschmettert.

Wort für Wort
tam tu dundubhim udyamya
jenen Dundubhi hochhebend
dharaṇyām abhyapātayat
schleuderte er zu Boden
yuddhe prāṇahare tasmin
in jenem lebensbedrohlichen Kampf
niṣpiṣṭo dundubhiḥ tadā
wurde Dundubhi damals zerschmettert

srotrebhyo bahu raktam tu tasya susrāva pātyataḥ | papāta ca mahābāhuḥ kṣitau paṃcatvam āgataḥ || 4-11-46

Aus seinen Ohren floss ihm viel Blut, während er niederfiel; und der Starkarmige fiel zu Boden, dem Tode verfallen.

Wort für Wort
srotrebhyo bahu raktam tu
aus den Ohren aber viel Blut
tasya susrāva pātyataḥ
floss ihm, während er niederfiel
papāta ca mahābāhuḥ
und der Starkarmige fiel
kṣitau paṃcatvam āgataḥ
zu Boden, dem Tode verfallen

tam tolayitvā bāhubhyām gata sattvam acetanam | cikṣepa vegavān vālī vegena ekena yojanam || 4-11-47

Nachdem er jenen kraftlos und bewusstlos Gewordenen mit seinen Armen gewogen hatte, schleuderte der schnelle Vālin ihn mit einem Schwung eine Yojana weit.

Wort für Wort
tam tolayitvā bāhubhyām
ihn mit den Armen wiegend
gata sattvam acetanam
kraftlos und bewusstlos geworden
cikṣepa vegavān vālī
schleuderte der schnelle Vālin
vegena ekena yojanam
mit einem Schwung eine Yojana weit

tasya vega praviddhasya vaktrāt kṣataja bindavaḥ | prapetuḥ māruta utkṣiptā mataṃgasya āśramam prati || 4-11-48

Von ihm, der mit Wucht geschleudert wurde, fielen Blutstropfen aus seinem Maul, vom Wind emporgetragen, hinüber zur Einsiedelei des Mataṅga.

Wort für Wort
tasya vega praviddhasya
von ihm, der mit Wucht geschleudert wurde
vaktrāt kṣataja bindavaḥ
aus dem Maul die Blutstropfen
prapetuḥ māruta utkṣiptā
fielen, vom Wind emporgetragen
mataṃgasya āśramam prati
hinüber zur Einsiedelei des Mataṅga

tān dṛṣṭvā patitām tatra muniḥ śoṇita vipruṣaḥ | kruddhaḥ tasya mahābhāga cintayāmāsa konvam || 4-11-49

Als der Weise jene dort niedergefallenen Blutstropfen erblickte, geriet er in Zorn und überlegte, o Hochgesegneter, wer wohl dieser sei.

Wort für Wort
tān dṛṣṭvā patitām tatra
als er jene dort gefallenen erblickte
muniḥ śoṇita vipruṣaḥ
der Weise, die Blutstropfen
kruddhaḥ tasya mahābhāga
erzürnt, o Hochgesegneter
cintayāmāsa konvam
überlegte er, wer wohl dieser sei

yena aham sahasā spṛṣṭaḥ śoṇitena durātmanā | ko.ayam durātmā dur buddhiḥ akṛtātmā ca bāliśaḥ || 4-11-50

'Durch wessen böses Blut wurde ich plötzlich berührt? Wer ist dieser Bösartige, von schlechtem Verstand, ungeläutert und töricht?'

Wort für Wort
yena aham sahasā spṛṣṭaḥ
durch wen wurde ich plötzlich berührt
śoṇitena durātmanā
mit dem Blut des Bösartigen
ko.ayam durātmā dur buddhiḥ
wer ist dieser Bösartige, von schlechtem Verstand
akṛtātmā ca bāliśaḥ
ungeläutert und töricht

iti uktvā sa viniṣkramya dadṛśe munisattama | mahiṣam parvata ākāram gata asum patitam bhuvi || 4-11-51

So sprechend, trat der beste der Weisen hinaus und erblickte einen Büffel von der Gestalt eines Berges, entseelt, zu Boden gefallen.

Wort für Wort
iti uktvā sa viniṣkramya
so sprechend, hinaustretend
dadṛśe munisattama
erblickte der beste der Weisen
mahiṣam parvata ākāram
einen Büffel von Bergesgestalt
gata asum patitam bhuvi
entseelt, zu Boden gefallen

sa tu vijñāya tapasā vānareṇa kṛtam hi tat | utsasarja mahā śāpam kṣeptāram vānaram prati || 4-11-52

Als er durch seine Askese erkannt hatte, dass dies von einem Affen getan worden war, sprach er einen gewaltigen Fluch über den Affen aus, der ihn geworfen hatte.

Wort für Wort
sa tu vijñāya tapasā
als er durch seine Askese erkannt hatte
vānareṇa kṛtam hi tat
dass dies von einem Affen getan worden war
utsasarja mahā śāpam
sprach er einen gewaltigen Fluch aus
kṣeptāram vānaram prati
über den Affen, der geworfen hatte

iha tena apraveṣṭavyam praviṣṭasya vadho bhavet | vanam mat saṃśrayam yena dūṣitam rudhira sravaiḥ || 4-11-53

'Dieser mein Wald, der durch die fließenden Blutströme verunreinigt wurde, soll von jenem nicht betreten werden; betritt er ihn, so soll ihm der Tod widerfahren.

Wort für Wort
iha tena apraveṣṭavyam
hier soll von jenem nicht betreten werden
praviṣṭasya vadho bhavet
dem Betretenden soll der Tod widerfahren
vanam mat saṃśrayam yena
der Wald, der mein Zufluchtsort, durch den
dūṣitam rudhira sravaiḥ
verunreinigt wurde durch die Blutströme

kṣipatā pādapāḥ ca ime saṃbhagnāḥ ca asurīm tanum | samantāt āśramam pūrṇam yojanam māmakam yadi || 4-11-54

Von ihm, der den Dämonenleib warf, wurden diese Bäume zerbrochen; wenn er ringsum meine Einsiedelei, eine volle Yojana weit,

Wort für Wort
kṣipatā pādapāḥ ca ime
von dem Werfenden diese Bäume
saṃbhagnāḥ ca asurīm tanum
zerbrochen, und den Dämonenleib
samantāt āśramam pūrṇam
ringsum meine Einsiedelei, eine volle
yojanam māmakam yadi
Yojana, meine, wenn

āgamiṣyati durbuddhiḥ vyaktam sa na bhaviṣyati | ye ca asya sacivāḥ kecit saṃśritā māmakam vanam || 4-11-55

der Verblendete betreten wird, so wird er offensichtlich zunichte werden; und welche seiner Ratgeber auch immer meinen Wald aufgesucht haben,

Wort für Wort
āgamiṣyati durbuddhiḥ
der Verblendete wird kommen
vyaktam sa na bhaviṣyati
offensichtlich wird er zunichte werden
ye ca asya sacivāḥ kecit
und welche seiner Ratgeber auch
saṃśritā māmakam vanam
meinen Wald aufgesucht haben

na ca taiḥ iha vastavya śrutvā yāṃtu yathā sukham | te api vā yadi tiṣṭanti śapiṣye tān api dhruvam || 4-11-56

sie sollen hier nicht wohnen; sobald sie dies gehört haben, mögen sie gehen, wie es ihnen beliebt; sollten sie dennoch bleiben, so werde ich auch sie gewiss verfluchen.

Wort für Wort
na ca taiḥ iha vastavya
von ihnen soll hier nicht gewohnt werden
śrutvā yāṃtu yathā sukham
sobald sie gehört haben, mögen sie gehen wie beliebt
te api vā yadi tiṣṭanti
sollten sie aber bleiben
śapiṣye tān api dhruvam
werde ich auch sie gewiss verfluchen

vane asmin māmake nityam putravat parirakṣate | patra aṃkura vināśāya phala mūla abhavāya ca || 4-11-57

In diesem meinem Wald, den ich beständig wie einen Sohn hege, sei es zur Vernichtung von Blättern und Sprossen oder zum Untergang von Früchten und Wurzeln -

Wort für Wort
vane asmin māmake nityam
in diesem meinem Wald beständig
putravat parirakṣate
wie einen Sohn gehegt
patra aṃkura vināśāya
zur Vernichtung von Blättern und Sprossen
phala mūla abhavāya ca
und zum Untergang von Früchten und Wurzeln

divasaḥ ca adya maryādā yam draṣṭā śvaḥ asmi vānaram | bahu varṣa sahasrāṇi sa vai śailaḥ bhaviṣyati || 4-11-58

der heutige Tag sei die Grenze - welchen Affen ich morgen erblicke, der wird für viele tausend Jahre zu Stein werden.'

Wort für Wort
divasaḥ ca adya maryādā
der heutige Tag sei die Grenze
yam draṣṭā śvaḥ asmi vānaram
welchen Affen ich morgen erblicken werde
bahu varṣa sahasrāṇi
für viele tausend Jahre
sa vai śailaḥ bhaviṣyati
der wird gewiss zu Stein werden

tataḥ te vānarāḥ śrutvā giram muni samīritām | niścakramuḥ vanāt tasmāt tān dṛṣṭvā vālir abravīt || 4-11-59

Als jene Affen die vom Weisen ausgesprochene Rede gehört hatten, zogen sie aus jenem Wald hinaus; als Vālin sie erblickte, sprach er.

Wort für Wort
tataḥ te vānarāḥ śrutvā
als jene Affen gehört hatten
giram muni samīritām
die vom Weisen ausgesprochene Rede
niścakramuḥ vanāt tasmāt
zogen sie aus jenem Wald hinaus
tān dṛṣṭvā vālir abravīt
als Vālin sie erblickte, sprach er

kim bhavantaḥ samastāḥ ca mataṃga vana vāsinaḥ | mat samīpam anuprāptā api svasti vanaukasām || 4-11-60

'Weshalb seid ihr alle, Bewohner des Mataṅga-Waldes, zu mir gekommen? Ist es den Waldbewohnern wohl gut ergangen?'

Wort für Wort
kim bhavantaḥ samastāḥ ca
weshalb seid ihr alle
mataṃga vana vāsinaḥ
Bewohner des Mataṅga-Waldes
mat samīpam anuprāptā
zu mir gekommen
api svasti vanaukasām
ist es den Waldbewohnern wohl gut ergangen

tataḥ te kāraṇam sarvam tathā śāpam ca vālinaḥ | śaśaṃsur vānarāḥ sarve valine hemamāline || 4-11-61

Da berichteten all jene Affen dem goldbekränzten Vālin den ganzen Grund und ebenso den über Vālin ausgesprochenen Fluch.

Wort für Wort
tataḥ te kāraṇam sarvam
da berichteten sie den ganzen Grund
tathā śāpam ca vālinaḥ
und ebenso den Fluch über Vālin
śaśaṃsur vānarāḥ sarve
berichteten alle Affen
valine hemamāline
dem goldbekränzten Vālin

etat śrutvā tadā vālī vacanam vanara īritam | sa maharṣim samāsādya yācate sma kṛta aṃjaliḥ || 4-11-62

Als Vālin dieses von den Affen gesprochene Wort gehört hatte, trat er vor den großen Seher und bat ihn mit gefalteten Händen.

Wort für Wort
etat śrutvā tadā vālī
als Vālin dies gehört hatte
vacanam vanara īritam
das von den Affen gesprochene Wort
sa maharṣim samāsādya
er, vor den großen Seher tretend
yācate sma kṛta aṃjaliḥ
bat mit gefalteten Händen

maharṣiḥ tam anādṛtya praviveśa āśramam prati | śāpa dhāraṇa bhītaḥ tu vālī vihvalatām gataḥ || 4-11-63

Der große Seher, ihn missachtend, ging in seine Einsiedelei zurück; Vālin aber, aus Furcht vor dem bestehenden Fluch, geriet in Verwirrung.

Wort für Wort
maharṣiḥ tam anādṛtya
der große Seher, ihn missachtend
praviveśa āśramam prati
ging zurück in seine Einsiedelei
śāpa dhāraṇa bhītaḥ tu
aus Furcht vor dem bestehenden Fluch aber
vālī vihvalatām gataḥ
geriet Vālin in Verwirrung

tataḥ śāpa bhayāt bhīta ṛśyamūkam mahāgirim | praveṣṭum na icchati hariḥ draṣṭum vā api nareśvara || 4-11-64

Seitdem, aus Furcht vor dem Fluch, wünscht der Affe nicht, den großen Berg Ṛṣyamūka zu betreten oder auch nur zu erblicken, o Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
tataḥ śāpa bhayāt bhīta
seitdem, aus Furcht vor dem Fluch
ṛśyamūkam mahāgirim
den großen Berg Ṛṣyamūka
praveṣṭum na icchati hariḥ
wünscht der Affe nicht zu betreten
draṣṭum vā api nareśvara
oder auch nur zu erblicken, o Herrscher der Menschen

tasya apraveśam jñātvā aham idam rāma mahāvanam | vicarāmi saha amātyo viṣādena vivarjitaḥ || 4-11-65

Wissend, dass er nicht eindringen kann, wandere ich, o Rāma, zusammen mit meinen Ratgebern in diesem großen Wald umher, frei von Sorge.

Wort für Wort
tasya apraveśam jñātvā
wissend, dass er nicht eindringen kann
aham idam rāma mahāvanam
ich, o Rāma, in diesem großen Wald
vicarāmi saha amātyo
wandere ich, zusammen mit meinen Ratgebern
viṣādena vivarjitaḥ
frei von Sorge

eṣo asthinicayaḥ tasya dundubheḥ saṃprakāśate | vīrya utsekāt nirastasya giri kūṭa nibho mahān || 4-11-66

Dieser Knochenhaufen dort, der einem Berggipfel gleicht, ist der jenes Dundubhi, der durch den Übermut seiner Kraft zu Fall gebracht wurde.

Wort für Wort
eṣo asthinicayaḥ tasya
dieser Knochenhaufen von jenem
dundubheḥ saṃprakāśate
des Dundubhi erscheint
vīrya utsekāt nirastasya
der durch Kraftübermut zu Fall gebracht wurde
giri kūṭa nibho mahān
gewaltig, einem Berggipfel gleich

ime ca vipulāḥ sālāḥ sapta śākhā avalaṃbinaḥ | yatra ekam ghaṭate vālī niṣ patrayitum ojasā || 4-11-67

Und diese sieben mächtigen Sāla-Bäume mit ihren herabhängenden Ästen - Vālin bemüht sich, auch nur einen davon mit seiner Kraft zu entlauben.

Wort für Wort
ime ca vipulāḥ sālāḥ
und diese mächtigen Sāla-Bäume
sapta śākhā avalaṃbinaḥ
sieben, mit herabhängenden Ästen
yatra ekam ghaṭate vālī
wo Vālin sich bemüht, auch nur einen
niṣ patrayitum ojasā
mit seiner Kraft zu entlauben

etat asya asamam vīryam mayā rāma prakāśitam | katham tam vālinam hantum samare śakṣyase nṛpa || 4-11-68

Dies ist seine unvergleichliche Tapferkeit, o Rāma, die von mir dargelegt wurde; wie wirst du jenen Vālin im Kampf zu töten vermögen, o Herrscher?'

Wort für Wort
etat asya asamam vīryam
dies ist seine unvergleichliche Tapferkeit
mayā rāma prakāśitam
von mir dargelegt, o Rāma
katham tam vālinam hantum
wie wirst du jenen Vālin zu töten
samare śakṣyase nṛpa
im Kampf vermögen, o Herrscher

tathā bṛuvāṇam sugrīvam prahasan lakṣmaṇo abravīt | kasmin karmaṇi nirvṛtte śraddadhyā vālinaḥ vadham || 4-11-69

Zu dem so sprechenden Sugrīva sagte Lakṣmaṇa lächelnd: 'Bei welcher Tat vollbracht würdest du an Vālins Tod glauben können?'

Wort für Wort
tathā bṛuvāṇam sugrīvam
zu dem so sprechenden Sugrīva
prahasan lakṣmaṇo abravīt
sprach Lakṣmaṇa lächelnd
kasmin karmaṇi nirvṛtte
bei welcher vollbrachten Tat
śraddadhyā vālinaḥ vadham
würdest du an Vālins Tod glauben

tam uvācatha sugrīvaḥ sapta sālan imān purā | evam ekaikaśo vālī vivyātha atha sa asakṛt || 4-11-70

Da sprach Sugrīva zu ihm: 'Diese sieben Sāla-Bäume hier hat Vālin einst einzeln durchschossen, und zwar wiederholt.

Wort für Wort
tam uvācatha sugrīvaḥ
da sprach Sugrīva zu ihm
sapta sālan imān purā
diese sieben Sāla-Bäume einst
evam ekaikaśo vālī
so hat Vālin einzeln
vivyātha atha sa asakṛt
durchschossen, und zwar wiederholt

rāmo nirdārayed eṣām bāṇena ekena ca drumam | vālinam nihatam manye dṛṣṭvā rāmasya vikramam || 4-11-71

Wenn Rāma auch nur einen dieser Bäume mit einem einzigen Pfeil durchbohrt, so werde ich, wenn ich Rāmas Tapferkeit erblickt habe, Vālin als getötet erachten.

Wort für Wort
rāmo nirdārayed eṣām
wenn Rāma durchbohren würde von diesen
bāṇena ekena ca drumam
mit einem einzigen Pfeil einen Baum
vālinam nihatam manye
werde ich Vālin als getötet erachten
dṛṣṭvā rāmasya vikramam
nachdem ich Rāmas Tapferkeit erblickt habe

hatasya mahiṣasya asthi pādena ekena lakṣmaṇa | udyamya prakṣipet ca api tarasā dve dhanuḥ śate || 4-11-72

Und wenn er den Knochen jenes getöteten Büffels mit nur einem Fuß hochheben und mit Wucht zweihundert Bogenlängen weit schleudern könnte, o Lakṣmaṇa,

Wort für Wort
hatasya mahiṣasya asthi
den Knochen des getöteten Büffels
pādena ekena lakṣmaṇa
mit nur einem Fuß, o Lakṣmaṇa
udyamya prakṣipet ca api
hochhebend und schleudern könnte
tarasā dve dhanuḥ śate
mit Wucht zweihundert Bogenlängen weit

evam uktvā tu sugrīvo rāmam raktānta locanam | dhyatvā muhūrtam kākutstham punareva vaco abravīt || 4-11-73

So gesprochen, betrachtete Sugrīva Rāma, dessen Augenwinkel gerötet waren, sann einen Augenblick nach und sprach dann wieder zu Kākutstha ein Wort.

Wort für Wort
evam uktvā tu sugrīvo
so gesprochen habend, Sugrīva
rāmam raktānta locanam
Rāma, dessen Augenwinkel gerötet waren
dhyatvā muhūrtam kākutstham
einen Augenblick nachsinnend, zu Kākutstha
punareva vaco abravīt
sprach er wieder ein Wort

śūraḥ ca śūramānī ca prakhyāta bala pauruṣaḥ | balavān vānaraḥ vālī saṃyugeṣu aparājitaḥ || 4-11-74

'Tapfer und sich selbst für tapfer haltend, von bekannter Kraft und Mannhaftigkeit, ist der kraftvolle Affe Vālin in Kämpfen unbesiegt.

Wort für Wort
śūraḥ ca śūramānī ca
tapfer und sich für tapfer haltend
prakhyāta bala pauruṣaḥ
von bekannter Kraft und Mannhaftigkeit
balavān vānaraḥ vālī
der kraftvolle Affe Vālin
saṃyugeṣu aparājitaḥ
in Kämpfen unbesiegt

dṛśyante ca asya karmāṇi duṣkarāṇi suraiḥ api | yāni saṃcintya bhītaḥ aham ṛśyamūkam upāśritaḥ || 4-11-75

Man sieht, dass seine Taten sogar für Götter unausführbar sind; darüber nachdenkend, bin ich, erschreckt, zum Ṛṣyamūka geflohen.

Wort für Wort
dṛśyante ca asya karmāṇi
man sieht seine Taten
duṣkarāṇi suraiḥ api
unausführbar sogar für Götter
yāni saṃcintya bhītaḥ aham
darüber nachdenkend, ich, erschreckt
ṛśyamūkam upāśritaḥ
bin ich zum Ṛṣyamūka geflohen

tam ajayyam adhṛṣyam ca vānarendram amarṣaṇam | vicintayan na muṃcāmi ṝṣyamūkam amum tu aham || 4-11-76

An jenen unbezwingbaren, unangreifbaren, jähzornigen Affenkönig denkend, verlasse ich diesen Ṛṣyamūka nicht.

Wort für Wort
tam ajayyam adhṛṣyam ca
jenen unbezwingbaren, unangreifbaren
vānarendram amarṣaṇam
Affenkönig, den Jähzornigen
vicintayan na muṃcāmi
daran denkend, verlasse ich nicht
ṝṣyamūkam amum tu aham
diesen Ṛṣyamūka aber ich

udvignaḥ śaṃkitaḥ ca aham vicarāmi mahāvane | anuraktaiḥ saha amātyaiḥ hanumat pramukhaiḥ vīraiḥ || 4-11-77

Beunruhigt und argwöhnisch wandere ich in diesem großen Wald umher, mit meinen ergebenen Ratgebern, den Helden mit Hanumān an der Spitze.

Wort für Wort
udvignaḥ śaṃkitaḥ ca aham
beunruhigt und argwöhnisch ich
vicarāmi mahāvane
wandere ich in diesem großen Wald umher
anuraktaiḥ saha amātyaiḥ
mit meinen ergebenen Ratgebern
hanumat pramukhaiḥ vīraiḥ
den Helden mit Hanumān an der Spitze

upalabdham ca me ślāghyam san mitram mitra vatsala | tvām aham puruṣavyāghra himavantam iva āśritaḥ || 4-11-78

Und ich habe einen rühmlichen, wahrhaften Freund gewonnen, o Freundzugetaner; ich habe bei dir Zuflucht gesucht, o Tiger unter den Männern, wie beim Himavat.

Wort für Wort
upalabdham ca me ślāghyam
und gewonnen habe ich einen rühmlichen
san mitram mitra vatsala
einen wahrhaften Freund, o Freundzugetaner
tvām aham puruṣavyāghra
bei dir, o Tiger unter den Männern
himavantam iva āśritaḥ
habe ich Zuflucht gesucht, wie beim Himavat

kim tu tasya balajñaḥ aham durbhrātuḥ balaśālinaḥ | apratyakṣam tu me vīryam samare tava rāghava || 4-11-79

Doch ich kenne die Kraft jenes bösen Bruders, der an Kraft glänzt; deine Tapferkeit im Kampf aber, o Rāghava, habe ich mit eigenen Augen nicht gesehen.

Wort für Wort
kim tu tasya balajñaḥ aham
doch ich kenne die Kraft von ihm
durbhrātuḥ balaśālinaḥ
meinem bösen Bruder, der an Kraft glänzt
apratyakṣam tu me vīryam
doch mir unsichtbar deine Tapferkeit
samare tava rāghava
im Kampf, o Rāghava

na khalu aham tvām tulaye na avamanye na bhīṣaye | karmabhiḥ tasya bhīmaiḥ ca kātaryam janitam mama || 4-11-80

Ich vergleiche dich wahrlich nicht, ich verachte dich nicht, ich schrecke dich nicht - durch seine furchtbaren Taten ist in mir Zaghaftigkeit entstanden.

Wort für Wort
na khalu aham tvām tulaye
ich vergleiche dich wahrlich nicht
na avamanye na bhīṣaye
ich verachte dich nicht, ich schrecke dich nicht
karmabhiḥ tasya bhīmaiḥ ca
durch seine furchtbaren Taten
kātaryam janitam mama
ist Zaghaftigkeit in mir entstanden

kāmam rāghava te vāṇī pramāṇam dhairyam ākṛtiḥ | sūcayanti param tejo bhasma cchannam iva analam || 4-11-81

Gewiss, o Rāghava, deine Stimme, dein Maß, deine Standhaftigkeit, deine Erscheinung deuten auf höchste Kraft hin, wie ein von Asche bedecktes Feuer.'

Wort für Wort
kāmam rāghava te vāṇī
gewiss, o Rāghava, deine Stimme
pramāṇam dhairyam ākṛtiḥ
dein Maß, deine Standhaftigkeit, deine Erscheinung
sūcayanti param tejo
deuten auf höchste Kraft hin
bhasma cchannam iva analam
wie ein von Asche bedecktes Feuer

tasya tad vacanam śrutvā sugrīvasya mahatmanaḥ | smita pūrvam athaḥ rāmaḥ prati uvāca harim prati || 4-11-82

Als er dieses Wort des hochherzigen Sugrīva gehört hatte, erwiderte Rāma dem Affen, zunächst lächelnd.

Wort für Wort
tasya tad vacanam śrutvā
als er dieses Wort gehört hatte
sugrīvasya mahatmanaḥ
des hochherzigen Sugrīva
smita pūrvam athaḥ rāmaḥ
zunächst lächelnd, dann Rāma
prati uvāca harim prati
erwiderte er dem Affen

yadi na pratyayo asmāsu vikrame tava vānara | pratyayam samare ślāghyam aham utpādayāmi te || 4-11-83

'Wenn du unserer Tapferkeit nicht vertraust, o Affe, so werde ich dir im Kampf ein rühmliches Vertrauen erzeugen.'

Wort für Wort
yadi na pratyayo asmāsu
wenn kein Vertrauen zu uns besteht
vikrame tava vānara
in unsere Tapferkeit, o Affe
pratyayam samare ślāghyam
ein rühmliches Vertrauen im Kampf
aham utpādayāmi te
werde ich dir erzeugen

evam uktvā tu sugrīvam sāntvayan lakṣmaṇāgrajaḥ | rāghavo dundubheḥ kāyam pāda aṃguṣṭhena līlayā || 4-11-84

So gesprochen, den Sugrīva besänftigend, hob der ältere Bruder Lakṣmaṇas, der Rāghava, mit seiner großen Zehe spielend den Leib des Dundubhi -

Wort für Wort
evam uktvā tu sugrīvam
so gesprochen, den Sugrīva
sāntvayan lakṣmaṇāgrajaḥ
besänftigend, der ältere Bruder Lakṣmaṇas
rāghavo dundubheḥ kāyam
Rāghava, den Leib des Dundubhi
pāda aṃguṣṭhena līlayā
mit seiner Fußzehe spielend

tolayitvā mahābāhuḥ cikṣepa daśa yojanam | asurasya tanum śuṣkam pādāṃguṣṭena vīryavān || 4-11-85

der Starkarmige wog ihn und schleuderte den vertrockneten Dämonenleib mit seiner Fußzehe zehn Yojanas weit, der Tapfere.

Wort für Wort
tolayitvā mahābāhuḥ
wiegend, der Starkarmige
cikṣepa daśa yojanam
schleuderte er zehn Yojanas weit
asurasya tanum śuṣkam
den vertrockneten Dämonenleib
pādāṃguṣṭena vīryavān
mit der Fußzehe, der Tapfere

kṣiptam dṛṣṭvā tataḥ kāyam sugrīvaḥ punar abravīt | lakṣmaṇasya agrato rāmam tapantam iva bhāskaram || 4-11-86

Als er den geschleuderten Leib erblickte, sprach Sugrīva wieder zu Rāma, der wie die glühende Sonne strahlte, vor Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
kṣiptam dṛṣṭvā tataḥ kāyam
als er den geschleuderten Leib erblickte
sugrīvaḥ punar abravīt
sprach Sugrīva wieder
lakṣmaṇasya agrato rāmam
vor Lakṣmaṇa zu Rāma
tapantam iva bhāskaram
der wie die glühende Sonne strahlte

ārdraḥ sa māṃsaḥ pratyagraḥ kṣiptaḥ kāyaḥ purā sakhe | pariśrāntena mattena bhrātā me vālinā tadā || 4-11-87

'Der Leib war einst noch feucht vom Fleisch, frisch, o Freund, als er von meinem erschöpften, trunkenen Bruder Vālin geschleudert wurde.

Wort für Wort
ārdraḥ sa māṃsaḥ pratyagraḥ
feucht vom Fleisch, frisch
kṣiptaḥ kāyaḥ purā sakhe
der Leib wurde einst geschleudert, o Freund
pariśrāntena mattena
von dem erschöpften, trunkenen
bhrātā me vālinā tadā
meinem Bruder Vālin damals

laghuḥ saṃprati nirmāṃsaḥ tṛṇa bhūtaḥ ca rāghava | kṣiptā evam praharṣeṇa bhavatā raghunaṃdana || 4-11-88

Jetzt ist er leicht, fleischlos und wie Stroh geworden, o Rāghava; so wurde er von dir mit Leichtigkeit geschleudert, o Freude der Raghus.

Wort für Wort
laghuḥ saṃprati nirmāṃsaḥ
jetzt leicht, fleischlos
tṛṇa bhūtaḥ ca rāghava
und wie Stroh geworden, o Rāghava
kṣiptā evam praharṣeṇa
so wurde er mit Freude geschleudert
bhavatā raghunaṃdana
von dir, o Freude der Raghus

na atra śakyam balam jñātum tava vā tasya vā adhikam | ārdram śuṣkam iti hi etat sumahad rāghava antaram || 4-11-89

Hierbei lässt sich nicht erkennen, ob deine oder seine Kraft größer ist; denn 'feucht' und 'trocken' - dies ist ein überaus großer Unterschied, o Rāghava.

Wort für Wort
na atra śakyam balam jñātum
hierbei lässt sich die Kraft nicht erkennen
tava vā tasya vā adhikam
ob deine oder seine größer ist
ārdram śuṣkam iti hi etat
'feucht' und 'trocken', dies
sumahad rāghava antaram
ein überaus großer Unterschied, o Rāghava

sa eva saṃśayaḥ tāta tava tasya ca yad balam | sālam ekam vinir bhidyā bhavet vyaktiḥ balābale || 4-11-90

Eben dieser Zweifel besteht, mein Lieber, hinsichtlich deiner und seiner Kraft; wenn du einen der Sāla-Bäume durchbohrst, wird sich das stärkere und schwächere Kraftverhältnis klären.

Wort für Wort
sa eva saṃśayaḥ tāta
eben dieser Zweifel, mein Lieber
tava tasya ca yad balam
hinsichtlich deiner und seiner Kraft
sālam ekam vinir bhidyā
einen Sāla-Baum durchbohrend
bhavet vyaktiḥ balābale
würde sich die Kraft klären, stärker oder schwächer

kṛtvā etat kārmukam sajyam hasti hatam iva aparam | ākarṇa pūrṇam āyamya visṛjasva mahāśaram || 4-11-91

Nachdem du diesen Bogen gespannt hast, wie einen anderen, elefantenstürzenden, ziehe ihn bis ans Ohr und schieße den großen Pfeil ab.

Wort für Wort
kṛtvā etat kārmukam sajyam
diesen Bogen gespannt habend
hasti hatam iva aparam
wie einen anderen, elefantenstürzenden
ākarṇa pūrṇam āyamya
bis ans Ohr ziehend
visṛjasva mahāśaram
schieße den großen Pfeil ab

imam hi sālam prahitaḥ tvayā śaro | na saṃśayo atra asti vidārayiṣyati | alam vimarśena mama priyam dhruvam | kuruṣva rājan prati śāpito mayā || 4-11-92

Denn der von dir abgeschossene Pfeil wird diesen Sāla-Baum durchbohren - daran besteht kein Zweifel. Genug des Zauderns; erweise mir diese Gunst gewiss, o Herrscher, ich bin von dir zu diesem Schwur veranlasst.'

Wort für Wort
imam hi sālam prahitaḥ tvayā śaro
der von dir abgeschossene Pfeil wird diesen Sāla-Baum
na saṃśayo atra asti vidārayiṣyati
er wird ihn durchbohren, kein Zweifel besteht
alam vimarśena mama priyam dhruvam
genug des Zauderns, erweise mir gewiss diese Gunst
kuruṣva rājan prati śāpito mayā
tu es, o Herrscher, so bitte ich dich dringend

yathā hi tejassu varaḥ sadā raviḥ | yathā hi śailo himavān mahā adriṣu | yathā catuṣpātsu ca kesarī varaḥ | tathā narāṇām asi vikrame varaḥ || 4-11-93

Wie unter den Leuchtenden die Sonne stets die Beste ist, wie unter den großen Bergen der Himavat, wie unter den Vierfüßlern der Löwe der Beste ist, so bist du unter den Männern der Beste an Tapferkeit.'

Wort für Wort
yathā hi tejassu varaḥ
wie unter den Leuchtenden die Beste
sadā raviḥ
stets die Sonne
yathā hi śailo himavān mahā adriṣu
wie unter den großen Bergen der Himavat
yathā catuṣpātsu ca kesarī varaḥ
wie unter den Vierfüßlern der Löwe der Beste
tathā narāṇām asi vikrame varaḥ
so bist du unter den Männern an Tapferkeit der Beste

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