Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 14: Hanumataḥ Aśoka Vana Praveśaḥ Hanumāns Eintritt in den Aśoka-Hain

sa muhūrtam iva dhyatvā manasā ca adhigamya tām | avapluto mahā-tejāḥ prākāram tasya veśmanaḥ

Er, der Großleuchtkräftige, überlegte einen Augenblick lang bei sich und erfasste sie im Geiste, dann sprang er hinüber auf die Mauer jenes Hauses.

Wort für Wort
sa muhūrtam iva dhyatvā
er, nachdem er einen Augenblick nachgedacht hatte
manasā ca adhigamya tām
und sie im Geiste erfasst hatte
avapluto mahā-tejāḥ
sprang der Großleuchtkräftige
prākāram tasya veśmanaḥ
auf die Mauer jenes Hauses

sa tu samhṛṣṭa-sarva-angaḥ prākārastho mahā-kapiḥ | puṣpita-agrān vasanta-ādau dadarśa vividhān drumān

Der große Affe, an allen Gliedern von Freude erfüllt, auf der Mauer stehend, erblickte zu Beginn des Frühlings mancherlei Bäume mit blühenden Wipfeln.

Wort für Wort
sa tu samhṛṣṭa-sarva-angaḥ
er aber, an allen Gliedern hocherfreut
prākāra-sthaḥ mahā-kapiḥ
auf der Mauer stehend, der große Affe
puṣpita-agrān vasanta-ādau
mit blühenden Wipfeln, zu Beginn des Frühlings
dadarśa vividhān drumān
erblickte er mancherlei Bäume

sālān aśokān bhavyāmḥ ca campakāmḥ ca supuṣpitān | uddālakān nāga-vṛkṣāmḥ cūtān kapi-mukhān api

Sāla-Bäume, Aśoka-Bäume und herrliche, wohlblühende Campaka-Bäume, Uddālaka-Bäume, Nāga-Bäume, Mangobäume und auch Kapimukha-Bäume.

Wort für Wort
sālān aśokān
Sāla-Bäume, Aśoka-Bäume
bhavyān ca campakān ca supuṣpitān
und herrliche, wohlblühende Campaka-Bäume
uddālakān nāga-vṛkṣān
Uddālaka-Bäume, Nāga-Bäume
cūtān kapi-mukhān api
Mangobäume und auch Kapimukha-Bäume

atha āmra-vaṇa-saṃcannām latā-śata-samāvṛtām | jyā-mukta iva nārācaḥ pupluve vṛkṣa-vāṭikām

Dann sprang er, wie ein von der Sehne entlassener Pfeil, in den Baumgarten, der von einem Mangohain bedeckt und von hundert Schlingpflanzen umrankt war.

Wort für Wort
atha āmra-vaṇa-saṃcannām
dann, die vom Mangohain bedeckte
latā-śata-samāvṛtām
von hundert Ranken umgebene
jyā-mukta iva nārācaḥ
wie ein von der Sehne entlassener Pfeil
pupluve vṛkṣa-vāṭikām
sprang er in den Baumgarten

sa praviṣya vicitrām tām vihagair abhināditām | rājataiḥ kāncanaiḥ caiva pādapaiḥ sarvato vṛtām

Er, eingetreten in jenen bunten, von Vögeln durchtönten Garten, der ringsum von silbernen und goldenen Bäumen umgeben war,

Wort für Wort
sa praviṣya vicitrām tām
er, eingetreten in jenen bunten
vihagaiḥ abhināditām
von Vögeln durchtönten
rājataiḥ kāncanaiḥ caiva pādapaiḥ
von silbernen und goldenen Bäumen
sarvato vṛtām
ringsum umgeben

vihagair mṛga-samghaiḥ ca vicitrām citra-kānanām | udita-āditya-samkāśām dadarśa hanumān kapiḥ

erblickte der Affe Hanumān den bunten, wundersamen Wald, von Vögeln und Rudeln von Wildtieren belebt, der wie die aufgehende Sonne erstrahlte.

Wort für Wort
vihagaiḥ mṛga-samghaiḥ ca
von Vögeln und Rudeln von Wildtieren
vicitrām citra-kānanām
den bunten, wundersamen Wald
udita-āditya-samkāśām
der aufgehenden Sonne gleich erstrahlend
dadarśa hanumān kapiḥ
erblickte der Affe Hanumān

vṛtām nānā-vidhair vṛkṣaiḥ puṣpa-upaga-phala-upagaiḥ | kokilair bhṛnga-rājaiḥ ca mattair nitya-niṣevitām

umgeben von mancherlei Bäumen, die Blüten und Früchte trugen, ständig besucht von Kuckucken und trunkenen Bienenschwärmen.

Wort für Wort
vṛtām nānā-vidhaiḥ vṛkṣaiḥ
umgeben von mancherlei Bäumen
puṣpa-upaga-phala-upagaiḥ
die Blüten und Früchte tragenden
kokilaiḥ bhṛnga-rājaiḥ ca mattaiḥ
von Kuckucken und trunkenen Bienenscharen
nitya-niṣevitām
ständig besucht

prahṛṣṭa-manuje kale mṛga-pakṣi-samākule | matta-barhiṇa-samghuṣṭām nānā-dvija-gaṇa-āyutām

zu schöner Zeit, wenn die Menschen sich freuen, voll von Wild und Vögeln, ertönend vom Ruf trunkener Pfauen, erfüllt von mancherlei Vogelscharen.

Wort für Wort
prahṛṣṭa-manuje kāle
zu einer Zeit, da die Menschen erfreut sind
mṛga-pakṣi-samākule
voll von Wild und Vögeln
matta-barhiṇa-samghuṣṭām
ertönend vom Ruf trunkener Pfauen
nānā-dvija-gaṇa-āyutām
erfüllt von mancherlei Vogelscharen

mārgamāṇo vara-ārohām rāja-putrīm aninditām | sukha-prasuptān vihagān bodhayām āsa vānaraḥ

Auf der Suche nach der schönhüftigen, makellosen Königstochter weckte der Affe die sanft schlafenden Vögel auf.

Wort für Wort
mārgamāṇaḥ vara-ārohām
auf der Suche nach der schönhüftigen
rāja-putrīm aninditām
der makellosen Königstochter
sukha-prasuptān vihagān
die sanft eingeschlafenen Vögel
bodhayām āsa vānaraḥ
weckte der Affe auf

utpatadbhir dvija-gaṇaiḥ pakṣaiḥ sālāḥ samāhatāḥ | aneka-varṇā vividhā mumucuḥ puṣpa-vṛṣṭayaḥ

Von den auffliegenden Vogelscharen mit ihren Flügeln getroffen, ließen die Sāla-Bäume vielfarbige, mannigfaltige Blütenregen herabfallen.

Wort für Wort
utpatadbhiḥ dvija-gaṇaiḥ pakṣaiḥ
von den mit den Flügeln auffliegenden Vogelscharen
sālāḥ samāhatāḥ
die getroffenen Sāla-Bäume
aneka-varṇā vividhā
vielfarbige, mannigfaltige
mumucuḥ puṣpa-vṛṣṭayaḥ
ließen Blütenregen fallen

puṣpa-avakīrṇaḥ śuśubhe hanumān māruta-ātmajaḥ | aśoka-vanikā-madhye yathā puṣpamayo giriḥ

Mit Blüten überschüttet erstrahlte Hanumān, der Sohn des Windgottes, inmitten des Aśoka-Hains wie ein Berg aus lauter Blüten.

Wort für Wort
puṣpa-avakīrṇaḥ śuśubhe
mit Blüten überschüttet erstrahlte
hanumān māruta-ātmajaḥ
Hanumān, der Sohn des Windgottes
aśoka-vanikā-madhye
inmitten des Aśoka-Hains
yathā puṣpamayaḥ giriḥ
wie ein aus Blüten bestehender Berg

diśaḥ sarva-abhidāvantam vṛkṣa-ṣaṇḍa-gatam kapim | dRṣṭvā sarvāṇi bhūtāni vasanta iti menire

Als alle Wesen den Affen sahen, der durch die Baumgruppen nach allen Richtungen eilte, hielten sie ihn für den Frühling selbst.

Wort für Wort
diśaḥ sarva-abhidāvantam
nach allen Richtungen eilenden
vṛkṣa-ṣaṇḍa-gatam kapim
den durch die Baumgruppen laufenden Affen
dRṣṭvā sarvāṇi bhūtāni
als alle Wesen ihn sahen
vasanta iti menire
hielten sie ihn für den Frühling

vṛkṣebhyaḥ patitaiḥ puṣpair avakīrṇā pṛthag-vidhaiḥ | rarāja vasudhā tatra pramadā iva vibhūṣitā

Mit den von den Bäumen gefallenen, mannigfaltigen Blüten übersät, erstrahlte dort die Erde wie eine geschmückte Frau.

Wort für Wort
vṛkṣebhyaḥ patitaiḥ puṣpaiḥ
mit den von den Bäumen gefallenen Blüten
avakīrṇā pṛthag-vidhaiḥ
übersät mit mannigfaltigen
rarāja vasudhā tatra
erstrahlte dort die Erde
pramadā iva vibhūṣitā
wie eine geschmückte Frau

tarasvinā te taravaḥ tarasā abhiprakampitāḥ | kusumāni vicitrāṇi sasRjuḥ kapinā tadā

Jene Bäume, von dem Kraftvollen mit Wucht erschüttert, ließen da bunte Blüten fallen.

Wort für Wort
tarasvinā te taravaḥ
jene Bäume, von dem Kraftvollen
tarasā abhiprakampitāḥ
mit Wucht erschüttert
kusumāni vicitrāṇi
bunte Blüten
sasRjuḥ kapinā tadā
ließen sie da durch den Affen fallen

nirdhūta-patra-śikharāḥ śīrṇa-puṣpa-phala-drumāḥ | nikṣipta-vastra-ābharaṇā dhūrtā iva parājitāḥ

Mit abgeschüttelten Blättern an den Wipfeln, die Blüten und Früchte verstreut, glichen die Bäume besiegten Spielern, die ihre Kleider und Schmuckstücke abgeworfen haben.

Wort für Wort
nirdhūta-patra-śikharāḥ
mit abgeschüttelten Blättern an den Wipfeln
śīrṇa-puṣpa-phala-drumāḥ
die Bäume mit verstreuten Blüten und Früchten
nikṣipta-vastra-ābharaṇāḥ
mit abgeworfenen Gewändern und Schmuck
dhūrtāḥ iva parājitāḥ
wie besiegte Falschspieler

hanūmatā vegavatā kampitāḥ te naga-uttamāḥ | puṣpa-parṇa-phalāni āśu mumucuḥ puṣpa-śālinaḥ

Von dem schnellkräftigen Hanumān geschüttelt, ließen jene erhabenen, blütenreichen Bäume rasch Blüten, Blätter und Früchte fallen.

Wort für Wort
hanūmatā vegavatā kampitāḥ
von dem schnellkräftigen Hanumān geschüttelt
te naga-uttamāḥ
jene erhabenen Bäume
puṣpa-parṇa-phalāni āśu
Blüten, Blätter und Früchte rasch
mumucuḥ puṣpa-śālinaḥ
ließen die blütenreichen fallen

vihamga-samghair hīnāḥ te skandha-mātra-āśrayā drumāḥ | babhūvur agamāḥ sarve mārutena iva nirdhutāḥ

Der Vogelscharen beraubt, nur noch von ihren Stämmen getragen, wurden alle jene Bäume wie vom Sturmwind entlaubt.

Wort für Wort
vihamga-samghaiḥ hīnāḥ
der Vogelscharen beraubt
te skandha-mātra-āśrayāḥ drumāḥ
jene nur noch am Stamm haftenden Bäume
babhūvuḥ agamāḥ sarve
wurden alle diese Bäume
mārutena iva nirdhutāḥ
wie vom Wind geschüttelt

vidhūta-keśī yuvatir yathā mṛdita-varṇikā | niṣpīta-śubha-danta-oṣṭhī nakhair dantaiḥ ca vikṣatā

Wie eine junge Frau mit zerzaustem Haar, verwischter Schminke, wundgeküssten schönen Zähnen und Lippen, von Nägeln und Zähnen zerkratzt,

Wort für Wort
vidhūta-keśī yuvatiḥ yathā
wie eine junge Frau mit zerzaustem Haar
mṛdita-varṇikā
mit verwischter Farbe/Schminke
niṣpīta-śubha-danta-oṣṭhī
mit wundgeküssten schönen Zähnen und Lippen
nakhaiḥ dantaiḥ ca vikṣatā
von Nägeln und Zähnen verletzt

tathā lāngūla-hastaiḥ ca caraṇābhyām ca marditā | babhūva aśoka-vanikā prabhagna-vara-pādapā

so wurde, von Schwanz und Händen und von den Füßen zertreten, der Aśoka-Hain mit seinen zerbrochenen erhabenen Bäumen.

Wort für Wort
tathā lāngūla-hastaiḥ ca
so von Schwanz und Händen
caraṇābhyām ca marditā
und von den Füßen zertreten
babhūva aśoka-vanikā
wurde der Aśoka-Hain
prabhagna-vara-pādapā
mit zerbrochenen erhabenen Bäumen

mahā-latānām dāmāni vyadhamat tarasā kapiḥ | yathā prāvṛṣi vindhyasya megha-jālāni mārutaḥ

Die Kränze der großen Schlingpflanzen zerstreute der Affe mit Wucht, wie der Wind in der Regenzeit die Wolkenmassen des Vindhya-Gebirges.

Wort für Wort
mahā-latānām dāmāni
die Kränze der großen Ranken
vyadhamat tarasā kapiḥ
zerstreute mit Wucht der Affe
yathā prāvṛṣi vindhyasya
wie in der Regenzeit des Vindhya
megha-jālāni mārutaḥ
die Wolkenmassen der Wind

sa tatra maṇi-bhūmīḥ ca rājatīḥ ca mano-ramāḥ | tathā kāncana-bhūmīḥ ca vicaran dadṛśe kapiḥ

Dort, umherstreifend, erblickte der Affe Böden aus Edelsteinen, aus Silber und ebenso reizvolle Böden aus Gold.

Wort für Wort
sa tatra maṇi-bhūmīḥ ca
er dort Böden aus Edelsteinen
rājatīḥ ca mano-ramāḥ
und reizvolle silberne
tathā kāncana-bhūmīḥ ca
ebenso goldene Böden
vicaran dadṛśe kapiḥ
umherstreifend erblickte der Affe

vāpīḥ ca vividha-ākārāḥ pūrṇāḥ parama-vāriṇā | mahā-arhair maṇi-sopānair upapannāḥ tataḥ tataḥ

und Teiche von mancherlei Gestalt, gefüllt mit reinstem Wasser, hier und da mit kostbaren Edelsteintreppen versehen.

Wort für Wort
vāpīḥ ca vividha-ākārāḥ
und Teiche von mancherlei Gestalt
pūrṇāḥ parama-vāriṇā
gefüllt mit reinstem Wasser
mahā-arhaiḥ maṇi-sopānaiḥ
mit kostbaren Edelsteintreppen
upapannāḥ tataḥ tataḥ
versehen hier und dort

muktā-pravāla-sikatā sphaṭika-antara-kuṭṭimāḥ | kāncanaiḥ tarubhiḥ citraiḥ tīrajair upaśobhitāḥ

mit Sand aus Perlen und Korallen, mit Böden aus Bergkristall dazwischen, geschmückt von bunten goldenen Bäumen, die am Ufer wuchsen.

Wort für Wort
muktā-pravāla-sikatāḥ
mit Sand aus Perlen und Korallen
sphaṭika-antara-kuṭṭimāḥ
mit Kristallböden dazwischen
kāncanaiḥ tarubhiḥ citraiḥ
mit bunten goldenen Bäumen
tīrajaiḥ upaśobhitāḥ
am Ufer wachsend geschmückt

phulla-padma-utpala-vanāḥ cakra-vāka-upakūjitāḥ | natyūha-ruta-samghuṣṭā haṃsa-sārasa-nāditāḥ

mit Hainen blühender Lotos- und Utpala-Blumen, überkläfft vom Ruf der Cakravāka-Vögel, ertönend vom Schrei der Natyūha-Vögel, widerhallend vom Ruf der Schwäne und Kraniche.

Wort für Wort
phulla-padma-utpala-vanāḥ
mit Hainen blühender Lotos- und Utpala-Blumen
cakra-vāka-upakūjitāḥ
überkläfft vom Ruf der Cakravāka-Vögel
natyūha-ruta-samghuṣṭāḥ
ertönend vom Schrei der Natyūha-Vögel
haṃsa-sārasa-nāditāḥ
widerhallend vom Ruf der Schwäne und Kraniche

dīrghābhir druma-yuktābhiḥ saridbhiḥ ca samantataḥ | amRta-upama-toyābhiḥ śivābhir upasaṃskṛtāḥ

ringsum ausgestattet mit langen, von Bäumen gesäumten, freundlichen Flüssen, deren Wasser dem Nektar gleicht.

Wort für Wort
dīrghābhiḥ druma-yuktābhiḥ
mit langen, von Bäumen gesäumten
saridbhiḥ ca samantataḥ
Flüssen ringsum
amRta-upama-toyābhiḥ
deren Wasser dem Nektar gleicht
śivābhiḥ upasaṃskṛtāḥ
mit freundlichen ausgestattet

latā-śatair avatatāḥ santānaka-samāvṛtāḥ | nānā-gulma-āvṛta-vanāḥ kara-vīra-kṛta-antarāḥ

überzogen von hundert Schlingpflanzen, umhüllt von Santānaka-Ranken, die Wälder von mancherlei Gebüsch bedeckt, dazwischen von Oleander gesäumt.

Wort für Wort
latā-śataiḥ avatatāḥ
von hundert Ranken überzogen
santānaka-samāvṛtāḥ
von Santānaka-Ranken umhüllt
nānā-gulma-āvṛta-vanāḥ
die Wälder von mancherlei Gebüsch bedeckt
kara-vīra-kṛta-antarāḥ
dazwischen von Oleander durchsetzt

tato ambu-dhara-samkāśam pravRddha-śikharam girim | vicitra-kūṭam kūṭaiḥ ca sarvataḥ parivāritam

Dann erblickte er einen Berg, den Wolken gleich, mit hochragenden Gipfeln, mit bunten Kuppen, ringsum von Kuppen umgeben,

Wort für Wort
tato ambu-dhara-samkāśam
dann, den Wolken gleichenden
pravRddha-śikharam girim
den Berg mit hochragenden Gipfeln
vicitra-kūṭam
mit buntem Gipfel
kūṭaiḥ ca sarvataḥ parivāritam
und ringsum von Gipfeln umgeben

śilā-gṛhair avatatam nānā-vṛkṣaiḥ samāvṛtam | dadarśa kapi-śārdūlo ramyam jagati parvatam

ausgestattet mit Felsenhäusern, umhüllt von mancherlei Bäumen — der Affentiger erblickte den lieblichsten Berg auf Erden.

Wort für Wort
śilā-gṛhaiḥ avatatam
mit Felsenhäusern ausgestattet
nānā-vṛkṣaiḥ samāvṛtam
von mancherlei Bäumen umhüllt
dadarśa kapi-śārdūlaḥ
erblickte der Affentiger
ramyam jagati parvatam
den lieblichsten Berg auf Erden

dadarśa ca nagāt tasmān nadīm nipatitām kapiḥ | ankād iva samutpatya priyasya patitām priyām

Und der Affe sah einen Fluss, der von jenem Berg herabfiel, wie eine Geliebte, die aus dem Schoß ihres Liebsten aufgesprungen und niedergefallen ist.

Wort für Wort
dadarśa ca nagāt tasmān
und er sah von jenem Berg
nadīm nipatitām kapiḥ
den herabfallenden Fluss der Affe
ankāt iva samutpatya
wie aufgesprungen aus dem Schoß
priyasya patitām priyām
die Geliebte, gefallen vom Liebsten

jale nipatita-agraiḥ ca pādapair upaśobhitām | vāryamāṇām iva kruddhām pramadām priya-bandhubhiḥ

geschmückt von Bäumen, deren Wipfel ins Wasser hineinragten, wie eine zornige Frau, die von ihren geliebten Verwandten zurückgehalten wird.

Wort für Wort
jale nipatita-agraiḥ ca
und mit ins Wasser gefallenen Wipfeln
pādapaiḥ upaśobhitām
von Bäumen geschmückt
vāryamāṇām iva kruddhām
wie eine zornige, zurückgehaltene
pramadām priya-bandhubhiḥ
Frau von lieben Verwandten

punar āvRtta-toyām ca dadarśa sa mahā-kapiḥ | prasannām iva kāntasya kāntām punar upasthitām

Und der große Affe sah, wie ihr Wasser wieder zurückkehrte, wie eine besänftigte Geliebte, die zu ihrem Geliebten zurückkehrt.

Wort für Wort
punar āvRtta-toyām ca
und mit wieder zurückgekehrtem Wasser
dadarśa sa mahā-kapiḥ
sah der große Affe
prasannām iva kāntasya
wie eine besänftigte, des Geliebten
kāntām punar upasthitām
Geliebte, wieder herangetreten

tasya adūrāt sa padminyo nānā-dvija-gaṇa-āyutāḥ | dadarśa kapi-śārdūlo hanumān māruta-ātmajaḥ

Unweit davon sah der Affentiger Hanumān, der Sohn des Windgottes, Lotosteiche, erfüllt von mancherlei Vogelscharen.

Wort für Wort
tasya adūrāt sa padminyaḥ
unweit davon jene Lotosteiche
nānā-dvija-gaṇa-āyutāḥ
erfüllt von mancherlei Vogelscharen
dadarśa kapi-śārdūlaḥ
sah der Affentiger
hanumān māruta-ātmajaḥ
Hanumān, Sohn des Windgottes

kṛtrimām dīrghikām ca api pūrṇām śītena vāriṇā | maṇi-pravara-sopānām mukhtā-sikata-śobhitām

und auch einen künstlichen langen Teich, gefüllt mit kühlem Wasser, mit Treppen aus edelsten Steinen, geschmückt mit Perlensand.

Wort für Wort
kṛtrimām dīrghikām ca api
und auch einen künstlichen langen Teich
pūrṇām śītena vāriṇā
gefüllt mit kühlem Wasser
maṇi-pravara-sopānām
mit Treppen aus edelsten Steinen
mukhtā-sikata-śobhitām
geschmückt mit Perlensand

vividhair mṛga-samghaiḥ ca vicitrām citra-kānanām | prāsādaiḥ sumahadbhiḥ ca nirmitair viśva-karmaṇā

den bunten, wundersamen Hain mit mancherlei Rudeln von Wildtieren, mit gewaltigen Palästen, die von Viśvakarman erbaut worden waren.

Wort für Wort
vividhaiḥ mṛga-samghaiḥ ca
mit mancherlei Rudeln von Wildtieren
vicitrām citra-kānanām
den bunten, wundersamen Hain
prāsādaiḥ sumahadbhiḥ ca
mit gewaltigen Palästen
nirmitaiḥ viśva-karmaṇā
von Viśvakarman erbaut

ye kecit pādapāḥ tatra puṣpa-upaga-phala-upagāḥ | sac-chatrāḥ savitardīkāḥ sarve sauvarṇa-vedikāḥ

Welche Bäume dort auch Blüten und Früchte trugen, alle hatten schöne Schirme, Terrassen und goldene Altäre.

Wort für Wort
ye kecit pādapāḥ tatra
welche Bäume dort auch immer
puṣpa-upaga-phala-upagāḥ
Blüten- und Fruchtträger
sac-chatrāḥ savitardīkāḥ
mit schönen Schirmen und Terrassen
sarve sauvarṇa-vedikāḥ
alle mit goldenen Altären

latā-pratānaiḥ bahubhiḥ parṇaiḥ ca bahubhir vRtām

von vielen Rankenausläufern und vielen Blättern umgeben,

Wort für Wort
latā-pratānaiḥ bahubhiḥ
von vielen Rankenausläufern
parṇaiḥ ca bahubhiḥ vRtām
und von vielen Blättern umgeben

kāñcanīm śiṃśupām ekām dadarśa sa mahā-kapiḥ | vṛtām hemamayūbhistu vedikābhiḥ samantataḥ

erblickte der große Affe einen goldfarbenen Śiṃśapā-Baum, ringsum umgeben von goldenen Altären.

Wort für Wort
kāñcanīm śiṃśupām ekām
einen einzigen goldfarbenen Śiṃśapā-Baum
dadarśa sa mahā-kapiḥ
erblickte der große Affe
vṛtām hemamayūbhiḥ tu
umgeben von goldenen
vedikābhiḥ samantataḥ
Altären ringsum

so apaśyad bhūmi-bhāgāmḥ ca garta-prasravaṇāni ca | suvarṇa-vṛkṣān aparān dadarśa śikhi-samnibhān

Er sah Bodenstücke und Quellen in Vertiefungen, und weitere goldene Bäume erblickte er, die einem Feuer glichen.

Wort für Wort
saḥ apaśyat bhūmi-bhāgān ca
er sah Bodenstücke
garta-prasravaṇāni ca
und Quellen in Vertiefungen
suvarṇa-vṛkṣān aparān
weitere goldene Bäume
dadarśa śikhi-samnibhān
erblickte er, feuergleich

teṣām drumāṇām prabhayā meror iva mahā-kapiḥ | amanyata tadā vīraḥ kāncano asmi iti vānaraḥ

Vom Glanz jener Bäume, wie vom Berg Meru, meinte der große, heldenhafte Affe da: 'Ich bin golden geworden.'

Wort für Wort
teṣām drumāṇām prabhayā
vom Glanz jener Bäume
meroḥ iva mahā-kapiḥ
wie vom Meru, der große Affe
amanyata tadā vīraḥ
meinte da der Held
kāncanaḥ asmi iti vānaraḥ
'ich bin golden', der Affe

tām kāncanaiḥ taru-gaṇair mārutena ca vījitām | kinkiṇī-śata-nirghoṣām dṛṣṭvā vismayam āgamat

Als er ihn sah, von goldenen Baumscharen umstanden, vom Wind bewegt, ertönend mit dem Klang von hundert Glöckchen, geriet er in Staunen.

Wort für Wort
tām kāncanaiḥ taru-gaṇaiḥ
jenen (Śiṃśapā-Baum) von goldenen Baumscharen
mārutena ca vījitām
und vom Wind bewegten
kinkiṇī-śata-nirghoṣām
mit dem Klang von hundert Glöckchen
dṛṣṭvā vismayam āgamat
als er sah, geriet er in Staunen

sa puṣpita-agrām rucirām taruṇa-ankura-pallavām | tām āruhya mahā-vegaḥ śiṃśapām parṇa-samvRtām

Er, von großer Schnellkraft, erstieg jenen Śiṃśapā-Baum mit blühendem Wipfel, reizend, mit jungen Sprossen und Trieben, von Blättern dicht bedeckt,

Wort für Wort
sa puṣpita-agrām rucirām
er, jenen mit blühendem, reizendem Wipfel
taruṇa-ankura-pallavām
mit jungen Sprossen und Trieben
tām āruhya mahā-vegaḥ
ihn erstieg der Hochschnelle
śiṃśapām parṇa-samvRtām
den von Blättern bedeckten Śiṃśapā-Baum

ito drakṣyāmi vaidehīm rāma-darśana-lālasām | itaḥ ca itaḥ ca duhkha-ārtām sampatantīm yadRccayā

und dachte: 'Von hier aus werde ich die Vaidehī sehen, die sich nach dem Anblick Rāmas sehnt, wie sie, vom Leid gequält, hierhin und dorthin ohne Absicht umherirrt.'

Wort für Wort
itaḥ drakṣyāmi vaidehīm
von hier werde ich Vaidehī sehen
rāma-darśana-lālasām
die sich nach Rāmas Anblick sehnt
itaḥ ca itaḥ ca duhkha-ārtām
hierhin und dorthin, vom Leid gequält
sampatantīm yadRccayā
umherirrend ohne Absicht

aśoka-vanikā ca iyam dṛḍham ramyā durātmanaḥ | campakaiḥ candanaiḥ ca api bakulaiḥ ca vibhūṣitā

'Dieser Aśoka-Hain des Bösgesinnten ist wahrhaft lieblich, geschmückt mit Campaka-, Sandel- und Bakula-Bäumen.'

Wort für Wort
aśoka-vanikā ca iyam
und dieser Aśoka-Hain
dṛḍham ramyā durātmanaḥ
ist wahrhaft lieblich, des Bösgesinnten
campakaiḥ candanaiḥ ca api
mit Campaka- und auch Sandelbäumen
bakulaiḥ ca vibhūṣitā
und mit Bakula-Bäumen geschmückt

iyam ca nalinī ramyā dvija-samgha-niṣevitā | imām sā rāma-mahiṣī nūnam eṣyati jānakī

'Und dieser liebliche Lotosteich, besucht von Vogelscharen — gewiss wird die Königin Rāmas, Jānakī, hierher kommen.'

Wort für Wort
iyam ca nalinī ramyā
und dieser liebliche Lotosteich
dvija-samgha-niṣevitā
besucht von Vogelscharen
imām sā rāma-mahiṣī
zu diesem jene Königin Rāmas
nūnam eṣyati jānakī
wird gewiss kommen Jānakī

sā rāma-rāma-mahiṣī rāghavasya priyā sadā | vana-saṃcāra-kuśalā nūnam eṣyati jānakī

'Jene Königin Rāmas, dem Rāghava stets teuer, kundig im Umherwandern in Wäldern — gewiss wird Jānakī kommen.'

Wort für Wort
sā rāma-mahiṣī
jene Königin Rāmas
rāghavasya priyā sadā
dem Rāghava stets teure
vana-saṃcāra-kuśalā
im Wald-Umherwandern erfahrene
nūnam eṣyati jānakī
gewiss wird Jānakī kommen

athavā mṛga-śāva-akṣī vanasya asya vicakṣaṇā | vanam eṣyati sā ca iha rāma-cintā-anukarśitā

'Oder auch, die Rehäugige, kundig in diesem Wald, sie wird auch hierher in den Wald kommen, von Sehnsucht nach Rāma abgezehrt.'

Wort für Wort
athavā mṛga-śāva-akṣī
oder aber die Rehäugige
vanasya asya vicakṣaṇā
kundig in diesem Wald
vanam eṣyati sā ca iha
sie wird auch hierher in den Wald kommen
rāma-cintā-anukarśitā
von der Sorge um Rāma abgezehrt

rāma-śoka-abhisamtaptā sā devī vāma-locanā | vana-vāsa-ratā nityam eṣyate vana-cāriṇī

'Jene Herrin mit den schönen Augen, verzehrt von Kummer um Rāma, die stets am Waldleben Freude hatte, die Waldwandlerin, wird kommen.'

Wort für Wort
rāma-śoka-abhisamtaptā
von Kummer um Rāma verzehrt
sā devī vāma-locanā
jene Herrin mit den schönen Augen
vana-vāsa-ratā nityam
stets am Waldleben erfreut
eṣyate vana-cāriṇī
wird kommen die Waldwandlerin

vane carāṇām satatam nūnam spṛhayate purā | rāmasya dayitā bhāryā janakasya sutā satī

'Gewiss verlangte sie schon früher stets nach denen, die im Wald wandeln — die geliebte, treue Gattin Rāmas, die Tochter Janakas.'

Wort für Wort
vane carāṇām satatam
nach denen, die stets im Wald wandeln
nūnam spṛhayate purā
verlangte sie gewiss schon früher
rāmasya dayitā bhāryā
die geliebte Gattin Rāmas
janakasya sutā satī
die treue Tochter Janakas

saṃdhyā-kāla-manāḥ śyāmā dhruvam eṣyati jānakī | nadīm ca imām śiva-jalām saṃdhyā-arthe vara-varṇinī

'Die Dunkle, deren Sinn zur Dämmerungszeit steht, gewiss wird Jānakī zu diesem Fluss mit dem heilsamen Wasser kommen, um dort die Dämmerungsandacht zu vollziehen, die Schönfarbene.'

Wort für Wort
saṃdhyā-kāla-manāḥ śyāmā
die Dunkle, deren Sinn zur Dämmerungszeit gerichtet ist
dhruvam eṣyati jānakī
gewiss wird Jānakī kommen
nadīm ca imām śiva-jalām
zu diesem Fluss mit heilsamem Wasser
saṃdhyā-arthe vara-varṇinī
zwecks der Dämmerungsandacht, die Schönfarbene

tasyāḥ ca api anurūpeyam aśoka-vanikā śubhā | śubhā yā pārthiva-indrasya patnī rāmasya sammitā

'Und dieser schöne Aśoka-Hain ist auch ihr angemessen, ihr, der schönen Gattin des Königsfürsten, die Rāma gleichwertig ist.'

Wort für Wort
tasyāḥ ca api anurūpā iyam
und dieser ihr auch angemessene
aśoka-vanikā śubhā
schöne Aśoka-Hain
śubhā yā pārthiva-indrasya patnī
die schöne, welche des Königsfürsten Gattin
rāmasya sammitā
dem Rāma gleichwertig

yadi jivati sā devī tārā-adhipa-nibha-ānanā | āgamiṣyati sā avaśyam imām śiva-jalām nadīm

'Wenn jene Herrin mit dem mondgleichen Antlitz noch lebt, wird sie gewiss zu diesem Fluss mit dem heilsamen Wasser kommen.'

Wort für Wort
yadi jivati sā devī
wenn jene Herrin lebt
tārā-adhipa-nibha-ānanā
mit mondgleichem Antlitz
āgamiṣyati sā avaśyam
wird sie gewiss kommen
imām śiva-jalām nadīm
zu diesem Fluss mit heilsamem Wasser

evam tu matvā hanumān mahātmā | pratīkṣamāṇo manuja-indra-patnīm | avekṣamāṇaḥ ca dadarśa sarvam | supuṣpite parṇa-ghane nilīnaḥ

So dachte der hochbeseelte Hanumān, wartend auf die Gattin des Menschenfürsten, und, verborgen in dem dicht belaubten, reichblühenden Baum, spähend, überblickte er alles.

Wort für Wort
evam tu matvā hanumān mahātmā
so dachte der hochbeseelte Hanumān
pratīkṣamāṇaḥ manuja-indra-patnīm
wartend auf die Gattin des Menschenfürsten
avekṣamāṇaḥ ca dadarśa sarvam
und spähend überblickte er alles
supuṣpite parṇa-ghane nilīnaḥ
verborgen im dicht belaubten, reichblühenden Baum

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