Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa
Sarga 25: Vāli Saṃskāraḥ
Vālins Bestattung
sa sugrīvam ca tārām ca sa aṃgadām saha lakṣmaṇaḥ |
samāna śokaḥ kākutsthaḥ sāṃtvayan idam abravīt || 4-25-1
Kākutstha, zusammen mit Lakṣmaṇa, teilte den Kummer und sprach, Sugrīva, Tārā und Aṅgada tröstend, folgendes:
Wort für Wort sa sugrīvam ca tārām ca er, zu Sugrīva und Tārā sa aṃgadām saha lakṣmaṇaḥ und zu Aṅgada, zusammen mit Lakṣmaṇa samāna śokaḥ kākutsthaḥ Kākutstha, den Kummer teilend sāṃtvayan idam abravīt tröstend, sprach er dies na śoka paritāpena śreyasā yujyate mṛtaḥ |
yad atra anaṃtaram kāryam tat samādhātum arhatha || 4-25-2
'Durch Kummer und Klage wird der Tote nicht mit Heil verbunden; was hier als nächstes zu tun ist, das solltet ihr in Angriff nehmen.'
Wort für Wort na śoka paritāpena durch Kummer und Klage śreyasā yujyate mṛtaḥ wird der Tote nicht mit Heil verbunden yad atra anaṃtaram kāryam was hier als nächstes zu tun ist tat samādhātum arhatha das solltet ihr in Angriff nehmen loka vṛttam anuṣṭheyam kṛtam vo bāṣpa mokṣaṇam |
na kālād uttaram kiṃcit karma śakyam upāsitum || 4-25-3
'Der Weltbrauch soll erfüllt werden; euer Tränenvergießen ist nun getan. Es gibt keine Handlung, die über die Zeit hinausgehen könnte, die man vollziehen könnte.'
Wort für Wort loka vṛttam anuṣṭheyam der Weltbrauch soll erfüllt werden kṛtam vo bāṣpa mokṣaṇam euer Tränenvergießen ist getan na kālād uttaram kiṃcit es gibt nichts, was über die Zeit hinausgeht karma śakyam upāsitum eine Handlung, die vollzogen werden könnte niyatiḥ kāraṇam loke niyatiḥ karma sādhanam |
niyatiḥ sarva bhūtānām niyogeṣu iha kāraṇam || 4-25-4
'Das Schicksal ist die Ursache in der Welt, das Schicksal ist das Mittel für die Tat; das Schicksal ist hier der Grund für die Anordnungen aller Wesen.'
Wort für Wort niyatiḥ kāraṇam loke das Schicksal ist die Ursache in der Welt niyatiḥ karma sādhanam das Schicksal ist das Mittel der Tat niyatiḥ sarva bhūtānām das Schicksal ist aller Wesen niyogeṣu iha kāraṇam hier der Grund für die Anordnungen na kartā kasyacit kaścit niyoge ca api na īśvaraḥ |
svabhāve vartate lokaḥ tasya kālaḥ parāyaṇam || 4-25-5
'Niemand ist der Handelnde von irgendetwas, und niemand ist der Herr über die Anordnung; die Welt verläuft nach ihrer eigenen Natur, und die Zeit ist deren höchste Zuflucht.'
Wort für Wort na kartā kasyacit kaścit niemand ist der Handelnde von irgendetwas niyoge ca api na īśvaraḥ und niemand ist der Herr über die Anordnung svabhāve vartate lokaḥ die Welt verläuft nach ihrer eigenen Natur tasya kālaḥ parāyaṇam deren höchste Zuflucht ist die Zeit na kālaḥ kālam atyeti na kālaḥ parihīyate |
svabhāvam ca samāsādya na kaścit ativartate || 4-25-6
'Die Zeit überschreitet die Zeit nicht, die Zeit wird nicht beendet; und niemand überschreitet, sobald er seine eigene Natur erreicht hat.'
Wort für Wort na kālaḥ kālam atyeti die Zeit überschreitet die Zeit nicht na kālaḥ parihīyate die Zeit wird nicht ausgelassen svabhāvam ca samāsādya und die eigene Natur erreicht habend na kaścit ativartate überschreitet niemand na kālasya asti baṃdhutvam na hetur na parākramaḥ |
na mitra jñāti saṃbandhaḥ kāraṇam na ātmano vaśaḥ || 4-25-7
'Für die Zeit gibt es keine Verwandtschaft, keinen Grund, keine Tapferkeit, keine Bindung an Freund oder Verwandte als Ursache, keine eigene Macht.'
Wort für Wort na kālasya asti baṃdhutvam für die Zeit gibt es keine Verwandtschaft na hetur na parākramaḥ keinen Grund, keine Tapferkeit na mitra jñāti saṃbandhaḥ kāraṇam keine Bindung an Freund oder Verwandte als Ursache na ātmano vaśaḥ keine eigene Macht kim tu kāla parīṇāmo draṣṭavyaḥ sādhu paśyatā |
dharmaḥ ca arthaḥ ca kāmaḥ ca kālakrama samāhitāḥ || 4-25-8
'Vielmehr sollte der Wandel der Zeit von dem, der klar sieht, wohl betrachtet werden; Dharma, Nutzen und Lust sind alle in der Ordnung der Zeit gegründet.'
Wort für Wort kim tu kāla parīṇāmo vielmehr der Wandel der Zeit draṣṭavyaḥ sādhu paśyatā soll wohl betrachtet werden von dem klar Sehenden dharmaḥ ca arthaḥ ca kāmaḥ ca Dharma, Nutzen und Lust kālakrama samāhitāḥ sind in der Ordnung der Zeit gegründet itaḥ svām prakṛtim vālī gataḥ prāptaḥ kriyā phalam |
sāma dāna artha saṃyogaiḥ pavitram plavaga īśvara || 4-25-9
'Vālī ist von hier in seine eigene Natur zurückgekehrt, hat die Frucht seiner Taten erlangt; durch die Verbindung von Versöhnlichkeit, Freigebigkeit und Nutzen, o Herr der Affen, geläutert.'
Wort für Wort itaḥ svām prakṛtim vālī gataḥ Vālī ist von hier in seine eigene Natur gegangen prāptaḥ kriyā phalam hat die Frucht der Tat erlangt sāma dāna artha saṃyogaiḥ durch die Verbindung von Versöhnlichkeit, Freigebigkeit, Nutzen pavitram plavaga īśvara geläutert, o Herr der Affen sva dharmasya ca saṃyogāt jitaḥ tena mahātmanā |
svargaḥ parigṛhītaḥ ca prāṇān aparirakṣatā || 4-25-10
'Durch die Verbindung mit seinem eigenen Dharma wurde von jenem Hochgesinnten der Himmel erobert und errungen, während er sein Leben nicht schützte.'
Wort für Wort sva dharmasya ca saṃyogāt durch die Verbindung mit dem eigenen Dharma jitaḥ tena mahātmanā erobert von jenem Hochgesinnten svargaḥ parigṛhītaḥ ca und der Himmel wurde errungen prāṇān aparirakṣatā von dem, der das Leben nicht schützte eṣā vai niyatiḥ śreṣṭhā yām gato hari yūthapaḥ |
tat alam paritāpena prāpta kālam upāsyatām || 4-25-11
'Dies ist wahrlich das beste Schicksal, zu dem der Anführer der Affenschar gegangen ist. Darum genug der Klage — das Erforderliche für den Verstorbenen soll nun vollzogen werden.'
Wort für Wort eṣā vai niyatiḥ śreṣṭhā dies ist wahrlich das beste Schicksal yām gato hari yūthapaḥ zu dem der Anführer der Affenschar gegangen ist tat alam paritāpena darum genug der Klage prāpta kālam upāsyatām das Erforderliche soll nun vollzogen werden vacana ante tu rāmasya lakṣmaṇaḥ para vīra hā |
avadat praśritam vākyam sugrīvam gata cetasam || 4-25-12
Am Ende von Rāmas Rede sprach Lakṣmaṇa, der Töter feindlicher Helden, ein demütiges Wort zu Sugrīva, der seines Verstandes fast beraubt war:
Wort für Wort vacana ante tu rāmasya am Ende von Rāmas Wort lakṣmaṇaḥ para vīra hā Lakṣmaṇa, der Töter feindlicher Helden avadat praśritam vākyam sprach ein demütiges Wort sugrīvam gata cetasam zu Sugrīva, dessen Sinn fast entschwunden war kuru tvam asya sugrīva preta kāryam anaṃtaram |
tārā aṃgadābhyām sahito vālino dahanam prati || 4-25-13
'Vollziehe du, o Sugrīva, unverzüglich die Totenriten, zusammen mit Tārā und Aṅgada, für die Verbrennung Vālins.'
Wort für Wort kuru tvam asya sugrīva vollziehe du, Sugrīva, für ihn preta kāryam anaṃtaram die Totenriten unverzüglich tārā aṃgadābhyām sahito zusammen mit Tārā und Aṅgada vālino dahanam prati in Bezug auf die Verbrennung Vālins samājñāpaya kāṣṭhāni śuṣkāṇi ca bahūni ca |
candanāni ca divyāni vāli saṃskāra kāraṇāt || 4-25-14
'Ordne viel trockenes Holz und himmlisches Sandelholz an, für die Bestattungszeremonie Vālins.'
Wort für Wort samājñāpaya kāṣṭhāni ordne Holzstücke an śuṣkāṇi ca bahūni ca und viele trockene candanāni ca divyāni und himmlische Sandelhölzer vāli saṃskāra kāraṇāt für die Bestattungszeremonie Vālins samāśvāsaya dīnam tvam aṃgadam dīna cetasam |
mā bhūḥ bāliśa buddhiḥ tvam tvat adhīnam idam puram || 4-25-15
'Tröste du den elenden, in seinem Sinn niedergeschlagenen Aṅgada; sei nicht kindisch in deinem Verstand — diese Stadt ist nun dir unterstellt.'
Wort für Wort samāśvāsaya dīnam tvam tröste du den elenden aṃgadam dīna cetasam Aṅgada, dessen Sinn niedergeschlagen ist mā bhūḥ bāliśa buddhiḥ sei nicht kindisch im Verstand tvam tvat adhīnam idam puram du, dir unterstellt ist diese Stadt aṃgadaḥ tu ānayet mālyam vastrāṇi vividhāni ca |
ghṛtam tailam atho gandhān yat ca atra samanaṃtaram || 4-25-16
'Aṅgada aber soll Girlanden, mancherlei Gewänder, geklärte Butter, Öl und wohlriechende Stoffe herbeibringen, sowie was sonst nötig ist.'
Wort für Wort aṃgadaḥ tu ānayet mālyam Aṅgada aber soll Girlanden herbeibringen vastrāṇi vividhāni ca und mancherlei Gewänder ghṛtam tailam atho gandhān geklärte Butter, Öl und wohlriechende Stoffe yat ca atra samanaṃtaram und was hierbei sonst nötig ist tvam tāra śibikām śīghram ādāya āgaccha saṃbhramāt |
tvarā guṇavatī yuktā hi asmin kāle viśeṣataḥ || 4-25-17
'Du, Tāra, hole schnell eine Sänfte und komm eilends; Schnelligkeit ist gerade in dieser Zeit von besonderem Nutzen.'
Wort für Wort tvam tāra śibikām śīghram du, Tāra, eine Sänfte, schnell ādāya āgaccha saṃbhramāt holend, komm eilends tvarā guṇavatī yuktā hi Schnelligkeit ist nämlich von Nutzen asmin kāle viśeṣataḥ in dieser Zeit besonders sajjī bhavantu plavagāḥ śibika vāhana ucitāḥ |
samarthā balinaḥ caiva nirhariṣyanti vālinam || 4-25-18
'Die Affen, die geeignet sind, die Sänfte zu tragen, sollen sich bereit machen; die fähigen und starken werden Vālin hinaustragen.'
Wort für Wort sajjī bhavantu plavagāḥ die Affen sollen sich bereit machen śibika vāhana ucitāḥ die geeignet sind, die Sänfte zu tragen samarthā balinaḥ caiva und die fähigen und starken nirhariṣyanti vālinam werden Vālin hinaustragen evam uktvā tu sugrīvam sumitra ānanda vardhanaḥ |
tasthau bhrātṛ samīpastho lakṣmaṇaḥ para vīrahā || 4-25-19
So zu Sugrīva gesprochen habend, blieb Lakṣmaṇa, der Freudevermehrer Sumitrās, der Töter feindlicher Helden, in der Nähe seines Bruders stehen.
Wort für Wort evam uktvā tu sugrīvam so zu Sugrīva gesprochen habend sumitra ānanda vardhanaḥ der Freudevermehrer Sumitrās tasthau bhrātṛ samīpastho stand er in der Nähe des Bruders lakṣmaṇaḥ para vīrahā Lakṣmaṇa, der Töter feindlicher Helden lakṣmaṇasya vacaḥ śrutvā tāraḥ saṃbhrānta mānasaḥ |
praviveśa guhām śīghram śibikā āsakta mānasaḥ || 4-25-20
Als Tāra Lakṣmaṇas Worte gehört hatte, mit bestürztem Sinn, betrat er eilig die Höhle, seinen Sinn auf die Sänfte gerichtet.
Wort für Wort lakṣmaṇasya vacaḥ śrutvā Lakṣmaṇas Wort gehört habend tāraḥ saṃbhrānta mānasaḥ Tāra, mit bestürztem Sinn praviveśa guhām śīghram betrat eilig die Höhle śibikā āsakta mānasaḥ den Sinn auf die Sänfte gerichtet ādāya śibikām tāraḥ sa tu paryāpayat punaḥ |
vānaraiḥ uhyamānām tām śūraiḥ udvahana ucitaiḥ || 4-25-21
Nachdem Tāra eine Sänfte geholt hatte, ließ er sie herbeitragen von tapferen, zum Tragen geeigneten Affen —
Wort für Wort ādāya śibikām tāraḥ eine Sänfte holend, Tāra sa tu paryāpayat punaḥ ließ sie wiederum herbeitragen vānaraiḥ uhyamānām tām von Affen getragen, sie śūraiḥ udvahana ucitaiḥ von tapferen, zum Tragen geeigneten divyām bhadra āsana yutām śibikām syaṃdana upamam |
pakṣi karmabhiḥ ācitrām druma karma vibhūṣitām || 4-25-22
eine himmlische, mit vortrefflichem Sitz versehene Sänfte, einem Wagen gleich, mit Vogelfiguren geschmückt, mit Holzschnitzereien verziert,
Wort für Wort divyām bhadra āsana yutām eine himmlische, mit vortrefflichem Sitz versehene śibikām syaṃdana upamam Sänfte, einem Wagen gleich pakṣi karmabhiḥ ācitrām mit Vogelfiguren bunt geschmückt druma karma vibhūṣitām mit Holzschnitzereien geschmückt acitām citra pattībhiḥ suniviṣṭām samaṃtataḥ |
vimānam iva siddhānām jāla vāta āyāna āyutām || 4-25-23
mit bunten Fahnen bedeckt, ringsum wohlgefügt, wie ein Himmelswagen der Vollkommenen, mit Fenstern zum Lufteintritt versehen,
Wort für Wort acitām citra pattībhiḥ bedeckt mit bunten Fahnen suniviṣṭām samaṃtataḥ ringsum wohlgefügt vimānam iva siddhānām wie ein Himmelswagen der Vollkommenen jāla vāta āyāna āyutām mit Fenstern zum Lufteintritt versehen suniyuktānām viśālām ca sukṛtām śilpibhiḥ kṛtāt |
dāru parvatakopetām cāru karma pariṣkṛtām || 4-25-24
weiträumig und wohlgefügt, von Handwerkern kunstvoll gefertigt, mit hölzernen Verzierungen versehen, mit schönem Kunstwerk geschmückt,
Wort für Wort suniyuktānām viśālām ca wohlgefügt und weiträumig sukṛtām śilpibhiḥ kṛtāt kunstvoll gefertigt von Handwerkern dāru parvatakopetām mit hölzernen Verzierungen versehen cāru karma pariṣkṛtām mit schönem Kunstwerk geschmückt vara ābharaṇa hāraiḥ ca citra mālya upaśobhitām |
guhāgahana saṃcchannām rakta candana bhūṣitām || 4-25-25
mit vortrefflichem Schmuck und Halsketten, mit bunten Girlanden geschmückt, wie eine verborgene Höhle verhüllt, mit rotem Sandelholz geschmückt,
Wort für Wort vara ābharaṇa hāraiḥ ca mit vortrefflichem Schmuck und Halsketten citra mālya upaśobhitām mit bunten Girlanden geschmückt guhāgahana saṃcchannām wie eine verborgene Höhle verhüllt rakta candana bhūṣitām mit rotem Sandelholz geschmückt puṣpa oghaiḥ samabhicchannām padma mālābhiḥ eva ca |
taruṇa āditya varṇābhiḥ bhrājamānabhiḥ āvṛtām || 4-25-26
mit einem Strom von Blüten überdeckt und mit Lotusgirlanden, umhüllt mit strahlenden Stoffen, die der jungen Morgensonne glichen.
Wort für Wort puṣpa oghaiḥ samabhicchannām mit einem Strom von Blüten überdeckt padma mālābhiḥ eva ca und ebenso mit Lotusgirlanden taruṇa āditya varṇābhiḥ mit Farben der jungen Sonne bhrājamānabhiḥ āvṛtām umhüllt mit strahlenden (Stoffen) īdṛśī śibikām dṛṣṭvā ramo lakṣmaṇam abravīt |
kṣipram vinīyatām valī preta kāryam vidhīyatām || 4-25-27
Eine solche Sänfte erblickend, sprach Rāma zu Lakṣmaṇa: 'Vālī soll rasch fortgetragen werden, die Totenriten sollen vollzogen werden.'
Wort für Wort īdṛśī śibikām dṛṣṭvā eine solche Sänfte sehend ramo lakṣmaṇam abravīt sprach Rāma zu Lakṣmaṇa kṣipram vinīyatām valī rasch soll Vālī fortgetragen werden preta kāryam vidhīyatām die Totenriten sollen vollzogen werden tato vālinam udyamya sugrīvaḥ śibikām tadā |
āropayata vikrośan aṃgadena saha eva tu || 4-25-28
Da hob Sugrīva, laut klagend, zusammen mit Aṅgada, Vālin auf und legte ihn auf die Sänfte.
Wort für Wort tato vālinam udyamya da Vālin aufhebend sugrīvaḥ śibikām tadā Sugrīva, auf die Sänfte da āropayata vikrośan legte er ihn, laut klagend aṃgadena saha eva tu zusammen mit Aṅgada āropya śibikām caiva vālinam gata jīvitam |
alaṃkāraiḥ ca vividhaiḥ mālyaiḥ vastraiḥ ca bhūṣitam || 4-25-29
Nachdem sie ihn auf die Sänfte gelegt hatten, den seines Lebens beraubten Vālin, mit mancherlei Schmuck, Girlanden und Gewändern geschmückt,
Wort für Wort āropya śibikām caiva auf die Sänfte gelegt habend vālinam gata jīvitam Vālin, seines Lebens beraubt alaṃkāraiḥ ca vividhaiḥ mit mancherlei Schmuck mālyaiḥ vastraiḥ ca bhūṣitam mit Girlanden und Gewändern geschmückt ājñāpayat tadā rājā sugrīvaḥ plavaga īśvaraḥ |
aurdhva dehikam āryasya kriyatām anurūpataḥ || 4-25-30
befahl da König Sugrīva, der Herr der Affen: 'Die Bestattungsriten für den Edlen sollen angemessen vollzogen werden.'
Wort für Wort ājñāpayat tadā rājā befahl da der König sugrīvaḥ plavaga īśvaraḥ Sugrīva, der Herr der Affen aurdhva dehikam āryasya die Bestattungsriten für den Edlen kriyatām anurūpataḥ sollen angemessen vollzogen werden viśrāṇayanto ratnāni vividhāni bahūni ca |
agrataḥ plavagā yāntu śibikā tad anaṃtaram || 4-25-31
'Mancherlei kostbare Juwelen verteilend, sollen die Affen vorangehen, die Sänfte unmittelbar danach folgen.'
Wort für Wort viśrāṇayanto ratnāni kostbare Juwelen verteilend vividhāni bahūni ca mancherlei und viele agrataḥ plavagā yāntu voran sollen die Affen gehen śibikā tad anaṃtaram die Sänfte unmittelbar danach rājñām ṛddhi viśeṣā hi dṛśyante bhuvi yādṛśāḥ |
tādṛśaiḥ iha kurvantu vānarā bhratṛu sat kriyām || 4-25-32
'Wie man auf der Erde die besonderen Prachtaufwendungen bei Königen sieht, mit ebensolchen sollen die Affen hier die Bestattungszeremonie für den Bruder vollziehen.'
Wort für Wort rājñām ṛddhi viśeṣā hi die besonderen Prachtaufwendungen bei Königen nämlich dṛśyante bhuvi yādṛśāḥ wie sie auf der Erde gesehen werden tādṛśaiḥ iha kurvantu mit ebensolchen sollen hier vollziehen vānarā bhratṛu sat kriyām die Affen die gute Zeremonie für den Bruder tādṛśam vālinaḥ kṣipram prākurvan aurdhvadaihikam |
aṃgadam parirabhya āśu tāra prabhṛtayaḥ tathā || 4-25-33
So vollzogen sie rasch die Bestattungsriten für Vālin; Aṅgada eilig umarmend, ebenso Tāra und die anderen —
Wort für Wort tādṛśam vālinaḥ kṣipram eine ebensolche für Vālin, rasch prākurvan aurdhvadaihikam vollzogen sie die Bestattungsriten aṃgadam parirabhya āśu Aṅgada eilig umarmend tāra prabhṛtayaḥ tathā Tāra und die anderen ebenso krośantaḥ prayayuḥ sarve vānarā hata bāndhavāḥ |
tataḥ praṇihitāḥ sarvā vānaryo asya vaśānugāḥ || 4-25-34
klagend zogen alle Affen, die ihren Verwandten verloren hatten, fort; da folgten alle Affenfrauen, ihm ergeben,
Wort für Wort krośantaḥ prayayuḥ sarve klagend zogen alle fort vānarā hata bāndhavāḥ die Affen, deren Verwandter getötet war tataḥ praṇihitāḥ sarvā da folgten alle vānaryo asya vaśānugāḥ Affenfrauen, ihm ergeben cukruśuḥ vīra vīra iti bhūyaḥ krośantī tāḥ priyam |
tārā prabhṛtayaḥ sarvā vānaryo hata bāndhava || 4-25-35
und riefen immer wieder klagend 'Held! Held!' zu ihrem Geliebten — Tārā und alle anderen Affenfrauen, ihres Verwandten beraubt,
Wort für Wort cukruśuḥ vīra vīra iti sie riefen 'Held, Held' so bhūyaḥ krośantī tāḥ priyam immer wieder klagend zu ihrem Geliebten tārā prabhṛtayaḥ sarvā Tārā und alle anderen vānaryo hata bāndhava Affenfrauen, ihres Verwandten beraubt anujagmuḥ ca bhartāram krośaṃtyaḥ karuṇa svanāḥ |
tāsām rudita śabdena vānarīṇām vana aṃtare || 4-25-36
folgten dem Gatten, mit kläglichen Stimmen klagend; durch die weinenden Stimmen der Affenfrauen im Innern des Waldes
Wort für Wort anujagmuḥ ca bhartāram und folgten dem Gatten krośaṃtyaḥ karuṇa svanāḥ klagend, mit kläglichen Stimmen tāsām rudita śabdena durch deren weinende Stimme vānarīṇām vana aṃtare der Affenfrauen im Innern des Waldes vanāni girayaḥ caiva vikrośaṃti iva sarvataḥ |
puline giri nadyāḥ tu vivikte jala saṃvṛte || 4-25-37
schienen die Wälder und Berge selbst überallhin zu klagen. An einem einsamen, wasserumgebenen Sandufer eines Bergflusses
Wort für Wort vanāni girayaḥ caiva die Wälder und auch die Berge vikrośaṃti iva sarvataḥ schienen überallhin zu klagen puline giri nadyāḥ tu am Sandufer eines Bergflusses aber vivikte jala saṃvṛte einsam, von Wasser umgeben citām cakruḥ subahavo vānarā vana cāriṇaḥ |
avaropya tataḥ skaṃdhāt śibikām vānarottamāḥ || 4-25-38
errichteten sehr viele Waldbewohner-Affen einen Scheiterhaufen; da nahmen die besten der Affen die Sänfte von ihren Schultern herab
Wort für Wort citām cakruḥ subahavo errichteten sehr viele einen Scheiterhaufen vānarā vana cāriṇaḥ die Waldbewohner-Affen avaropya tataḥ skaṃdhāt da von den Schultern herabnehmend śibikām vānarottamāḥ die Sänfte, die besten der Affen tasthuḥ ekāṃtam āśritya sarve śoka parāyaṇāḥ |
tataḥ tārā patim dṛṣṭvā śibikā tala śāyinam || 4-25-39
und standen alle, in einer Ecke verweilend, ganz dem Kummer hingegeben. Da, ihren Gatten sehend, wie er auf dem Boden der Sänfte lag,
Wort für Wort tasthuḥ ekāṃtam āśritya standen sie, eine Ecke aufsuchend sarve śoka parāyaṇāḥ alle, ganz dem Kummer hingegeben tataḥ tārā patim dṛṣṭvā da Tārā, den Gatten sehend śibikā tala śāyinam auf dem Boden der Sänfte liegend āropya aṃke śiraḥ tasya vilalāpa suduḥkhitā |
hā vānara mahārāja hā nātha mām vatsala || 4-25-40
legte Tārā dessen Kopf auf ihren Schoß und klagte, überaus betrübt: 'O großer König der Affen! O Herr, mir liebevoll zugetan!'
Wort für Wort āropya aṃke śiraḥ tasya dessen Kopf auf den Schoß legend vilalāpa suduḥkhitā klagte sie, überaus betrübt hā vānara mahārāja o großer König der Affen hā nātha mām vatsala o Herr, mir liebevoll zugetan hā mahārhaḥ mahābāho hā mama priya paśya mām |
janam na paśyasi imam tvam kasmāt śoka abhipīḍitam || 4-25-41
'O du Hochwürdiger, Starkarmiger! O mein Geliebter, sieh mich an! Warum siehst du mich, diese von Kummer gepeinigte Person, nicht mehr?'
Wort für Wort hā mahārhaḥ mahābāho o Hochwürdiger, Starkarmiger hā mama priya paśya mām o mein Geliebter, sieh mich janam na paśyasi imam tvam siehst du diese Person nicht kasmāt śoka abhipīḍitam warum, die von Kummer gepeinigte prahṛṣṭam iha te vaktram gata asoḥ api mānada |
asta arka sama varṇam ca dṛśyate jīvato yathā || 4-25-42
'Freudig erscheint hier dein Antlitz, o Ehrenspender, selbst nachdem der Lebensodem gewichen ist; es erscheint wie eine untergehende Sonne an Farbe, so, als lebtest du noch.'
Wort für Wort prahṛṣṭam iha te vaktram freudig ist hier dein Antlitz gata asoḥ api mānada selbst nachdem der Lebensodem gewichen ist, Ehrenspender asta arka sama varṇam ca und von der Farbe der untergehenden Sonne dṛśyate jīvato yathā erscheint es, als lebtest du eṣa tvām rāma rūpeṇa kālaḥ karṣati vānara |
yena sma vidhavāḥ sarvāḥ kṛtā eka iṣuṇā raṇe || 4-25-43
'Dies ist die Zeit, die dich, o Affe, in Rāmas Gestalt fortgerissen hat, durch die wir alle mit einem einzigen Pfeil im Kampf zu Witwen gemacht wurden.'
Wort für Wort eṣa tvām rāma rūpeṇa dies, dich, in Rāmas Gestalt kālaḥ karṣati vānara reißt die Zeit fort, Affe yena sma vidhavāḥ sarvāḥ durch die wir alle zu Witwen kṛtā eka iṣuṇā raṇe gemacht wurden, durch einen Pfeil im Kampf imāḥ tāḥ tava rājendra vānaryo aplavagāḥ tava |
pādaiḥ vikṛṣṭam adhvānam āgatāḥ kim na budhyase || 4-25-44
'Dies sind jene deine Affenfrauen, o Herrscherfürst, nicht mehr springend, die zu Fuß den weiten Weg zurückgelegt haben und hergekommen sind — warum erkennst du sie nicht?'
Wort für Wort imāḥ tāḥ tava rājendra dies sind jene deine, o Herrscherfürst vānaryo aplavagāḥ tava deine Affenfrauen, nicht mehr springend pādaiḥ vikṛṣṭam adhvānam zu Fuß den langen Weg āgatāḥ kim na budhyase gekommen, warum erkennst du sie nicht tava iṣṭā nanu caiva imā bhāryāḥ candra nibha ānanāḥ |
idānīm na īkṣase kasmāt sugrīvam plavaga īśvaram || 4-25-45
'Sind das nicht deine geliebten Gattinnen, deren Antlitz dem Mond gleicht? Warum siehst du jetzt nicht mehr nach Sugrīva, dem Herrn der Affen?'
Wort für Wort tava iṣṭā nanu caiva sind das nicht auch deine geliebten imā bhāryāḥ candra nibha ānanāḥ diese Gattinnen mit mondgleichem Antlitz idānīm na īkṣase kasmāt warum siehst du jetzt nicht sugrīvam plavaga īśvaram nach Sugrīva, dem Herrn der Affen ete hi sacivā rājan tāra prabhṛtayaḥ tava |
pura vāsi janaḥ ca ayam parivārya viṣīdati || 4-25-46
'Dies sind ja deine Minister, o König, Tāra und die anderen; und dieses Volk, das in der Stadt wohnt, umringt dich und trauert.'
Wort für Wort ete hi sacivā rājan dies sind ja die Minister, o König tāra prabhṛtayaḥ tava Tāra und die anderen, deine pura vāsi janaḥ ca ayam und dieses in der Stadt wohnende Volk parivārya viṣīdati umringt dich und trauert visarjaya enān sacivān yathā ucitam arindama |
tataḥ krīḍāmahe sarvā vaneṣu madanotkaṭāḥ || 4-25-47
'Entlasse diese Minister, wie es angemessen ist, o Bezwinger der Feinde; danach wollen wir alle wieder in den Wäldern spielen, von Liebeslust erregt.'
Wort für Wort visarjaya enān sacivān entlasse diese Minister yathā ucitam arindama wie es angemessen ist, Bezwinger der Feinde tataḥ krīḍāmahe sarvā danach wollen wir alle spielen vaneṣu madanotkaṭāḥ in den Wäldern, von Liebeslust erregt evam vilapatīm tārām pati śoka parīvṛtām |
utthāpayanti sma tadā vānaryaḥ śoka karśitāḥ || 4-25-48
So, während Tārā, vom Kummer um ihren Gatten umfangen, klagte, richteten sie da die Affenfrauen auf, selbst vom Kummer abgezehrt.
Wort für Wort evam vilapatīm tārām so, während Tārā klagte pati śoka parīvṛtām vom Kummer um den Gatten umfangen utthāpayanti sma tadā richteten sie da auf vānaryaḥ śoka karśitāḥ die Affenfrauen, vom Kummer abgezehrt sugrīveṇa tataḥ sārdham aṃgadaḥ pitaram rudan |
citām āropayāmāsa śokena abhipluta indriyaḥ || 4-25-49
Da legte Aṅgada, weinend, zusammen mit Sugrīva, seinen Vater auf den Scheiterhaufen, seine Sinne vom Kummer überwältigt.
Wort für Wort sugrīveṇa tataḥ sārdham da zusammen mit Sugrīva aṃgadaḥ pitaram rudan Aṅgada, weinend, den Vater citām āropayāmāsa legte er auf den Scheiterhaufen śokena abhipluta indriyaḥ dessen Sinne vom Kummer überwältigt waren tato agnim vidhivat dattvā so apasavyam cakāra ha |
pitaram dīrgham adhvānam prasthitam vyākula indriyaḥ || 4-25-50
Dann entzündete er das Feuer vorschriftsgemäß und umschritt seinen zur langen Reise aufgebrochenen Vater gegen den Uhrzeigersinn, mit verwirrten Sinnen.
Wort für Wort tato agnim vidhivat dattvā dann das Feuer vorschriftsgemäß entzündend so apasavyam cakāra ha umschritt er gegen den Uhrzeigersinn pitaram dīrgham adhvānam prasthitam den zur langen Reise aufgebrochenen Vater vyākula indriyaḥ mit verwirrten Sinnen saṃskṛtya vālinam tam tu vidhivat plavagarṣabhāḥ |
ājagmuḥ udakam kartum nadīm śubha jalām śivām || 4-25-51
Nachdem die Stiere unter den Affen Vālin vorschriftsgemäß bestattet hatten, gingen sie zu dem Fluss mit gutem, heilsamem Wasser, um das Wasseropfer darzubringen.
Wort für Wort saṃskṛtya vālinam tam tu Vālin bestattet habend vidhivat plavagarṣabhāḥ vorschriftsgemäß, die Stiere der Affen ājagmuḥ udakam kartum gingen sie, um das Wasseropfer zu vollziehen nadīm śubha jalām śivām zum Fluss mit gutem, heilsamem Wasser tataḥ te sahitāḥ tatra hi saḥ aṃgadam sthāpya ca agrataḥ |
sugrīva tārā sahitāḥ siṣicuḥ vānarā jalam || 4-25-52
Dort vereint, Aṅgada vorangestellt, gossen die Affen, zusammen mit Sugrīva und Tārā, das Wasser aus.
Wort für Wort tataḥ te sahitāḥ tatra hi da sie dort vereint saḥ aṃgadam sthāpya ca agrataḥ Aṅgada vorangestellt sugrīva tārā sahitāḥ zusammen mit Sugrīva und Tārā siṣicuḥ vānarā jalam gossen die Affen das Wasser aus sugrīveṇa eva dīnena dīno bhūtvā mahābalaḥ |
samāna śokaḥ kākutsthaḥ preta kāryāṇi akārayat || 4-25-53
Mit dem selbst niedergeschlagenen Sugrīva, ebenso niedergeschlagen, den Kummer teilend, ließ der überaus starke Kākutstha die Totenriten vollziehen.
Wort für Wort sugrīveṇa eva dīnena mit dem selbst niedergeschlagenen Sugrīva dīno bhūtvā mahābalaḥ niedergeschlagen geworden, der überaus Starke samāna śokaḥ kākutsthaḥ Kākutstha, den Kummer teilend preta kāryāṇi akārayat ließ die Totenriten vollziehen tato atha tam vālinam agrya pauruṣam prakāśam ikṣvāku vara iṣuṇā hatam |
pradīpya dīpta agni sama ojasam tadā sa lakṣmaṇam rāmam upeyavān hariḥ || 4-25-54
Nachdem so jener Vālī, von höchster Männlichkeit, glanzvoll, vom Pfeil des Besten der Ikṣvākus getötet, verbrannt worden war, dessen Kraft dem lodernden Feuer glich, ging der Affe da zu Rāma und Lakṣmaṇa.
Wort für Wort tato atha tam vālinam agrya pauruṣam prakāśam nachdem jener Vālī, von höchster Männlichkeit, glanzvoll ikṣvāku vara iṣuṇā hatam vom Pfeil des Besten der Ikṣvākus getötet pradīpya dīpta agni sama ojasam verbrannt, dessen Kraft dem lodernden Feuer glich tadā sa lakṣmaṇam rāmam upeyavān hariḥ da ging jener Affe zu Lakṣmaṇa und Rāma
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sarga 24 Sarga 26 →