Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 23: Tārā Vilāpaḥ Tṛtīyaḥ Tārās Klage über den toten Vālin und Aṅgadas Trauer

tataḥ samupajighraṃtī kapi rājasya tat mukham | patim lokaśrutā tārā mṛtam vacanam abravīt || 4-23-1

Da, jenes Antlitz des Affenkönigs beriechend, sprach Tārā, die in der Welt Berühmte, zu ihrem toten Gatten folgende Worte:

Wort für Wort
tataḥ samupajighraṃtī
da beriechend
kapi rājasya tat mukham
jenes Antlitz des Affenkönigs
patim lokaśrutā tārā
zu dem Gatten, Tārā, die in der Welt Berühmte
mṛtam vacanam abravīt
sprach zu dem Toten dieses Wort

śeṣe tvam viṣame duḥkham akṛtvā vacanam mama | upala upacite vīra suduḥkhe vasudhā tale || 4-23-2

'Du liegst nun, mein Wort missachtend, in Kummer, auf ungleichem, mit Steinen bedecktem, überaus schmerzlichem Erdboden, o Held.'

Wort für Wort
śeṣe tvam viṣame duḥkham
du liegst in Kummer, auf ungleichem
akṛtvā vacanam mama
mein Wort nicht befolgend
upala upacite vīra
auf mit Steinen bedecktem, Held
suduḥkhe vasudhā tale
auf überaus schmerzlichem Erdboden

mattaḥ priyatarā nūnam vānarendra mahī tava | śeṣe hi tām pariṣvajya mām ca na pratibhāṣase || 4-23-3

'Gewiss ist dir, o Herr der Affen, die Erde lieber als ich; denn du liegst hier, sie umarmend, und antwortest mir nicht.'

Wort für Wort
mattaḥ priyatarā nūnam
gewiss lieber als ich
vānarendra mahī tava
o Herr der Affen, ist dir die Erde
śeṣe hi tām pariṣvajya
denn du liegst, sie umarmend
mām ca na pratibhāṣase
und antwortest mir nicht

sugrīvasya vaśam prāpto vidhiḥ eṣa bhavatya aho | sugrīva eva vikrāṃto vīra sāhasika priya || 4-23-4

'In Sugrīvas Macht bist du geraten — welch ein Schicksal! Sugrīva allein war der Tapfere, o Held, der Kühnheitsliebende.'

Wort für Wort
sugrīvasya vaśam prāpto
in Sugrīvas Macht geraten
vidhiḥ eṣa bhavatya aho
dies ist das Schicksal, o Herr
sugrīva eva vikrāṃto
Sugrīva allein war der Tapfere
vīra sāhasika priya
Held, der Kühnheitsliebende

ṛkṣa vānara mukhyāḥ tvām balinam paryupāsate | teṣām vilapitam kṛcchram aṃgadasya ca śocataḥ || 4-23-5

'Die Häupter der Bären und Affen umringen dich, den Starken, klagend; ihr schmerzliches Wehklagen und das des trauernden Aṅgada —'

Wort für Wort
ṛkṣa vānara mukhyāḥ
die Häupter der Bären und Affen
tvām balinam paryupāsate
umringen dich, den Starken
teṣām vilapitam kṛcchram
ihr schmerzliches Wehklagen
aṃgadasya ca śocataḥ
und das des trauernden Aṅgada

mama ca imā giraḥ śrutvā kim tvam na pratibudhyase | idam tat vīra śayanam tatra śeṣe hato yudhi || 4-23-6

'— und diese meine Worte hörend, warum erwachst du nicht? Dies ist jenes Lager, o Held, auf dem du liegst, im Kampf getötet.'

Wort für Wort
mama ca imā giraḥ śrutvā
und diese meine Worte gehört habend
kim tvam na pratibudhyase
warum erwachst du nicht
idam tat vīra śayanam
dies ist jenes Lager, Held
tatra śeṣe hato yudhi
dort liegst du, im Kampf getötet

śāyitā nihatā yatra tvayā eva ripavaḥ purā | viśuddha sattva abhijana priyayuddha mama priya || 4-23-7

'Auf dem einst, von dir selbst, Feinde niedergestreckt zur Ruhe gelegt wurden, o du von reinem Wesen und edler Geburt, kampfliebender, mir Teurer.'

Wort für Wort
śāyitā nihatā yatra
auf dem zur Ruhe gelegt, getötet
tvayā eva ripavaḥ purā
von dir selbst, die Feinde, einst
viśuddha sattva abhijana
von reinem Wesen und edler Geburt
priyayuddha mama priya
kampfliebender, mein Teurer

mām anāthām vihāya ekām gataḥ tvam asi mānada | śūrāya na pradātavyā kanyā khalu vipaścitā || 4-23-8

'Mich, allein und schutzlos, verlassend, bist du gegangen, o Ehrenspender; eine Tochter sollte, so sagen die Weisen, wahrlich nicht einem Helden gegeben werden.'

Wort für Wort
mām anāthām vihāya ekām
mich, allein und schutzlos, verlassend
gataḥ tvam asi mānada
bist du gegangen, o Ehrenspender
śūrāya na pradātavyā
einem Helden sollte nicht gegeben werden
kanyā khalu vipaścitā
eine Tochter, so die Weisen

śūra bhāryām hatām paśya sadyo mām vidhavām kṛtām | avabhagnaḥ ca me māno bhagnā me śāśvatī gatiḥ || 4-23-9

'Sieh, o Held, deine Gattin, mit dir zugleich getötet — sogleich wurde ich zur Witwe gemacht; meine Ehre ist gebrochen, mein ewiges Glück ist zerstört.'

Wort für Wort
śūra bhāryām hatām paśya
sieh, Held, die getötete Gattin
sadyo mām vidhavām kṛtām
mich, sogleich zur Witwe gemacht
avabhagnaḥ ca me māno
und gebrochen ist meine Ehre
bhagnā me śāśvatī gatiḥ
zerstört ist mein ewiges Glück

agādhe ca nimagnā asmi vipule śoka sāgare | aśma sāramayam nūnam idam me hṛdayam dṛḍham || 4-23-10

'Ich bin versunken in einem unergründlichen, weiten Ozean des Kummers; aus Steinessenz gewiss ist dieses mein hartes Herz gemacht,'

Wort für Wort
agādhe ca nimagnā asmi
und versunken bin ich in einem unergründlichen
vipule śoka sāgare
weiten Ozean des Kummers
aśma sāramayam nūnam
aus Steinessenz gewiss
idam me hṛdayam dṛḍham
ist dieses mein hartes Herz

bhartāram nihatam dṛṣṭvā yat na adya śatadhā gatam | suhṛt caiva hi bhartā ca prakṛtyā ca mama priyaḥ || 4-23-11

'da es, meinen getöteten Gatten sehend, heute nicht in hundert Stücke zersprungen ist; du warst mir Freund und Gatte zugleich, und von Natur aus mein Liebster.'

Wort für Wort
bhartāram nihatam dṛṣṭvā
den getöteten Gatten sehend
yat na adya śatadhā gatam
dass es heute nicht in hundert Stücke ging
suhṛt caiva hi bhartā ca
denn Freund und Gatte zugleich
prakṛtyā ca mama priyaḥ
und von Natur aus mein Liebster

prahāre ca parākrāntaḥ śūraḥ paṃcatvam āgataḥ | pati hīnā tu yā nārī kāmam bhavatu putriṇī || 4-23-12

'Der Tapfere, der im Kampf Angriffslustige, ist dahingeschieden; die Frau aber, die ihres Gatten beraubt ist, mag wohl noch einen Sohn haben —'

Wort für Wort
prahāre ca parākrāntaḥ
und im Angriff tapfer
śūraḥ paṃcatvam āgataḥ
der Held ist dahingeschieden
pati hīnā tu yā nārī
die Frau aber, die ihres Gatten beraubt ist
kāmam bhavatu putriṇī
mag wohl einen Sohn haben

dhana dhānya samṛddhā api vidhavā iti ucyate janaiḥ | sva gātra prabhave vīra śeṣe rudhira maṇḍale || 4-23-13

'auch wenn sie reich an Gut und Korn ist, wird sie von den Leuten dennoch "Witwe" genannt. Du liegst nun, o Held, in einer Lache von Blut, das aus deinem eigenen Körper stammt,'

Wort für Wort
dhana dhānya samṛddhā api
auch wenn reich an Gut und Korn
vidhavā iti ucyate janaiḥ
wird sie 'Witwe' genannt von den Leuten
sva gātra prabhave vīra
aus dem eigenen Körper entstanden, Held
śeṣe rudhira maṇḍale
liegst du in der Blutlache

kṛmi rāga paristome svakīye śayane yathā | reṇu śoṇita saṃvītam gātram tava samaṃtataḥ || 4-23-14

'wie auf deinem eigenen, mit purpurroten Insekten besetzten Bett; dein Körper ist ringsum mit Staub und Blut bedeckt.'

Wort für Wort
kṛmi rāga paristome
auf dem mit purpurroten Insekten bedeckten
svakīye śayane yathā
wie auf deinem eigenen Bett
reṇu śoṇita saṃvītam
mit Staub und Blut bedeckt
gātram tava samaṃtataḥ
dein Körper ringsum

parirabdhum na śaknomi bhujābhyām plavagarṣabha | kṛta kṛtyo adya sugrīvo vaire asmin atidāruṇe || 4-23-15

'Ich vermag dich nicht mehr mit meinen Armen zu umschlingen, o Stier der Affen; heute hat Sugrīva sein Ziel in dieser überaus grausamen Feindschaft erreicht.'

Wort für Wort
parirabdhum na śaknomi
ich vermag nicht zu umschlingen
bhujābhyām plavagarṣabha
mit den Armen, o Stier der Affen
kṛta kṛtyo adya sugrīvo
heute hat Sugrīva sein Ziel erreicht
vaire asmin atidāruṇe
in dieser überaus grausamen Feindschaft

yasya rāma vimuktena hṛtam eka iṣuṇā bhayam | śareṇa hṛdi lagnena gātra saṃsparśane tava || 4-23-16

'Dessen Furcht durch einen einzigen, von Rāma abgeschossenen Pfeil beseitigt wurde — durch den Pfeil, der in deinem Herzen steckt, während ich deinen Körper berühre —'

Wort für Wort
yasya rāma vimuktena
dessen von Rāma abgeschossenem
hṛtam eka iṣuṇā bhayam
durch einen Pfeil die Furcht beseitigt wurde
śareṇa hṛdi lagnena
durch den im Herzen steckenden Pfeil
gātra saṃsparśane tava
bei der Berührung deines Körpers

vāryāmi tvām nirīkṣantī tvayi paṃcatvam āgate | udbabarha śaram nīlaḥ tasya gātra gatam tadā || 4-23-17

'ich wollte dich zurückhalten, dich betrachtend, als du dahingeschieden warst — da zog Nīla den in seinem Körper steckenden Pfeil heraus.'

Wort für Wort
vāryāmi tvām nirīkṣantī
ich wollte dich zurückhalten, dich betrachtend
tvayi paṃcatvam āgate
als du dahingeschieden warst
udbabarha śaram nīlaḥ
zog Nīla den Pfeil heraus
tasya gātra gatam tadā
der in seinem Körper steckte, da

giri gahvara saṃlīnam dīptam āśī viṣam yathā | tasya niṣkṛṣyamāṇasya bāṇasya ca babhau dyutiḥ || 4-23-18

'Wie in einer Bergschlucht verborgenes, leuchtendes Schlangengift — so glänzte der Schimmer des Pfeils, während er herausgezogen wurde.'

Wort für Wort
giri gahvara saṃlīnam
in einer Bergschlucht verborgen
dīptam āśī viṣam yathā
wie leuchtendes Schlangengift
tasya niṣkṛṣyamāṇasya
während er herausgezogen wurde
bāṇasya ca babhau dyutiḥ
glänzte der Schimmer des Pfeils

asta mastaka saṃruddho raśmiḥ dinakarāt iva | petuḥ kṣataja dhārāḥ tu vraṇebhyaḥ tasya sarvaśaḥ || 4-23-19

'Wie ein von der Bergspitze des Sonnenuntergangs zurückgehaltener Strahl der Sonne — so fielen die Blutströme von allen seinen Wunden.'

Wort für Wort
asta mastaka saṃruddho
von der Bergspitze des Sonnenuntergangs zurückgehalten
raśmiḥ dinakarāt iva
wie ein Strahl von der Sonne
petuḥ kṣataja dhārāḥ tu
so fielen die Blutströme
vraṇebhyaḥ tasya sarvaśaḥ
von allen seinen Wunden

tāmra gairika saṃpṛktā dhārā iva dharā dharāt | avakīrṇam vimārjantī bhartāram raṇa reṇunā || 4-23-20

Wie ein rötlich-ockerfarbener Strom, der von einem Berg herabfließt — ihn, mit Kampfstaub bedeckt, abwischend,

Wort für Wort
tāmra gairika saṃpṛktā
mit rötlichem Ocker vermischt
dhārā iva dharā dharāt
wie ein Strom von einem Berg
avakīrṇam vimārjantī
abwischend den Bedeckten
bhartāram raṇa reṇunā
den Gatten, mit Kampfstaub

asraiḥ nayanajaiḥ śūram siṣeca astra samāhatam | rudhirokṣita sarvāngam dṛṣṭvā vinihatam patim || 4-23-21

benetzte sie den Helden, vom Geschoss Getroffenen, mit den Tränen ihrer Augen, ihren Gatten betrachtend, dessen ganzer Körper von Blut bedeckt war, den gefallenen.

Wort für Wort
asraiḥ nayanajaiḥ śūram
mit den aus den Augen kommenden Tränen den Helden
siṣeca astra samāhatam
benetzte sie, den vom Geschoss Getroffenen
rudhirokṣita sarvāngam
dessen ganzer Körper mit Blut bedeckt war
dṛṣṭvā vinihatam patim
den gefallenen Gatten betrachtend

uvāca tārā piṃgākṣam putram aṃgadam aṃganā | avasthām paścimām paśya pituḥ putra sudāruṇām || 4-23-22

Tārā, die Frau, sprach zu ihrem goldäugigen Sohn Aṅgada: 'Sieh, mein Sohn, den überaus schrecklichen letzten Zustand deines Vaters.'

Wort für Wort
uvāca tārā piṃgākṣam
sprach Tārā zu dem goldäugigen
putram aṃgadam aṃganā
Sohn Aṅgada, die Frau
avasthām paścimām paśya
sieh den letzten Zustand
pituḥ putra sudāruṇām
des Vaters, mein Sohn, den überaus schrecklichen

saṃprasaktasya vairasya gato antaḥ pāpa karmaṇā | bāla sūryojjvala tanum prayātam yama sādanam || 4-23-23

'Das Ende der lange andauernden Feindschaft ist durch die böse Tat gekommen; sein Körper, der der jungen Sonne glich, ist zur Wohnstatt des Yama gegangen.'

Wort für Wort
saṃprasaktasya vairasya
der lange andauernden Feindschaft
gato antaḥ pāpa karmaṇā
das Ende ist gekommen durch die böse Tat
bāla sūryojjvala tanum
dessen Körper der jungen Sonne glich
prayātam yama sādanam
der zur Wohnstatt des Yama gegangen ist

abhivādaya rājānam pitaram putra mānadam | evam uktaḥ samutthāya jagrāha caraṇau pituḥ || 4-23-24

'Erweise dem König, deinem ehrenwerten Vater, deine Verehrung, mein Sohn.' So angesprochen, erhob er sich und ergriff die Füße seines Vaters,

Wort für Wort
abhivādaya rājānam
erweise Verehrung dem König
pitaram putra mānadam
dem Vater, mein Sohn, dem Ehrenwerten
evam uktaḥ samutthāya
so angesprochen, sich erhebend
jagrāha caraṇau pituḥ
ergriff er die Füße des Vaters

bhujābhyām pīna vṛtābhyām aṃgado aham iti bruvan | abhivādayamānam tvām aṃgadam tvam yathā purā || 4-23-25

mit seinen kräftigen, gerundeten Armen, indem er sprach: 'Ich bin Aṅgada' — dich, Aṅgada, der dich so verehrte, wie er es früher tat,

Wort für Wort
bhujābhyām pīna vṛtābhyām
mit den kräftigen, gerundeten Armen
aṃgado aham iti bruvan
'ich bin Aṅgada' sagend
abhivādayamānam tvām
dich verehrend
aṃgadam tvam yathā purā
Aṅgada, du, wie früher

dīrgha āyur bhava putra iti kim artham na abhibhāṣase | aham putra sahāyā tvām upāse gata cetanam || 4-23-26

'"Habe langes Leben, mein Sohn" — warum sprichst du nicht mehr so zu ihm? Ich, mit dem Sohn zusammen, sitze nun bei dir, dem Bewusstlosen.'

Wort für Wort
dīrgha āyur bhava putra iti
'habe langes Leben, mein Sohn' so
kim artham na abhibhāṣase
warum sprichst du nicht
aham putra sahāyā tvām
ich, mit dem Sohn zusammen, dich
upāse gata cetanam
sitze bei, dem Bewusstlosen

siṃhena pātitam sadyo gauḥ sa vatsā iva go vṛṣam | iṣṭvā saṃgrāma yajñena rāma praharaṇa aṃbhasā || 4-23-27

'Wie eine Kuh mit ihrem Kalb bei einem sogleich von einem Löwen gefällten Stier — nachdem du das Opfer des Kampfes vollzogen hast, mit Rāmas Waffen als Opferwasser,'

Wort für Wort
siṃhena pātitam sadyo
sogleich von einem Löwen gefällt
gauḥ sa vatsā iva go vṛṣam
wie eine Kuh mit Kalb bei einem Stier
iṣṭvā saṃgrāma yajñena
das Opfer des Kampfes vollzogen habend
rāma praharaṇa aṃbhasā
mit Rāmas Waffen als Opferwasser

asmin avabhṛthe snātaḥ katham patnyā mayā vinā | yā dattā deva rājena tava tuṣṭena saṃyuge || 4-23-28

'wie kannst du in diesem Abschlussbad gebadet sein, ohne mich, deine Gattin? Wo ist jene, die dir vom zufriedenen Götterkönig im Kampf gegeben wurde —'

Wort für Wort
asmin avabhṛthe snātaḥ
in diesem Abschlussbad gebadet
katham patnyā mayā vinā
wie ohne mich, die Gattin
yā dattā deva rājena
die gegeben wurde vom Götterkönig
tava tuṣṭena saṃyuge
dem zufriedenen, dir, im Kampf

śāta kaumbhīm priyām mālām tām te paśyāmi na iha kim | rājyaśrīḥ na jahāti tvām gata asum api mānada || 4-23-29

'jene liebe Girlande aus rotem Gold — warum sehe ich sie hier nicht bei dir? Das Glück des Königtums verlässt dich nicht, o Ehrenspender, selbst nachdem dein Lebensodem gewichen ist —'

Wort für Wort
śāta kaumbhīm priyām mālām
die liebe Girlande aus rotem Gold
tām te paśyāmi na iha kim
sehe ich sie hier nicht bei dir, warum
rājyaśrīḥ na jahāti tvām
das Glück des Königtums verlässt dich nicht
gata asum api mānada
selbst da der Lebensodem gewichen ist, o Ehrenspender

sūryasya āvartamānasya śaila rājam iva prabhā | na me vacaḥ pathyam idam tvayā kṛtam na ca asmi śaktā hi nivāraṇe tava | hatā saputrā asmi hatena saṃyuge saha tvayā śrīḥ vijahāti mām api || 4-23-30

'wie der Glanz der sich wendenden Sonne auf dem Herrscher der Berge. Mein heilsames Wort wurde von dir nicht befolgt, und ich vermochte nicht, dich zurückzuhalten; zusammen mit dir, dem im Kampf Gefallenen, bin ich, samt meinem Sohn, vernichtet — auch mich verlässt nun das Glück.'

Wort für Wort
sūryasya āvartamānasya
der sich wendenden Sonne
śaila rājam iva prabhā
wie der Glanz auf dem Herrscher der Berge
na me vacaḥ pathyam idam tvayā kṛtam
mein heilsames Wort wurde von dir nicht befolgt
na ca asmi śaktā hi nivāraṇe tava
und ich vermochte nicht, dich zurückzuhalten
hatā saputrā asmi hatena saṃyuge saha tvayā
vernichtet bin ich mit dem Sohn, zusammen mit dir, dem im Kampf Getöteten
śrīḥ vijahāti mām api
auch mich verlässt das Glück

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