Sie, die sich an den Rufen der Kraniche erfreute und selbst wie ein Kranich rief, die sich in der Einsiedelei erfreute — wie sollte sie sich jetzt an mir erfreuen?
Wort für Wort
sārasa ārava saṃnādaiḥ
durch die Rufe der Kraniche
sārasa ārava nādinī
selbst wie ein Kranich rufend
yā āśrame ramate bālā
die junge Frau, die sich in der Einsiedelei erfreute
api tām mat viyogāt ca saukumāryāt ca bhāminīm |
sudūram pīḍayet kāmaḥ śarat guṇa niraṃtaraḥ ||
Ach, möge die Liebe, unaufhörlich durch die Reize des Herbstes angefacht, jene liebliche Frau nicht allzu sehr quälen, durch die Trennung von mir und ihre Zartheit.
Da, nachdem er auf den lieblichen Berghängen auf der Suche nach Früchten umhergestreift war, erblickte der glückhafte Lakṣmaṇa, zurückgekehrt, seinen älteren Bruder.
sa cintayā dussahayā parītam visaṃjñam ekam vijane manasvī |
bhrātur viṣādāt tvarito ati dīnaḥ samīkṣya saumitriḥ uvāca rāmam ||
Als der besonnene Sohn der Sumitrā ihn erblickte, von unerträglichem Kummer erfasst, allein, wie besinnungslos, sprach er, eilig, überaus betrübt wegen der Verzweiflung seines Bruders, zu Rāma:
Wort für Wort
sa cintayā dussahayā parītam
ihn, von unerträglichem Kummer erfasst
visaṃjñam ekam vijane manasvī
besinnungslos, allein, der besonnene
bhrātur viṣādāt tvarito ati dīnaḥ
wegen der Verzweiflung des Bruders eilig, überaus betrübt
kim ārya kāmasya vaśam gatena kim ātma pauruṣya parābhavena |
ayam hriyā saṃhriyate samādhiḥ kim atra yogena nivartitena ||
«Was nützt es, Edler, der Macht der Liebe zu verfallen? Was nützt die Herabsetzung der eigenen Mannhaftigkeit? Diese Sammlung wird durch Scham verloren; was nützt hier ein Bemühen, das umgekehrt wirkt?
Wort für Wort
kim ārya kāmasya vaśam gatena
was nützt es, Edler, der Macht der Liebe zu verfallen
kim ātma pauruṣya parābhavena
was nützt die Herabsetzung der eigenen Mannhaftigkeit
ayam hriyā saṃhriyate samādhiḥ
diese Sammlung wird durch Scham zusammengehalten (verloren)
kriyābhiyogam manasaḥ prasādam samādhi yoga anugatam ca kālam |
sahāya sāmarthyam adīna sattvaḥ sva karma hetum ca kuruṣva tāta ||
Wende dich der Tat zu, der Heiterkeit des Geistes, der der Sammlung entsprechenden Zeit, der Kraft der Verbündeten, und, ohne mutlosen Sinn, deiner eigenen Aufgabe, lieber Bruder.
Wort für Wort
kriyābhiyogam manasaḥ prasādam
der Tat, der Heiterkeit des Geistes
samādhi yoga anugatam ca kālam
und der der Sammlung entsprechenden Zeit
sahāya sāmarthyam adīna sattvaḥ
der Kraft der Verbündeten, ohne mutlosen Sinn
sva karma hetum ca kuruṣva tāta
wende dich deiner eigenen Aufgabe zu, lieber Bruder
na jānakī mānava vaṃśa nātha tvayā sanāthā sulabhā pareṇa |
na ca agni cūḍām jvalitām upetya na dahyate vīra varārha kaścit ||
Nicht ist Jānakī, o Herr des Menschengeschlechts, obwohl von dir beschützt, für einen anderen leicht zu erreichen; und niemand, der die lodernde Feuerflamme berührt, bleibt unverbrannt, o vortrefflicher Held.»
Wort für Wort
na jānakī mānava vaṃśa nātha
nicht ist Jānakī, o Herr des Menschengeschlechts
tvayā sanāthā sulabhā pareṇa
von dir beschützt, für einen anderen leicht zu erreichen
salakṣaṇam lakṣmaṇam apradhṛṣyam svabhāvajam vākyam uvāca rāmaḥ |
hitam ca pathyam ca naya prasaktam sasāma dharmārtha samāhitam ca ||
Zu dem mit guten Zeichen versehenen, unbezwingbaren Lakṣmaṇa sprach Rāma ein von Natur aus entstandenes Wort, heilsam, zuträglich, der Klugheit ergeben, mit Versöhnlichkeit, Recht und Nutzen verbunden:
Wort für Wort
salakṣaṇam lakṣmaṇam apradhṛṣyam
zu dem mit guten Zeichen versehenen, unbezwingbaren Lakṣmaṇa
nissaṃśayam kāryam avekṣitavyam kriyā viśeṣo api anuvartitavyaḥ |
na tu pravṛddhasya durāsadasya kumāra vīryasya phalam ca cintyam ||
«Ohne Zweifel muss die Sache beachtet werden, auch die besondere Art der Handlung muss befolgt werden; doch für einen, dessen Kraft schon gross und unbezwingbar geworden ist, o Prinz, muss auch die Frucht bedacht werden.
Wort für Wort
nissaṃśayam kāryam avekṣitavyam
ohne Zweifel muss die Sache beachtet werden
kriyā viśeṣo api anuvartitavyaḥ
auch die besondere Art der Handlung muss befolgt werden
na tu pravṛddhasya durāsadasya
doch nicht für den, dessen (Kraft) gross und unbezwingbar ist
kumāra vīryasya phalam ca cintyam
Prinz, auch die Frucht der Kraft muss bedacht werden
Die Wolken, mit langem, tiefem Getöse, an Bergen und Bäumen vorbeigezogen, haben, nachdem sie ihr Wasser abgegeben haben, sich erschöpft, o Königssohn.
Die Wolken, dunkel wie Blätter der blauen Lotusblüte, nachdem sie die zehn Himmelsrichtungen verdunkelt hatten, sind nun, wie entrauschte Elefanten, in ihrer Wucht besänftigt.
Die einst wasserschwangeren, gewaltigen, nach Kuṭaja und Arjuna duftenden Regenwinde, die einst emporgestiegen waren, sind nun, Sanfter, zur Ruhe gekommen.
Wort für Wort
jala garbhā mahā vegāḥ
wasserschwanger, gewaltig
kuṭaja arjuna gaṃdhinaḥ
nach Kuṭaja und Arjuna duftend
caritvā viratāḥ saumya
sind, nachdem sie gewirkt haben, zur Ruhe gekommen, Sanfter
Mit den zurückgekehrten, schönen, breitflügeligen, die Seen liebenden, mit Lotusstaub bedeckten, zu den Sandbänken der grossen Flüsse gekommenen Gänsen spielen die Cakravāka-Vögel zusammen.
An den Zweigen der Saptacchada-Bäume, im Glanz der Sterne, der Sonne und des Mondes, und im Spiel der vortrefflichen Elefanten hat der Herbst heute seine Pracht verteilt und ist eingezogen.
Wort für Wort
śākhāsu sapta cchada pādapānām
an den Zweigen der Saptacchada-Bäume
prabhāsu tāra arka niśā karāṇām
im Glanz der Sterne, Sonne und des Mondes
līlāsu caiva uttama vāraṇānām
und im Spiel der vortrefflichen Elefanten
śriyam vibhajya adya śarat pravṛttā
hat der Herbst heute die Pracht verteilt und ist eingezogen
Jetzt erstrahlt die Pracht des Herbstes, in vielerlei Gestalt bunt schön, besonders in den durch die vordersten Strahlen der Sonne erweckten Lotusteichen.
Wort für Wort
saṃprati aneka āśraya citra śobhā
jetzt in vielerlei Gestalt bunt schön
lakṣmīḥ śarat kāla guṇa upapannā
die Pracht des Herbstes, mit den Vorzügen der Zeit versehen
sūrya agra hasta pratibodhiteṣu
in den durch die vordersten Sonnenstrahlen erweckten
Der Wind, duftend vom Blütenduft der Saptacchada-Bäume, begleitet vom Gesang der Bienenscharen, dem Wind der berauschten Elefanten folgend, ihren Übermut dämpfend, erstrahlt er noch mehr.
Den Himmel erblickend, von den Wolken befreit, haben die Pfauen in den Wäldern ihren Federschmuck abgelegt, ihren Geliebten nicht mehr zugetan, ihre Pracht vergangen, dem Nachsinnen ergeben.
Wort für Wort
nabhaḥ samīkṣyā aṃbu dharaiḥ vimuktam
den von Wolken befreiten Himmel erblickend
vimukta barha ābharaṇā vaneṣu
haben in den Wäldern ihren Federschmuck abgelegt
priyāsu araktā vinivṛtta śobhā
ihren Geliebten nicht zugetan, ihre Pracht vergangen
gata utsavā dhyāna parā mayūrāḥ
die Pfauen, ihr Fest vorüber, dem Nachsinnen ergeben
manojña gandhaiḥ priyakaiḥ analpaiḥ puṣpa ati bhāra avanata agra śākhaiḥ |
suvarṇa gauraiḥ nayana abhirāmaiḥ udyotitān iva vana antarāṇi ||
Mit den herzerfreuend duftenden, zahlreichen Priyaka-Bäumen, deren Zweigspitzen sich unter der Last der Blüten neigen, golden-hell, augenerfreuend, erstrahlen die Waldesinneren wie erleuchtet.
Wort für Wort
manojña gandhaiḥ priyakaiḥ analpaiḥ
mit herzerfreuend duftenden, zahlreichen Priyaka-Bäumen
puṣpa ati bhāra avanata agra śākhaiḥ
deren Zweigspitzen sich unter der Blütenlast neigen
priya anvitānām nalinī priyāṇām vana priyāṇām kusuma uddhatānām |
mada utkaṭānām mada lālasānām gaja uttamānam gatayo adya mandāḥ ||
Der von ihren Geliebten begleiteten, die Lotusteiche liebenden, den Wald liebenden, an Blütenduft berauschten, in ihrem Rausch gierigen vortrefflichen Elefanten Gang ist heute langsam geworden.
Wort für Wort
priya anvitānām nalinī priyāṇām
der von Geliebten begleiteten, die Lotusteiche liebenden
vana priyāṇām kusuma uddhatānām
den Wald liebenden, an Blüten berauschten
mada utkaṭānām mada lālasānām
in Brunst heftigen, in Rausch gierigen
gaja uttamānam gatayo adya mandāḥ
der vortrefflichen Elefanten Gang ist heute langsam
vyaktam nabhaḥ śastra vidhauta varṇam kṛśa pravāhāni nadī jalāni |
kahlāra śitāḥ pavanāḥ pravānti tamo vimuktāḥ ca diśaḥ prakāśāḥ ||
Deutlich sichtbar ist der Himmel, wie mit einer Waffe rein gewaschen; schmal fliesst das Wasser der Flüsse; kühl von den Kahlāra-Lotusblüten wehen die Winde; von Dunkel befreit sind die Himmelsrichtungen sichtbar.
Wort für Wort
vyaktam nabhaḥ śastra vidhauta varṇam
der Himmel, seine Farbe wie mit einer Waffe reingewaschen, deutlich sichtbar
kṛśa pravāhāni nadī jalāni
schmal fliesst das Wasser der Flüsse
kahlāra śitāḥ pavanāḥ pravānti
kühl von Kahlāra-Lotus wehen die Winde
tamo vimuktāḥ ca diśaḥ prakāśāḥ
von Dunkel befreit sind die Himmelsrichtungen sichtbar
Die Erde, ihr Schlamm durch das Vordringen der Sonnenglut vernichtet, ihr dichter Staub lange wieder aufgewirbelt — heute ist die Zeit des Feldzugs für die miteinander verfeindeten Könige gekommen.
Wort für Wort
sūrya ātapa krāmaṇa naṣṭa paṃkā bhūmiḥ
die Erde, ihr Schlamm durch die Sonnenglut vernichtet
cira udghāṭita sāṃdra reṇuḥ
ihr dichter Staub lange wieder aufgewirbelt
anyonya vaireṇa samāyutānām
der miteinander verfeindeten
udyoga kālo adya nara adhipānām
die Zeit des Feldzugs ist heute für die Könige (gekommen)
Durch die Vorzüge des Herbstes gestärkt an Gestalt und Schönheit, hocherfreut, ihre Glieder mit Staub bedeckt, brünstig, jetzt kampfgierig, brüllen die Stiere inmitten der Kühe.
Wort für Wort
śarat guṇa āpyāyita rūpa śobhāḥ
durch die Herbstvorzüge gestärkt an Gestalt und Schönheit
Die Elefantenkuh, von noch heftigerer Liebesglut ergriffen, aus edler Herkunft, langsamen Ganges, folgt ihrem in Brunst umherziehenden Gatten in den Wäldern.
Wort für Wort
sa manmadha tīvratara anurāgā
von noch heftigerer Liebesglut ergriffen
kulānvitā manda gatiḥ kareṇuḥ
aus edler Herkunft, langsamen Ganges, die Elefantenkuh
Nachdem sie ihren vortrefflichen eigenen Schmuck, ihre Federn, abgelegt haben, ziehen die zu den Flussufern gekommenen Pfauen, wie von den Wasserfluten getadelt, betrübt und niedergeschlagen dahin.
Wort für Wort
tyaktvā varāṇi ātma vibhūṣaṇāni barhāṇi
ihren vortrefflichen eigenen Schmuck, die Federn, abgelegt habend
tīra upagatā nadīnām
zu den Flussufern gekommen
nirbhartsyamānā iva sāra oghaiḥ
wie von den Wasserfluten getadelt
prayānti dīnā vimanā mayūrāḥ
ziehen die betrübten, niedergeschlagenen Pfauen dahin
Die Elefantenfürsten, deren Schläfensaft fliesst, erschrecken mit ihrem gewaltigen Gebrüll die Kāraṇḍava-Enten und Cakravāka-Vögel und trinken, das Wasser immer wieder aufwühlend.
Wort für Wort
vitrāsya kāraṇḍava cakravākān
die Kāraṇḍava-Enten und Cakravāka-Vögel erschreckend
mahā ravaiḥ bhinna kaṭā gajendrāḥ
mit gewaltigem Gebrüll die Elefantenfürsten, deren Schläfensaft fliesst
vyapeta paṃkajāsu sa vālukāsu prasanna toyāsu sa go kulāsu |
sa sārasā rāva vināditāsu nadiṣu haṃsā nipatanti hṛṣṭāḥ ||
In den Flüssen, deren Lotusblüten vergangen sind, mit ihren Sandbänken, klarem Wasser, ihren Rinderherden und dem Rufen der Kraniche erklingend, lassen sich die Gänse freudig nieder.
Wort für Wort
vyapeta paṃkajāsu sa vālukāsu
deren Lotus vergangen ist, mit ihren Sandbänken
prasanna toyāsu sa go kulāsu
klarwasserig, mit ihren Rinderherden
sa sārasā rāva vināditāsu
erklingend vom Kranichruf
nadiṣu haṃsā nipatanti hṛṣṭāḥ
in den Flüssen lassen sich die Gänse freudig nieder
nadī ghana prasravaṇa udakānām ati pravṛddha anila barhiṇānām |
plavaṃgamānām ca gata utsavānām dhruvam ravāḥ saṃprati saṃpraṇaṣṭāḥ ||
Gewiss sind jetzt die Rufe der Flüsse, der Wolken, der Wasserfälle, der einst vom heftigen Wind angetriebenen Pfauen und der Affen, deren Fest vorüber ist, gänzlich verstummt.
Die vielfarbigen Schlangen, deren Körper geschwächt sind, die verschwunden waren, als die Wolken aufstiegen, von Hunger gequält, mit furchtbarem Gift, kommen nun, lange verweilt, aus ihren Löchern hervor.
Wort für Wort
aneka varṇāḥ suvinaṣṭa kāyāḥ
die vielfarbigen, an Körper geschwächten (Schlangen)
nava uditeṣu aṃbudhareṣu naṣṭāḥ
verschwunden, als die Wolken aufstiegen
kṣudha arditā ghora viṣā
von Hunger gequält, mit furchtbarem Gift
bilebhyaḥ cira uṣitā viprasaranti sarpāḥ
lange verweilt, kommen die Schlangen aus den Löchern hervor
Die Nacht, mit dem aufgegangenen Mond als sanftem Antlitz, mit den Sternenscharen als schönen Augen, mit Mondlicht als Gewand bekleidet, erstrahlt wie eine Frau, deren Glieder von weissem Gewand umhüllt sind.
Wort für Wort
rātriḥ śaśāṃka udita saumya vaktrā
die Nacht, mit dem aufgegangenen Mond als sanftem Antlitz
tārā gaṇa unmīlita cāru netrā
mit der Sternenschar als schönen erblühten Augen
jyotsnā aṃśuka prāvaraṇā vibhāti
mit Mondlicht als Gewand bekleidet erstrahlt sie
nārī iva śukla aṃśuka saṃvṛta aṃgī
wie eine Frau, deren Glieder von weissem Gewand umhüllt sind
Nachdem sie die reifen Reiskörner verzehrt haben, durchqueren die hocherfreuten, schönen Kranichreihen den Himmel mit raschem Flug, vom Wind bewegt, wie eine geflochtene Girlande.
Das Wasser des grossen Sees, worauf einzelne Gänse schlafen, mit Kumuda-Lotusblüten versehen, erstrahlt wie der nächtliche, von Wolken befreite, vom Vollmond und der Sternenschar übersäte Himmel.
Wort für Wort
supta eka haṃsam kumudaiḥ upetam
auf dem einzelne Gänse schlafen, mit Kumuda-Lotus versehen
mahā hradastham salilam vibhāti
das Wasser des grossen Sees erstrahlt
ghanaiḥ vimuktam niśi pūrṇa candram
der nächtliche, von Wolken befreite, vom Vollmond (erhellte)
Die Zisternen, deren Uferreihen von verstreuten Gänsescharen bevölkert sind, deren Girlanden aus erwachten Lotus- und blauen Lotusblüten bestehen, haben heute besonderen Glanz, wie geschmückte, vortreffliche Frauen.
Wort für Wort
prakīrṇa haṃsā akula mekhalānām
deren Ufergürtel von verstreuten Gänsescharen bevölkert sind
prabuddha padma utpala mālinīnām
deren Girlanden aus erwachten Lotus- und blauen Lotusblüten (bestehen)
vāpīḥ uttamānām adhika adya lakṣmīḥ
die vortrefflichen Zisternen haben heute besonderen Glanz
Der zur Morgendämmerung aufkommende Wind, gemischt mit dem Trompetenklang, erklingt, verschmolzen mit dem Gebrüll der Rinder und Stiere in den Schluchten, als würden sich die Klänge gegenseitig ergänzen.
Wort für Wort
veṇu svara vyaṃjita tūrya miśraḥ
gemischt mit dem durch Flötenklang begleiteten Trompetenklang
pratyūṣa kāle anila saṃpravṛttaḥ
der zur Morgendämmerung aufkommende Wind
saṃmūrcchito gahvara go vṛṣāṇām
verschmolzen mit dem Gebrüll der Rinder und Stiere in den Schluchten
Mit den frischen, wie lachenden Blüten der Flüsse, sanft vom Wind bewegt, glänzend wie reingewaschenes, makelloses Leinengewand, sind die Ufer mit Kāśa-Gras geschmückt.
Wort für Wort
navaiḥ nadīnām kusuma prahāsaiḥ
mit den frischen, wie lachenden Blüten der Flüsse
vyā dhūyamānaiḥ mṛdu mārutena
sanft vom Wind bewegt
dhauta amala kṣauma paṭa prakāśaiḥ
glänzend wie reingewaschenes, makelloses Leinengewand
Die im Wald ungestüm nach Honig trinkenden, von ihren Geliebten begleiteten, hocherfreuten Bienen, bestäubt vom Blütenstaub der Lotussitze, folgen berauscht in den Wäldern dem Wind auf seinem Zug.
Wort für Wort
vana pracaṇḍā madhu pāna śauṇḍāḥ
im Wald ungestüm, dem Honigtrinken ergeben
priya anvitāḥ ṣaṭ caraṇāḥ prahṛṣṭāḥ
von Geliebten begleitet, die hocherfreuten Bienen
vanesu mattāḥ pavana anu yātrām kurvanti
in den Wäldern berauscht folgen sie dem Zug des Windes
Das klare Wasser, die lachenden Blüten, der Ruf der Kraunca-Vögel, der reife Reiswald, der sanfte Wind und der klare Mond verkünden, dass die Zeit des Regens vorüber ist.
Der Fluss-Bräute, deren Gürtel sich durch die Fische zeigen, Gang ist heute langsam geworden, wie der von ihrem Geliebten genossenen, matt schreitenden Liebenden am Morgen.
sa cakravākāni sa śaivalāni kāśaiḥ dukūlaiḥ iva saṃvṛtāni |
sa patra rekhāṇi sa rocanāni vadhū mukhāni iva nadī mukhāni ||
Mit ihren Cakravāka-Vögeln, ihrem Wassermoos, mit Kāśa-Gras wie mit feinem Tuch bedeckt, mit ihren Linienzeichnungen und ihrem Glanz gleichen die Flussmündungen den Gesichtern junger Bräute.
Wort für Wort
sa cakravākāni sa śaivalāni
mit ihren Cakravāka-Vögeln, ihrem Wassermoos
kāśaiḥ dukūlaiḥ iva saṃvṛtāni
mit Kāśa-Gras wie mit feinem Tuch bedeckt
sa patra rekhāṇi sa rocanāni
mit ihren Linienzeichnungen und ihrem Glanz
vadhū mukhāni iva nadī mukhāni
gleichen die Flussmündungen den Gesichtern der Bräute
In den mit blühenden Bāṇa-Bäumen bunten, vom Summen der hocherfreuten Bienen erfüllten Wäldern zieht heute Kāma, den Bogen ergriffen, den Stab erhoben, heftig, mit heftigem Gang, umher.
Wort für Wort
praphulla bāṇa āsana citriteṣu
in den mit blühenden Bāṇa-Bäumen bunten
prahṛṣṭa ṣaṭpadāni kūjiteṣu
vom Summen der hocherfreuten Bienen erfüllten
gṛhīta cāpaḥ udyata daṇḍa caṇḍaḥ
den Bogen ergriffen, den Stab erhoben, heftig
pracaṇḍa cāro adya vaneṣu kāmaḥ
mit heftigem Gang zieht heute Kāma durch die Wälder
lokam suvṛṣṭyā paritoṣayitva nadīḥ taṭākāni ca pūrayitvā |
niṣpanna sasyām vasudhām ca kṛtvā tyaktvā nabhaḥ toya dharāḥ praṇaṣṭāḥ ||
Nachdem sie die Welt mit gutem Regen erfreut, die Flüsse und Teiche gefüllt und die Erde mit reifer Feldfrucht versehen haben, haben die Wolken den Himmel verlassen und sind verschwunden.
Wort für Wort
lokam suvṛṣṭyā paritoṣayitva
die Welt mit gutem Regen erfreut habend
nadīḥ taṭākāni ca pūrayitvā
die Flüsse und Teiche gefüllt habend
niṣpanna sasyām vasudhām ca kṛtvā
die Erde mit reifer Feldfrucht versehen habend
tyaktvā nabhaḥ toya dharāḥ praṇaṣṭāḥ
haben die Wolken den Himmel verlassen und sind verschwunden
'Dieser da, herrenlos, seines Reiches beraubt, von Rāvaṇa geschädigt, elend, fern von seiner Heimat, von Liebesverlangen erfüllt, hat bei mir Zuflucht gesucht' —
Wort für Wort
anātho hṛta rājyo ayam
dieser herrenlose, seines Reiches beraubte
rāvaṇena ca dharṣitaḥ
und von Rāvaṇa geschädigte
dīno dūra gṛhaḥ kāmī
elend, fern von seiner Heimat, von Liebesverlangen erfüllt
sa kālam parisaṃkhyāya sītāyāḥ parimārgaṇe |
kṛtārthaḥ samayam kṛtvā durmatiḥ na avabudhyate ||
Er, obwohl er die Zeit für die Suche nach Sītā festgesetzt hatte, sein eigenes Ziel erreicht, den Vertrag geschlossen, der Bösgesinnte, erkennt sie nicht.
Wort für Wort
sa kālam parisaṃkhyāya
er, die Zeit festgesetzt habend
sītāyāḥ parimārgaṇe
für die Suche nach Sītā
kṛtārthaḥ samayam kṛtvā
sein Ziel erreicht, den Vertrag geschlossen
durmatiḥ na avabudhyate
der Bösgesinnte erkennt (die verstrichene Zeit) nicht
arthinām upapannānām pūrvam ca api upakāriṇām |
āśām saṃśrutya yo hanti sa loke puruṣādhamaḥ ||
'Wer die Hoffnung derer, die etwas erbitten, die dazu berechtigt sind und zuvor selbst geholfen haben, zunichtemacht, nachdem er sie ihnen versprochen hat, der ist der niedrigste Mensch auf der Welt.
kṛtārthā hi akṛtārthānām mitrāṇām na bhavanti ye |
tān mṛtān api kravyādāḥ kṛtaghnān na upabhuṃjate ||
Wer, sein eigenes Ziel erreicht, nicht mehr für die Freunde da ist, deren Ziel noch nicht erreicht ist — solche Undankbare verzehren selbst die Aasfresser nicht, auch wenn sie tot sind.
Wort für Wort
kṛtārthā hi akṛtārthānām mitrāṇām
die, ihr Ziel erreicht, für Freunde, deren Ziel nicht erreicht ist
kāmam evam gate api asya parijñāte parākrame |
tvat sahāyasya me vīra na cintā syāt nṛpātmaja ||
Auch wenn es so gekommen ist — dessen Tapferkeit ist wohlbekannt —, gewiss brauchte ich mir, mit dir als Verbündetem, keine Sorge zu machen, Held, Königssohn.
yad artham ayam āraṃbhaḥ kṛtaḥ para puram jaya |
samayam na abhijānāti kṛtārthaḥ plavageśvaraḥ ||
Der Herr der Affen, dessen Ziel erreicht ist, o Eroberer feindlicher Städte, erkennt nicht die Zeit für das Unternehmen, dessentwegen dieser Beginn gemacht wurde.
varṣā samaya kālam tu pratijñāya harīśvaraḥ |
vyatītān caturo māsān viharan na avabudhyate ||
Der Herr der Affen, obwohl er die Zeit der Regenperiode als Frist versprochen hat, bemerkt nicht, dass die vier Monate vergangen sind, während er sich vergnügt.
Wort für Wort
varṣā samaya kālam tu pratijñāya
obwohl er die Zeit der Regenperiode versprochen hat
eka eva raṇe vālī śareṇa nihato mayā |
tvām tu satyāt atikrāṃtam haniṣyāmi sa bāndhavam ||
Vālin allein wurde von mir im Kampf mit einem Pfeil getötet; dich aber, wenn du von der Wahrheit abweichst, werde ich mitsamt deinen Verwandten töten.'
tat evam vihite kārye yat hitam puruṣarṣabha |
tat tat brūhi naraśreṣṭha tvara kāla vyatikramaḥ ||
Sprich also, was in dieser so gearteten Angelegenheit nützlich ist, o Stier unter den Männern, du Bester der Menschen; beeile dich, denn die Zeit ist überschritten.»
«Erfülle mein versprochenes Wort, Herr der Affen, im Hinblick auf die ewige Pflicht; damit du nicht heute, von meinen Pfeilen getroffen, Vālin in Yamas Reich der Toten erblickst.»
Als der Mehrer des Menschengeschlechts, von furchtbarer Macht, seinen älteren Bruder erblickte, dessen Zorn heftig gewachsen war, der so klagte, elend war, fasste er einen strengen Entschluss gegenüber dem Affenfürsten.
Wort für Wort
sa pūrvajam tīvra vivṛddha kopam
seinen älteren Bruder, dessen Zorn heftig gewachsen war
lālapyamānam prasamīkṣya dīnam
der so klagte, elend, erblickend
cakāra tīvrām matim ugra tejā
fasste einen strengen Entschluss, von furchtbarer Macht
harīśvare mānava vaṃśa varthanaḥ
gegenüber dem Affenfürsten, der Mehrer des Menschengeschlechts