Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Kiṣkindhākāṇḍa

Sarga 29: Sugrīva Prabodhanam Hanumāns Mahnung an Sugrīva

samīkṣya vimalam vyoma gata vidyut balāhakam | sārasā ākula saṃghuṣṭam ramya jyotsnā anulepanam ||

Als er den klaren Himmel erblickte, von dem Blitz und Wolken gewichen waren, widerhallend vom Geschrei der Kraniche, überzogen mit lieblichem Mondlicht,

Wort für Wort
samīkṣya vimalam vyoma
den klaren Himmel erblickend
gata vidyut balāhakam
von dem Blitz und Wolken gewichen sind
sārasā ākula saṃghuṣṭam
widerhallend vom Geschrei der Kraniche
ramya jyotsnā anulepanam
überzogen mit lieblichem Mondlicht

samṛddha artham ca sugrīvam manda dharmārtha saṃgraham | atyartham ca asatām mārgam ekāṃta gata mānasam ||

und Sugrīva, dessen Ziele erfüllt waren, der aber nachlässig in der Pflege von Recht und Nutzen war, der übermässig den Weg der Unrechten einschlug, dessen Geist ganz einseitig gerichtet war,

Wort für Wort
samṛddha artham ca sugrīvam
und Sugrīva, dessen Ziele erfüllt waren
manda dharmārtha saṃgraham
nachlässig in der Pflege von Recht und Nutzen
atyartham ca asatām mārgam
übermässig den Weg der Unrechten
ekāṃta gata mānasam
dessen Geist ganz einseitig gerichtet war

nivṛtta kāryam siddhārtham pramada abhiratam sadā | prāptavantam abhipretān sarvān eva manorathān ||

der seine Aufgaben ruhen liess, seine Ziele erreicht hatte, sich stets an Frauen erfreute, alle seine gewünschten Herzenswünsche erlangt hatte,

Wort für Wort
nivṛtta kāryam siddhārtham
der seine Aufgaben ruhen liess, die Ziele erreicht
pramada abhiratam sadā
stets an Frauen sich erfreuend
prāptavantam abhipretān
erlangt habend die gewünschten
sarvān eva manorathān
alle Herzenswünsche

svām ca pātnīm abhipretām tārām ca api samīpsitām | viharaṃtam aho rātram kṛtārtham vigata jvaram ||

seine eigene, geliebte Gattin und auch die begehrte Tārā besass, Tag und Nacht sich vergnügend, zufrieden, frei von jeder Sorge,

Wort für Wort
svām ca pātnīm abhipretām
seine eigene, geliebte Gattin
tārām ca api samīpsitām
und auch die begehrte Tārā
viharaṃtam aho rātram
sich vergnügend Tag und Nacht
kṛtārtham vigata jvaram
zufrieden, frei von Sorge

krīḍantam iva deveśam gandharva apsarasām gaṇaiḥ | maṃtriṣu nyasta kāryam ca maṃtriṇām anavekṣakam ||

sich vergnügend wie der Herr der Götter mit den Scharen der Gandharven und Apsaras, seine Aufgaben den Ministern übertragend, ohne sich um die Minister zu kümmern,

Wort für Wort
krīḍantam iva deveśam
sich vergnügend wie der Götterherr
gandharva apsarasām gaṇaiḥ
mit den Scharen der Gandharven und Apsaras
maṃtriṣu nyasta kāryam ca
die Aufgaben den Ministern übertragend
maṃtriṇām anavekṣakam
ohne sich um die Minister zu kümmern

ucchinna rājya saṃdeham kāma vṛttam iva sthitam | niścita artho artha tattvajñaḥ kāla dharma viśeṣa vit ||

frei von jedem Zweifel über sein Reich, gleichsam nur der Lust ergeben lebend — diesen Sugrīva suchte der Sohn des Windgottes, entschlossenen Sinnes, kundig der besonderen Beschaffenheit von Zeit und Pflicht,

Wort für Wort
ucchinna rājya saṃdeham
frei von jedem Zweifel über das Reich
kāma vṛttam iva sthitam
wie nur der Lust ergeben lebend
niścita artho artha tattvajñaḥ
entschlossenen Sinnes, kundig des wahren Wesens des Nutzens
kāla dharma viśeṣa vit
kundig der besonderen Art von Zeit und Pflicht

prasādya vākyaiḥ madhuraiḥ hetumadbhiḥ mano ramaiḥ | vākyavit vākya tattvajñam harīśam mārutātmajaḥ ||

mit süssen, begründeten, herzerfreuenden Worten zu besänftigen suchte der Sohn des Windes, kundig der Rede, den in der wahren Bedeutung der Rede kundigen Affenfürsten,

Wort für Wort
prasādya vākyaiḥ madhuraiḥ
zu besänftigen mit süssen Worten
hetumadbhiḥ mano ramaiḥ
mit begründeten, herzerfreuenden (Worten)
vākyavit vākya tattvajñam
der Redekundige, den in der wahren Rede Kundigen
harīśam mārutātmajaḥ
den Affenfürsten, der Sohn des Windes

hitam tathyam ca pathyam ca sāma dharma artha nītimat | praṇaya prīti saṃyuktam viśvāsa kṛta niścayam ||

mit heilsamen, wahren und zuträglichen, mit Versöhnlichkeit, Recht, Nutzen und Klugheit versehenen, mit Zuneigung und Liebe verbundenen, in Vertrauen gegründeten Worten:

Wort für Wort
hitam tathyam ca pathyam ca
heilsam, wahr und zuträglich
sāma dharma artha nītimat
mit Versöhnlichkeit, Recht, Nutzen und Klugheit
praṇaya prīti saṃyuktam
mit Zuneigung und Liebe verbunden
viśvāsa kṛta niścayam
in Vertrauen gegründet

rājyam prāptam yaśaḥ caiva kaulī śrīḥ abhivarthitā | mitrāṇām saṃgrahaḥ śeṣaḥ tat bhavān kartum arhati ||

«Das Königreich ist erlangt, ebenso der Ruhm, das angestammte Glück ist gemehrt; es bleibt nur noch, die Freunde zu unterstützen — dies solltest du tun.

Wort für Wort
rājyam prāptam yaśaḥ caiva
das Reich ist erlangt, ebenso der Ruhm
kaulī śrīḥ abhivarthitā
das angestammte Glück ist gemehrt
mitrāṇām saṃgrahaḥ śeṣaḥ
der Beistand der Freunde bleibt übrig
tat bhavān kartum arhati
das solltest du tun

yo hi mitreṣu kālajñaḥ satatam sādhu vartate | tasya rājyam ca kīrtiḥ ca pratāpaḥ ca api vardhate ||

Denn wer gegenüber Freunden die rechte Zeit kennt und sich stets recht verhält, dessen Königreich, Ruhm und Macht mehren sich.

Wort für Wort
yo hi mitreṣu kālajñaḥ
wer gegenüber Freunden die Zeit kennt
satatam sādhu vartate
sich stets recht verhält
tasya rājyam ca kīrtiḥ ca
dessen Reich und Ruhm
pratāpaḥ ca api vardhate
und auch die Macht mehren sich

yasya kośaḥ ca daṇḍaḥ ca mitrāṇi ātmā ca bhūmipa | samāni etāni sarvāṇi sa rājyam mahat aśnute ||

Wessen Schatz, Heer, Freunde und eigene Person, o Herrscher, alle diese gleichermassen in Ordnung sind, der geniesst ein grosses Reich.

Wort für Wort
yasya kośaḥ ca daṇḍaḥ ca
wessen Schatz und Heer
mitrāṇi ātmā ca bhūmipa
Freunde und eigene Person, Herrscher
samāni etāni sarvāṇi
alle diese gleichermassen
sa rājyam mahat aśnute
der geniesst ein grosses Reich

tat bhavān vṛtta saṃpannaḥ sthitaḥ pathi niratyaye | mitrārtham abhinītārtham yathāvat kartum arhati ||

Daher solltest du, der du von gutem Betragen bist, auf dem untadeligen Pfad stehend, die wohlbedachte Sache des Freundes gebührend erfüllen.

Wort für Wort
tat bhavān vṛtta saṃpannaḥ
daher du, von gutem Betragen
sthitaḥ pathi niratyaye
auf dem untadeligen Pfad stehend
mitrārtham abhinītārtham
die wohlbedachte Sache des Freundes
yathāvat kartum arhati
solltest gebührend erfüllen

saṃtyajya sarva karmāṇi mitrārtham yo na vartate | saṃbhramāt hi kṛta utsāhaḥ saḥ anarthena avarudhyate ||

Wer, obwohl er alle anderen Angelegenheiten aufgibt, sich nicht um die Sache des Freundes kümmert, der wird, obwohl er in Eile Eifer gezeigt hat, von Unheil überwältigt.

Wort für Wort
saṃtyajya sarva karmāṇi
alle Angelegenheiten aufgebend
mitrārtham yo na vartate
wer sich nicht um die Sache des Freundes kümmert
saṃbhramāt hi kṛta utsāhaḥ
obwohl in Eile Eifer gezeigt
saḥ anarthena avarudhyate
der wird von Unheil überwältigt

yo hi kāla vyatīteṣu mitra kāryeṣu vartate | sa kṛtvā mahato api arthān na mitrārthena yujyate ||

Denn wer sich erst dann um die Angelegenheiten des Freundes kümmert, wenn die rechte Zeit verstrichen ist, der wird, selbst wenn er grosse Dinge vollbracht hat, nicht mit dem eigentlichen Nutzen für den Freund vereint.

Wort für Wort
yo hi kāla vyatīteṣu
wer, wenn die Zeit verstrichen ist
mitra kāryeṣu vartate
sich um die Sache des Freundes kümmert
sa kṛtvā mahato api arthān
der, selbst grosse Dinge vollbracht
na mitrārthena yujyate
wird nicht mit dem Nutzen für den Freund vereint

tat idam mitrakāryam naḥ kāla atītam ariṃdama | kriyatām rāghavasya etat vaidehyāḥ parimārgaṇam ||

Diese Freundesangelegenheit von uns ist nun schon zeitlich überschritten, Feindebezwinger; es soll nun diese Suche nach Vaidehī für Rāghava unternommen werden.

Wort für Wort
tat idam mitrakāryam naḥ
diese unsere Freundesangelegenheit
kāla atītam ariṃdama
zeitlich überschritten, Feindebezwinger
kriyatām rāghavasya etat
es soll für Rāghava getan werden
vaidehyāḥ parimārgaṇam
die Suche nach Vaidehī

na ca kālam atītam te nivedayati kālavit | tvaramāṇo api sa prājñaḥ tava rājan vaśānugaḥ ||

Und der Kluge, obwohl er es eilig hätte, meldet dir nicht, o König, dass die Zeit verstrichen ist, da er deinem Willen gehorcht.

Wort für Wort
na ca kālam atītam te
nicht dir, dass die Zeit verstrichen
nivedayati kālavit
meldet der Zeitkundige
tvaramāṇo api sa prājñaḥ
obwohl der Kluge es eilig hätte
tava rājan vaśānugaḥ
deinem Willen gehorchend, König

kulasya hetuḥ sphītasya dīrgha bandhuḥ ca rāghavaḥ | aprameya prabhāvaḥ ca svayam ca apratimo guṇaiḥ ||

Rāghava ist die Ursache deines gedeihenden Geschlechts und ein langjähriger Verwandter, von unermesslicher Macht und selbst an Tugenden unvergleichlich.

Wort für Wort
kulasya hetuḥ sphītasya
die Ursache des gedeihenden Geschlechts
dīrgha bandhuḥ ca rāghavaḥ
und Rāghava ein langjähriger Verwandter
aprameya prabhāvaḥ ca
und von unermesslicher Macht
svayam ca apratimo guṇaiḥ
und selbst unvergleichlich an Tugenden

tasya tvam kuru vai kāryam pūrvam tena kṛtam tava | harīśvara hari śreṣṭhān ājñāpayitum arhasi ||

Für ihn sollst du nun die Sache erledigen, die er zuvor für dich getan hat, o Herr der Affen; du solltest den besten Affen deine Befehle erteilen.

Wort für Wort
tasya tvam kuru vai kāryam
für ihn sollst du die Sache tun
pūrvam tena kṛtam tava
die zuvor von ihm für dich getan wurde
harīśvara hari śreṣṭhān
o Herr der Affen, den besten Affen
ājñāpayitum arhasi
solltest du befehlen

na hi tāvat bhavet kālo vyatītaḥ codanāt ṛte | coditasya hi kāryasya bhavet kāla vyatikramaḥ ||

Denn die Zeit wird nicht so leicht als verstrichen gelten ohne einen Anstoss deinerseits; nur wenn eine bereits angemahnte Sache verzögert wird, tritt ein Zeitüberschreiten ein.

Wort für Wort
na hi tāvat bhavet kālo
denn die Zeit wird nicht so gelten
vyatītaḥ codanāt ṛte
als verstrichen ohne Anmahnung
coditasya hi kāryasya
der bereits angemahnten Sache
bhavet kāla vyatikramaḥ
tritt ein Zeitüberschreiten ein

akartur api kāryasya bhavān kartā harīśvara | kim punaḥ pratikartuḥ te rājyena ca vadhena ca ||

Selbst für den, der nichts getan hätte, wärest du, o Herr der Affen, der Handelnde — wieviel mehr für den, der dir mit Königreich und Tötung vergolten hat.

Wort für Wort
akartur api kāryasya
selbst für einen, der nichts getan hätte
bhavān kartā harīśvara
wärest du der Handelnde, Herr der Affen
kim punaḥ pratikartuḥ te
wieviel mehr für den, der dir vergolten hat
rājyena ca vadhena ca
mit Königreich und Tötung

śaktimān ativikrānto vānara ṛṣka gaṇa īśvara | kartum dāśaratheḥ prītim ājñāyām kim nu sajjase ||

Du, der Fähige, überaus Kühne, Herr der Affen- und Bärenschar — warum zögerst du, dem Sohn des Daśaratha durch deinen Befehl Freude zu bereiten?

Wort für Wort
śaktimān ativikrānto
der Fähige, überaus Kühne
vānara ṛṣka gaṇa īśvara
Herr der Affen- und Bärenschar
kartum dāśaratheḥ prītim
dem Sohn des Daśaratha Freude zu bereiten
ājñāyām kim nu sajjase
warum zögerst du beim Befehl

kāmam khalu śaraiḥ śaktaḥ sura asura mahā uragān | vaśe dāśarathiḥ kartum tvat pratijñām avekṣate ||

Der Sohn des Daśaratha wäre gewiss imstande, mit seinen Pfeilen Götter, Dämonen und grosse Schlangenwesen sich untertan zu machen, doch er wartet auf dein Versprechen.

Wort für Wort
kāmam khalu śaraiḥ śaktaḥ
gewiss ist er mit Pfeilen fähig
sura asura mahā uragān
Götter, Dämonen, grosse Schlangenwesen
vaśe dāśarathiḥ kartum
der Sohn des Daśaratha zu unterwerfen
tvat pratijñām avekṣate
er wartet auf dein Versprechen

prāṇa tyāga aviśaṃkena kṛtam tena mahat priyam | tasya mārgāma vaidehīm pṛthivyām api ca aṃbare ||

Von ihm, der ohne Bedenken sein Leben aufs Spiel setzte, wurde uns ein grosses Gefallen erwiesen; lasst uns für ihn Vaidehī suchen, sei es auf der Erde oder am Himmel.

Wort für Wort
prāṇa tyāga aviśaṃkena
ohne Bedenken das Leben opfernd
kṛtam tena mahat priyam
von ihm wurde ein grosses Gefallen getan
tasya mārgāma vaidehīm
für ihn wollen wir Vaidehī suchen
pṛthivyām api ca aṃbare
auf der Erde und auch am Himmel

na devā na ca gaṃdharvā na asurā na marut gaṇāḥ | na ca yakṣā bhayam tasya kuryuḥ kim iva rākṣasāḥ ||

Weder Götter noch Gandharven, noch Dämonen noch die Windgottscharen, noch Yakṣas könnten ihm Furcht einjagen — wieviel weniger die Rākṣasas!

Wort für Wort
na devā na ca gaṃdharvā
weder Götter noch Gandharven
na asurā na marut gaṇāḥ
noch Dämonen noch Windgottscharen
na ca yakṣā bhayam tasya kuryuḥ
noch könnten Yakṣas ihm Furcht einjagen
kim iva rākṣasāḥ
wieviel weniger die Rākṣasas

tat evam śakti yuktasya pūrvam priya kṛtaḥ tathā | rāmasya arhasi piṃgeśa kartum sarva ātmanā priyam ||

Daher solltest du, o Herrscher der Piṅgalas, dem so mächtigen Rāma, der dir zuvor einen Gefallen erwiesen hat, mit deinem ganzen Wesen einen Gefallen erweisen.

Wort für Wort
tat evam śakti yuktasya
daher dem so mächtigen
pūrvam priya kṛtaḥ tathā
der zuvor einen Gefallen getan hat
rāmasya arhasi piṃgeśa
dem Rāma solltest du, Herrscher der Piṅgalas
kartum sarva ātmanā priyam
mit ganzem Wesen einen Gefallen erweisen

na adhastāt avanau na apsu gatiḥ na upari ca ambare | kasyacit sajjate asmākam kapīśvara tava ājñayā ||

Weder unter der Erde noch im Wasser noch oben am Himmel wird sich, o Affenfürst, irgendjemandem von uns bei deinem Befehl der Weg verschliessen.

Wort für Wort
na adhastāt avanau na apsu
weder unter der Erde noch im Wasser
gatiḥ na upari ca ambare
der Weg (versperrt sein) noch oben am Himmel
kasyacit sajjate asmākam
irgendjemandem von uns wird er hängenbleiben
kapīśvara tava ājñayā
Affenfürst, bei deinem Befehl

tat ājñāpaya kaḥ kim te kuto vā api vyavasyatu | harayo hi apradhṛṣyāḥ te santi koṭi agrato anagha ||

Also befiehl, wer was für dich tun soll und wovon er ausgehen soll; denn du hast unbezwingbare Affen zu Zehnmillionen und mehr, o Sündloser.»

Wort für Wort
tat ājñāpaya kaḥ kim te
also befiehl, wer was für dich
kuto vā api vyavasyatu
und wovon er ausgehen soll
harayo hi apradhṛṣyāḥ te
denn unbezwingbare Affen hast du
santi koṭi agrato anagha
zu Zehnmillionen und mehr, Sündloser

tasya tad vacanam śrutvā kāle sādhu nirūpitam | sugrīvaḥ sattva saṃpannaḥ cakāra matim uttamām ||

Nachdem er dessen zeitgemäss gut vorgetragene Worte gehört hatte, fasste Sugrīva, von edler Gesinnung, den besten Entschluss.

Wort für Wort
tasya tad vacanam śrutvā
dessen Wort gehört habend
kāle sādhu nirūpitam
zeitgemäss gut vorgetragen
sugrīvaḥ sattva saṃpannaḥ
Sugrīva, von edler Gesinnung
cakāra matim uttamām
fasste den besten Entschluss

saṃdideśa ati mati mān nīlam nitya kṛta udyamam | dikṣu sarvāsu sarveṣām sainyānām upasaṃgrahe ||

Der überaus Kluge befahl Nīla, dem stets Tatkräftigen, mit der Sammlung aller Truppen in allen Himmelsrichtungen zu beginnen.

Wort für Wort
saṃdideśa ati mati mān
der überaus Kluge befahl
nīlam nitya kṛta udyamam
dem Nīla, dem stets tatkräftigen
dikṣu sarvāsu sarveṣām
in allen Himmelsrichtungen aller
sainyānām upasaṃgrahe
Truppen zur Sammlung

yathā senā samagrā me yūthapālāḥ ca sarvaśaḥ | samāgacchanti asaṃgena senāgrāṇi tathā kuru ||

«Sorge dafür, dass sich mein vollständiges Heer und alle Truppenführer ohne Hindernis versammeln, die Heeresspitzen.

Wort für Wort
yathā senā samagrā me
dass mein vollständiges Heer
yūthapālāḥ ca sarvaśaḥ
und die Truppenführer allesamt
samāgacchanti asaṃgena
sich ohne Hindernis versammeln
senāgrāṇi tathā kuru
die Heeresspitzen, sorge so dafür

ye tu aṃtapālāḥ plavagāḥ śīghragā vyavasāyinaḥ | samānayaṃtu te śīghram tvaritāḥ śāsanāt mama | svayam ca anaṃtaram sainyam bhavān eva anupaśyatu ||

Und die Grenzwächter unter den Affen, die schnellen, entschlossenen — sie sollen auf meinen Befehl hin eilends rasch die Truppen herbeibringen; und du selbst sollst danach persönlich das Heer überwachen.

Wort für Wort
ye tu aṃtapālāḥ plavagāḥ
die Grenzwächter unter den Affen
śīghragā vyavasāyinaḥ
die schnellen, entschlossenen
samānayaṃtu te śīghram tvaritāḥ śāsanāt mama
sie sollen rasch, eilends, auf meinen Befehl herbeibringen
svayam ca anaṃtaram sainyam bhavān eva anupaśyatu
und du selbst sollst danach das Heer überwachen

tri paṃca rātrāt ūrdhvam yaḥ prāpnuyāt iha vānaraḥ | tasya prāṇa antiko daṇḍo na atra kāryā vicāraṇā ||

Welcher Affe auch immer erst nach mehr als fünfzehn Nächten hier eintrifft, dessen Strafe soll den Tod zur Folge haben; darüber soll keine Erörterung stattfinden.»

Wort für Wort
tri paṃca rātrāt ūrdhvam
nach mehr als fünfzehn Nächten
yaḥ prāpnuyāt iha vānaraḥ
welcher Affe hier eintrifft
tasya prāṇa antiko daṇḍo
dessen Strafe soll das Leben beenden
na atra kāryā vicāraṇā
keine Erörterung soll darüber stattfinden

harīn ca vṛddhān upayātu sa aṃgado | bhavān mama ājñām adhikṛtya niścitam | iti vyavasthām hari puṃgava īśvaro | vidhāya veśma praviveśa vīryavān ||

«Und Aṅgada soll die erfahrenen Affen aufsuchen; du sollst meinen Befehl mit Bestimmtheit ausführen.» Nachdem der Herr der Affenfürsten diese Anordnung getroffen hatte, betrat der Kraftvolle sein Gemach.

Wort für Wort
harīn ca vṛddhān upayātu sa aṃgado
und Aṅgada soll die erfahrenen Affen aufsuchen
bhavān mama ājñām adhikṛtya niścitam
du sollst meinen Befehl mit Bestimmtheit befolgen
iti vyavasthām hari puṃgava īśvaro vidhāya
diese Anordnung, der Herr der Affenfürsten, getroffen habend
veśma praviveśa vīryavān
betrat der Kraftvolle sein Gemach

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks