Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa
Sarga 15: Sītā Darśanam
Die Erblickung Sītās
sa vīkṣamāṇaḥ tatrastho mārgamāṇaḥ ca maithilīm | avekṣamāṇaḥ ca mahīm sarvām tām anvavaikṣata
Er, dort verweilend, spähend und nach der Maithilī suchend, überblickte er, ausschauend, jenen ganzen Boden.
Wort für Wort sa vīkṣamāṇaḥ tatra-sthaḥ er, dort weilend, spähend mārgamāṇaḥ ca maithilīm und nach der Maithilī suchend avekṣamāṇaḥ ca mahīm sarvām und den ganzen Boden ausschauend tām anvavaikṣata überblickte er ihn santāna-kalatābhiḥ ca pādapair upaśobhitām | divya-gandha-rasa-upetām sarvataḥ samalamkṛtām
geschmückt von Santāna-Bäumen und rankenumschlungenen Bäumen, versehen mit göttlichem Duft und Wohlgeschmack, ringsum geschmückt,
Wort für Wort santāna-kalatābhiḥ ca pādapaiḥ von Santāna-Bäumen und rankenumschlungenen Bäumen upaśobhitām geschmückt divya-gandha-rasa-upetām mit göttlichem Duft und Wohlgeschmack versehen sarvataḥ samalamkṛtām ringsum vollständig geschmückt tām sa nandana-samkāśām mṛga-pakṣibhir āvṛtām | harmya-prāsāda-sambādhām kokila-ākula-nihsvanām
jenen dem Nandana-Garten gleichenden, von Wild und Vögeln erfüllten, von Terrassen und Palästen dicht besetzten, vom Lärm der Kuckucke widerhallenden Ort.
Wort für Wort tām sa nandana-samkāśām jenen dem Nandana-Garten gleichenden mṛga-pakṣibhiḥ āvṛtām von Wild und Vögeln erfüllten harmya-prāsāda-sambādhām von Terrassen und Palästen dicht besetzten kokila-ākula-nihsvanām vom Lärm der Kuckucke erfüllten kāncana-utpala-padmābhiḥ vāpībhiḥ upaśobhitām | bahva-āsana-kuthā-upetām bahu-bhūmi-gṛha-āyutām
geschmückt mit Teichen voll goldener Utpala- und Lotosblumen, versehen mit vielen Sitzen und Decken, ausgestattet mit vielen ebenerdigen Häusern.
Wort für Wort kāncana-utpala-padmābhiḥ vāpībhiḥ mit Teichen voller goldener Utpala- und Lotosblumen upaśobhitām geschmückt bahva-āsana-kuthā-upetām mit vielen Sitzen und Decken versehen bahu-bhūmi-gṛha-āyutām ausgestattet mit vielen ebenerdigen Häusern sarva-ṛtu-kusumaiḥ ramyaiḥ phalavadbhiḥ ca pādapaiḥ | puṣpitānām aśokānām śriyā sūrya-udaya-prabhām
mit lieblichen, zu allen Jahreszeiten blühenden und fruchttragenden Bäumen, mit der Pracht der blühenden Aśoka-Bäume dem Glanz der aufgehenden Sonne gleich,
Wort für Wort sarva-ṛtu-kusumaiḥ ramyaiḥ mit lieblichen, zu allen Jahreszeiten blühenden phalavadbhiḥ ca pādapaiḥ und fruchttragenden Bäumen puṣpitānām aśokānām śriyā mit der Pracht der blühenden Aśoka-Bäume sūrya-udaya-prabhām dem Glanz der aufgehenden Sonne gleich pradīptām iva tatrastho mārutiḥ samudaikṣata | niṣpatra-śākhām vihagaiḥ kriyamāṇām iva asakṛt
wie in Flammen stehend erblickte der dort weilende Sohn des Windgottes den Ort, dessen Zweige von den Vögeln immer wieder blätterlos gemacht wurden.
Wort für Wort pradīptām iva tatra-sthaḥ wie in Flammen stehend, der dort weilende mārutiḥ samudaikṣata Sohn des Windgottes erblickte niṣpatra-śākhām vihagaiḥ mit blätterlosen Zweigen von den Vögeln kriyamāṇām iva asakṛt immer wieder gemacht werdend viniṣpatadbhiḥ śataśaḥ citraiḥ puṣpa-avataṃsakaiḥ | āmūla-puṣpa-nicitair aśokaiḥ śoka-nāśanaiḥ
von den Aśoka-Bäumen, die den Kummer vertreiben, hundertfach bunte Blütenkränze abwerfend, bis zur Wurzel dicht mit Blüten bedeckt,
Wort für Wort viniṣpatadbhiḥ śataśaḥ citraiḥ hundertfach herabfallenden bunten puṣpa-avataṃsakaiḥ Blütenschmuckstücken āmūla-puṣpa-nicitaiḥ bis zur Wurzel mit Blüten bedeckten aśokaiḥ śoka-nāśanaiḥ von Aśoka-Bäumen, die den Kummer vertreiben puṣpa-bhāra-atibhāraiḥ ca spṛśadbhir iva medinīm | karṇikāraiḥ kusumitaiḥ kiṃśukaiḥ ca supuṣpitaiḥ
die, mit der Übermenge ihrer Blütenlast fast den Boden berührend, von blühenden Karṇikāra-Bäumen und wohlblühenden Kiṃśuka-Bäumen umgeben waren.
Wort für Wort puṣpa-bhāra-atibhāraiḥ ca mit der Übermenge ihrer Blütenlast spṛśadbhiḥ iva medinīm fast den Boden berührend karṇikāraiḥ kusumitaiḥ von blühenden Karṇikāra-Bäumen kiṃśukaiḥ ca supuṣpitaiḥ und wohlblühenden Kiṃśuka-Bäumen sa deśaḥ prabhayā teṣām pradīpta iva sarvataḥ | pumnāgāḥ sapta-parṇāḥ ca campaka-uddālakāḥ tathā
Jener Ort erstrahlte durch ihren Glanz ringsum wie in Flammen stehend, mit Pumnāga-, Sapta-parṇa-, Campaka- und Uddālaka-Bäumen.
Wort für Wort sa deśaḥ prabhayā teṣām jener Ort durch ihren Glanz pradīpta iva sarvataḥ ringsum wie in Flammen stehend pumnāgāḥ sapta-parṇāḥ ca Pumnāga- und Sapta-parṇa-Bäume campaka-uddālakāḥ tathā ebenso Campaka- und Uddālaka-Bäume śāta-kumbha-nibhāḥ kecit kecid agni-śikha-upamāḥ | nīla-anjana-nibhāḥ kecit tatra aśokāḥ sahasraśaḥ
Manche glichen glänzendem Gold, manche der Flammenspitze des Feuers, manche dunklem Augenschwarz — dort standen die Aśoka-Bäume zu Tausenden.
Wort für Wort śāta-kumbha-nibhāḥ kecit manche dem glänzenden Gold gleichend kecid agni-śikha-upamāḥ manche der Feuerspitze gleichend nīla-anjana-nibhāḥ kecit manche dem dunklen Augenschwarz gleichend tatra aśokāḥ sahasraśaḥ dort die Aśoka-Bäume zu Tausenden nandanam vividha-udyānam citram caitraratham yathā
gleich dem mannigfaltigen Nandana- und bunten Caitraratha-Garten,
Wort für Wort nandanam vividha-udyānam den Nandana-Garten, den mannigfaltigen Garten citram caitraratham yathā bunt, wie den Caitraratha-Garten ativṛttam iva acintyam divyam ramyam śriyā vṛtam | dvitīyam iva ca ākāśam puṣpa-jyotir-gaṇa-āyutam
unfassbar, wie überirdisch, göttlich, lieblich, von Pracht umgeben, wie ein zweiter Himmel, erfüllt von Scharen blütenhafter Lichter,
Wort für Wort ativṛttam iva acintyam gleichsam überschritten, unfassbar divyam ramyam śriyā vṛtam göttlich, lieblich, von Pracht umgeben dvitīyam iva ca ākāśam und wie ein zweiter Himmel puṣpa-jyotir-gaṇa-āyutam erfüllt von Scharen blütenhafter Lichter puṣpa-ratna-śataiḥ citram pancamam sāgaram yathā | sarva-ṛtu-puṣpair nicitam pādapair madhu-gandhibhiḥ
bunt von hunderten Blüten und Edelsteinen wie ein fünfter Ozean, dicht bedeckt mit Bäumen voll honigduftender Blüten aller Jahreszeiten,
Wort für Wort puṣpa-ratna-śataiḥ citram bunt von hunderten Blüten und Edelsteinen pancamam sāgaram yathā wie ein fünfter Ozean sarva-ṛtu-puṣpaiḥ nicitam dicht bedeckt mit Blüten aller Jahreszeiten pādapaiḥ madhu-gandhibhiḥ mit honigduftenden Bäumen nānā-ninādaiḥ udyānam ramyam mṛga-gaṇair dvijaiḥ | aneka-gandha-pravaham puṇya-gandham mano-ramam
den lieblichen Garten voll mancherlei Laute von Wildrudeln und Vögeln, strömend von zahllosen Düften, heiligem Duft, herzerfreuend,
Wort für Wort nānā-ninādaiḥ udyānam ramyam den lieblichen Garten mit mancherlei Lauten mṛga-gaṇaiḥ dvijaiḥ von Wildrudeln und Vögeln aneka-gandha-pravaham von zahllosen Düften durchströmt puṇya-gandham mano-ramam heiligem Duft, herzerfreuend śaila-indram iva gandha-āḍhyam dvitīyam gandha-mādanam | aśoka-vanikāyām tu tasyām vānara-pumgavaḥ
reich an Duft wie der Berg der Berge, ein zweiter Gandhamādana-Berg — in jenem Aśoka-Hain aber erblickte der Stier unter den Affen sie.
Wort für Wort śaila-indram iva gandha-āḍhyam reich an Duft wie der Berg der Berge dvitīyam gandha-mādanam ein zweiter Gandhamādana-Berg aśoka-vanikāyām tu tasyām in jenem Aśoka-Hain aber vānara-pumgavaḥ der Stier unter den Affen sa dadarśa avidūrastham caitya-prāsādam ūrjitam | madhye stambha-sahasreṇa sthitam kailāsa-pāṇḍuram
Er erblickte, nicht weit entfernt stehend, einen mächtigen Weihe-Palast, aufragend inmitten von tausend Säulen, weiß wie der Kailāsa-Berg,
Wort für Wort sa dadarśa avidūra-stham er erblickte den nicht weit entfernt stehenden caitya-prāsādam ūrjitam mächtigen Weihe-Palast madhye stambha-sahasreṇa sthitam inmitten von tausend Säulen stehend kailāsa-pāṇḍuram weiß wie der Kailāsa pravāla-kṛta-sopānam tapta-kāncana-vedikam | muṣṇantam iva cakṣūmṣi dyotamānam iva śriyā
mit Treppen aus Korallen, mit Altären aus geschmolzenem Gold, gleichsam die Augen raubend, gleichsam von Pracht erstrahlend,
Wort für Wort pravāla-kṛta-sopānam mit aus Korallen gemachten Treppen tapta-kāncana-vedikam mit Altären aus geschmolzenem Gold muṣṇantam iva cakṣūmṣi gleichsam die Augen raubend dyotamānam iva śriyā gleichsam von Pracht erstrahlend vimalam prāṃśu-bhāvatvād ullikhantam iva ambaram | tato malina-samvītām rākṣasībhiḥ samāvṛtām
makellos, durch seine Höhe gleichsam den Himmel ritzend. Dann erblickte er, von schmutzigem Gewand umhüllt, von Rākṣasīs umgeben,
Wort für Wort vimalam prāṃśu-bhāvatvāt makellos, durch seine Höhe ullikhantam iva ambaram gleichsam den Himmel ritzend tato malina-samvītām dann, von schmutzigem Gewand umhüllt rākṣasībhiḥ samāvṛtām von Rākṣasīs umgeben upavāsa-kṛśām dīnām nihśvasantīm punaḥ punaḥ | dadarśa śukla-pakṣa-ādau candra-rekhām iva amalām
durch Fasten abgemagert, elend, immer wieder seufzend, sah er sie, wie einen makellosen Mondsichelstreif zu Beginn der hellen Monatshälfte.
Wort für Wort upavāsa-kṛśām dīnām durch Fasten abgemagert, elend nihśvasantīm punaḥ punaḥ immer wieder seufzend dadarśa śukla-pakṣa-ādau sah er, zu Beginn der hellen Monatshälfte candra-rekhām iva amalām wie einen makellosen Mondsichelstreif manda-prakhyāyamānena rūpeṇa rucira-prabhām | pinaddhām dhūma-jālena śikhām iva vibhāvasoḥ
mit schwach hervortretender Gestalt, doch von reizvollem Glanz, wie eine von Rauchwolken umhüllte Feuerflamme.
Wort für Wort manda-prakhyāyamānena rūpeṇa mit schwach hervortretender Gestalt rucira-prabhām von reizvollem Glanz pinaddhām dhūma-jālena umhüllt von einem Netz von Rauch śikhām iva vibhāvasoḥ wie die Flamme des Feuers pītena ekena samvītām kliṣṭena uttama-vāsasā | sapankām analamkārām vipadmām iva padminīm
gehüllt in ein einziges gelbes, verschmutztes, doch feines Gewand, schmutzbedeckt, ohne Schmuck, wie ein Lotosteich ohne Lotos.
Wort für Wort pītena ekena samvītām gehüllt in ein einziges gelbes kliṣṭena uttama-vāsasā verschmutztes, doch feines Gewand sapankām analamkārām schmutzbedeckt, ohne Schmuck vipadmām iva padminīm wie ein Lotosteich ohne Lotos vrīḍitām duhkha-samtaptām parimlānām tapasvinīm | graheṇa angārakeṇa eva pīḍitām iva rohiṇīm
beschämt, von Leid verzehrt, welk, elend, wie das Sternbild Rohiṇī, bedrängt vom Planeten Mars.
Wort für Wort vrīḍitām duhkha-samtaptām beschämt, von Leid verzehrt parimlānām tapasvinīm welk, elend graheṇa angārakeṇa eva pīḍitām iva wie bedrängt vom Planeten Mars rohiṇīm (gleich) Rohiṇī aśru-pūrṇa-mukhīm dīnām kṛśām ananaśena ca | śoka-dhyāna-parām dīnām nityam duhkha-parāyaṇām
mit tränenerfülltem Antlitz, elend, abgemagert durch Fasten, versunken in Kummer und Grübeln, elend, stets dem Leid ergeben,
Wort für Wort aśru-pūrṇa-mukhīm dīnām mit tränenerfülltem Antlitz, elend kṛśām ananaśena ca abgemagert durch Fasten śoka-dhyāna-parām dīnām versunken in Kummer und Grübeln, elend nityam duhkha-parāyaṇām stets dem Leid ergeben priyam janam apaśyantīm paśyantīm rākṣasī-gaṇam | sva-gaṇena mṛgīm hīnām śva-gaṇa-abhivṛtām iva
die geliebten Menschen nicht sehend, nur die Schar der Rākṣasīs sehend, wie eine Rehkuh, die ihrer eigenen Herde beraubt und von einer Hundemeute umringt ist.
Wort für Wort priyam janam apaśyantīm die geliebten Menschen nicht sehend paśyantīm rākṣasī-gaṇam die Schar der Rākṣasīs sehend sva-gaṇena mṛgīm hīnām wie eine Rehkuh, ihrer eigenen Herde beraubt śva-gaṇa-abhivṛtām iva gleichsam von einer Hundemeute umringt nīla-nāga-ābhayā veṇyā jaghanam gatayā ekayā | nīlayā nīrada-apāye vana-rājyā mahīm iva
mit einem einzigen dunklen, schlangengleichen Zopf, der bis zum Becken reichte, wie die Erde mit einer dunklen Waldreihe, wenn die Regenwolken vergangen sind.
Wort für Wort nīla-nāga-ābhayā veṇyā mit einem dunklen, schlangengleichen Zopf jaghanam gatayā ekayā der bis zum Becken reichte, einem einzigen nīlayā nīrada-apāye wie mit einer dunklen, wenn die Wolken vergangen sind vana-rājyā mahīm iva die Erde mit einer Waldreihe sukha-arhām duhkha-samtaptām vyasanānām akodivām | tām samīkṣya viśāla-akṣīm adhikam malinām kṛśām
sie erblickend, die des Glücks würdige, doch von Leid verzehrte, dem Elend nicht kundige, die Großäugige, sehr verschmutzte, abgemagerte,
Wort für Wort sukha-arhām duhkha-samtaptām des Glücks würdige, von Leid verzehrte vyasanānām akodivām dem Unglück nicht kundig tām samīkṣya viśāla-akṣīm sie erblickend, die Großäugige adhikam malinām kṛśām sehr verschmutzte, abgemagerte tarkayām āsa sītā iti kāraṇaiḥ upapādibhiḥ | hriyamāṇā tadā tena rakṣasā kāma-rūpiṇā
vermutete er aus schlüssigen Gründen: 'Das ist Sītā, die damals von jenem gestaltwandelnden Rākṣasa geraubt wurde.'
Wort für Wort tarkayām āsa sītā iti vermutete er: 'Das ist Sītā' kāraṇaiḥ upapādibhiḥ aus schlüssigen Gründen hriyamāṇā tadā tena damals von jenem geraubt rakṣasā kāma-rūpiṇā von dem nach Belieben gestaltwandelnden Rākṣasa yathā-rūpā hi dṛṣṭā vai tathā-rūpā iyam anganā | pūrṇa-candra-ānanām subhrūm cāru-vṛtta-payo-dharām
Wie ihre Gestalt einst gesehen worden war, so ist auch die Gestalt dieser Frau — mit vollmondgleichem Antlitz, schönbrauig, mit anmutig runden Brüsten,
Wort für Wort yathā-rūpā hi dṛṣṭā vai wie ihre Gestalt gesehen worden war tathā-rūpā iyam anganā so gestaltet ist diese Frau pūrṇa-candra-ānanām subhrūm mit vollmondgleichem Antlitz, schönbrauig cāru-vṛtta-payo-dharām mit anmutig runden Brüsten kurvantīm prabhayā devīm sarvā vitimirā diśaḥ | tām nīla-keśīm bimba-oṣṭhīm sumadhyām supratiṣṭhitām
die Herrin, die mit ihrem Glanz alle Himmelsrichtungen erhellte, mit dunklem Haar, korallenroten Lippen, schöner Mitte, wohlgeformter Gestalt,
Wort für Wort kurvantīm prabhayā devīm die Herrin, die mit ihrem Glanz machte sarvā vitimirā diśaḥ alle Richtungen ohne Dunkel tām nīla-keśīm bimba-oṣṭhīm sie mit dunklem Haar, korallenroten Lippen sumadhyām supratiṣṭhitām schöner Mitte, wohlgeformt sītām padma-palāśa-akṣīm manmathasya ratim yathā | iṣṭām sarvasya jagataḥ pūrṇa-candra-prabhām iva
Sītā, mit lotosblattgleichen Augen, wie Rati, die Geliebte des Liebesgottes, geliebt von der ganzen Welt, gleich dem Glanz des Vollmonds.
Wort für Wort sītām padma-palāśa-akṣīm Sītā, mit lotosblattgleichen Augen manmathasya ratim yathā wie Rati, die des Liebesgottes iṣṭām sarvasya jagataḥ geliebt von der ganzen Welt pūrṇa-candra-prabhām iva gleich dem Glanz des Vollmonds bhūmau sutanum āsīnām niyatām iva tāpasīm | niḥśvāsa-bahulām bhīrum bhujaga-indra-vadhūm iva
auf dem Boden sitzend, die Schönleibige, wie eine sich in Zucht befindende Asketin, voll häufiger Seufzer, ängstlich, wie die Gattin eines Schlangenfürsten,
Wort für Wort bhūmau sutanum āsīnām auf dem Boden sitzend, die Schönleibige niyatām iva tāpasīm wie eine sich in Zucht befindende Asketin niḥśvāsa-bahulām bhīrum voll häufiger Seufzer, ängstlich bhujaga-indra-vadhūm iva wie die Gattin eines Schlangenfürsten śoka-jālena mahatā vitatena na rājatīm | saṃsaktām dhūma-jālena śikhām iva vibhāvasoḥ
von einem großen, ausgebreiteten Netz des Kummers umfangen, nicht erstrahlend, wie eine mit einem Rauchnetz verbundene Feuerflamme.
Wort für Wort śoka-jālena mahatā vitatena von einem großen, ausgebreiteten Netz des Kummers na rājatīm nicht erstrahlend saṃsaktām dhūma-jālena verbunden mit einem Rauchnetz śikhām iva vibhāvasoḥ wie die Flamme des Feuers tām smṛtīm iva saṃdighdām ṛddhim nipatitām iva | vihatām iva ca śraddhām āśām pratihatām iva
sie, wie eine ins Zweifeln geratene Erinnerung, wie ein gefallener Wohlstand, wie ein zerstörter Glaube, wie eine zunichtegemachte Hoffnung,
Wort für Wort tām smṛtīm iva saṃdighdām sie wie eine ins Zweifeln geratene Erinnerung ṛddhim nipatitām iva wie ein gefallener Wohlstand vihatām iva ca śraddhām und wie ein zerstörter Glaube āśām pratihatām iva wie eine zunichtegemachte Hoffnung sa-upasargām yathā siddhim buddhim sakaluṣām iva | abhūtena apavādena kīrtim nipatitām iva
wie einen von Hindernissen befallenen Erfolg, wie einen getrübten Verstand, wie einen durch falsche Verleumdung gefallenen Ruhm,
Wort für Wort sa-upasargām yathā siddhim wie einen von Hindernissen befallenen Erfolg buddhim sakaluṣām iva wie einen getrübten Verstand abhūtena apavādena durch unwahre Verleumdung kīrtim nipatitām iva wie einen gefallenen Ruhm rāma-uparodha-vyathitām rakṣo-haraṇa-karśitām | abalām mṛga-śāva-akṣīm vīkṣamāṇām tataḥ tataḥ
sie, gequält vom Fernsein Rāmas, abgezehrt durch den Raub des Rākṣasa, kraftlos, mit den Augen einer Rehkuh, hierhin und dorthin blickend.
Wort für Wort rāma-uparodha-vyathitām gequält vom Fernsein Rāmas rakṣo-haraṇa-karśitām abgezehrt durch den Raub des Rākṣasa abalām mṛga-śāva-akṣīm kraftlos, mit Rehkuh-Augen vīkṣamāṇām tataḥ tataḥ hierhin und dorthin blickend bāṣpa-ambu-pratipūrṇena kṛṣṇa-vaktra-akṣi-pakṣmaṇā | vadanena aprasannena nihśvasantīm punaḥ punaḥ
mit einem Antlitz voll von Tränenwasser, mit dunklen Wimpern an Mund und Augen, mit trübem Gesicht, immer wieder seufzend,
Wort für Wort bāṣpa-ambu-pratipūrṇena voll von Tränenwasser kṛṣṇa-vaktra-akṣi-pakṣmaṇā mit dunklen Wimpern an Mund und Augen vadanena aprasannena mit trübem Antlitz nihśvasantīm punaḥ punaḥ immer wieder seufzend mala-panka-dharām dīnām maṇḍana-arhām amaṇḍitām | prabhām nakṣatra-rājasya kāla-meghaiḥ iva āvṛtām
beschmutzt von Staub und Schlamm, elend, des Schmuckes würdig, doch ungeschmückt, wie der Glanz des Sternenkönigs, umhüllt von dunklen Wolken.
Wort für Wort mala-panka-dharām dīnām beschmutzt von Staub und Schlamm, elend maṇḍana-arhām amaṇḍitām des Schmuckes würdig, doch ungeschmückt prabhām nakṣatra-rājasya wie der Glanz des Sternenkönigs (Mond) kāla-meghaiḥ iva āvṛtām gleichsam von dunklen Wolken umhüllt tasya saṃdidihe buddhiḥ muhuḥ sītām nirīkṣya tu | āmnāyānām ayogena vidyām praśithilām iva
Ihm geriet der Verstand, als er Sītā immer wieder betrachtete, ins Zweifeln, wie ein durch Vernachlässigung des Studiums nachlässig gewordenes Wissen.
Wort für Wort tasya saṃdidihe buddhiḥ ihm geriet der Verstand ins Zweifeln muhuḥ sītām nirīkṣya tu als er Sītā immer wieder betrachtete āmnāyānām ayogena durch Vernachlässigung des Studiums vidyām praśithilām iva wie ein nachlässig gewordenes Wissen duhkhena bubudhe sītām hanumān analamkṛtām | saṃskāreṇa yathā hīnām vācam artha-antaram gatām
Mit Mühe erkannte Hanumān die ungeschmückte Sītā, wie ein Wort, das ohne rechte Bildung eine andere Bedeutung angenommen hat.
Wort für Wort duhkhena bubudhe sītām mit Mühe erkannte er Sītā hanumān analamkṛtām Hanumān die ungeschmückte saṃskāreṇa yathā hīnām wie ohne rechte Bildung vācam artha-antaram gatām ein Wort, das eine andere Bedeutung angenommen hat tām samīkṣya viśāla-akṣīm rāja-putrīm aninditām | tarkayām āsa sītā iti kāraṇaiḥ upapādayan
Sie betrachtend, die Großäugige, die makellose Königstochter, folgerte er, Gründe anführend: 'Das ist Sītā.'
Wort für Wort tām samīkṣya viśāla-akṣīm sie betrachtend, die Großäugige rāja-putrīm aninditām die makellose Königstochter tarkayām āsa sītā iti folgerte er: 'Das ist Sītā' kāraṇaiḥ upapādayan Gründe anführend vaidehyā yāni ca angeṣu tadā rāmo anvakīrtayat | tāni ābharaṇa-jālāni gātra-śobhīni alakṣayat
Und die Schmuckstücke, die Rāma damals von den Gliedern der Vaidehī aufgezählt hatte, jene, die Glieder verschönernden Schmuckstücke bemerkte er.
Wort für Wort vaidehyā yāni ca angeṣu und welche an den Gliedern der Vaidehī tadā rāmo anvakīrtayat Rāma damals aufgezählt hatte tāni ābharaṇa-jālāni jene Schmuckstücke gātra-śobhīni alakṣayat die glieder-verschönernden bemerkte er sukṛtau karṇa-veṣṭau ca śva-damṣṭrau ca susaṃsthitau | maṇi-vidruma-citrāṇi hasteṣv ābharaṇāni ca
die wohlgemachten Ohrgehänge und die wohlgeformten Śva-damṣṭra-Ohrringe, und die mit Edelsteinen und Korallen bunten Schmuckstücke an den Händen.
Wort für Wort sukṛtau karṇa-veṣṭau ca die wohlgemachten Ohrgehänge śva-damṣṭrau ca susaṃsthitau und die wohlgeformten Śva-damṣṭra-Ohrringe maṇi-vidruma-citrāṇi mit Edelsteinen und Korallen bunte hasteṣv ābharaṇāni ca und die Schmuckstücke an den Händen śyāmāni cira-yuktatvāt tathā saṃsthānavanti ca | tāni eva etāni manye aham yāni rāmo anvakīrtayat
dunkel geworden durch langes Tragen, doch von gleicher Form — eben diese, so meine ich, sind es, die Rāma aufgezählt hat.
Wort für Wort śyāmāni cira-yuktatvāt dunkel durch langes Tragen tathā saṃsthānavanti ca und ebenso in ihrer Form erhalten tāni eva etāni manye aham eben diese, meine ich yāni rāmo anvakīrtayat welche Rāma aufgezählt hat tatra yāni avahīnāni tāni aham na upalakṣaye | yāni asyā na avahīnāni tāni imāni na saṃśayaḥ
Welche darunter fehlen, die bemerke ich nicht; welche an ihr nicht fehlen, das sind eben diese, ohne Zweifel.
Wort für Wort tatra yāni avahīnāni welche darunter fehlen tāni aham na upalakṣaye die bemerke ich nicht yāni asyā na avahīnāni welche an ihr nicht fehlen tāni imāni na saṃśayaḥ das sind eben diese, kein Zweifel pītam kanaka-paṭṭa-ābham srastam tad vasanam śubham | uttarīyam naga-āsaktam tadā dṛṣṭam plavam-gamaiḥ
das gelbe, goldbandgleiche, herabgeglittene schöne Gewand, den Überwurf, an einem Baum hängend, hatten damals die Affen gesehen.
Wort für Wort pītam kanaka-paṭṭa-ābham das gelbe, goldbandgleiche srastam tad vasanam śubham jenes herabgeglittene, schöne Gewand uttarīyam naga-āsaktam den Überwurf, an einem Baum hängend tadā dṛṣṭam plavam-gamaiḥ damals von den Affen gesehen bhūṣaṇāni ca mukhyāni dṛṣṭāni dharaṇī-tale | anayā eva apaviddhāni svanavanti mahānti ca
Und die vornehmen Schmuckstücke, die man auf dem Erdboden gesehen hatte, von ihr eben abgeworfen, klingende, große,
Wort für Wort bhūṣaṇāni ca mukhyāni und die vornehmen Schmuckstücke dṛṣṭāni dharaṇī-tale auf dem Erdboden gesehen anayā eva apaviddhāni von ihr eben abgeworfen svanavanti mahānti ca klingend und groß idam cira-gṛhītatvād vasanam kliṣṭavattaram | tathā hi nūnam tad varṇam tathā śrīmad yathā itarat
dieses Gewand ist durch langes Tragen abgenutzter; ebenso war gewiss auch jenes von der Farbe, ebenso prächtig wie das andere.
Wort für Wort idam cira-gṛhītatvāt dieses durch langes Tragen vasanam kliṣṭavattaram das mehr abgenutzte Gewand tathā hi nūnam tad varṇam ebenso war gewiss jenes von der Farbe tathā śrīmad yathā itarat ebenso prächtig wie das andere iyam kanaka-varṇa-angī rāmasya mahiṣī priyā | pranaṣṭā api satī yasya manaso na praṇaśyati
Diese Goldgliedrige ist Rāmas geliebte Königin; obgleich verloren, ist sie doch aus seinem Sinn nicht verloren.
Wort für Wort iyam kanaka-varṇa-angī diese, mit goldfarbenen Gliedern rāmasya mahiṣī priyā Rāmas geliebte Königin pranaṣṭā api satī obgleich verschwunden yasya manaso na praṇaśyati aus dessen Sinn sie nicht verschwindet iyam sā yat kṛte rāmaḥ caturbhiḥ paritapyate | kāruṇyena ānṛśaṃsyena śokena madanena ca
Sie ist es, um derentwillen Rāma von vier Dingen gequält wird: von Mitleid, von Güte, von Kummer und von Liebesverlangen.
Wort für Wort iyam sā yat kṛte rāmaḥ sie ist es, um derentwillen Rāma caturbhiḥ paritapyate von vier [Dingen] gequält wird kāruṇyena ānṛśaṃsyena von Mitleid, von Güte śokena madanena ca von Kummer und von Liebesverlangen strī pranaṣṭā iti kāruṇyād āśritā iti ānṛśaṃsyataḥ | patnī naṣṭā iti śokena priyeti madanena ca
'Eine Frau ist verloren' — aus Mitleid; 'sie war mir zugetan' — aus Güte; 'meine Gattin ist verloren' — aus Kummer; 'sie ist mir teuer' — aus Liebesverlangen.
Wort für Wort strī pranaṣṭā iti kāruṇyāt 'eine Frau ist verloren' — aus Mitleid āśritā iti ānṛśaṃsyataḥ 'sie war zugetan' — aus Güte patnī naṣṭā iti śokena 'die Gattin ist verloren' — aus Kummer priyā iti madanena ca 'sie ist teuer' — aus Liebesverlangen asyā devyā yathā-rūpam anga-pratyanga-sauṣṭhavam | rāmasya ca yathā-rūpam tasya iyam asita-īkṣaṇā
Wie die Gestalt dieser Herrin, die Schönheit ihrer Glieder und Gliedmaßen, und wie die Gestalt Rāmas ist, ihm entspricht diese Dunkeläugige.
Wort für Wort asyā devyā yathā-rūpam wie die Gestalt dieser Herrin anga-pratyanga-sauṣṭhavam die Schönheit ihrer Glieder und Gliedmaßen rāmasya ca yathā-rūpam und wie die Gestalt Rāmas tasya iyam asita-īkṣaṇā ihm entspricht diese Dunkeläugige asyā devyā manaḥ tasmimḥ tasya ca asyām pratiṣṭhitam | tena iyam sa ca dharma-ātmā muhūrtam api jīvati
Der Sinn dieser Herrin ruht auf ihm, und der seine auf ihr; deshalb leben sie, sie und er, der Rechtschaffene, auch nur noch für einen Augenblick.
Wort für Wort asyā devyā manaḥ tasmimḥ der Sinn dieser Herrin auf ihm tasya ca asyām pratiṣṭhitam und der seine auf ihr ruht tena iyam sa ca dharma-ātmā deshalb sie und er, der Rechtschaffene muhūrtam api jīvati lebt auch nur noch einen Augenblick duṣkaram kurute rāmo imām matta-kāśinīm | sītām vinā mahā-bāhuḥ muhūrtam api jīvati
Schwer Vollbringbares vollbringt Rāma, der Großarmige: ohne diese berauschend-schöne Sītā lebt er noch einen Augenblick weiter.
Wort für Wort duṣkaram kurute rāmo Schwer Vollbringbares vollbringt Rāma imām matta-kāśinīm diese berauschend-schöne sītām vinā mahā-bāhuḥ ohne Sītā, der Großarmige muhūrtam api jīvati lebt er auch nur einen Augenblick evam sītām tadā dṛṣṭvā hṛṣṭaḥ pavana-sambhavaḥ | jagāma manasā rāmam praśaśaṃsa ca tam prabhum
So, Sītā damals erblickend, erfreut, wandte sich der Windessohn im Geiste Rāma zu und pries jenen Herrn.
Wort für Wort evam sītām tadā dṛṣṭvā so, Sītā damals erblickend hṛṣṭaḥ pavana-sambhavaḥ erfreut, der Windessohn jagāma manasā rāmam wandte er sich im Geiste Rāma zu praśaśaṃsa ca tam prabhum und pries jenen Herrn
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