Vom Leid gequält, weinend, zitternd, in Buße lebend, an ihren Gatten denkend, die Schönhüftige, dem Gatten treu ergeben, ein Grashalm zwischen sich legend, erwiderte die Sanftlächelnde:
Wort für Wort
duḥkhārtā rudatī sītā
vom Leid gequält, weinend, Sītā
vepamānā tapasvinī
zitternd, in Buße lebend
cintayantī varāroha patimeva pativratā
an ihren Gatten denkend, die Schönhüftige, dem Gatten treu ergeben
nivartaya mano mattaḥ svajane kriyatāṃ manaḥ | na māṃ prārthayituṃ yuktaṃ susiddhimiva pāpakṛt
'Wende deinen Sinn von mir ab, richte ihn auf die deinen Eigenen — es ziemt sich nicht, mich zu begehren, wie es sich für einen Übeltäter nicht ziemt, vollkommenen Erfolg zu erwarten.'
Wort für Wort
nivartaya mano mattaḥ
wende deinen Sinn von mir ab
svajane kriyatāṃ manaḥ
richte den Sinn auf die Eigenen
na māṃ prārthayituṃ yuktaṃ
es ziemt sich nicht, mich zu begehren
susiddhimiva pāpakṛt
wie einem Übeltäter vollkommener Erfolg nicht ziemt
'Ich, die Einzig-dem-einen-Gatten-Verbundene, soll das Verwerfliche nicht tun — ich, die in ein rechtschaffenes Geschlecht eingegangen und in einem großen Geschlecht geboren ist.'
Wort für Wort
akāryam na mayā kāryam
das Nicht-zu-Tuende soll von mir nicht getan werden
ekapatnyā vigarhitam
das Verwerfliche, von mir, der Einem-Gatten-Verbundenen
kulam samprāptayā puṇyam
ich, die in ein rechtschaffenes Geschlecht eingegangen ist
na aham aupayikī bhāryā parabhāryā satī tava | sādhu dharmam avekṣasva sādhu sādhuvratam cara
'Ich bin nicht die zu dir passende Gattin, ich, die rechtschaffene Gattin eines anderen; achte wohl auf den Dharma, wandle wohl auf dem Pfad der Rechtschaffenen.'
Wort für Wort
na aham aupayikī bhāryā
ich bin nicht die passende Gattin
parabhāryā satī tava
für dich, ich, die rechtschaffene Gattin eines anderen
'Wie die deinen, so sind auch die Gattinnen anderer zu beschützen, du Umherstreifender der Nacht; mache dich selbst zum Vergleich und erfreue dich an deinen eigenen Frauen.'
Wort für Wort
yathā tava tathānyeṣāṃ
wie die deinen, so die anderer
dārā rakṣyā viśācara
Gattinnen sind zu beschützen, du Nacht-Umherstreifender
'Den mit seinen eigenen Frauen Unzufriedenen, den Unbeständigen, dessen Sinne wankelmütig sind, den betrügerisch Gesinnten führen fremde Frauen ins Verderben.'
vaco mithyāpraṇītātmā pathyamuktaṃ vicakṣaṇaiḥ | rākṣasānāmabhāvāya tvam vā na vratipadyase
'Das heilsame Wort, das von den Weisen gesprochen wurde, missachtest du, dein Sinn falsch gerichtet — zum Verderben der Rākṣasas nimmst du es nicht an.'
'Über den Untergang dessen, der durch seine eigenen Taten getroffen wird, der von den Weitsichtigen von fern gesehen wurde, dessen Taten böse waren, freuen sich alle Wesen.'
Wort für Wort
svakṛtairhanyamānasya
dessen, der durch seine eigenen Taten getroffen wird
'Ich bin die rechtmäßige Gattin eben jenes Herrn der Erde, wie das Wissen dem Brahmanen gehört, der sein Gelübde vollendet hat, dessen Wesen wohlbekannt ist.'
'Rāma, dieser Stier unter den Männern, wäre von dir zum passenden Freund zu machen gewesen, wenn du deine Stellung bewahren und den furchtbaren Tod nicht wollen würdest.'
varjayedvajramutsṛṣṭaṃ varjayedantakaściram | tvadvidham tu na sa kruddho lokanāthaḥ sa rāghavaḥ
'Dem geschleuderten Blitzstrahl mag man lange ausweichen, dem Todesgott mag man ausweichen — doch dir, wenn er zornig ist, wird jener Herr der Welt, der Rāghava, keinen entkommen lassen.'
Wort für Wort
varjayedvajramutsṛṣṭaṃ
dem geschleuderten Blitzstrahl mag man ausweichen
varjayedantakaściram
dem Todesgott mag man lange ausweichen
tvadvidham tu na sa kruddho
doch dir wird der Zornige nicht
lokanāthaḥ sa rāghavaḥ
entkommen lassen, jener Herr der Welt, der Rāghava
'Mein Gatte, der Feindebezwinger, wird mich rasch von dir wegholen, wie Viṣṇu mit seinen drei Schritten den Dämonen die strahlende Glücksgöttin entriss.'
āśramam tu tayoḥ śūnyaṃ praviśya narasimhayoḥ | agocaraṃ gatayorbhrātrorapanītā tvayādhama
'Die Einsiedelei der beiden Löwen unter den Männern betretend, als sie leer war, als die Brüder außer Sichtweite gegangen waren, wurde ich von dir, dem Niedrigsten, entführt.'
na hi gandhamupāghrāya rāmalakṣmaṇayostvayā | śakyaṃ saṃdarśane sthātuṃ śunā śārdūlayoriva
'Denn wenn du auch nur den Geruch Rāmas und Lakṣmaṇas witterst, wirst du nicht vor ihrem Anblick standhalten können, wie ein Hund nicht vor zwei Tigern.'
Wort für Wort
na hi gandhamupāghrāya
denn wenn du auch nur den Geruch witterst
rāmalakṣmaṇayostvayā
Rāmas und Lakṣmaṇas, von dir
śakyaṃ saṃdarśane sthātuṃ
wirst du vor ihrem Anblick nicht standhalten können
Magst du zum Berg Kuberas gegangen sein oder in dessen Wohnstatt, magst du zur Versammlungshalle des Königs Varuṇa gegangen sein — ohne Zweifel wirst du dem Sohn des Daśaratha nicht entkommen, wie ein großer, vom Blitz zur bestimmten Zeit getroffener Baum.
Wort für Wort
girim kuberasya gato.athavālayam
zum Berg Kuberas gegangen oder zu seiner Wohnstatt
sabhām gato vā varuṇasya rājñaḥ
oder zur Versammlungshalle des Königs Varuṇa gegangen
asaṃśayaṃ dāśaratherna mokṣyase
ohne Zweifel wirst du dem Sohn des Daśaratha nicht entkommen
mahādrumaḥ kālahato.aśaneriva
wie ein großer, zur bestimmten Zeit vom Blitz getroffener Baum