Rāmāyaṇa · Sundarakāṇḍa
Sarga 20: Rāvaṇasya Sītā Lobhanam
Rāvaṇas Werbung um Sītā
sa tāṃ parivṛtāṃ dīnāṃ nirānandāṃ tapasvinīm | sākārair madhurair vākyair nyadarśayata rāvaṇaḥ
Er, Rāvaṇa, zeigte sich ihr, der von den Rākṣasīs umringten, elenden, freudlosen, in Buße lebenden Frau, mit scheinbar milden, süßen Worten.
Wort für Wort sa tāṃ parivṛtāṃ dīnāṃ er, sie, die umringte, elende nirānandāṃ tapasvinīm die freudlose, in Buße lebende sākārair madhurair vākyair mit scheinbar sanften, süßen Worten nyadarśayata rāvaṇaḥ zeigte sich Rāvaṇa mām dṛṣṭvā nāgnā-soru gūhamānā stana-udaram | adarśanam iva ātmānaṃ bhayān netuṃ tvam icchasi
'Mich erblickend, verbirgst du, die Schenkelrunde, deine Brust und deinen Leib, als wolltest du dich aus Furcht vor mir selbst unsichtbar machen.'
Wort für Wort mām dṛṣṭvā nāgnā-soru mich erblickend, du mit den runden Schenkeln gūhamānā stana-udaram deine Brust und deinen Leib verbergend adarśanam iva ātmānaṃ als wolltest du dich selbst unsichtbar machen bhayān netuṃ tvam icchasi aus Furcht willst du kāmaye tvām viśāla-akṣi bahu manyasva mām priye | sarva-aṅga-guṇa-sampanne sarva-loka-manohare
'Ich begehre dich, Großäugige — schätze mich hoch, Geliebte, du, die an allen Gliedern mit Vorzügen begabt ist, das Herz der ganzen Welt erfreuend.'
Wort für Wort kāmaye tvām viśāla-akṣi ich begehre dich, Großäugige bahu manyasva mām priye schätze mich hoch, Geliebte sarva-aṅga-guṇa-sampanne du, an allen Gliedern mit Vorzügen begabte sarva-loka-manohare das Herz der ganzen Welt erfreuende na iha kecin manuṣyā vā rākṣasāḥ kāma-rūpiṇaḥ | vyapasarpatu te sīte bhayam mattaḥ samutthitam
'Hier sind weder Menschen noch nach Belieben gestaltwandelnde Rākṣasas — die in dir aufgestiegene Furcht vor mir soll weichen, Sītā.'
Wort für Wort na iha kecin manuṣyā vā hier sind weder Menschen rākṣasāḥ kāma-rūpiṇaḥ noch nach Belieben gestaltwandelnde Rākṣasas vyapasarpatu te sīte möge weichen, Sītā, deine bhayam mattaḥ samutthitam vor mir aufgestiegene Furcht sva-dharmo rakṣasāṃ bhīru sarvathaiva na saṃśayaḥ | gamanaṃ vā para-strīṇām haraṇam sampramathya vā
'Es ist zweifellos die eigentümliche Pflicht der Rākṣasas, Furchtsame, auf jede Weise entweder zu fremden Frauen zu gehen oder sie mit Gewalt zu rauben.'
Wort für Wort sva-dharmo rakṣasāṃ bhīru die eigene Pflicht der Rākṣasas, Furchtsame sarvathaiva na saṃśayaḥ auf jede Weise, ohne Zweifel gamanaṃ vā para-strīṇām zu fremden Frauen zu gehen haraṇam sampramathya vā oder sie mit Gewalt zu rauben evaṃ ca etad akāmāṃ tu na tvāṃ sprakṣyāmi maithili | kāmam kāmaḥ śarīre me yathākāmaṃ prārthatām
'Doch dich, obwohl du dies nicht begehrst, werde ich nicht berühren, Maithilī; mag mein Verlangen in meinem Leib nach Belieben lodern.'
Wort für Wort evaṃ ca etad akāmāṃ tu doch so, dich, die dies nicht begehrt na tvāṃ sprakṣyāmi maithili werde ich nicht berühren, Maithilī kāmam kāmaḥ śarīre me mag das Verlangen in meinem Leib yathākāmaṃ prārthatām nach Belieben lodern devi na iha bhayam kāryam mayi viśvasihi priye | praṇayasva ca tattvena mā evam bhūḥ
'Herrin, hier ist keine Furcht nötig, vertraue mir, Geliebte; wende dich mir in Wahrheit zu, sei nicht so widerstrebend.'
Wort für Wort devi na iha bhayam kāryam Herrin, hier ist keine Furcht nötig mayi viśvasihi priye vertraue mir, Geliebte praṇayasva ca tattvena wende dich mir in Wahrheit zu mā evam bhūḥ sei nicht so eka-veṇī dharā-śayyā dhyānaṃ malinam ambaram | asthāne api upavāsaśca na etāny aupayikāni te
'Ein einziger Zopf, ein Lager auf der Erde, Grübeln, ein schmutziges Gewand und Fasten zur Unzeit — dies alles ziemt sich nicht für dich.'
Wort für Wort eka-veṇī dharā-śayyā ein einziger Zopf, ein Lager auf der Erde dhyānaṃ malinam ambaram Grübeln, ein schmutziges Gewand asthāne api upavāsaśca und auch Fasten zur Unzeit na etāny aupayikāni te dies alles ziemt sich nicht für dich vicitrāṇi ca mālyāni candanāny agarūṇi ca | vividhāni ca vāsāṃsi divyāny ābharaṇāni ca
'Bunte Blumenkränze, Sandel- und Aloeholzduft, mancherlei Gewänder und göttlicher Schmuck,'
Wort für Wort vicitrāṇi ca mālyāni bunte Blumenkränze candanāny agarūṇi ca Sandel- und Aloeholzduft vividhāni ca vāsāṃsi und mancherlei Gewänder divyāny ābharaṇāni ca und göttlicher Schmuck mahā-arhāṇi ca pānāni śayanāny āsanāni ca | gītam nṛttaṃ ca vādyaṃ ca labha mām prāpya maithili
'kostbarste Getränke, Lager und Sitze, Gesang, Tanz und Musik — erlange dies alles, Maithilī, wenn du mich gewinnst.'
Wort für Wort mahā-arhāṇi ca pānāni kostbarste Getränke śayanāny āsanāni ca Lager und Sitze gītam nṛttaṃ ca vādyaṃ ca Gesang, Tanz und Musik labha mām prāpya maithili erlange, wenn du mich gewinnst, Maithilī strī-ratnam asi mā evam bhūḥ kuru gātreṣu bhūṣaṇam | mām prāpya hi katham nu syās tvam anarhā su-vigrahe
'Du bist ein Juwel unter den Frauen — sei nicht so, schmücke deine Glieder; wie könntest du, wenn du mich gewinnst, deren unwürdig sein, du von schönem Wuchs?'
Wort für Wort strī-ratnam asi mā evam bhūḥ du bist ein Juwel der Frauen, sei nicht so kuru gātreṣu bhūṣaṇam schmücke deine Glieder mām prāpya hi katham nu syās wie könntest du, wenn du mich gewinnst tvam anarhā su-vigrahe deren unwürdig sein, du von schönem Wuchs idam te cāru saṃjātam yauvanam vyativartate | yad atītaṃ punar na eti srotaḥ śīghram apām iva
'Diese deine reizende Jugend vergeht; was vergangen ist, kehrt nicht wieder, wie das rasch dahinfließende Wasser eines Stromes.'
Wort für Wort idam te cāru saṃjātam diese deine reizende, entstandene yauvanam vyativartate Jugend vergeht yad atītaṃ punar na eti was vergangen ist, kehrt nicht wieder srotaḥ śīghram apām iva wie das rasch dahinfließende Wasser eines Stromes tvāṃ kṛtvā uparataṃ manye rūpa-kartā sa viśvasṛk | na hi rūpa-upamā tvanyā tavāsti śubhadarśane
'Ich glaube, der Schöpfer aller Dinge hat, nachdem er dich geschaffen hat, sein Werk beendet — denn es gibt kein anderes Ebenbild deiner Schönheit, du Schönblickende.'
Wort für Wort tvāṃ kṛtvā uparataṃ manye ich glaube, nachdem er dich geschaffen hat, hat er geruht rūpa-kartā sa viśvasṛk der Gestaltenschöpfer, der Schöpfer aller Dinge na hi rūpa-upamā tvanyā es gibt kein anderes Ebenbild deiner Schönheit tavāsti śubhadarśane für dich, du Schönblickende tvāṃ samāsādya vaidehi rūpa-yauvana-śālinīm | kaḥ pumān ativarteta sākṣād api pitāmahaḥ
'Wenn ein Mann dich erlangt hätte, Vaidehī, du an Schönheit und Jugend Reiche, welcher Mann könnte da noch weitergehen — selbst der leibhaftige Großvater der Welt nicht.'
Wort für Wort tvāṃ samāsādya vaidehi dich erlangt habend, Vaidehī rūpa-yauvana-śālinīm du an Schönheit und Jugend reiche kaḥ pumān ativarteta welcher Mann könnte weitergehen sākṣād api pitāmahaḥ selbst der leibhaftige Großvater nicht yad yat paśyāmi te gātram śīta-aṃśu-sadṛśānane | tasmiṃs tasmin pṛthu-śroṇi cakṣur mama nibadhyate
'Wohin auch ich meinen Blick auf deine Glieder richte, du mit dem mondgleichen Antlitz, du Breithüftige, dorthin bindet sich mein Auge.'
Wort für Wort yad yat paśyāmi te gātram wohin auch ich deine Glieder betrachte śīta-aṃśu-sadṛśānane du mit dem mondgleichen Antlitz tasmiṃs tasmin pṛthu-śroṇi dorthin, du Breithüftige cakṣur mama nibadhyate bindet sich mein Auge bhava maithili bhāryā me moham enam visarjaya
'Sei meine Gattin, Maithilī, gib diesen Irrsinn auf.'
Wort für Wort bhava maithili bhāryā me sei meine Gattin, Maithilī moham enam visarjaya gib diesen Irrsinn auf bahvīnām uttama-strīṇām āhṛtānām itas-tataḥ | sarvāsām eva bhadraṃ te mama-agra-mahiṣī bhava
'Über die vielen vortrefflichen Frauen, die von überall her geraubt wurden, über sie alle sei du, zu deinem Heil, meine oberste Königin.'
Wort für Wort bahvīnām uttama-strīṇām über die vielen vortrefflichen Frauen āhṛtānām itas-tataḥ die von überall her geraubt wurden sarvāsām eva bhadraṃ te über sie alle, zu deinem Heil mama-agra-mahiṣī bhava sei meine oberste Königin lokebhyo yāni ratnāni sampramathya āhṛtāni vai | tāni me bhīru sarvāṇi rājyaṃ ca etad ahaṃ ca te
'Die Juwelen, die ich aus den Welten geraubt und mit Gewalt genommen habe, sie alle, Furchtsame, und dieses Reich und mich selbst —'
Wort für Wort lokebhyo yāni ratnāni welche Juwelen aus den Welten sampramathya āhṛtāni vai geraubt und mit Gewalt genommen wurden tāni me bhīru sarvāṇi sie alle, Furchtsame, sind mein rājyaṃ ca etad ahaṃ ca te und dieses Reich und ich selbst, dir vijitya pṛthivīṃ sarvāṃ nānā-nagara-mālinīm | janakāya pradāsyāmi tava hetor vilāsini
'nachdem ich die ganze Erde mit ihren mancherlei Städtekränzen erobert habe, will ich sie deinetwegen deinem Vater Janaka schenken, du Anmutige.'
Wort für Wort vijitya pṛthivīṃ sarvāṃ nachdem ich die ganze Erde erobert habe nānā-nagara-mālinīm mit ihren mancherlei Städtekränzen janakāya pradāsyāmi werde ich Janaka schenken tava hetor vilāsini um deinetwillen, Anmutige na iha paśyāmi loke anyaṃ yo me pratibalo bhavet | paśya me su-mahad vīryam apratidvandvam āhave
'Ich sehe hier auf der Welt niemand anderen, der mir ebenbürtig wäre — sieh meine gewaltige Heldenkraft, ohnegleichen in der Schlacht.'
Wort für Wort na iha paśyāmi loke anyaṃ ich sehe hier auf der Welt keinen anderen yo me pratibalo bhavet der mir ebenbürtig an Kraft wäre paśya me su-mahad vīryam sieh meine gewaltige Heldenkraft apratidvandvam āhave ohnegleichen in der Schlacht asakṛt saṃyuge bhagnā mayā vimṛdita-dhvajāḥ | aśaktāḥ pratyanīkeṣu sthātuṃ mama sura-asurāḥ
'Wiederholt im Kampf geschlagen, mit zertrümmerten Feldzeichen, unfähig, mir in der Schlachtreihe standzuhalten — so sind Götter und Dämonen durch mich geworden.'
Wort für Wort asakṛt saṃyuge bhagnā wiederholt im Kampf geschlagen mayā vimṛdita-dhvajāḥ von mir mit zertrümmerten Feldzeichen aśaktāḥ pratyanīkeṣu unfähig in den Schlachtreihen sthātuṃ mama sura-asurāḥ standzuhalten, mir gegenüber, die Götter und Dämonen icchā mām kriyatām adya pratikarma tava uttamam
'Wolle mich — heute noch soll deine höchste Schmückung vollzogen werden!'
Wort für Wort icchā mām kriyatām adya wolle mich, es werde heute vollzogen pratikarma tava uttamam deine höchste Schmückung sa-prabhāṇy avasajyantāṃ tava aṅge bhūṣaṇāni ca | sādhu paśyāmi te rūpam saṃyuktaṃ pratikarmaṇā
'Glänzender Schmuck werde an deine Glieder gelegt — wohl möchte ich deine Gestalt sehen, vereint mit solcher Zier.'
Wort für Wort sa-prabhāṇy avasajyantāṃ glänzende Schmuckstücke mögen angelegt werden tava aṅge bhūṣaṇāni ca an deine Glieder, die Schmuckstücke sādhu paśyāmi te rūpam wohl möchte ich deine Gestalt sehen saṃyuktaṃ pratikarmaṇā vereint mit dieser Zier pratikarma-abhisaṃyuktā dākṣiṇyena varānane | bhuṅkṣva bhogān yathā-kāmaṃ piba bhīru ramasva ca
'Mit Zier geschmückt, in Anmut, du Schönantlitzige — genieße die Freuden nach Belieben, trinke, Furchtsame, und liebe mich.'
Wort für Wort pratikarma-abhisaṃyuktā mit Zier geschmückt dākṣiṇyena varānane in Anmut, du Schönantlitzige bhuṅkṣva bhogān yathā-kāmaṃ genieße die Freuden nach Belieben piba bhīru ramasva ca trinke, Furchtsame, und liebe yathā-iccham ca prayaccha tvaṃ pṛthivīṃ vā dhanāni ca | lalasva mayi visrabdhā dhṛṣṭam ājñāpayasva ca
'Gib du nach Belieben Erde und Reichtümer weg; ergötze dich, mir vertrauend, und gebiete dreist.'
Wort für Wort yathā-iccham ca prayaccha tvaṃ gib du nach Belieben weg pṛthivīṃ vā dhanāni ca Erde oder Reichtümer lalasva mayi visrabdhā ergötze dich, mir vertrauend dhṛṣṭam ājñāpayasva ca und gebiete dreist mat-prasādāl lalantyāśca lalantāṃ bāndhavās tava | buddhiṃ mama anupaśya tvam śriyam bhadre yaśaśca me
'Durch meine Gunst mögen deine Verwandten sich ergötzen; erkenne meinen Sinn an, meine Herrlichkeit und meinen Ruhm, Holde.'
Wort für Wort mat-prasādāl lalantyāśca durch meine Gunst mögen sich ergötzen lalantāṃ bāndhavās tava deine Verwandten mögen sich ergötzen buddhiṃ mama anupaśya tvam erkenne meinen Sinn śriyam bhadre yaśaśca me meine Herrlichkeit und meinen Ruhm, Holde kiṃ kariṣyasi rāmeṇa subhage cīra-vāsasā | nikṣipta-vijayo rāmo gata-śrīr vana-gocaraḥ
'Was willst du mit Rāma anfangen, du Glückselige, dem in Baumrinde Gekleideten? Rāma, der den Sieg von sich geworfen hat, seiner Herrlichkeit beraubt, ein Waldbewohner,'
Wort für Wort kiṃ kariṣyasi rāmeṇa was willst du mit Rāma anfangen subhage cīra-vāsasā du Glückselige, mit dem in Baumrinde Gekleideten nikṣipta-vijayo rāmo Rāma, der den Sieg von sich geworfen hat gata-śrīr vana-gocaraḥ seiner Herrlichkeit beraubt, ein Waldbewohner vratī sthaṇḍila-śāyī ca śaṅke jīvati vā na vā
'ein Büßer, auf bloßer Erde liegend — ich weiß nicht, ob er noch lebt oder nicht.'
Wort für Wort vratī sthaṇḍila-śāyī ca ein Büßer und auf bloßer Erde liegend śaṅke jīvati vā na vā ich vermute, ob er lebt oder nicht na hi vaidehi rāmas tvāṃ draṣṭum vā api upalapsyate | puro-balākair asitair me ghor jyotsnām iva āvṛtām
'Denn Rāma wird dich, Vaidehī, gewiss nicht mehr erblicken können, dich, die von dunklen Wolkenreihen wie von schrecklichem Mondlicht umhüllt ist.'
Wort für Wort na hi vaidehi rāmas tvāṃ denn Rāma wird dich, Vaidehī, gewiss nicht draṣṭum vā api upalapsyate auch nicht erblicken können puro-balākair asitair me von dunklen Wolkenreihen, mir voran ghor jyotsnām iva āvṛtām wie schreckliches Mondlicht umhüllt na ca api mama hastāt tvāṃ prāptum arhati rāghavaḥ | hiraṇyakaśipuḥ kīrtim indra-hasta-gatām iva
'Und auch nicht wird der Rāghava dich aus meiner Hand zurückgewinnen können, wie Hiraṇyakaśipu nicht den in Indras Hand geratenen Ruhm.'
Wort für Wort na ca api mama hastāt und auch nicht aus meiner Hand tvāṃ prāptum arhati rāghavaḥ wird dich der Rāghava zurückgewinnen können hiraṇyakaśipuḥ kīrtim wie Hiraṇyakaśipu den Ruhm indra-hasta-gatām iva der in Indras Hand geraten war cāru-smite cāru-dati cāru-netre vilāsini | mano harasi me bhīru suparṇaḥ pannagaṃ yathā
'Du mit dem reizenden Lächeln, den reizenden Zähnen, den reizenden Augen, Anmutige — du raubst mein Herz, Furchtsame, wie der Garuḍa eine Schlange raubt.'
Wort für Wort cāru-smite cāru-dati du mit dem reizenden Lächeln, den reizenden Zähnen cāru-netre vilāsini du mit den reizenden Augen, Anmutige mano harasi me bhīru du raubst mein Herz, Furchtsame suparṇaḥ pannagaṃ yathā wie der Garuḍa eine Schlange kliṣṭa-kauśeya-vasanām tanvīm apy analaṃkṛtām | tvāṃ dṛṣṭvā sveṣu dāreṣu ratiṃ na upalabhāmi aham
'Dich sehend, mit deinem abgetragenen Seidengewand, zart, auch ohne Schmuck, finde ich an meinen eigenen Frauen keine Freude mehr.'
Wort für Wort kliṣṭa-kauśeya-vasanām mit abgetragenem Seidengewand tanvīm apy analaṃkṛtām zart, auch ohne Schmuck tvāṃ dṛṣṭvā sveṣu dāreṣu dich sehend, an meinen eigenen Frauen ratiṃ na upalabhāmi aham finde ich keine Freude mehr antaḥpura-vināsinyaḥ striyaḥ sarva-guṇa-anvitāḥ | yāvantyo mama sarvāsām aiśvaraṃ kuru jānaki
'Die Frauen, die im inneren Gemach wohnen, mit allen Vorzügen begabt, wie viele es auch seien — über sie alle gewähre ich dir Herrschaft, Jānakī.'
Wort für Wort antaḥpura-vināsinyaḥ striyaḥ die im inneren Gemach wohnenden Frauen sarva-guṇa-anvitāḥ mit allen Vorzügen begabt yāvantyo mama sarvāsām so viele ihrer, über sie alle aiśvaraṃ kuru jānaki übe Herrschaft aus, Jānakī mama hi asita-keśānte trailokya-pravarāḥ striyaḥ | tās tvāṃ paricariṣyanti śriyam apsaraso yathā
'Denn an meinem dunklen Haaransatz sind die vortrefflichsten Frauen der drei Welten — sie werden dir dienen, wie die Apsaras der Glücksgöttin dienen.'
Wort für Wort mama hi asita-keśānte denn an meinem dunklen Haaransatz trailokya-pravarāḥ striyaḥ die vortrefflichsten Frauen der drei Welten tās tvāṃ paricariṣyanti sie werden dir dienen śriyam apsaraso yathā wie die Apsaras der Glücksgöttin yāni vaiśravaṇe subhru ratnāni ca dhanāni ca | tāni lokāṃśca suśroṇi mām ca bhuṅkṣva yathāsukham
'Welche Juwelen und Reichtümer bei Vaiśravaṇa sind, Schönbraue — sie und die Welten, du Schönhüftige, und mich genieße nach Belieben.'
Wort für Wort yāni vaiśravaṇe subhru welche bei Vaiśravaṇa sind, Schönbraue ratnāni ca dhanāni ca Juwelen und Reichtümer tāni lokāṃśca suśroṇi sie und die Welten, Schönhüftige mām ca bhuṅkṣva yathāsukham und genieße mich nach Belieben na rāmas tapasā devi na balena vikramaiḥ | na dhanena mayā tulyas tejasā yaśasā api vā
'Rāma ist mir weder an Buße gleich, Herrin, noch an Kraft, noch an Heldenmut, noch an Reichtum, noch an Macht, noch an Ruhm.'
Wort für Wort na rāmas tapasā devi Rāma ist mir nicht an Buße gleich, Herrin na balena vikramaiḥ noch an Kraft, noch an Heldenmut na dhanena mayā tulyas noch an Reichtum mir gleich tejasā yaśasā api vā noch an Macht, auch nicht an Ruhm piba vihara ramasva bhuṃkṣva bhogān | dhana-nicayaṃ pradiśāmi medinīṃ ca | mayi lala lalane yathāsukhaṃ tvam | tvayi ca sametya lalantu bāndhavās te
'Trinke, wandle umher, liebe, genieße die Freuden — einen Schatz von Reichtum und die Erde schenke ich dir; ergötze dich bei mir nach Belieben, Liebliche, und deine Verwandten, mit dir vereint, sollen sich ergötzen.'
Wort für Wort piba vihara ramasva bhuṃkṣva bhogān trinke, wandle, liebe, genieße die Freuden dhana-nicayaṃ pradiśāmi medinīṃ ca einen Schatz von Reichtum schenke ich und die Erde mayi lala lalane yathāsukhaṃ tvam ergötze dich bei mir nach Belieben, Liebliche tvayi ca sametya lalantu bāndhavās te und deine Verwandten, mit dir vereint, sollen sich ergötzen kanaka-vimala-hāra-bhūṣita-āngī | vihara mayā saha bhīru kānanāni
'Mit einer makellosen Goldhalskette an deinen Gliedern geschmückt, wandle mit mir durch die Wälder, Furchtsame.'
Wort für Wort kanaka-vimala-hāra-bhūṣita-āngī mit einer makellosen Goldhalskette an den Gliedern geschmückt vihara mayā saha bhīru kānanāni wandle mit mir durch die Wälder, Furchtsame
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sarga 19 Sarga 21 →