Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 44: Rāma Hanumat Saṃvādaḥ Rāma übergibt Hanumān seinen Ring

viśeṣeṇa tu sugrīvo hanūmati artham uktavān | sa hi tasmin hari śreṣṭhe niścitārtho artha sādhane ||

Sugrīva aber sprach besonders zu Hanumān über die Angelegenheit; denn er war hinsichtlich jenes besten der Affen in der Ausführung der Aufgabe fest entschlossen.

Wort für Wort
viśeṣeṇa tu sugrīvo
Sugrīva aber im Besonderen
hanūmati artham uktavān
sprach zu Hanumān über die Angelegenheit
sa hi tasmin hari śreṣṭhe
denn er war bei jenem besten der Affen
niścitārtho artha sādhane
fest entschlossen bezüglich der Ausführung der Aufgabe

abravīt ca hanūmaṃtam vikraṃtam anila ātmajam | sugrīvaḥ parama prītaḥ prabhuḥ sarva vana okasām ||

Und Sugrīva, der Herrscher aller Waldbewohner, überaus erfreut, sprach zu dem mutigen Sohn des Windgottes, Hanumān:

Wort für Wort
abravīt ca hanūmaṃtam
und er sprach zu Hanumān
vikraṃtam anila ātmajam
dem mutigen Sohn des Windgottes
sugrīvaḥ parama prītaḥ
Sugrīva, überaus erfreut
prabhuḥ sarva vana okasām
der Herrscher aller Waldbewohner

na bhūmau na aṃtarikṣe vā na aṃbare na amara ālaye | na apsu vā gati saṃgam te paśyāmi hari pumgava ||

„Weder auf der Erde noch im Luftraum, weder am Himmel noch in der Wohnstatt der Unsterblichen, noch im Wasser sehe ich eine Grenze für dein Vermögen zu gehen, o Bester der Affen.

Wort für Wort
na bhūmau na aṃtarikṣe vā
weder auf der Erde noch im Luftraum
na aṃbare na amara ālaye
weder am Himmel noch in der Wohnstatt der Unsterblichen
na apsu vā gati saṃgam te
noch im Wasser eine Grenze deines Gehens
paśyāmi hari pumgava
sehe ich, o Bester der Affen

sa asurāḥ saha gaṃdharvāḥ sa nāga nara devatāḥ | viditāḥ sarva lokāḥ te sa sāgara dharā dharāḥ ||

Alle Welten mit den Asuras, Gandharven, Nāgas, Menschen und Göttern, mit ihren Meeren und Bergen, sind dir bekannt.

Wort für Wort
sa asurāḥ saha gaṃdharvāḥ
mit den Asuras und den Gandharven
sa nāga nara devatāḥ
mit den Nāgas, Menschen und Göttern
viditāḥ sarva lokāḥ te
alle Welten sind dir bekannt
sa sāgara dharā dharāḥ
mit ihren Meeren und Bergen

gatiḥ vegaḥ ca tejaḥ ca lāghavam ca mahākape | pituḥ te sadṛśam vīra mārutasya mahā ojasaḥ ||

Deine Gangart, Schnelligkeit, Glut und Behändigkeit, o großer Affe, sind, o Held, deinem Vater, dem gewaltig mächtigen Windgott, gleich.

Wort für Wort
gatiḥ vegaḥ ca tejaḥ ca
Gangart, Schnelligkeit und Glut
lāghavam ca mahākape
und Behändigkeit, o großer Affe
pituḥ te sadṛśam vīra
sind deinem Vater gleich, o Held
mārutasya mahā ojasaḥ
dem Windgott von gewaltiger Kraft

tejasā vā api te bhūtam na samam bhuvi vidyate | tat yathā labhyate sītā tat tvam eva anuciṃtaya ||

Kein Wesen an Glanz dir gleich gibt es auf Erden; darum bedenke du selbst, wie Sītā gefunden werden kann.

Wort für Wort
tejasā vā api te bhūtam
auch an Glanz dir gleiches Wesen
na samam bhuvi vidyate
gibt es nicht gleich auf Erden
tat yathā labhyate sītā
darum, wie Sītā gefunden wird
tat tvam eva anuciṃtaya
das bedenke du selbst

tvayi eva hanuman asti balam buddhiḥ parākramaḥ | deśa kāla anuvṛttiḥ ca nayaḥ ca naya paṇḍita ||

In dir allein, Hanumān, ist Kraft, Klugheit und Tapferkeit vorhanden, sowie die Anpassung an Ort und Zeit und rechtes Handeln, o Kenner der rechten Politik.

Wort für Wort
tvayi eva hanuman asti
in dir allein, Hanumān, ist
balam buddhiḥ parākramaḥ
Kraft, Klugheit und Tapferkeit
deśa kāla anuvṛttiḥ ca
und die Anpassung an Ort und Zeit
nayaḥ ca naya paṇḍita
und rechtes Handeln, o Kenner der rechten Politik

tataḥ kārya samāsaṃgam avagamya hanūmati | viditvā hanumantam ca cintayāmāsa rāghavaḥ ||

Als der Rāghava erkannte, dass die Aufgabe bei Hanumān wohl aufgehoben war, und Hanumān erkannt hatte, dachte er nach:

Wort für Wort
tataḥ kārya samāsaṃgam
dann die Verbindung der Aufgabe
avagamya hanūmati
bei Hanumān erkennend
viditvā hanumantam ca
und Hanumān erkannt habend
cintayāmāsa rāghavaḥ
dachte der Rāghava nach

sarvathā niścita artho ayam hanūmati hari īśvaraḥ | niścita arthataraḥ ca api hanūmān kārya sādhane ||

„Dieser Herrscher der Affen ist in jeder Hinsicht in seinem Vorhaben bezüglich Hanumān fest entschlossen; und Hanumān selbst ist noch fester entschlossen in der Ausführung der Aufgabe.

Wort für Wort
sarvathā niścita artho ayam
dieser ist in jeder Hinsicht fest entschlossen
hanūmati hari īśvaraḥ
der Herrscher der Affen bezüglich Hanumān
niścita arthataraḥ ca api
und noch fester entschlossen ist auch
hanūmān kārya sādhane
Hanumān in der Ausführung der Aufgabe

tat evam prasthitasya asya parijñātasya karmabhiḥ | bhartrā parigṛhītasya dhruvaḥ kārya phalodayaḥ ||

So ist bei diesem, der sich aufgemacht hat, der durch seine Taten wohlbekannt und von seinem Herrn ausgewählt worden ist, das Aufgehen der Frucht der Aufgabe gewiss.“

Wort für Wort
tat evam prasthitasya asya
so bei diesem, der sich aufgemacht hat
parijñātasya karmabhiḥ
der durch seine Taten wohlbekannt ist
bhartrā parigṛhītasya
von seinem Herrn ausgewählt
dhruvaḥ kārya phalodayaḥ
ist das Aufgehen der Frucht der Aufgabe gewiss

tam samīkṣya mahātejā vyavasāyottaram harim | kṛtārtha iva saṃhṛṣṭaḥ prahṛṣṭa indriya mānasaḥ ||

Als er jenen von höchster Entschlossenheit erfüllten Affen erblickte, wurde der überaus glanzvolle Rāma froh, als hätte er sein Ziel schon erreicht, mit erfreuten Sinnen und Herz,

Wort für Wort
tam samīkṣya mahātejā
jenen erblickend, der überaus Glanzvolle
vyavasāyottaram harim
den Affen von höchster Entschlossenheit
kṛtārtha iva saṃhṛṣṭaḥ
froh, als hätte er sein Ziel erreicht
prahṛṣṭa indriya mānasaḥ
mit erfreuten Sinnen und Herz

dadau tasya tataḥ prītaḥ sva nāmāṃka upaśobhitam | aṃgulīyam abhijñānam rājaputryāḥ paraṃtapaḥ ||

und der Bezwinger der Feinde gab ihm daraufhin voll Zuneigung seinen mit seinem eigenen Namen gezeichneten Ring als Erkennungszeichen für die Königstochter.

Wort für Wort
dadau tasya tataḥ prītaḥ
er gab ihm dann voll Zuneigung
sva nāmāṃka upaśobhitam
mit seinem eigenen Namenszeichen geschmückt
aṃgulīyam abhijñānam
den Ring als Erkennungszeichen
rājaputryāḥ paraṃtapaḥ
für die Königstochter, der Bezwinger der Feinde

anena tvām hariśreṣṭha cihnena janakāatmajā | mat sakāśāt anuprāptam anudvignā anupaśyati ||

„An diesem Zeichen, o bester der Affen, wird die Tochter Janakas erkennen, dass du von mir gekommen bist, und dich ohne Beunruhigung ansehen.

Wort für Wort
anena tvām hariśreṣṭha
an diesem dich, o bester der Affen
cihnena janakāatmajā
an diesem Zeichen die Tochter Janakas
mat sakāśāt anuprāptam
als von mir gekommen
anudvignā anupaśyati
wird sie ohne Beunruhigung erkennen

vyavasāyaḥ ca te vīra sattva yuktaḥ ca vikramaḥ | sugrīvasya ca saṃdeśaḥ siddhim kathayati iva me ||

Deine Entschlossenheit, o Held, und deine von Kraft begleitete Tapferkeit sowie Sugrīvas Auftrag verkünden mir gleichsam schon den Erfolg.“

Wort für Wort
vyavasāyaḥ ca te vīra
und deine Entschlossenheit, o Held
sattva yuktaḥ ca vikramaḥ
und deine von Kraft begleitete Tapferkeit
sugrīvasya ca saṃdeśaḥ
und Sugrīvas Auftrag
siddhim kathayati iva me
verkünden mir gleichsam den Erfolg

sa tat gṛhya hariśreṣṭhaḥ sthāpya mūrdhni kṛtāṃjaliḥ | vanditvā caraṇau caiva prasthitaḥ plavagarṣabhaḥ ||

Jener beste der Affen nahm dies entgegen, setzte es sich mit gefalteten Händen aufs Haupt, verehrte auch die Füße Rāmas, und der Stier unter den Affen machte sich auf den Weg.

Wort für Wort
sa tat gṛhya hariśreṣṭhaḥ
jener beste der Affen, dies entgegennehmend
sthāpya mūrdhni kṛtāṃjaliḥ
es sich mit gefalteten Händen aufs Haupt setzend
vanditvā caraṇau caiva
und auch die Füße verehrend
prasthitaḥ plavagarṣabhaḥ
machte sich der Stier unter den Affen auf den Weg

sa tat prakarṣan hariṇām mahat balam babhūva vīraḥ pavanātmajaḥ kapiḥ | gata aṃbude vyomni viśuddha maṇḍalaḥ śaśī iva nakṣatra gaṇopaśobhitaḥ ||

Jener heldenhafte Affe, der Sohn des Windgottes, der jenes gewaltige Affenheer anführte, glich dem Mond mit seiner reinen Scheibe, geschmückt von der Schar der Sterne, wenn die Wolken am Himmel verschwunden sind.

Wort für Wort
sa tat prakarṣan hariṇām
er, jenes der Affen anführend
mahat balam babhūva vīraḥ
das gewaltige Heer, wurde der Held
pavanātmajaḥ kapiḥ
der Affe, Sohn des Windgottes
gata aṃbude vyomni
wenn die Wolke am Himmel verschwunden ist
viśuddha maṇḍalaḥ śaśī iva
wie der Mond mit reiner Scheibe
nakṣatra gaṇopaśobhitaḥ
geschmückt von der Schar der Sterne

atibala balam āśritaḥ tava aham hari vara vikrama vikramaiḥ analpaiḥ | pavana suta yathā adhigamyate sā janaka sutā hanuman tathā kuruṣva ||

„Auf deine gewaltige Kraft gestützt, mit deiner nicht geringen, dem besten der Affen eigenen Tapferkeit – wirke, o Windessohn Hanumān, so, dass jene Tochter Janakas gefunden wird!“

Wort für Wort
atibala balam āśritaḥ
auf die gewaltige Kraft gestützt
tava aham hari vara vikrama vikramaiḥ analpaiḥ
auf deine, des besten der Affen, nicht geringe Tapferkeit
pavana suta yathā adhigamyate
so, dass, o Windessohn, gefunden wird
sā janaka sutā hanuman tathā kuruṣva
jene Tochter Janakas, o Hanumān, so wirke

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