Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa
Sarga 43: Caitya Prāsāda Bhangaḥ
Die Zerstörung des Kultpalastes
tataḥ sa kimkarān hatvā hanūmān dhyānam āsthitaḥ |
vanam bhagnam mayā caitya prāsādo na vināśitaḥ ||
Nachdem er die Kiṃkaras erschlagen hatte, versank Hanumān in Nachdenken: 'Den Garten habe ich zerstört, doch der Kultpalast wurde nicht vernichtet.'
Wort für Wort tataḥ sa kimkarān hatvā nachdem er die Kiṃkaras erschlagen hatte hanūmān dhyānam āsthitaḥ versank Hanumān in Nachdenken vanam bhagnam mayā den Garten habe ich zerstört caitya prāsādo na vināśitaḥ der Kultpalast wurde nicht vernichtet tasmāt prāsādam api evam imam vidhvaṃsayāmi aham |
iti saṃcintya hanumān manasā darśayan balam ||
'Darum will ich auch diesen Palast ebenso zerstören' – so erwog Hanumān und zeigte in Gedanken seine Kraft.
Wort für Wort tasmāt prāsādam api evam imam darum auch diesen Palast ebenso vidhvaṃsayāmi aham werde ich zerstören iti saṃcintya hanumān so erwog Hanumān manasā darśayan balam in Gedanken seine Kraft zeigend caitya prāsādam āplutya meru śṛngam iva unnatam |
āruroha hari śreṣṭho hanūmān māruta ātmajaḥ ||
Auf den Kultpalast zuspringend, hochragend wie der Gipfel des Meru, erstieg ihn der Beste der Affen, Hanumān, der Sohn des Windgottes.
Wort für Wort caitya prāsādam āplutya auf den Kultpalast zuspringend meru śṛngam iva unnatam hochragend wie der Gipfel des Meru āruroha hari śreṣṭho erstieg der Beste der Affen hanūmān māruta ātmajaḥ Hanumān, der Sohn des Windgottes āruhya girisamkāśam prāsādam hariyūthapaḥ |
babhau sa sumahātejāḥ pratisūrya ivoditaḥ ||
Nachdem er den bergesgleichen Palast erstiegen hatte, glänzte der Anführer der Affen, von überaus großem Glanz, wie eine aufgegangene zweite Sonne.
Wort für Wort āruhya girisamkāśam prāsādam nachdem er den bergesgleichen Palast erstiegen hatte hariyūthapaḥ der Anführer der Affen babhau sa sumahātejāḥ glänzte er, von überaus großem Glanz pratisūrya ivoditaḥ wie eine aufgegangene zweite Sonne sampradhṛṣya ca durdharṣaḥ caitya prāsādam unnatam |
hanūmān prajvalaml lakṣmyā pāriyātrā upamo abhavat ||
Und der Unbezwingbare, den hochragenden Kultpalast bezwingend, Hanumān, in Glanz erstrahlend, glich dem Pāriyātra-Gebirge.
Wort für Wort sampradhṛṣya ca durdharṣaḥ und der Unbezwingbare, bezwingend caitya prāsādam unnatam den hochragenden Kultpalast hanūmān prajvalaml lakṣmyā Hanumān, in Glanz erstrahlend pāriyātrā upamo abhavat glich dem Pāriyātra-Gebirge sa bhūtvā tu mahākāyo hanūmān māruta ātmajaḥ |
dhṛṣṭam āsphoṭayāmāsa lankām śabdena pūrayan ||
Er, Hanumān, der Sohn des Windgottes, zu gewaltiger Gestalt geworden, schlug kühn auf seine Arme und erfüllte Laṅkā mit seinem Ruf.
Wort für Wort sa bhūtvā tu mahākāyo er, zu gewaltiger Gestalt geworden hanūmān māruta ātmajaḥ Hanumān, der Sohn des Windgottes dhṛṣṭam āsphoṭayāmāsa schlug kühn auf seine Arme lankām śabdena pūrayan Laṅkā mit dem Schall erfüllend tasya āsphoṭita śabdena mahatā śrotra ghātinā |
peturvihaṅgamāstatra caityapālāśca mohitāḥ ||
Durch den gewaltigen, die Ohren zerreißenden Schall seines Armschlagens fielen dort Vögel herab, und die Wächter des Heiligtums wurden betäubt.
Wort für Wort tasya āsphoṭita śabdena mahatā durch den gewaltigen Schall seines Armschlagens śrotra ghātinā die Ohren zerreißend peturvihaṅgamāstatra es fielen dort Vögel caityapālāśca mohitāḥ und die Wächter des Heiligtums wurden betäubt astravijjayatām rāmo lakṣmaṇaḥ ca mahābalaḥ |
rājā jayati sugrīvo rāghavena abhipālitaḥ ||
'Es siege Rāma, der Waffenkundige, und Lakṣmaṇa, der Gewaltige; es siege König Sugrīva, von Rāghava beschützt!'
Wort für Wort astravijjayatām rāmo es siege Rāma, der Waffenkundige lakṣmaṇaḥ ca mahābalaḥ und Lakṣmaṇa, der Gewaltige rājā jayati sugrīvo es siege König Sugrīva rāghavena abhipālitaḥ von Rāghava beschützt dāso aham kosala indrasya rāmasya akliṣṭa karmaṇaḥ |
hanumān śatru sainyānām nihantā māruta ātmajaḥ ||
'Ich bin der Diener des Herrn von Kosala, Rāmas, dessen Werk unbehindert bleibt; ich, Hanumān, der Sohn des Windgottes, der Vernichter der feindlichen Heere.'
Wort für Wort dāso aham kosala indrasya ich bin der Diener des Herrn von Kosala rāmasya akliṣṭa karmaṇaḥ Rāmas, dessen Werk unbehindert bleibt hanumān śatru sainyānām nihantā Hanumān, der Vernichter der feindlichen Heere māruta ātmajaḥ der Sohn des Windgottes na rāvaṇa sahasram me yuddhe pratibalam bhavet |
śilābhiḥ tu praharataḥ pādapaiḥ ca sahasraśaḥ ||
'Nicht tausend Rāvaṇas wären mir im Kampf ebenbürtig, wenn ich mit Felsblöcken und Bäumen zu Tausenden zuschlage.'
Wort für Wort na rāvaṇa sahasram me nicht tausend Rāvaṇas wären mir yuddhe pratibalam bhavet im Kampf ebenbürtig śilābhiḥ tu praharataḥ wenn ich mit Felsblöcken zuschlage pādapaiḥ ca sahasraśaḥ und mit Bäumen zu Tausenden ardayitvā purīm lankām abhivādya ca maithilīm |
samṛddha artho gamiṣyāmi miṣatām sarva rakṣasām ||
'Nachdem ich die Stadt Laṅkā verwüstet und Maithilī gegrüßt habe, werde ich, mein Ziel erreicht, gehen, vor den Augen aller Rākṣasas.'
Wort für Wort ardayitvā purīm lankām nachdem ich die Stadt Laṅkā verwüstet habe abhivādya ca maithilīm und Maithilī gegrüßt habe samṛddha artho gamiṣyāmi werde ich, mein Ziel erreicht, gehen miṣatām sarva rakṣasām vor den Augen aller Rākṣasas evam uktvā vimānasthaḥ caityasthān hari pumgavaḥ |
nanāda bhīma nirhrādo rakṣasām janayan bhayam ||
So sprechend, auf dem Palastgebäude stehend, brüllte der Stier unter den Affen mit furchtbarem Gebrüll, den Rākṣasas dort Furcht einflößend.
Wort für Wort evam uktvā vimānasthaḥ so sprechend, auf dem Palastgebäude stehend caityasthān hari pumgavaḥ der Stier unter den Affen, im Heiligtum stehend nanāda bhīma nirhrādo brüllte mit furchtbarem Gebrüll rakṣasām janayan bhayam den Rākṣasas Furcht einflößend tena śabdena mahatā caitya pālāḥ śatam yayuḥ |
gṛhītvā vividhān astrān prāsān khaḍgān paraśvadhān |
visṛjanto mahāksayā mārutim paryavārayan |
Durch jenen gewaltigen Schall kamen hundert Wächter des Heiligtums herbei, mancherlei Waffen ergreifend – Speere, Schwerter, Streitäxte –, und sie umringten, sie in großer Zahl schleudernd, den Sohn des Windgottes.
Wort für Wort tena śabdena mahatā durch jenen gewaltigen Schall caitya pālāḥ śatam yayuḥ kamen hundert Wächter des Heiligtums herbei gṛhītvā vividhān astrān mancherlei Waffen ergreifend prāsān khaḍgān paraśvadhān Speere, Schwerter, Streitäxte visṛjanto mahāksayā in großer Zahl schleudernd mārutim paryavārayan umringten sie den Sohn des Windgottes te gadābhirvicitrābhiḥ parighaiḥ kāñcanāṅgadaiḥ |
ajaghnarvānaraśreṣṭhaṃ śaraiścādityasannibhaiḥ ||
Sie schlugen den Besten der Affen mit bunten Keulen, mit eisernen Stangen, mit goldenen Armreifen und mit sonnengleichen Pfeilen.
Wort für Wort te gadābhirvicitrābhiḥ sie mit bunten Keulen parighaiḥ kāñcanāṅgadaiḥ mit eisernen Stangen, mit goldenen Armreifen ajaghnarvānaraśreṣṭhaṃ schlugen den Besten der Affen śaraiścādityasannibhaiḥ mit sonnengleichen Pfeilen āvarta iva gangāyāḥ toyasya vipulo mahān |
parikṣipya hari śreṣṭham sa babhau rakṣasām gaṇaḥ ||
Wie ein gewaltiger, weiter Strudel im Wasser der Gaṅgā, so erschien die Schar der Rākṣasas, als sie den Besten der Affen umringte.
Wort für Wort āvarta iva gangāyāḥ toyasya wie ein Strudel im Wasser der Gaṅgā vipulo mahān gewaltig, weit parikṣipya hari śreṣṭham den Besten der Affen umringend sa babhau rakṣasām gaṇaḥ so erschien die Schar der Rākṣasas tato vāta ātmajaḥ kruddho bhīma rūpam samāsthitaḥ |
prāsādasya mahān tasya stambham hema pariṣkṛtam |
utpāṭayitvā vegena hanūmān māruta ātmajaḥ ||
Da nahm der Sohn des Windgottes, zornig, eine furchtbare Gestalt an; und Hanumān, der Sohn des Windgottes, riss mit gewaltiger Wucht die große, goldverzierte Säule jenes Palastes heraus.
Wort für Wort tato vāta ātmajaḥ kruddho da der Sohn des Windgottes, zornig bhīma rūpam samāsthitaḥ nahm eine furchtbare Gestalt an prāsādasya mahān tasya stambham hema pariṣkṛtam die große goldverzierte Säule jenes Palastes utpāṭayitvā vegena mit gewaltiger Wucht herausreißend hanūmān māruta ātmajaḥ Hanumān, der Sohn des Windgottes tataḥ tam bhrāmayāmāsa śata dhāram mahābalaḥ |
tatra cāgniḥ samabhavatprāsādaścāpyadahyata |
dahyamānaṃ tato dṛṣṭvā prāsādaṃ hariyūthapaḥ |
sa rākṣasa śatam hatvā vajreṇa indra iva asurān |
antarikṣa sthitaḥ śrīmān idam vacanam abravīt ||
Dann schwang der Gewaltige sie hundertfach herum; da entstand Feuer, und der Palast begann zu brennen. Als der Anführer der Affen den brennenden Palast sah, sprach er, nachdem er hundert Rākṣasas erschlagen hatte, wie Indra die Asuras mit dem Vajra, in der Luft stehend, der Glanzvolle, dieses Wort:
Wort für Wort tataḥ tam bhrāmayāmāsa dann schwang er sie herum śata dhāram mahābalaḥ hundertfach, der Gewaltige tatra cāgniḥ samabhavat da entstand Feuer prāsādaścāpyadahyata und der Palast begann zu brennen dahyamānaṃ tato dṛṣṭvā prāsādaṃ als er den brennenden Palast sah hariyūthapaḥ der Anführer der Affen sa rākṣasa śatam hatvā nachdem er hundert Rākṣasas erschlagen hatte vajreṇa indra iva asurān wie Indra mit dem Vajra die Asuras antarikṣa sthitaḥ śrīmān in der Luft stehend, der Glanzvolle idam vacanam abravīt sprach dieses Wort mādṛśānām sahasrāṇi visṛṣṭāni mahātmanām |
balinām vānara indrāṇām sugrīva vaśa vartinām |
aṭanti vasudhām kṛtsnām vayamaye ca vānarāḥ |
'Tausende Meinesgleichen, hochgesinnte, kraftvolle Herrscher der Affen, Sugrīvas Gebot unterworfen, sind ausgesandt und durchstreifen die gesamte Erde; auch ich bin einer der Affen.'
Wort für Wort mādṛśānām sahasrāṇi visṛṣṭāni Tausende Meinesgleichen sind ausgesandt mahātmanām balinām vānara indrāṇām hochgesinnte, kraftvolle Herrscher der Affen sugrīva vaśa vartinām Sugrīvas Gebot unterworfen aṭanti vasudhām kṛtsnām durchstreifen die gesamte Erde vayamaye ca vānarāḥ und auch ich bin (einer) der Affen daśanāgabalāḥ kecitkeciddaśaguṇottarāḥ |
kecinnāgasahasrasya babhūvustulyavikramāḥ ||
'Manche haben die Kraft von zehn Elefanten, manche das Zehnfache davon, manche sind an Kraft tausend Elefanten gleich.'
Wort für Wort daśanāgabalāḥ kecit manche haben die Kraft von zehn Elefanten keciddaśaguṇottarāḥ manche das Zehnfache davon kecinnāgasahasrasya manche eines Tausends von Elefanten babhūvustulyavikramāḥ sind an Kraft gleich geworden santi caughabalāḥ kecitkecidvāyubalopamāḥ |
aprameyabalāścānye tatrāsan hariyūthapāḥ ||
'Manche sind von der Kraft einer Flut, manche der Kraft des Windes gleich; und andere Anführer der Affen dort waren von unermesslicher Kraft.'
Wort für Wort santi caughabalāḥ kecit manche sind von der Kraft einer Flut kecidvāyubalopamāḥ manche der Kraft des Windes gleich aprameyabalāścānye und andere von unermesslicher Kraft tatrāsan hariyūthapāḥ dort waren die Anführer der Affen īdṛgvidhaistu haribhirvaṛto dantanakhāyudhaiḥ |
śataiḥ śata sahasraiḥ ca koṭībhiḥ ayutaiḥ api |
āgamiṣyati sugrīvaḥ sarveṣām vo niṣūdanaḥ |
'Von solchen Affen umgeben, deren Waffen Zähne und Krallen sind, zu Hunderten, Hunderttausenden, Koṭis und Myriaden, wird Sugrīva kommen, der Vernichter von euch allen.'
Wort für Wort īdṛgvidhaistu haribhirvaṛto von solchen Affen umgeben dantanakhāyudhaiḥ deren Waffen Zähne und Krallen sind śataiḥ śata sahasraiḥ ca koṭībhiḥ ayutaiḥ api zu Hunderten, Hunderttausenden, Koṭis, Myriaden āgamiṣyati sugrīvaḥ wird Sugrīva kommen sarveṣām vo niṣūdanaḥ der Vernichter von euch allen na iyam asti purī lankā na yūyam na ca rāvaṇaḥ |
yasmāt ikṣvāku nāthena baddham vairam mahātmanā |
'Dann wird diese Stadt Laṅkā nicht mehr bestehen, noch ihr, noch Rāvaṇa – denn Feindschaft wurde geschlossen mit dem hochgesinnten Herrn der Ikṣvākus.'
Wort für Wort na iyam asti purī lankā dann wird diese Stadt Laṅkā nicht mehr bestehen na yūyam na ca rāvaṇaḥ noch ihr, noch Rāvaṇa yasmāt ikṣvāku nāthena denn mit dem Herrn der Ikṣvākus baddham vairam mahātmanā wurde Feindschaft geschlossen, dem Hochgesinnten
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