Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa

Sarga 21: Sītāyā Rāvaṇa Tarjanam Sītās Zurechtweisung Rāvaṇas

tasya tadvacanam śrutvā sītā raudrasya rakṣasaḥ | ārtā dīnasvarā dīnam pratyuvāca tataḥ śanaiḥ

Nachdem sie jene Worte des schrecklichen Rākṣasa gehört hatte, erwiderte Sītā, gequält, mit elender Stimme, dem Elenden, langsam:

Wort für Wort
tasya tadvacanam śrutvā
nachdem sie jene Worte gehört hatte
sītā raudrasya rakṣasaḥ
Sītā, des schrecklichen Rākṣasa
ārtā dīnasvarā dīnam
gequält, mit elender Stimme, dem Elenden
pratyuvāca tataḥ śanaiḥ
erwiderte sie da langsam

duḥkhārtā rudatī sītā vepamānā tapasvinī | cintayantī varāroha patimeva pativratā | tṛṇamantarataḥ kṛtvā pratyuvāca śucismitā

Vom Leid gequält, weinend, zitternd, in Buße lebend, an ihren Gatten denkend, die Schönhüftige, dem Gatten treu ergeben, ein Grashalm zwischen sich legend, erwiderte die Sanftlächelnde:

Wort für Wort
duḥkhārtā rudatī sītā
vom Leid gequält, weinend, Sītā
vepamānā tapasvinī
zitternd, in Buße lebend
cintayantī varāroha patimeva pativratā
an ihren Gatten denkend, die Schönhüftige, dem Gatten treu ergeben
tṛṇamantarataḥ kṛtvā
ein Grashalm zwischen sich legend
pratyuvāca śucismitā
erwiderte die Sanftlächelnde

nivartaya mano mattaḥ svajane kriyatāṃ manaḥ | na māṃ prārthayituṃ yuktaṃ susiddhimiva pāpakṛt

'Wende deinen Sinn von mir ab, richte ihn auf die deinen Eigenen — es ziemt sich nicht, mich zu begehren, wie es sich für einen Übeltäter nicht ziemt, vollkommenen Erfolg zu erwarten.'

Wort für Wort
nivartaya mano mattaḥ
wende deinen Sinn von mir ab
svajane kriyatāṃ manaḥ
richte den Sinn auf die Eigenen
na māṃ prārthayituṃ yuktaṃ
es ziemt sich nicht, mich zu begehren
susiddhimiva pāpakṛt
wie einem Übeltäter vollkommener Erfolg nicht ziemt

akāryam na mayā kāryamekapatnyā vigarhitam | kulam samprāptayā puṇyam kule mahati jātayā

'Ich, die Einzig-dem-einen-Gatten-Verbundene, soll das Verwerfliche nicht tun — ich, die in ein rechtschaffenes Geschlecht eingegangen und in einem großen Geschlecht geboren ist.'

Wort für Wort
akāryam na mayā kāryam
das Nicht-zu-Tuende soll von mir nicht getan werden
ekapatnyā vigarhitam
das Verwerfliche, von mir, der Einem-Gatten-Verbundenen
kulam samprāptayā puṇyam
ich, die in ein rechtschaffenes Geschlecht eingegangen ist
kule mahati jātayā
die in einem großen Geschlecht geboren ist

evamuktvā tu vaidehī rāvaṇam tam yaśasvinī | rāvaṇam pṛṣṭhataḥ kṛtvā bhūyo vacanam abravīt

So gesprochen, wandte sich die ruhmreiche Vaidehī von jenem Rāvaṇa ab, kehrte ihm den Rücken zu und sprach abermals dieses Wort:

Wort für Wort
evamuktvā tu vaidehī
so gesprochen, die Vaidehī
rāvaṇam tam yaśasvinī
zu jenem Rāvaṇa, die Ruhmreiche
rāvaṇam pṛṣṭhataḥ kṛtvā
Rāvaṇa den Rücken zukehrend
bhūyo vacanam abravīt
sprach sie abermals dieses Wort

na aham aupayikī bhāryā parabhāryā satī tava | sādhu dharmam avekṣasva sādhu sādhuvratam cara

'Ich bin nicht die zu dir passende Gattin, ich, die rechtschaffene Gattin eines anderen; achte wohl auf den Dharma, wandle wohl auf dem Pfad der Rechtschaffenen.'

Wort für Wort
na aham aupayikī bhāryā
ich bin nicht die passende Gattin
parabhāryā satī tava
für dich, ich, die rechtschaffene Gattin eines anderen
sādhu dharmam avekṣasva
achte wohl auf den Dharma
sādhu sādhuvratam cara
wandle wohl auf dem Pfad der Rechtschaffenen

yathā tava tathānyeṣāṃ dārā rakṣyā viśācara | ātmānamupamāṃ kṛtvā sveṣu dāreṣu ramyatām

'Wie die deinen, so sind auch die Gattinnen anderer zu beschützen, du Umherstreifender der Nacht; mache dich selbst zum Vergleich und erfreue dich an deinen eigenen Frauen.'

Wort für Wort
yathā tava tathānyeṣāṃ
wie die deinen, so die anderer
dārā rakṣyā viśācara
Gattinnen sind zu beschützen, du Nacht-Umherstreifender
ātmānamupamāṃ kṛtvā
mache dich selbst zum Vergleich
sveṣu dāreṣu ramyatām
erfreue dich an deinen eigenen Frauen

atuṣṭaṃ sveṣu dāreṣu capalam calitendriyam | nayanti nikṛtiprajñaṃ paradārāḥ parābhavam

'Den mit seinen eigenen Frauen Unzufriedenen, den Unbeständigen, dessen Sinne wankelmütig sind, den betrügerisch Gesinnten führen fremde Frauen ins Verderben.'

Wort für Wort
atuṣṭaṃ sveṣu dāreṣu
den mit seinen eigenen Frauen Unzufriedenen
capalam calitendriyam
den Unbeständigen, dessen Sinne wankelmütig sind
nayanti nikṛtiprajñaṃ
führen den betrügerisch Gesinnten
paradārāḥ parābhavam
fremde Frauen ins Verderben

iha santo na vā santi sato vā nānuvartase | tathāhi viparītā te buddhirācāravarjitā

'Entweder gibt es hier keine Rechtschaffenen, oder du folgst den Rechtschaffenen nicht — denn dein Verstand ist verkehrt und deiner Sitte beraubt.'

Wort für Wort
iha santo na vā santi
entweder gibt es hier keine Rechtschaffenen
sato vā nānuvartase
oder du folgst den Rechtschaffenen nicht
tathāhi viparītā te
denn verkehrt ist dein
buddhirācāravarjitā
Verstand, der Sitte beraubt

vaco mithyāpraṇītātmā pathyamuktaṃ vicakṣaṇaiḥ | rākṣasānāmabhāvāya tvam vā na vratipadyase

'Das heilsame Wort, das von den Weisen gesprochen wurde, missachtest du, dein Sinn falsch gerichtet — zum Verderben der Rākṣasas nimmst du es nicht an.'

Wort für Wort
vaco mithyāpraṇītātmā
das Wort, dein Sinn falsch gerichtet
pathyamuktaṃ vicakṣaṇaiḥ
das heilsame, von den Weisen gesprochene
rākṣasānāmabhāvāya
zum Verderben der Rākṣasas
tvam vā na vratipadyase
nimmst du es nicht an

ākṛtātmānamāsādya rājānamanaye ratam | samṛddhāni vinaśyanti rāṣṭrāṇi nagarāṇi ca

'Wenn sie einen König erhalten, dessen Sinn verdorben ist, der am Unrecht Gefallen findet, gehen blühende Reiche und Städte zugrunde.'

Wort für Wort
ākṛtātmānamāsādya
wenn sie einen im Sinn verdorbenen erhalten
rājānamanaye ratam
einen König, der am Unrecht Gefallen findet
samṛddhāni vinaśyanti
gehen blühende zugrunde
rāṣṭrāṇi nagarāṇi ca
die Reiche und die Städte

tatheyam tvām samāsādya laṅkā ratnaughasamkulā | aparādhāttavaikasya vacirādvinaśiṣyati

'So wird auch diese Laṅkā, die dich erhalten hat, erfüllt von einer Flut von Juwelen, durch deine alleinige Schuld bald zugrunde gehen.'

Wort für Wort
tatheyam tvām samāsādya
so auch diese, dich erhalten habend
laṅkā ratnaughasamkulā
Laṅkā, erfüllt von einer Flut von Juwelen
aparādhāttavaikasya
durch die Schuld von dir allein
vacirādvinaśiṣyati
wird sie bald zugrunde gehen

svakṛtairhanyamānasya dūrāddīrghadarśinaḥ | abhinandanti bhūtāni vināśe pāpakarmaṇaḥ

'Über den Untergang dessen, der durch seine eigenen Taten getroffen wird, der von den Weitsichtigen von fern gesehen wurde, dessen Taten böse waren, freuen sich alle Wesen.'

Wort für Wort
svakṛtairhanyamānasya
dessen, der durch seine eigenen Taten getroffen wird
dūrāddīrghadarśinaḥ
von fern, den Weitsichtigen
abhinandanti bhūtāni
freuen sich alle Wesen
vināśe pāpakarmaṇaḥ
über den Untergang des Übeltäters

evaṃ tvāṃ pāpakarmāṇam vakṣyanti nikṛtā janāḥ | diṣṭyaitad vyasanaṃ prāpto raudra ityeva harṣitāḥ

'So werden von dir, dem Übeltäter, die betrogenen Menschen sagen: „Zum Glück ist dieser Grausame in dieses Unglück geraten“ — voller Freude.'

Wort für Wort
evaṃ tvāṃ pāpakarmāṇam
so von dir, dem Übeltäter
vakṣyanti nikṛtā janāḥ
werden die betrogenen Menschen sagen
diṣṭyaitad vyasanaṃ prāpto
'zum Glück ist er in dieses Unglück geraten'
raudra ityeva harṣitāḥ
'der Grausame' — so, voller Freude

śakyā lobhayituṃ nāhamaiśvaryeṇa dhanena vā | ananyā rāghaveṇāhaṃ bhāskareṇa prabhā yathā

'Ich kann weder durch Herrschaft noch durch Reichtum verführt werden; ich bin von dem Rāghava untrennbar, wie der Glanz von der Sonne.'

Wort für Wort
śakyā lobhayituṃ nāhamaiśvaryeṇa
ich kann nicht durch Herrschaft verführt werden
dhanena vā
noch durch Reichtum
ananyā rāghaveṇāhaṃ
ich bin von dem Rāghava untrennbar
bhāskareṇa prabhā yathā
wie der Glanz von der Sonne

upadhāya bhujam tasya lokanāthasya satkṛtam | katham nāmopadhāsyāmi bhujamanyasya kasya cit

'Nachdem ich den geehrten Arm jenes Herrn der Welt zum Kissen gemacht habe, wie könnte ich je den Arm irgendeines anderen zum Kissen machen?'

Wort für Wort
upadhāya bhujam tasya
nachdem ich den Arm von jenem zum Kissen gemacht habe
lokanāthasya satkṛtam
des geehrten Herrn der Welt
katham nāmopadhāsyāmi
wie könnte ich je zum Kissen machen
bhujamanyasya kasya cit
den Arm irgendeines anderen

ahamaupayīkī bhāryā tasyaiva vasudhāpateḥ | vratasnātasya viprasya vidyeva viditātmanaḥ

'Ich bin die rechtmäßige Gattin eben jenes Herrn der Erde, wie das Wissen dem Brahmanen gehört, der sein Gelübde vollendet hat, dessen Wesen wohlbekannt ist.'

Wort für Wort
ahamaupayīkī bhāryā
ich bin die rechtmäßige Gattin
tasyaiva vasudhāpateḥ
eben jenes Herrn der Erde
vratasnātasya viprasya
dem Brahmanen, der sein Gelübde vollendet hat
vidyeva viditātmanaḥ
wie das Wissen dem, dessen Wesen bekannt ist

sādhu rāvaṇa rāmeṇa māṃ samānaya duḥkhitām | vane vāśitayā sārtham kareṇveva gajādhipam

'Wohlan, Rāvaṇa, führe mich, die Leidende, mit Rāma zusammen, wie eine brünstige Elefantenkuh im Wald mit dem Elefantenfürsten.'

Wort für Wort
sādhu rāvaṇa rāmeṇa
wohlan, Rāvaṇa, mit Rāma
māṃ samānaya duḥkhitām
führe mich, die Leidende, zusammen
vane vāśitayā sārtham
im Wald mit der Brünstigen zusammen
kareṇveva gajādhipam
wie eine Elefantenkuh mit dem Elefantenfürsten

mitramaupayikam kartum rāmaḥ sthānam parīpsatā | vadham cānicchatā ghoraṃ tvayāsau puruṣarṣabhaḥ

'Rāma, dieser Stier unter den Männern, wäre von dir zum passenden Freund zu machen gewesen, wenn du deine Stellung bewahren und den furchtbaren Tod nicht wollen würdest.'

Wort für Wort
mitramaupayikam kartum
zum passenden Freund zu machen
rāmaḥ sthānam parīpsatā
Rāma, von dir, der deine Stellung bewahren will
vadham cānicchatā ghoraṃ
und der den furchtbaren Tod nicht will
tvayāsau puruṣarṣabhaḥ
von dir, dieser Stier unter den Männern

viditaḥ sa hi dharmajñaḥ śaraṇāgatavatsalaḥ | tena maitrī bhavatu te yadi jīvitumiccasi

'Denn bekannt ist er, der Rechtskundige, der den zu ihm Geflüchteten liebevoll zugetane; Freundschaft mit ihm sei dein, wenn du zu leben wünschst.'

Wort für Wort
viditaḥ sa hi dharmajñaḥ
bekannt ist er, der Rechtskundige
śaraṇāgatavatsalaḥ
der den Schutzsuchenden liebevoll Zugetane
tena maitrī bhavatu te
Freundschaft mit ihm sei dein
yadi jīvitumiccasi
wenn du zu leben wünschst

prasādayasva tvaṃ enaṃ śaraṇāgatavatsalam | māṃ cāsmai niyato bhūtvā niryātayitumarhasi

'Besänftige du ihn, den den Schutzsuchenden liebevoll Zugetanen, und, in Zucht dich haltend, sollst du mich ihm zurückgeben.'

Wort für Wort
prasādayasva tvaṃ enaṃ
besänftige du ihn
śaraṇāgatavatsalam
den den Schutzsuchenden liebevoll Zugetanen
māṃ cāsmai niyato bhūtvā
und mich, in Zucht dich haltend
niryātayitumarhasi
sollst du ihm zurückgeben

evam hi te bhavetsvasti sampradāya raghūttame | anyathā tvam hi kurvaṇo vadham prāpsyasi rāvaṇa

'Denn so wird dir Wohlergehen zuteil werden, wenn du mich dem Besten der Raghus zurückgibst; tust du es anders, Rāvaṇa, wirst du den Tod finden.'

Wort für Wort
evam hi te bhavetsvasti
so wahrlich wird dir Wohlergehen zuteil
sampradāya raghūttame
wenn du mich dem Besten der Raghus übergibst
anyathā tvam hi kurvaṇo
tust du anders
vadham prāpsyasi rāvaṇa
wirst du den Tod finden, Rāvaṇa

varjayedvajramutsṛṣṭaṃ varjayedantakaściram | tvadvidham tu na sa kruddho lokanāthaḥ sa rāghavaḥ

'Dem geschleuderten Blitzstrahl mag man lange ausweichen, dem Todesgott mag man ausweichen — doch dir, wenn er zornig ist, wird jener Herr der Welt, der Rāghava, keinen entkommen lassen.'

Wort für Wort
varjayedvajramutsṛṣṭaṃ
dem geschleuderten Blitzstrahl mag man ausweichen
varjayedantakaściram
dem Todesgott mag man lange ausweichen
tvadvidham tu na sa kruddho
doch dir wird der Zornige nicht
lokanāthaḥ sa rāghavaḥ
entkommen lassen, jener Herr der Welt, der Rāghava

rāmasya dhanuṣaḥ śabdaṃ śroṣyasi tvaṃ mahāsvanam | śatakratuvisṛṣṭasya nirghoṣamaśaneriva

'Den Klang von Rāmas Bogen wirst du hören, den mächtigen Schall, wie das Donnern des von Indra geschleuderten Blitzes.'

Wort für Wort
rāmasya dhanuṣaḥ śabdaṃ
den Klang von Rāmas Bogen
śroṣyasi tvaṃ mahāsvanam
wirst du hören, den mächtigen Schall
śatakratuvisṛṣṭasya
des von Indra geschleuderten
nirghoṣamaśaneriva
das Donnern, wie das des Blitzes

iha śīghraṃ suparvāṇo jvalitāsya ivoragāḥ | iṣavo nipatiṣyanti rāmalakṣmaṇalakṣaṇāḥ

'Hier werden bald wohlgefiederte Pfeile, wie feuerspeiende Schlangen, mit dem Zeichen Rāmas und Lakṣmaṇas herabfallen.'

Wort für Wort
iha śīghraṃ suparvāṇo
hier bald die wohlgefiederten
jvalitāsya ivoragāḥ
wie feuerspeiende Schlangen
iṣavo nipatiṣyanti
die Pfeile werden herabfallen
rāmalakṣmaṇalakṣaṇāḥ
mit dem Zeichen Rāmas und Lakṣmaṇas

rakṣāṃsi parinighnastaḥ puryāmasyāṃ samantataḥ | asampātaṃ kariṣyanti patantaḥ kaṅkavāsasaḥ

'Die Rākṣasas ringsum in dieser Stadt niedermetzelnd, werden sie, herabfallend, sie den Aasgeiern zur Kleidung machen, ohne Unterlass.'

Wort für Wort
rakṣāṃsi parinighnastaḥ
die Rākṣasas niedermetzelnd
puryāmasyāṃ samantataḥ
in dieser Stadt ringsum
asampātaṃ kariṣyanti
werden sie ohne Unterlass machen
patantaḥ kaṅkavāsasaḥ
herabfallend, den Aasgeiern zur Kleidung

rākṣasendramahāsarpān sa rāmagaruḍo mahān | uddhariṣyati vegena vainateya ivoragān

'Jener große Garuḍa, Rāma, wird die großen Schlangen, die Rākṣasa-Fürsten, mit Wucht emporreißen, wie der Sohn der Vinatā die Schlangen.'

Wort für Wort
rākṣasendramahāsarpān
die großen Schlangen, die Rākṣasa-Fürsten
sa rāmagaruḍo mahān
jener große Garuḍa Rāma
uddhariṣyati vegena
wird mit Wucht emporreißen
vainateya ivoragān
wie der Sohn der Vinatā die Schlangen

apaneṣyati māṃ bhartā tvattaḥ śīghramarindamaḥ | asurebhyaḥ śriyaṃ dīptāṃ viṣṇustribhiriva kramaiḥ

'Mein Gatte, der Feindebezwinger, wird mich rasch von dir wegholen, wie Viṣṇu mit seinen drei Schritten den Dämonen die strahlende Glücksgöttin entriss.'

Wort für Wort
apaneṣyati māṃ bhartā
mein Gatte wird mich wegholen
tvattaḥ śīghramarindamaḥ
von dir, rasch, der Feindebezwinger
asurebhyaḥ śriyaṃ dīptāṃ
den Dämonen die strahlende Glücksgöttin
viṣṇustribhiriva kramaiḥ
wie Viṣṇu mit den drei Schritten

janasthāne hatasthāne nihate rakṣasāṃ bale | aśaktena tvayā rakṣaḥ kṛtametadasādhu vai

'Als im Janasthāna, dem Ort der Vernichtung, das Heer der Rākṣasas vernichtet wurde, hast du, Rākṣasa, unfähig zum Kampf, diese üble Tat vollbracht.'

Wort für Wort
janasthāne hatasthāne
im Janasthāna, dem Ort der Vernichtung
nihate rakṣasāṃ bale
als das Heer der Rākṣasas vernichtet war
aśaktena tvayā rakṣaḥ
von dir, unfähig, Rākṣasa
kṛtametadasādhu vai
wurde diese üble Tat vollbracht

āśramam tu tayoḥ śūnyaṃ praviśya narasimhayoḥ | agocaraṃ gatayorbhrātrorapanītā tvayādhama

'Die Einsiedelei der beiden Löwen unter den Männern betretend, als sie leer war, als die Brüder außer Sichtweite gegangen waren, wurde ich von dir, dem Niedrigsten, entführt.'

Wort für Wort
āśramam tu tayoḥ śūnyaṃ
die Einsiedelei der beiden, als sie leer war
praviśya narasimhayoḥ
betretend, der Löwen unter den Männern
agocaraṃ gatayorbhrātror
als die Brüder außer Sichtweite gegangen waren
apanītā tvayādhama
wurde ich entführt von dir, dem Niedrigsten

na hi gandhamupāghrāya rāmalakṣmaṇayostvayā | śakyaṃ saṃdarśane sthātuṃ śunā śārdūlayoriva

'Denn wenn du auch nur den Geruch Rāmas und Lakṣmaṇas witterst, wirst du nicht vor ihrem Anblick standhalten können, wie ein Hund nicht vor zwei Tigern.'

Wort für Wort
na hi gandhamupāghrāya
denn wenn du auch nur den Geruch witterst
rāmalakṣmaṇayostvayā
Rāmas und Lakṣmaṇas, von dir
śakyaṃ saṃdarśane sthātuṃ
wirst du vor ihrem Anblick nicht standhalten können
śunā śārdūlayoriva
wie ein Hund nicht vor zwei Tigern

tasya te vigrahe tābhyāṃ yugagrahaṇamasthiram | vṛtrasyevendrabāhubhyāṃ bāhorekasya vigrahe

'Dein Kampf mit ihnen beiden wird ebenso unbeständig sein wie der eines einzelnen Armes im Kampf mit den beiden Armen Indras, wie einst bei Vṛtra.'

Wort für Wort
tasya te vigrahe tābhyāṃ
dein Kampf mit ihnen beiden
yugagrahaṇamasthiram
wird unbeständig sein wie ein Zweigespann
vṛtrasyevendrabāhubhyāṃ
wie der des Vṛtra mit Indras beiden Armen
bāhorekasya vigrahe
im Kampf eines einzelnen Armes

kṣipraṃ tava sa nātho me rāmaḥ saumitriṇā saha | toyamalpamivādityaḥ prāṇānādāsyate śaraiḥ

'Rasch wird jener Rāma, mein Herr, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā, dir mit Pfeilen das Leben nehmen, wie die Sonne geringes Wasser aufsaugt.'

Wort für Wort
kṣipraṃ tava sa nātho me
rasch wird jener, mein Herr, dir
rāmaḥ saumitriṇā saha
Rāma, zusammen mit dem Sohn der Sumitrā
toyamalpamivādityaḥ
wie die Sonne geringes Wasser
prāṇānādāsyate śaraiḥ
wird er mit Pfeilen das Leben nehmen

girim kuberasya gato.athavālayam | sabhām gato vā varuṇasya rājñaḥ | asaṃśayaṃ dāśaratherna mokṣyase | mahādrumaḥ kālahato.aśaneriva

Magst du zum Berg Kuberas gegangen sein oder in dessen Wohnstatt, magst du zur Versammlungshalle des Königs Varuṇa gegangen sein — ohne Zweifel wirst du dem Sohn des Daśaratha nicht entkommen, wie ein großer, vom Blitz zur bestimmten Zeit getroffener Baum.

Wort für Wort
girim kuberasya gato.athavālayam
zum Berg Kuberas gegangen oder zu seiner Wohnstatt
sabhām gato vā varuṇasya rājñaḥ
oder zur Versammlungshalle des Königs Varuṇa gegangen
asaṃśayaṃ dāśaratherna mokṣyase
ohne Zweifel wirst du dem Sohn des Daśaratha nicht entkommen
mahādrumaḥ kālahato.aśaneriva
wie ein großer, zur bestimmten Zeit vom Blitz getroffener Baum

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