Vālī, mit furchterregenden Zähnen, mit vor Zorn wie Feuer glühenden Augen, erstrahlte wie ein See, dessen Lotusblüten samt den Stängeln emporgeschossen sind.
'Lass, Held, diesen Zorn, der wie die Strömung eines Flusses herangebraust ist, gänzlich fahren, wie du am Morgen, vom Lager aufgestanden, eine getragene Girlande ablegst.'
kālyam etena saṃgrāmam kariṣyasi ca vānara |
vīra te śatru bāhulyam phalgutā vā na vidyate || 4-15-8
'Diesen Kampf kannst du auch morgen führen, o Affe; weder mangelt es dir, Held, an einer Übermacht von Feinden, noch besteht Grund zur Geringschätzung.'
pūrvam āpatitaḥ krodhāt sa tvām āhvayate yudhi |
niṣpatya ca nirastaḥ te hanyamāno diśo gataḥ || 4-15-10
'Zuerst kam er im Zorn heran und forderte dich zum Kampf heraus; als er hervorgetreten war, wurde er von dir niedergeworfen und floh geschlagen in alle Richtungen.'
'Dass er, nachdem er von dir niedergeworfen und besonders schwer verletzt worden war, nun wieder hierher kommt und dich herausfordert, erweckt in mir Argwohn.'
sugrīva priya kāmārtham prāptau tatra durāsadau |
sa te bhrātur hi vikhyātaḥ sahāyo raṇa karmaṇi || 4-15-18
'sind, um Sugrīva einen Gefallen zu erweisen, dorthin gekommen, sie, die Unbezwingbaren; dieser ist bekanntlich der berühmte Helfer deines Bruders im Kampfeswerk.'
'Rāma, der Zermalmer fremder Heere, wie das am Weltuntergang entstandene Feuer, ist ein Zufluchtsbaum für die Guten, die höchste Zuflucht der in Not Geratenen.'
dhātūnām iva śailendro guṇānām ākaro mahān |
tat kṣamo na virodhaḥ te saha tena mahātmanā || 4-15-21
'Wie der König der Berge eine Fundgrube der Mineralien, so ist er eine gewaltige Fundgrube der Tugenden; darum ist es dir nicht angemessen, mit diesem Hochgesinnten in Feindschaft zu geraten.'
durjayena aprameyeṇa rāmeṇa raṇa karmasu |
śūra vakṣyāmi te kiṃcin na ca icchāmi abhyasūyitum || 4-15-22
'Mit Rāma, der im Kampfgeschäft unbesiegbar und unermesslich ist, — Held, ich will dir noch etwas sagen, und ich will dabei nicht missgünstig erscheinen.'
sugrīveṇa ca saṃprītim vairam utsṛjya dūrataḥ |
lālanīyo hi te bhrātā yavīyān eṣa vānaraḥ || 4-15-25
'und mit Sugrīva, nachdem du die Feindschaft weit von dir gewiesen hast, Freundschaft schließt; dieser jüngere Bruder, der Affe, verdient nämlich deine liebevolle Zuwendung.'
tatra vā sannihastho vā sarvathā bandhuḥ eva te |
nahi tena samam bandhum bhuvi paśyāmi kiṃcana || 4-15-26
'Ob er dort oder in deiner Nähe weilt, er ist auf jeden Fall dein Verwandter; denn auf der ganzen Erde sehe ich keinen Verwandten, der ihm gleichkäme.'
dāna mānādi satkarraiḥ kuruṣva pratyanantaram |
vairam etat sam utsrṛjya tava pārśve sa tiṣṭhatu || 4-15-27
'Erweise ihm sogleich Ehrerbietung durch Geschenke, Ehrbezeugungen und andere gute Taten; lege diese Feindschaft gänzlich ab, damit er an deiner Seite bleibe.'
sugrīvo vipula grīvo mahābandhuḥ mataḥ tava |
bhrātṛ sauhṛdam ālaṃbya na anyā gati iha asti te || 4-15-28
'Sugrīva mit dem breiten Nacken gilt als dein großer Verwandter; halte an der brüderlichen Zuneigung fest, denn es gibt für dich hierin keinen anderen Weg.'
yadi te mat priyam kāryam yadi ca avaiṣi mām hitām |
yācyamānaḥ priyatvena sādhu vākyam kuruṣva me || 4-15-29
'Wenn dir mein Wohlgefallen etwas bedeutet, und wenn du mich als dir wohlgesonnen erachtest, so erfülle, da ich dich liebevoll darum bitte, mein gutes Wort.'
prasīda pathyam śruṇu jalpitam hi me |
na roṣam eva anuvidhātum arhasi |
kṣamo hi te kośala rāja sūnunā |
na vigrahaḥ śakra sama tejasā || 4-15-30
'Sei gnädig, höre auf mein heilsames Geplauder; du solltest deinem Zorn nicht einfach nachgeben. Denn ein Streit mit dem Sohn des Königs von Kosala, der Indra an Glanz gleicht, ziemt sich nicht für dich.'
Wort für Wort
prasīda pathyam śruṇu
sei gnädig, höre das Heilsame
jalpitam hi me
mein Geplauder
na roṣam eva anuvidhātum arhasi
du solltest dem Zorn nicht nachgeben
kṣamo hi te kośala rāja sūnunā
denn angemessen ist dir mit dem Sohn des Königs von Kosala
tadā hi tārā hitam eva vākyam |
tam vālinam pathyam idam babhāṣe |
na rocate tad vacanam hi tasya |
kāla abhipannasya vināśa kāle || 4-15-31
So sprach Tārā damals zu Vālin dieses ihm zum Heil dienende, wohltuende Wort; doch es gefiel ihm nicht, denn er war in der Stunde des Verhängnisses vom Verderben ereilt.
Wort für Wort
tadā hi tārā hitam eva vākyam
damals sprach Tārā dieses heilsame Wort
tam vālinam pathyam idam babhāṣe
zu Vālin dieses wohltuende
na rocate tad vacanam hi tasya
es gefiel ihm dieses Wort nicht
kāla abhipannasya vināśa kāle
dem vom Verhängnis Ereilten, in der Stunde des Verderbens