Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 4: Rāma Vṛttānta Kathanam Lakṣmaṇa erzählt Hanumān von Rāma

tataḥ prahṛṣṭo hanumān kṛtyavān iti tat vacaḥ | śrutvā madhura bhāvam ca sugrīvam manasā gataḥ || 4-4-1

Da wurde Hanumān hocherfreut, als er jenes süß gemeinte Wort hörte, dass sein Vorhaben gelungen sei, und wandte sich in Gedanken Sugrīva zu.

Wort für Wort
tataḥ prahṛṣṭo hanumān
da wurde Hanumān hocherfreut
kṛtyavān iti tat vacaḥ
dass sein Vorhaben gelungen sei, dieses Wort
śrutvā madhura bhāvam ca
hörend, mit süßer Gesinnung
sugrīvam manasā gataḥ
wandte sich in Gedanken Sugrīva zu

bhāvyo rājyāgamaḥ tasya sugrīvasya mahātmanaḥ | yat ayam kṛtyavān prāptaḥ kṛtyam ca etat upāgatam || 4-4-2

'Dem hochherzigen Sugrīva steht die Erlangung der Herrschaft bevor, da dieser hier zu einem Erfolg gelangt ist und dieses Vorhaben sich erfüllt hat.'

Wort für Wort
bhāvyo rājyāgamaḥ tasya
bevorsteht ihm die Erlangung der Herrschaft
sugrīvasya mahātmanaḥ
dem hochherzigen Sugrīva
yat ayam kṛtyavān prāptaḥ
da dieser zu einem Erfolg gelangt ist
kṛtyam ca etat upāgatam
und dieses Vorhaben sich erfüllt hat

tataḥ parama saṃhṛṣṭaḥ hanumān plavagottamaḥ | prati uvāca tato vākyam rāmam vākya viśāradaḥ || 4-4-3

Dann erwiderte Hanumān, der Beste der Affen, überaus erfreut, dem Rāma dieses Wort, er, der Redekundige.

Wort für Wort
tataḥ parama saṃhṛṣṭaḥ
dann überaus erfreut
hanumān plavagottamaḥ
Hanumān, der Beste der Affen
prati uvāca tato vākyam
erwiderte dann dieses Wort
rāmam vākya viśāradaḥ
dem Rāma, der Redekundige

kim artham tvam vanam ghoram pampā kānana maṇḍitam | āgataḥ sānujo durgam nānā vyāla mṛga āyutam || 4-4-4

'Aus welchem Grund bist du, zusammen mit deinem jüngeren Bruder, in diesen furchtbaren, vom Pampā-Wald geschmückten, unwegsamen Wald gekommen, der voller mancherlei Schlangen und Wild ist?'

Wort für Wort
kim artham tvam vanam ghoram
aus welchem Grund bist du in den furchtbaren Wald
pampā kānana maṇḍitam
der vom Pampā-Wald geschmückt ist
āgataḥ sānujo durgam
gekommen, mit deinem jüngeren Bruder, den unwegsamen
nānā vyāla mṛga āyutam
voller mancherlei Schlangen und Wild

tasya tad vacanam śrutvā lakṣmaṇo rāma coditaḥ | ācacakṣe mahātmānam rāmam daśarathātmajam || 4-4-5

Als er dieses sein Wort gehört hatte, berichtete Lakṣmaṇa, von Rāma angewiesen, von dem hochherzigen Rāma, dem Sohn Daśarathas.

Wort für Wort
tasya tad vacanam śrutvā
als er dieses sein Wort gehört hatte
lakṣmaṇo rāma coditaḥ
Lakṣmaṇa, von Rāma angewiesen
ācacakṣe mahātmānam
berichtete er von dem Hochherzigen
rāmam daśarathātmajam
von Rāma, dem Sohn Daśarathas

rājā daśaratho nāma dyutimān dharma vatsalaḥ | cātur varṇyam sva dharmeṇa nityam eva abhipālayan || 4-4-6

'Es gab einen König namens Daśaratha, glanzvoll, der Rechtschaffenheit zugetan, der beständig die vier Stände nach seiner eigenen Pflicht beschützte.

Wort für Wort
rājā daśaratho nāma
ein König namens Daśaratha
dyutimān dharma vatsalaḥ
glanzvoll, der Rechtschaffenheit zugetan
cātur varṇyam sva dharmeṇa
die vier Stände nach seiner eigenen Pflicht
nityam eva abhipālayan
beständig beschützend

na dveṣṭā vidyate tasya sa tu dveṣṭi na kaṃcana | sa tu sarveṣu bhūteṣu pitāmaha iva aparaḥ || 4-4-7

Er hatte keinen Feind, und er selbst hasste niemanden; er war für alle Wesen wie ein zweiter Großvater.

Wort für Wort
na dveṣṭā vidyate tasya
er hatte keinen Hasser
sa tu dveṣṭi na kaṃcana
und er selbst hasste niemanden
sa tu sarveṣu bhūteṣu
er war für alle Wesen
pitāmaha iva aparaḥ
wie ein zweiter Großvater

agniṣṭomādibhiḥ yajñaiḥ iṣṭavān āpta dakṣiṇaiḥ | tasya ayam pūrvajaḥ putro rāmo nāma janaiḥ śrutaḥ || 4-4-8

Er opferte mit dem Agniṣṭoma und anderen Opfern, denen reichliche Opfergaben zuteilwurden; dieser hier ist sein erstgeborener Sohn, unter den Menschen bekannt als Rāma.

Wort für Wort
agniṣṭomādibhiḥ yajñaiḥ
mit dem Agniṣṭoma und anderen Opfern
iṣṭavān āpta dakṣiṇaiḥ
opferte er, mit reichlichen Opfergaben
tasya ayam pūrvajaḥ putro
dieser ist sein erstgeborener Sohn
rāmo nāma janaiḥ śrutaḥ
unter den Menschen bekannt als Rāma

śaraṇyaḥ sarva bhūtānām pituḥ nirdeśa pāragaḥ | jyeṣṭo daśarathasya ayam putrāṇām guṇavattaraḥ || 4-4-9

Ein Zufluchtsort für alle Wesen, der die Weisung seines Vaters bis ans Ende befolgte, ist dieser hier der Älteste der Söhne Daśarathas und an Vorzügen der Beste.

Wort für Wort
śaraṇyaḥ sarva bhūtānām
ein Zufluchtsort für alle Wesen
pituḥ nirdeśa pāragaḥ
der die Weisung des Vaters bis ans Ende befolgte
jyeṣṭo daśarathasya ayam
dieser der Älteste Daśarathas
putrāṇām guṇavattaraḥ
der Söhne, an Vorzügen der Beste

rāja lakṣaṇa saṃyuktaḥ saṃyukto rājya sampadā | rājāt bhraṣṭo mayā vastum vane sārdham iha āgataḥ || 4-4-10

Mit den Zeichen eines Königs versehen, mit dem Reichtum eines Königreichs ausgestattet, ist er von seinem Königreich vertrieben worden und mit mir hierher gekommen, um im Wald zu wohnen.

Wort für Wort
rāja lakṣaṇa saṃyuktaḥ
mit den Zeichen eines Königs versehen
saṃyukto rājya sampadā
ausgestattet mit dem Reichtum eines Königreichs
rājāt bhraṣṭo mayā vastum
von seinem Königreich vertrieben, mit mir, um zu wohnen
vane sārdham iha āgataḥ
im Wald, zusammen hierher gekommen

bhāryayā ca mahābhāga sītayā anugato vaśī | dina kṣaye mahātejāḥ prabha eva divākaraḥ || 4-4-11

O Hochgesegneter, begleitet auch von seiner Gattin Sītā, der Selbstbeherrschte, überaus glanzvoll wie die untergehende Sonne am Ende des Tages.

Wort für Wort
bhāryayā ca mahābhāga
und, o Hochgesegneter, von der Gattin
sītayā anugato vaśī
von Sītā begleitet, der Selbstbeherrschte
dina kṣaye mahātejāḥ
überaus glanzvoll am Ende des Tages
prabha eva divākaraḥ
wie die Sonne im Untergehen

aham asya avaraḥ bhrātā guṇaiḥ dāsyam upāgataḥ | kṛtajñasya bahujñasya lakṣmaṇo nāma nāmataḥ || 4-4-12

Ich bin sein jüngerer Bruder, der durch seine Vorzüge zu seinem Dienst gelangt ist, dem Dankbaren und Vielkundigen, mit Namen Lakṣmaṇa genannt.

Wort für Wort
aham asya avaraḥ bhrātā
ich bin sein jüngerer Bruder
guṇaiḥ dāsyam upāgataḥ
durch seine Vorzüge zum Dienst gelangt
kṛtajñasya bahujñasya
dem Dankbaren, dem Vielkundigen
lakṣmaṇo nāma nāmataḥ
mit Namen Lakṣmaṇa genannt

sukhārhasya mahārhasya sarvabhūta hitātmanaḥ | aiśvaryeṇa vihīnasya vanavāse ratasya ca || 4-4-13

Er, der des Glücks würdig ist, der hoch zu ehren ist, dessen Sinn allen Wesen wohlgesinnt ist, der der Herrschaft beraubt und doch dem Waldleben zugetan ist -

Wort für Wort
sukhārhasya mahārhasya
der des Glücks würdig, hoch zu ehren
sarvabhūta hitātmanaḥ
dessen Sinn allen Wesen wohlgesinnt ist
aiśvaryeṇa vihīnasya
der Herrschaft beraubt
vanavāse ratasya ca
und dem Waldleben zugetan

rakṣasa apahṛtā bhāryā rahite kāma rūpiṇā | tat ca na jñāyate rakṣaḥ patnī yena asya vā hṛtā || 4-4-14

seine Gattin wurde von einem gestaltwandelnden Rākṣasa in seiner Abwesenheit geraubt, und man weiß nicht, welcher Rākṣasa seine Gattin geraubt hat.

Wort für Wort
rakṣasa apahṛtā bhāryā
seine Gattin wurde von einem Rākṣasa geraubt
rahite kāma rūpiṇā
in seiner Abwesenheit, von einem gestaltwandelnden
tat ca na jñāyate rakṣaḥ
und man kennt jenen Rākṣasa nicht
patnī yena asya vā hṛtā
durch den seine Gattin geraubt wurde

danuḥ nāma diteḥ putraḥ śāpāt rākṣasatām gataḥ | ākhyātaḥ tena sugrīvaḥ samartho vānarādhipaḥ || 4-4-15

Ein Sohn der Diti namens Danu, der durch einen Fluch zum Rākṣasa geworden war, hat ihm von dem fähigen Sugrīva, dem Herrn der Affen, berichtet.

Wort für Wort
danuḥ nāma diteḥ putraḥ
ein Sohn der Diti namens Danu
śāpāt rākṣasatām gataḥ
der durch einen Fluch zum Rākṣasa geworden war
ākhyātaḥ tena sugrīvaḥ
von ihm wurde Sugrīva genannt
samartho vānarādhipaḥ
der fähige Herr der Affen

sa jñāsyati mahāvīryaḥ tava bhāryā apahāriṇam | evam uktvā danuḥ svargam bhrājamāno divam gataḥ || 4-4-16

'Er, der überaus Tapfere, wird den Räuber deiner Gattin ausfindig machen.' So gesprochen habend, ging Danu, erstrahlend, zum Himmel ein.

Wort für Wort
sa jñāsyati mahāvīryaḥ
er, der überaus Tapfere, wird erkennen
tava bhāryā apahāriṇam
den Räuber deiner Gattin
evam uktvā danuḥ svargam
so gesprochen, Danu zum Himmel
bhrājamāno divam gataḥ
erstrahlend ging er in den Himmel ein

etat te sarvam ākhyātam yāthātathyena pṛcchataḥ | aham caiva ca rāmaḥ ca sugrīvam śaraṇam gatau || 4-4-17

Dies alles wurde dir, der du fragtest, der Wahrheit gemäß berichtet; sowohl ich als auch Rāma sind bei Sugrīva Zuflucht suchend eingetroffen.

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātam
dies alles wurde dir berichtet
yāthātathyena pṛcchataḥ
der Wahrheit gemäß, dir, der du fragtest
aham caiva ca rāmaḥ ca
sowohl ich als auch Rāma
sugrīvam śaraṇam gatau
sind zu Sugrīva Zuflucht suchend gekommen

eṣa dattvā ca vittāni prāpya ca anuttamam yaśaḥ | lokanāthaḥ purā bhūtvā sugrīvam nātham icchati || 4-4-18

Er, der einst Reichtümer verschenkt und höchsten Ruhm erlangt hatte, der Herr der Welt gewesen war, wünscht sich nun Sugrīva zum Herrn.

Wort für Wort
eṣa dattvā ca vittāni
er, der Reichtümer verschenkt hatte
prāpya ca anuttamam yaśaḥ
und höchsten Ruhm erlangt hatte
lokanāthaḥ purā bhūtvā
der einst der Herr der Welt gewesen war
sugrīvam nātham icchati
wünscht sich Sugrīva zum Herrn

sītā yasya snuṣā ca āsīt śaraṇyo dharmavatsalaḥ | tasya putraḥ śaraṇyasya sugrīvam śaraṇam gataḥ || 4-4-19

Er, dessen Schwiegertochter Sītā war, ein Zufluchtsort und der Rechtschaffenheit zugetan - dessen Sohn, des Zufluchtsortes Sohn, ist zu Sugrīva Zuflucht suchend gekommen.

Wort für Wort
sītā yasya snuṣā ca āsīt
er, dessen Schwiegertochter Sītā war
śaraṇyo dharmavatsalaḥ
ein Zufluchtsort, der Rechtschaffenheit zugetan
tasya putraḥ śaraṇyasya
dessen Sohn, des Zufluchtsortes
sugrīvam śaraṇam gataḥ
ist zu Sugrīva Zuflucht suchend gekommen

sarva lokasya dharmātmā śaraṇyaḥ śaraṇam purā | gurur me rāghavaḥ so.ayam sugrīvam śaraṇam gataḥ || 4-4-20

Der hochherzige Zufluchtsort für alle Welt, der einst selbst Zuflucht gab - mein Lehrer, eben dieser Rāghava, ist zu Sugrīva Zuflucht suchend gekommen.

Wort für Wort
sarva lokasya dharmātmā
der Hochherzige aller Welt
śaraṇyaḥ śaraṇam purā
der Zufluchtsort, der einst Zuflucht gewährte
gurur me rāghavaḥ so.ayam
mein Lehrer, eben dieser Rāghava
sugrīvam śaraṇam gataḥ
ist zu Sugrīva Zuflucht suchend gekommen

yasya prasāde satatam prasīdeyuḥ imāḥ prajāḥ | sa rāmaḥ vānarendrasya prasādam abhikāṅkṣate || 4-4-21

Er, durch dessen Gnade beständig diese Geschöpfe froh wurden - eben dieser Rāma erhofft sich nun die Gnade des Affenkönigs.

Wort für Wort
yasya prasāde satatam
durch dessen Gnade beständig
prasīdeyuḥ imāḥ prajāḥ
froh wurden diese Geschöpfe
sa rāmaḥ vānarendrasya
eben dieser Rāma erhofft des Affenkönigs
prasādam abhikāṅkṣate
die Gnade

yena sarva guṇopetāḥ pṛthivyām sarva pārthivāḥ | mānitāḥ satatam rājñā sadā daśarathena vai || 4-4-22

Er, durch den alle mit Vorzügen versehenen Herrscher der Erde beständig von König Daśaratha stets geehrt wurden -

Wort für Wort
yena sarva guṇopetāḥ
durch den, alle mit Vorzügen versehenen
pṛthivyām sarva pārthivāḥ
auf Erden alle Herrscher
mānitāḥ satatam rājñā
geehrt beständig vom König
sadā daśarathena vai
stets von Daśaratha wahrlich

tasya ayam pūrvajaḥ putraḥ triṣu lokeṣu viśrutaḥ | sugrīvam vānarendram tu rāmaḥ śaraṇam āgataḥ || 4-4-23

Dieser hier, sein erstgeborener Sohn, in den drei Welten bekannt, dieser Rāma ist zu Sugrīva, dem Affenkönig, Zuflucht suchend gekommen.

Wort für Wort
tasya ayam pūrvajaḥ putraḥ
dieser sein erstgeborener Sohn
triṣu lokeṣu viśrutaḥ
in den drei Welten bekannt
sugrīvam vānarendram tu
zu Sugrīva, dem Affenkönig
rāmaḥ śaraṇam āgataḥ
ist Rāma Zuflucht suchend gekommen

śoka abhibhūte rāme tu śoka ārte śaraṇam gate | kartum arhati sugrīvaḥ prasādam saha yūthapaiḥ || 4-4-24

Für Rāma, der vom Kummer überwältigt, vom Kummer gequält Zuflucht gesucht hat, sollte Sugrīva zusammen mit seinen Heerführern Gnade walten lassen.

Wort für Wort
śoka abhibhūte rāme tu
für Rāma, der vom Kummer überwältigt ist
śoka ārte śaraṇam gate
der vom Kummer gequält Zuflucht gesucht hat
kartum arhati sugrīvaḥ
sollte Sugrīva tun
prasādam saha yūthapaiḥ
Gnade, zusammen mit seinen Heerführern

evam bruvāṇam saumitrim karuṇam sa aśru pātanam | hanumān prati uvāca idam vākyam vākya viśāradaḥ || 4-4-25

Dem so sprechenden Sohn der Sumitrā, der mitleiderregend Tränen vergoss, erwiderte Hanumān, der Redekundige, dieses Wort.

Wort für Wort
evam bruvāṇam saumitrim
dem so sprechenden Sohn der Sumitrā
karuṇam sa aśru pātanam
mitleiderregend, Tränen vergießend
hanumān prati uvāca
erwiderte Hanumān
idam vākyam vākya viśāradaḥ
dieses Wort, der Redekundige

īdṛśā buddhi saṃpannā jitakrodhā jiteindriyāḥ | draṣṭavyā vānareindreṇa diṣṭyā darśanam āgatāḥ || 4-4-26

'Solche mit Weisheit ausgestattete, den Zorn und die Sinne beherrschende Männer soll der Affenkönig sehen; zum Glück seid ihr in sein Blickfeld gekommen.

Wort für Wort
īdṛśā buddhi saṃpannā
solche mit Weisheit ausgestattete
jitakrodhā jiteindriyāḥ
die den Zorn und die Sinne beherrschen
draṣṭavyā vānareindreṇa
sollen vom Affenkönig gesehen werden
diṣṭyā darśanam āgatāḥ
zum Glück seid ihr in sein Blickfeld gekommen

sa hi rājyāt ca vibhraṣṭaḥ kṛta vairaḥ ca vālinā | hṛta dāro vane trastaḥ bhrātrā vinikṛtaḥ bhṛśam || 4-4-27

Denn auch er ist aus seinem Königreich vertrieben und mit Vālin verfeindet, seiner Gattin beraubt, im Wald erschreckt, von seinem Bruder aufs Schwerste betrogen.

Wort für Wort
sa hi rājyāt ca vibhraṣṭaḥ
denn auch er ist aus dem Königreich vertrieben
kṛta vairaḥ ca vālinā
und mit Vālin verfeindet
hṛta dāro vane trastaḥ
seiner Gattin beraubt, im Wald erschreckt
bhrātrā vinikṛtaḥ bhṛśam
von seinem Bruder aufs Schwerste betrogen

kariṣyati sa sāhāyyam yuvayoḥ bhāskarātmajaḥ | sugrīvaḥ saha ca asmābhiḥ sītāyāḥ parimārgaṇe || 4-4-28

Er, der Sohn des Sonnengottes, wird euch beiden Hilfe leisten, Sugrīva, zusammen mit uns, bei der Suche nach Sītā.'

Wort für Wort
kariṣyati sa sāhāyyam
er wird Hilfe leisten
yuvayoḥ bhāskarātmajaḥ
euch beiden, der Sohn des Sonnengottes
sugrīvaḥ saha ca asmābhiḥ
Sugrīva, zusammen mit uns
sītāyāḥ parimārgaṇe
bei der Suche nach Sītā

iti evam uktvā hanumān ślakṣṇam madhurayā girā | babhāṣe sādhu gacchāmaḥ sugrīvam iti rāghavam || 4-4-29

So gesprochen habend, sagte Hanumān mit sanfter, süßer Stimme zu Rāghava: 'Wohlan, lasst uns zu Sugrīva gehen.'

Wort für Wort
iti evam uktvā hanumān
so gesprochen habend, Hanumān
ślakṣṇam madhurayā girā
mit sanfter, süßer Stimme
babhāṣe sādhu gacchāmaḥ
sprach: 'wohlan, lasst uns gehen'
sugrīvam iti rāghavam
zu Sugrīva, so zu Rāghava

evam bruvantam dharmātmā hanūmantam sa lakṣmaṇaḥ | pratipūjya yathā nyāyam idam provāca rāghavam || 4-4-30

Da ehrte der hochherzige Lakṣmaṇa den so sprechenden Hanumān nach der Vorschrift und sprach dieses Wort zu Rāghava.

Wort für Wort
evam bruvantam dharmātmā
den so sprechenden, der Hochherzige
hanūmantam sa lakṣmaṇaḥ
Hanumān, Lakṣmaṇa
pratipūjya yathā nyāyam
nach der Vorschrift ehrend
idam provāca rāghavam
sprach er dieses zu Rāghava

kapiḥ kathayate hṛṣṭo yathā ayam mārutātmajaḥ | kṛtyavān so.api saṃprāptaḥ kṛta kṛtyo.asi rāghava || 4-4-31

'Wie dieser Affe, der Sohn des Windgottes, hocherfreut spricht, ist auch er zu einem Erfolg gelangt; du selbst hast dein Ziel erreicht, o Rāghava.

Wort für Wort
kapiḥ kathayate hṛṣṭo
der Affe spricht hocherfreut
yathā ayam mārutātmajaḥ
wie dieser Sohn des Windgottes
kṛtyavān so.api saṃprāptaḥ
er selbst ist zu einem Erfolg gelangt
kṛta kṛtyo.asi rāghava
du hast dein Ziel erreicht, o Rāghava

prasanna mukha varṇaḥ ca vyaktam hṛṣṭaḥ ca bhāṣate | na anṛtam vakṣyate vīro hanūmān mārutātmajaḥ || 4-4-32

Seine Gesichtsfarbe ist heiter, und er spricht offenkundig erfreut; der Held Hanumān, der Sohn des Windgottes, wird nichts Unwahres sagen.'

Wort für Wort
prasanna mukha varṇaḥ ca
heiter ist seine Gesichtsfarbe
vyaktam hṛṣṭaḥ ca bhāṣate
offenkundig erfreut spricht er
na anṛtam vakṣyate vīro
nichts Unwahres wird sagen der Held
hanūmān mārutātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgottes

tataḥ sa sumahāprājñaḥ hanumān mārutātmajaḥ | jagāma ādāya tau vīrau hari rājāya rāghavau || 4-4-33

Da nahm der überaus kluge Hanumān, der Sohn des Windgottes, die beiden Helden, die Rāghavas, mit sich und ging zum Affenkönig.

Wort für Wort
tataḥ sa sumahāprājñaḥ
dann er, der überaus Kluge
hanumān mārutātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgottes
jagāma ādāya tau vīrau
ging, die beiden Helden mit sich nehmend
hari rājāya rāghavau
zum Affenkönig, die beiden Rāghavas

bhikṣu rūpam parityajya vānaram rūpam āsthitaḥ | pṛṣṭam āropya tau vīrau jagāma kapikuṅjaraḥ || 4-4-34

Nachdem er die Gestalt eines Bettelmönchs abgelegt und wieder die Affengestalt angenommen hatte, hob der Elefant unter den Affen die beiden Helden auf seinen Rücken und ging.

Wort für Wort
bhikṣu rūpam parityajya
die Bettelmönchsgestalt ablegend
vānaram rūpam āsthitaḥ
die Affengestalt wieder annehmend
pṛṣṭam āropya tau vīrau
die beiden Helden auf den Rücken hebend
jagāma kapikuṅjaraḥ
ging der Elefant unter den Affen

sa tu vipula yaśāḥ kapi pravīraḥ pavanasutaḥ kṛta kṛtyavat prahṛṣṭaḥ | giri varam uruvikramaḥ prayātaḥ sa śubhamatiḥ saha rāma lakṣmaṇābhyām || 4-4-35

Jener von weitreichendem Ruhm, der beste Affenheld, der Sohn des Windgottes, hocherfreut wie einer, dessen Vorhaben gelungen ist, von gewaltiger Kraft und wohlgesinnt, zog zu dem trefflichen Berg, zusammen mit Rāma und Lakṣmaṇa.

Wort für Wort
sa tu vipula yaśāḥ kapi pravīraḥ
er, von weitreichendem Ruhm, der beste Affenheld
pavanasutaḥ kṛta kṛtyavat prahṛṣṭaḥ
der Sohn des Windgottes, hocherfreut wie einer mit erfülltem Vorhaben
giri varam uruvikramaḥ prayātaḥ
zog zu dem trefflichen Berg, von gewaltiger Kraft
sa śubhamatiḥ saha rāma lakṣmaṇābhyām
er, wohlgesinnt, zusammen mit Rāma und Lakṣmaṇa

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