Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 15: Tārā Vākyam Tārās Mahnung an Vālin

atha tasya ninādam tam sugrīvasya mahātmanaḥ | śuśrāva antaḥpura gato vālī bhrātur amarṣaṇaḥ || 4-15-1

Da hörte Vālī, der im Frauengemach weilte, jenes Gebrüll seines hochgesinnten Bruders Sugrīva und wurde zornentbrannt.

Wort für Wort
atha tasya ninādam tam
dann jenes Gebrüll von ihm
sugrīvasya mahātmanaḥ
des hochgesinnten Sugrīva
śuśrāva antaḥpura gato
hörte er, der im Frauengemach war
vālī bhrātur amarṣaṇaḥ
Vālī, zornentbrannt über den Bruder

śrutvā tu tasya ninadam sarvabhūta prakaṃpanam | madaḥ ca ekapade naṣṭaḥ krodhaḥ ca āpādito mahān || 4-15-2

Als er dessen Gebrüll hörte, das alle Wesen erzittern ließ, schwand sein Rausch mit einem Schlage, und gewaltiger Zorn erfasste ihn.

Wort für Wort
śrutvā tu tasya ninadam
als er dessen Gebrüll gehört hatte
sarvabhūta prakaṃpanam
das alle Wesen erzittern ließ
madaḥ ca ekapade naṣṭaḥ
und der Rausch schwand mit einem Schlage
krodhaḥ ca āpādito mahān
und gewaltiger Zorn wurde herbeigeführt

tato roṣa parīta aṃgo vālī sa kanaka prabhaḥ | uparakta iva ādityaḥ sadyo niṣprabhatām gataḥ || 4-15-3

Da wurde Vālī, dessen Körper vom Zorn erfüllt war, dessen Glanz golden war, plötzlich glanzlos wie die Sonne bei einer Sonnenfinsternis.

Wort für Wort
tato roṣa parīta aṃgo
da, dessen Körper vom Zorn erfüllt war
vālī sa kanaka prabhaḥ
Vālī, der Goldglänzende
uparakta iva ādityaḥ
wie die verfinsterte Sonne
sadyo niṣprabhatām gataḥ
wurde sogleich glanzlos

vālī daṃṣṭrā karālaḥ tu krodhād dīpta agni locanaḥ | bhāti utpatita padmābhaḥ samṛṇāla iva hradaḥ || 4-15-4

Vālī, mit furchterregenden Zähnen, mit vor Zorn wie Feuer glühenden Augen, erstrahlte wie ein See, dessen Lotusblüten samt den Stängeln emporgeschossen sind.

Wort für Wort
vālī daṃṣṭrā karālaḥ tu
Vālī aber, mit furchterregenden Zähnen
krodhād dīpta agni locanaḥ
vor Zorn mit feuergleich glühenden Augen
bhāti utpatita padmābhaḥ
erstrahlt, lotusgleich emporgeschossen
samṛṇāla iva hradaḥ
wie ein See mit den Stängeln

śabdam durmarṣaṇam śrutvā niṣpapāta tato hariḥ | vegena ca pada nyāsair dārayan iva medinīm || 4-15-5

Als er den unerträglichen Schrei gehört hatte, stürmte der Affe hervor, mit der Wucht seiner Schritte die Erde gleichsam aufreißend.

Wort für Wort
śabdam durmarṣaṇam śrutvā
den unerträglichen Schrei gehört habend
niṣpapāta tato hariḥ
stürmte da der Affe hervor
vegena ca pada nyāsair
und mit der Wucht seiner Schritte
dārayan iva medinīm
die Erde gleichsam zerreißend

tam tu tārā pariṣvajya snehād darśita sauhṛdā | uvāca trasta saṃbhrāṃtā hita udarkam idam vacaḥ || 4-15-6

Ihn aber umarmte Tārā aus Liebe, ihre Zuneigung zeigend, und sprach erschrocken und bestürzt diese Worte, die zu seinem künftigen Wohl dienten:

Wort für Wort
tam tu tārā pariṣvajya
ihn aber Tārā umarmend
snehād darśita sauhṛdā
aus Liebe, Zuneigung zeigend
uvāca trasta saṃbhrāṃtā
sprach erschrocken und bestürzt
hita udarkam idam vacaḥ
dieses zum künftigen Heil dienende Wort

sādhu krodham imam vīra nadī vegam iva āgatam | śayanād utthitaḥ kālyam tyaja bhuktām iva srajam || 4-15-7

'Lass, Held, diesen Zorn, der wie die Strömung eines Flusses herangebraust ist, gänzlich fahren, wie du am Morgen, vom Lager aufgestanden, eine getragene Girlande ablegst.'

Wort für Wort
sādhu krodham imam vīra
lass, Held, diesen Zorn ganz
nadī vegam iva āgatam
der wie die Strömung eines Flusses gekommen ist
śayanād utthitaḥ kālyam
am Morgen, vom Lager aufgestanden
tyaja bhuktām iva srajam
lass fahren wie eine getragene Girlande

kālyam etena saṃgrāmam kariṣyasi ca vānara | vīra te śatru bāhulyam phalgutā vā na vidyate || 4-15-8

'Diesen Kampf kannst du auch morgen führen, o Affe; weder mangelt es dir, Held, an einer Übermacht von Feinden, noch besteht Grund zur Geringschätzung.'

Wort für Wort
kālyam etena saṃgrāmam
den Kampf mit diesem morgen
kariṣyasi ca vānara
wirst du führen, o Affe
vīra te śatru bāhulyam
Held, deine Vielzahl an Feinden
phalgutā vā na vidyate
noch besteht Geringfügigkeit

sahasā tava niṣkrāmo mama tāvat na rocate | śrūyatām abhidhāsyāmi yan nimittam nivāryate || 4-15-9

'Dein plötzliches Hinausstürmen gefällt mir jedenfalls nicht; höre, ich werde dir den Grund nennen, weshalb es dir verwehrt wird.'

Wort für Wort
sahasā tava niṣkrāmo
dein plötzliches Hinausstürmen
mama tāvat na rocate
gefällt mir jedenfalls nicht
śrūyatām abhidhāsyāmi
höre, ich werde sagen
yan nimittam nivāryate
aus welchem Grund es verwehrt wird

pūrvam āpatitaḥ krodhāt sa tvām āhvayate yudhi | niṣpatya ca nirastaḥ te hanyamāno diśo gataḥ || 4-15-10

'Zuerst kam er im Zorn heran und forderte dich zum Kampf heraus; als er hervorgetreten war, wurde er von dir niedergeworfen und floh geschlagen in alle Richtungen.'

Wort für Wort
pūrvam āpatitaḥ krodhāt
zuvor im Zorn herangekommen
sa tvām āhvayate yudhi
forderte er dich zum Kampf heraus
niṣpatya ca nirastaḥ te
hervorgetreten und von dir niedergeworfen
hanyamāno diśo gataḥ
geschlagen ging er in alle Richtungen

tvayā tasya nirastasya pīḍitasya viśeṣataḥ | iha etya punar āhvānam śaṃkām janayati iva me || 4-15-11

'Dass er, nachdem er von dir niedergeworfen und besonders schwer verletzt worden war, nun wieder hierher kommt und dich herausfordert, erweckt in mir Argwohn.'

Wort für Wort
tvayā tasya nirastasya
von dir, nachdem er niedergeworfen war
pīḍitasya viśeṣataḥ
und besonders verletzt worden war
iha etya punar āhvānam
dass er hierherkommt und wieder herausfordert
śaṃkām janayati iva me
erzeugt gleichsam Argwohn in mir

darpaḥ ca vyavasāyaḥ ca yādṛśaḥ tasya nardataḥ | ninādasya ca saṃraṃbho na etat alpam hi kāraṇam || 4-15-12

'Der Hochmut und die Entschlossenheit, mit denen er brüllt, und die Heftigkeit seines Gebrülls — das hat gewiss keinen geringfügigen Grund.'

Wort für Wort
darpaḥ ca vyavasāyaḥ ca
und der Hochmut und die Entschlossenheit
yādṛśaḥ tasya nardataḥ
mit der Art, wie er brüllt
ninādasya ca saṃraṃbho
und die Heftigkeit des Gebrülls
na etat alpam hi kāraṇam
dies hat gewiss keinen geringen Grund

na asahāyam aham manye sugrīvam tam iha āgatam | avaṣṭabdha sahāyaḥ ca yam āśritya eṣa garjati || 4-15-13

'Ich glaube nicht, dass jener Sugrīva ohne Beistand hierhergekommen ist; er brüllt so, gestützt auf einen Helfer, an den er sich lehnt.'

Wort für Wort
na asahāyam aham manye
ich glaube nicht, ohne Beistand
sugrīvam tam iha āgatam
dass jener Sugrīva hierher gekommen ist
avaṣṭabdha sahāyaḥ ca
und gestützt auf einen Helfer
yam āśritya eṣa garjati
auf den gestützt er brüllt

prakṛtyā nipuṇaḥ caiva buddhimān caiva vānaraḥ | na aparīkṣita vīryeṇa sugrīvaḥ sakhyam eṣyati || 4-15-14

'Der Affe ist von Natur aus geschickt und klug; Sugrīva wird sich nicht mit jemandem verbünden, dessen Tapferkeit er nicht geprüft hat.'

Wort für Wort
prakṛtyā nipuṇaḥ caiva
von Natur aus geschickt und auch
buddhimān caiva vānaraḥ
klug ist der Affe
na aparīkṣita vīryeṇa
nicht mit einem, dessen Tapferkeit ungeprüft ist
sugrīvaḥ sakhyam eṣyati
wird Sugrīva Freundschaft schließen

pūrvam eva mayā vīra śrutam kathayato vacaḥ | aṃgadasya kumārasya vakṣyāmi adya hitam vacaḥ || 4-15-15

'Held, ich habe schon zuvor ein Wort gehört, das der Prinz Aṅgada erzählte; ich will dir heute dieses heilsame Wort mitteilen.'

Wort für Wort
pūrvam eva mayā vīra
schon zuvor, Held, von mir
śrutam kathayato vacaḥ
gehört das Wort des Erzählenden
aṃgadasya kumārasya
des Prinzen Aṅgada
vakṣyāmi adya hitam vacaḥ
ich werde heute das heilsame Wort sagen

aṃgadaḥ tu kumaro ayam vanāṃtam upanirgataḥ | pravṛttiḥ tena kathitā cāraiḥ asīt niveditā || 4-15-16

'Dieser Prinz Aṅgada nämlich war zum Waldesrand hinausgegangen; von ihm wurde die Nachricht berichtet, die durch Kundschafter überbracht worden war.'

Wort für Wort
aṃgadaḥ tu kumaro ayam
dieser Prinz Aṅgada aber
vanāṃtam upanirgataḥ
war zum Waldesrand hinausgegangen
pravṛttiḥ tena kathitā
die Nachricht wurde von ihm erzählt
cāraiḥ asīt niveditā
die durch Kundschafter mitgeteilt worden war

ayodhya adhipateḥ putrau śūrau samara durjayau | ikṣvākūṇām kule jātau prathitau rāma lakṣmaṇau || 4-15-17

'Die beiden Söhne des Herrschers von Ayodhyā, tapfer und im Kampf unbesiegbar, im Geschlecht der Ikṣvākus geboren, die berühmten Rāma und Lakṣmaṇa,'

Wort für Wort
ayodhya adhipateḥ putrau
die beiden Söhne des Herrschers von Ayodhyā
śūrau samara durjayau
tapfer, im Kampf unbesiegbar
ikṣvākūṇām kule jātau
im Geschlecht der Ikṣvākus geboren
prathitau rāma lakṣmaṇau
die berühmten Rāma und Lakṣmaṇa

sugrīva priya kāmārtham prāptau tatra durāsadau | sa te bhrātur hi vikhyātaḥ sahāyo raṇa karmaṇi || 4-15-18

'sind, um Sugrīva einen Gefallen zu erweisen, dorthin gekommen, sie, die Unbezwingbaren; dieser ist bekanntlich der berühmte Helfer deines Bruders im Kampfeswerk.'

Wort für Wort
sugrīva priya kāmārtham
um Sugrīva einen Gefallen zu tun
prāptau tatra durāsadau
dorthin gekommen, die Unbezwingbaren
sa te bhrātur hi vikhyātaḥ
er ist bekanntlich deines Bruders
sahāyo raṇa karmaṇi
Helfer im Kampfeswerk

rāmaḥ para balamardī yugānta agniḥ iva utthitaḥ | nivāsa vṛkṣaḥ sādhūnām āpannānām parā gatiḥ || 4-15-19

'Rāma, der Zermalmer fremder Heere, wie das am Weltuntergang entstandene Feuer, ist ein Zufluchtsbaum für die Guten, die höchste Zuflucht der in Not Geratenen.'

Wort für Wort
rāmaḥ para balamardī
Rāma, der Zermalmer fremder Heere
yugānta agniḥ iva utthitaḥ
wie das am Weltuntergang entstandene Feuer
nivāsa vṛkṣaḥ sādhūnām
ein Wohnbaum für die Guten
āpannānām parā gatiḥ
die höchste Zuflucht der in Not Geratenen

ārtānām saṃśrayaḥ caiva yaśasaḥ ca eka bhājanam | jñāna vijñāna saṃpanno nideśo nirataḥ pituḥ || 4-15-20

'Er ist der Zufluchtsort der Bedrängten und das alleinige Gefäß des Ruhmes, mit Wissen und Erkenntnis begabt, dem Gebot des Vaters ergeben.'

Wort für Wort
ārtānām saṃśrayaḥ caiva
und der Zufluchtsort der Bedrängten
yaśasaḥ ca eka bhājanam
und das alleinige Gefäß des Ruhmes
jñāna vijñāna saṃpanno
mit Wissen und Erkenntnis begabt
nideśo nirataḥ pituḥ
dem Gebot des Vaters ergeben

dhātūnām iva śailendro guṇānām ākaro mahān | tat kṣamo na virodhaḥ te saha tena mahātmanā || 4-15-21

'Wie der König der Berge eine Fundgrube der Mineralien, so ist er eine gewaltige Fundgrube der Tugenden; darum ist es dir nicht angemessen, mit diesem Hochgesinnten in Feindschaft zu geraten.'

Wort für Wort
dhātūnām iva śailendro
wie der Herr der Berge der Mineralien
guṇānām ākaro mahān
eine gewaltige Fundgrube der Tugenden
tat kṣamo na virodhaḥ te
darum ist Feindschaft für dich nicht angemessen
saha tena mahātmanā
mit jenem Hochgesinnten

durjayena aprameyeṇa rāmeṇa raṇa karmasu | śūra vakṣyāmi te kiṃcin na ca icchāmi abhyasūyitum || 4-15-22

'Mit Rāma, der im Kampfgeschäft unbesiegbar und unermesslich ist, — Held, ich will dir noch etwas sagen, und ich will dabei nicht missgünstig erscheinen.'

Wort für Wort
durjayena aprameyeṇa
mit dem Unbesiegbaren, Unermesslichen
rāmeṇa raṇa karmasu
mit Rāma in den Kampfeswerken
śūra vakṣyāmi te kiṃcin
Held, ich werde dir etwas sagen
na ca icchāmi abhyasūyitum
und ich will nicht missgünstig erscheinen

śrūyatām kriyatām caiva tava vakṣyāmi yad hitam | yauvarājyena sugrīvam tūrṇam sādhu abhiṣecaya || 4-15-23

'Höre und handle danach — ich werde dir sagen, was dir zum Heil gereicht: Weihe Sugrīva unverzüglich zum Amt des Thronfolgers.'

Wort für Wort
śrūyatām kriyatām caiva
es werde gehört und danach gehandelt
tava vakṣyāmi yad hitam
was dir zum Heil ist, werde ich sagen
yauvarājyena sugrīvam
Sugrīva zum Amt des Thronfolgers
tūrṇam sādhu abhiṣecaya
weihe rasch und gut

vigraham mā kṛthā vīra bhrātrā rājan yavīyasā | aham hi te kṣamam manye tena rāmeṇa sauhṛdam || 4-15-24

'Führe keinen Streit, Held und König, mit deinem jüngeren Bruder; ich halte es nämlich für angemessen, dass du mit jenem Rāma Freundschaft schließt.'

Wort für Wort
vigraham mā kṛthā vīra
führe keinen Streit, Held
bhrātrā rājan yavīyasā
mit dem jüngeren Bruder, o König
aham hi te kṣamam manye
ich halte es für dich für angemessen
tena rāmeṇa sauhṛdam
mit jenem Rāma Freundschaft

sugrīveṇa ca saṃprītim vairam utsṛjya dūrataḥ | lālanīyo hi te bhrātā yavīyān eṣa vānaraḥ || 4-15-25

'und mit Sugrīva, nachdem du die Feindschaft weit von dir gewiesen hast, Freundschaft schließt; dieser jüngere Bruder, der Affe, verdient nämlich deine liebevolle Zuwendung.'

Wort für Wort
sugrīveṇa ca saṃprītim
und mit Sugrīva Freundschaft
vairam utsṛjya dūrataḥ
die Feindschaft weit von dir werfend
lālanīyo hi te bhrātā
denn dein Bruder verdient Zärtlichkeit
yavīyān eṣa vānaraḥ
dieser jüngere Affe

tatra vā sannihastho vā sarvathā bandhuḥ eva te | nahi tena samam bandhum bhuvi paśyāmi kiṃcana || 4-15-26

'Ob er dort oder in deiner Nähe weilt, er ist auf jeden Fall dein Verwandter; denn auf der ganzen Erde sehe ich keinen Verwandten, der ihm gleichkäme.'

Wort für Wort
tatra vā sannihastho vā
ob dort oder in der Nähe befindlich
sarvathā bandhuḥ eva te
auf jeden Fall ist er dein Verwandter
nahi tena samam bandhum
keinen ihm gleichen Verwandten
bhuvi paśyāmi kiṃcana
sehe ich irgendwo auf der Erde

dāna mānādi satkarraiḥ kuruṣva pratyanantaram | vairam etat sam utsrṛjya tava pārśve sa tiṣṭhatu || 4-15-27

'Erweise ihm sogleich Ehrerbietung durch Geschenke, Ehrbezeugungen und andere gute Taten; lege diese Feindschaft gänzlich ab, damit er an deiner Seite bleibe.'

Wort für Wort
dāna mānādi satkarraiḥ
durch Geschenke, Ehrung und andere gute Taten
kuruṣva pratyanantaram
erweise sogleich
vairam etat sam utsrṛjya
diese Feindschaft gänzlich ablegend
tava pārśve sa tiṣṭhatu
möge er an deiner Seite stehen

sugrīvo vipula grīvo mahābandhuḥ mataḥ tava | bhrātṛ sauhṛdam ālaṃbya na anyā gati iha asti te || 4-15-28

'Sugrīva mit dem breiten Nacken gilt als dein großer Verwandter; halte an der brüderlichen Zuneigung fest, denn es gibt für dich hierin keinen anderen Weg.'

Wort für Wort
sugrīvo vipula grīvo
Sugrīva mit dem breiten Nacken
mahābandhuḥ mataḥ tava
gilt als dein großer Verwandter
bhrātṛ sauhṛdam ālaṃbya
an der brüderlichen Zuneigung festhaltend
na anyā gati iha asti te
es gibt hierin keinen anderen Weg für dich

yadi te mat priyam kāryam yadi ca avaiṣi mām hitām | yācyamānaḥ priyatvena sādhu vākyam kuruṣva me || 4-15-29

'Wenn dir mein Wohlgefallen etwas bedeutet, und wenn du mich als dir wohlgesonnen erachtest, so erfülle, da ich dich liebevoll darum bitte, mein gutes Wort.'

Wort für Wort
yadi te mat priyam kāryam
wenn dir mein Wohlgefallen wichtig ist
yadi ca avaiṣi mām hitām
und wenn du mich als wohlgesonnen erachtest
yācyamānaḥ priyatvena
liebevoll gebeten
sādhu vākyam kuruṣva me
erfülle mein gutes Wort

prasīda pathyam śruṇu jalpitam hi me | na roṣam eva anuvidhātum arhasi | kṣamo hi te kośala rāja sūnunā | na vigrahaḥ śakra sama tejasā || 4-15-30

'Sei gnädig, höre auf mein heilsames Geplauder; du solltest deinem Zorn nicht einfach nachgeben. Denn ein Streit mit dem Sohn des Königs von Kosala, der Indra an Glanz gleicht, ziemt sich nicht für dich.'

Wort für Wort
prasīda pathyam śruṇu
sei gnädig, höre das Heilsame
jalpitam hi me
mein Geplauder
na roṣam eva anuvidhātum arhasi
du solltest dem Zorn nicht nachgeben
kṣamo hi te kośala rāja sūnunā
denn angemessen ist dir mit dem Sohn des Königs von Kosala
na vigrahaḥ śakra sama tejasā
kein Streit, mit dem Indra an Glanz gleichen

tadā hi tārā hitam eva vākyam | tam vālinam pathyam idam babhāṣe | na rocate tad vacanam hi tasya | kāla abhipannasya vināśa kāle || 4-15-31

So sprach Tārā damals zu Vālin dieses ihm zum Heil dienende, wohltuende Wort; doch es gefiel ihm nicht, denn er war in der Stunde des Verhängnisses vom Verderben ereilt.

Wort für Wort
tadā hi tārā hitam eva vākyam
damals sprach Tārā dieses heilsame Wort
tam vālinam pathyam idam babhāṣe
zu Vālin dieses wohltuende
na rocate tad vacanam hi tasya
es gefiel ihm dieses Wort nicht
kāla abhipannasya vināśa kāle
dem vom Verhängnis Ereilten, in der Stunde des Verderbens

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