Als er den klaren Himmel erblickte, von dem Blitz und Wolken gewichen waren, widerhallend vom Geschrei der Kraniche, überzogen mit lieblichem Mondlicht,
samṛddha artham ca sugrīvam manda dharmārtha saṃgraham |
atyartham ca asatām mārgam ekāṃta gata mānasam ||
und Sugrīva, dessen Ziele erfüllt waren, der aber nachlässig in der Pflege von Recht und Nutzen war, der übermässig den Weg der Unrechten einschlug, dessen Geist ganz einseitig gerichtet war,
sich vergnügend wie der Herr der Götter mit den Scharen der Gandharven und Apsaras, seine Aufgaben den Ministern übertragend, ohne sich um die Minister zu kümmern,
frei von jedem Zweifel über sein Reich, gleichsam nur der Lust ergeben lebend — diesen Sugrīva suchte der Sohn des Windgottes, entschlossenen Sinnes, kundig der besonderen Beschaffenheit von Zeit und Pflicht,
Wort für Wort
ucchinna rājya saṃdeham
frei von jedem Zweifel über das Reich
kāma vṛttam iva sthitam
wie nur der Lust ergeben lebend
niścita artho artha tattvajñaḥ
entschlossenen Sinnes, kundig des wahren Wesens des Nutzens
mit süssen, begründeten, herzerfreuenden Worten zu besänftigen suchte der Sohn des Windes, kundig der Rede, den in der wahren Bedeutung der Rede kundigen Affenfürsten,
hitam tathyam ca pathyam ca sāma dharma artha nītimat |
praṇaya prīti saṃyuktam viśvāsa kṛta niścayam ||
mit heilsamen, wahren und zuträglichen, mit Versöhnlichkeit, Recht, Nutzen und Klugheit versehenen, mit Zuneigung und Liebe verbundenen, in Vertrauen gegründeten Worten:
«Das Königreich ist erlangt, ebenso der Ruhm, das angestammte Glück ist gemehrt; es bleibt nur noch, die Freunde zu unterstützen — dies solltest du tun.
saṃtyajya sarva karmāṇi mitrārtham yo na vartate |
saṃbhramāt hi kṛta utsāhaḥ saḥ anarthena avarudhyate ||
Wer, obwohl er alle anderen Angelegenheiten aufgibt, sich nicht um die Sache des Freundes kümmert, der wird, obwohl er in Eile Eifer gezeigt hat, von Unheil überwältigt.
yo hi kāla vyatīteṣu mitra kāryeṣu vartate |
sa kṛtvā mahato api arthān na mitrārthena yujyate ||
Denn wer sich erst dann um die Angelegenheiten des Freundes kümmert, wenn die rechte Zeit verstrichen ist, der wird, selbst wenn er grosse Dinge vollbracht hat, nicht mit dem eigentlichen Nutzen für den Freund vereint.
tat idam mitrakāryam naḥ kāla atītam ariṃdama |
kriyatām rāghavasya etat vaidehyāḥ parimārgaṇam ||
Diese Freundesangelegenheit von uns ist nun schon zeitlich überschritten, Feindebezwinger; es soll nun diese Suche nach Vaidehī für Rāghava unternommen werden.
kulasya hetuḥ sphītasya dīrgha bandhuḥ ca rāghavaḥ |
aprameya prabhāvaḥ ca svayam ca apratimo guṇaiḥ ||
Rāghava ist die Ursache deines gedeihenden Geschlechts und ein langjähriger Verwandter, von unermesslicher Macht und selbst an Tugenden unvergleichlich.
na hi tāvat bhavet kālo vyatītaḥ codanāt ṛte |
coditasya hi kāryasya bhavet kāla vyatikramaḥ ||
Denn die Zeit wird nicht so leicht als verstrichen gelten ohne einen Anstoss deinerseits; nur wenn eine bereits angemahnte Sache verzögert wird, tritt ein Zeitüberschreiten ein.
akartur api kāryasya bhavān kartā harīśvara |
kim punaḥ pratikartuḥ te rājyena ca vadhena ca ||
Selbst für den, der nichts getan hätte, wärest du, o Herr der Affen, der Handelnde — wieviel mehr für den, der dir mit Königreich und Tötung vergolten hat.
Der Sohn des Daśaratha wäre gewiss imstande, mit seinen Pfeilen Götter, Dämonen und grosse Schlangenwesen sich untertan zu machen, doch er wartet auf dein Versprechen.
prāṇa tyāga aviśaṃkena kṛtam tena mahat priyam |
tasya mārgāma vaidehīm pṛthivyām api ca aṃbare ||
Von ihm, der ohne Bedenken sein Leben aufs Spiel setzte, wurde uns ein grosses Gefallen erwiesen; lasst uns für ihn Vaidehī suchen, sei es auf der Erde oder am Himmel.
Daher solltest du, o Herrscher der Piṅgalas, dem so mächtigen Rāma, der dir zuvor einen Gefallen erwiesen hat, mit deinem ganzen Wesen einen Gefallen erweisen.
ye tu aṃtapālāḥ plavagāḥ śīghragā vyavasāyinaḥ |
samānayaṃtu te śīghram tvaritāḥ śāsanāt mama |
svayam ca anaṃtaram sainyam bhavān eva anupaśyatu ||
Und die Grenzwächter unter den Affen, die schnellen, entschlossenen — sie sollen auf meinen Befehl hin eilends rasch die Truppen herbeibringen; und du selbst sollst danach persönlich das Heer überwachen.
Wort für Wort
ye tu aṃtapālāḥ plavagāḥ
die Grenzwächter unter den Affen
śīghragā vyavasāyinaḥ
die schnellen, entschlossenen
samānayaṃtu te śīghram tvaritāḥ śāsanāt mama
sie sollen rasch, eilends, auf meinen Befehl herbeibringen
tri paṃca rātrāt ūrdhvam yaḥ prāpnuyāt iha vānaraḥ |
tasya prāṇa antiko daṇḍo na atra kāryā vicāraṇā ||
Welcher Affe auch immer erst nach mehr als fünfzehn Nächten hier eintrifft, dessen Strafe soll den Tod zur Folge haben; darüber soll keine Erörterung stattfinden.»
harīn ca vṛddhān upayātu sa aṃgado |
bhavān mama ājñām adhikṛtya niścitam |
iti vyavasthām hari puṃgava īśvaro |
vidhāya veśma praviveśa vīryavān ||
«Und Aṅgada soll die erfahrenen Affen aufsuchen; du sollst meinen Befehl mit Bestimmtheit ausführen.» Nachdem der Herr der Affenfürsten diese Anordnung getroffen hatte, betrat der Kraftvolle sein Gemach.
Wort für Wort
harīn ca vṛddhān upayātu sa aṃgado
und Aṅgada soll die erfahrenen Affen aufsuchen
bhavān mama ājñām adhikṛtya niścitam
du sollst meinen Befehl mit Bestimmtheit befolgen
iti vyavasthām hari puṃgava īśvaro vidhāya
diese Anordnung, der Herr der Affenfürsten, getroffen habend